Zu viel Therapie? Wie viel Entwicklungsspielraum ohne Experten wird dem Kind noch gewährt?

Liebe/-r Experte/-in,

ich mache Dokumentarfilme für ARD und ZDF und möchte für die Reihe 37°, ZDF einen Film zum Thema „Das genormte Kind“ machen. Ich schreibe Sie an, weil ich auf der Suche nach Familien bin, die Ärtze-Therapeuten-Lehrer-Erzieher-leitgeplagt sind, weil ihr Kind unter deren ständiger Beobachtung steht, als verhaltensauffällig bezeichnet wird, Fehldiagnosen hinter sich hat, Eltern als Experten ihrer Kinder nicht anerkannt werden. Es geht um die Frage, ob unsere Gesellschaft nur mit gleichentwickelten, angepassten Kindern umzugehen bereit ist und Kinder, die nicht der angeblichen Norm entsprechen, stigmatisiert werden.
Ich würde mich freuen, wenn sich betroffene Eltern melden würden, die bereit wären, mit mir über ihre Erfahrungen zu sprechen, eventuell sogar bereit wären, später in einem Film mitzuwirken. Sie erfahren mehr über mich unter meiner Homepage: htt://www.katrinwegner.npage.de
Viele Grüße, Katrin Wegner

Hallo Katrin Wegner,

vielen Dank für Ihr Interesse. Ich werde gerne einen Beitrag zu Ihrem Projekt leisten. Was und in welcher Form würden wir wohl am besten per mail oder telefonisch besprechen. Bitte nehmen Sie mit mir Kontakt über www.dorotheaboehm.de.

Viele Grüße, Dorothea Böhm

Hallo Frau Wegner,

ich kann ihre Frage sehr gut vestehen… da ich selber eine Tochter habe, die seit ihrem 4.Lebensjahr die diaknose ADHS hat und seit beginn der Schulzeit nur schwierigkeiten hat… da sie sich nicht so snpassen kann, wie die Schulen es gerne hätten. Es ging in der Grundschule sogar so weit, das mir gedroht wurde, das wenn ich meinem Kind kein Rtalin gebe, wird sie auf die Förderschule umgeschult… da ein Kind zu funktionieren hat. Sie ist seit der Diaktnose immer wieder in Ärztlicher und Therapeutischer Begleitung…bei Lehrern, ein Teil der Ärzte und bei den Eltern andere Mitschüler stoße ich immer wieder auf Unverständnis,wenn ich mich weigere mein Kind „ruhig zu stellen“…
Wenn Sie noch weitere Fragen haben, können Sie mir ja hier schreiben… ich hoffe, ich konnte Ihnen weiter helfen.
Viele Grüße Sabrina Schmidt

Liebe Frau Schmidt,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Das, was Sie über den Lebensweg Ihrer
Tochter schreiben, das Unverständnis der Lehrer, Mitschüler, Ärzte, sogar
die Drohungen in der Grundschule, weil Sie kein Ritalin verabreichten, ist genau das, was ich vermutet habe und gern in meinem Film darstellen möchte. Alle Kinder sollen einer Norm entsprechen, möglichst gleich entwickelt und gleich ruhig und angepasst sein. Alles, was aus dieser Norm fällt, gilt sofort als verhaltensauffällig und soll therapiert werden, statt mal aufzuhören, von Verhaltensauffälligkeit zu sprechen, statt dessen die Stärken des verhaltensoriginellen Kind zu sehen und zu erfassen. Und dann diese Ignoranz den Eltern gegenüber, die sehr wohl wissen, was das Beste für ihr Kind ist, dieses Expertentum aber nicht anerkennen.
Ich würde Sie sehr gern einmal kennen lernen. Wenn Sie möchten, könnten wir einmal telefonieren? Sie können mich auch unter meiner direkten Mailadresse
erreichen: [email protected].

Liebe Grüße,
Katrin Wegner

Liebe Frau Wegner,

wir haben einen 13.jährigen Sohn, der von der Erziehungsberatung bis hin zu einer Klinik für Kinder und Jugendpsychiatrie alle Stadionen durch hat. Nun will die Schule noch ein V-Gutachten erstellen. Ich muß dazu sagen unser Sohn hatte erst massive Schulangst, die ist nun weitestgehend im Griff,nun ist er plötzlich Verhaltensauffällig weil er offener ist und mehr Anschluss zu seinen Mitschülern hat. Wir haben zusätzlich seit einem halben jahr einen Erziehungsbeistand, und werden demnächst noch SK-Training beginnen. Auch ist unser Sohn weiter in Psychoiogischer Behandlung und das alles auf Amraten der Schule. Wir sind so langsam am Ende unserer Kraft, denn wo _Bleibt denn da noch die Liebe für unseren Sohn??