ich war letztens bei einer Schulanfangsfeier innerhalb der Familie meiner Freundin - und ich bin erschrocken:
Der kleine Schulanfänger bekam als Hauptgeschenk ein vierrädriges Luxus-Tretauto mit Gangschaltung geschenkt. Daneben kriegte er von allen noch Zuckertüten aller Größen und noch tausend andere kleine und größere Geschenke.
Auch zu Gelegenheiten wie Weihnachten oder Geburtstagen wird den Kindern in dieser Familie m. E. zu viel geschenkt. An Weihnachten z.B. bekommt jedes Kind einen eigenen, großen Sack voll mit etwa 10 großen Geschenken. Die Kleinen wissen gar nicht, was sie zuerst auspacken sollen. Hier ist wohl die Gefahr sehr groß, dass diese Kinder völlig das Gefühl für materielle Werte verlieren. An dem genannten sechsjährigen Schulanfänger ist das auch schon gut zu erkennen. Er schmeißt alles rum und zerstört mutwillig manche Dinge.
Ich habe nun selber einen kleinen Sohn (1 Jahr) und ich frage mich, wie ich das verhindern kann in einer so großen, schenkungsfreudigen Familie. Schenken wollen sie alle, aber ich will es nicht.
auch wir haben eine recht schenkungswütige Familie. Unsere Verwandten leben ca. 350 km von uns weg und möchten nicht, dass der Enkel oder Neffe zu kurz kommt, weil ja die anderen Kinder, die immer da sind öfter mal was Kleines zugesteckt bekommen.
Ich habe mich mit meinen Eltern z. B. daraufhin geeinigt, dass sie zum Geburtstag nur Klamotten schenken. Das ganze kommt dann in einem großen Paket mit ein paar Schlickersachen. Unser Sohn freut sich auch über die Sachen sehr, weil meine Eltern ziemlich stilsicher (Gott sei Dank)sind.
Als er letztes Jahr einen Gameboy wollte, haben Oma und Schwägerin zusammengelegt. Die andere Oma noch ein Spiel und eine Kleinigkeit. Das war’s. Unser Sohn (8 Jahre) weiss schon ganz gut einzuschätzen, was die Sachen alle so kosten.
Sprich doch mal vorher mit deinen Verwandten und notiere dir auch schon das Jahr über, was euer Kurzer an Geschenken gebrauchen könnte. Dann kannst du die Geschenke ganz gut verteilen.
das ist wohl das Thema mit den Verwandten schlechthin. Bei uns läßt es sich trotz hohen Bemühens unsererseits kaum bändigen. Wir haben es so gelöst, daß einige Spielsachen, von denen wir mitkriegen, daß sie nicht bespielt werden einfach verschwinden. Die Jungs scheinen das so zu akzeptieren. Weiterhin werden Sachen, die nicht mehr altersgerecht sind rausdiskutiert; wir sprechen mit den Jungs ab, was sie noch haben wollen und was weg kann, erstaunlicherweise lassen sie gut mit sich reden und ettliches ausmustern.
Mit den lieben Verwandten haben wir (wie schon unten gesagt) abgemacht, daß Klamotten was schönes zum Schenken ist, wir geben aber haargenau vor, was wir haben wollen, weil die Jungs nicht mit schrillbunten, mit Applikationen übersäten Klamotten rumlaufen sollen. Weiterhin sprechen wir ab, welche Spielsachen geschenkt werden sollen (OK, wir versuchen abzusprechen:wink: ) Manchmal klappt aber, viele haben inzwischen eingesehen, daß gute (und nicht billige) Spielsachen länger halten und von den Kindern lieber angenommen werden, als solche Sachen, die nach ein paar mal spielen kaputt sind.
ja, die Geschenkeflut… gerade Nr. 3 ist inzwischen mehr als eingedeckt mit Spielsachen aller Art, da sie ja auch von ihren älteren Geschwistern geerbt hat.
Wir regeln das so:
Mind. die Hälfte aller Sachen lagert oben im Speicher - und wir wechseln immer aus. Wenn Anna z.B. keine Lust mehr auf Puppenhaus spielen hat, kommt das nach oben, dafür z.B. die Barbies runter, oder Lego oder was auch immer. Wenn alles Spielzeug im Zimmer wäre, würde es überfüllt und der Platz würde ja zum Spielen fehlen. Auch wäre es eine Reizüberflutung für das Kind, was dem konzentrierten Spiel, der Konzentrationsfähigkeit schlechthin entgegenstünde.
Zu den konkreten Anlässen, wie Geburtstage und so, versuchen auch wir den Geschenkestrom zu lenken mit genauen Angaben oder eben größeren Geschenken, bei denen mehrere zusammenlegen.
Zu einer Schulanfangsfeier allerdings soviel zu schenken, darauf käme selbst meine schenkungswütige Sippe nicht… - und da würde ich schon im Vorfeld streiken.
Wie wäre es denn mit einem Sparbuch, auf dem die Verwandtschaft das Geld, dass sie sonst für großes Spielzeug etc. ausgegeben hätte einzahlt ?
Auch wir haben eine große Familie.
Bei unseren ersten beiden Kindern (es waren die ersten Nichten und Neffen in der Familie) wurde es an Weihnachten z. B so gehandhabt, dass wir (mein Mann, ich und die Kinder) zusammen zu den Schwiegereltern fuhren, ich aber, nachdem ich ja wusste, was die Kinder geschenkt bekamen, als erste wieder nach Hause gefahren bin und viele andere Spielsachen weggeräumt habe. Den Kindern ist übrigens kein einziges Mal aufgefallen, dass was fehlt. Lag natürlich auch an der Auswahl. Wäre nie auf den Gedanken gekommen, das Lieblingskuscheltier wegzuräumen.
Mittlerweile sind die Großen eh erwachsen und beim Jüngsten hat sich´s von selbst erledigt, weil´s mittlerweile 15 Nichten und Neffen gibt. Da legt sich dann sowas von selbst.
Gruß
Gisela
ich bin Deiner Meinung. Zu viel läßt die Kids den Wert der einzelnen Geschenke vergessen, nicht nur den materiellen, sondern auch den ideellen.
In unserer Gesellschaft ohnehin ein Problem: Die Kinder lernen dadurch, immer mehr Ansprüche zu stellen, es ist ja „normal“, daß viel Geld für sie ausgegeben wird.
Ich komme aus einem durchaus nicht armen Elternhaus, aber die Geschenke waren immer wohl gewählt und sparsam. Es gab immer 5 - 6 Bücher und dann noch irgend etwas anderes, meistens Spielzeug, aber das niemals für mehr Geld als ca. 100,- Ein Fahrrad oder ähnliches gab es zwar auch mal, aber nur, wenn ich es gerade wirklich brauchte.
Ich habe nie etwas vermißt. Bücher waren immer die Hauptsache. Und auch vom Markenzwang konnte meine Ma mich meistens fernhalten, ohne daß ich mich benachteiligt fühlte.
Die zweite Frage ist ja nun: Wie hinderst Du Deine Familie daran, Deinen Kleinen zu überschütten? Da gibt es eigentlich nur eines: Sag es ihnen, und sag es unmißverständlich und rigoros. Die Tochter meines Freundes soll auch nicht „überschenkt“ werden, aber trotz Ansage halten sich besonders Großeltern und Onkel gerne immer wieder nicht daran. Also sind da immer wieder klare Worte vonnöten. Ich würde auf jeden Fall versuchen, mich durchzusetzen, das ist Dein Kind Dir sicher wert.
aber trotz Ansage halten sich besonders
Großeltern und Onkel gerne immer wieder nicht daran. Also sind
da immer wieder klare Worte vonnöten. Ich würde auf jeden Fall
versuchen, mich durchzusetzen, das ist Dein Kind Dir sicher
wert.
Genau so läuft es bei uns. Unsere Jungs sind die ersten Enkel (Neffen) und da wollen sich die Herr(Dam)schaften nicht lumpen lassen. Selbst nette bis manchmal harsche Worte haben die Situation nur graduell „verbessert“. Neben den Sachen, die wir (die Kinder(!) meine Frau und ich) zum Schenken ausgesucht haben, kriegen die Kinder zusätzlich das was sich die Oma, der Onkel, die Tante so denken was gut für die Kleinen ist.
Inzwischen hat der Große die gesellschaftlichen Konventionen so weit drin, das er sich über solche Sachen „freut“, wenn dann die Verwandtschaft weg ist uns aber bittet diese Sachen wegzutun. Manchmal verschenkt er sie auch weiter, ohne das wir ihn dazu auffordern!
Da soll einer noch mal sagen Kinder hätten kein Qualitätsbewustsein.
Qualitätsbewußtsein auf jeden Fall. Es geht ja auch mehr darum, daß die Kinder sich nicht daran gewöhnen, immer alles zu bekommen, was sie haben wollen. Und das ist manchmal ziemlich schwer, vor allem, wenn Gruppendruck dahinter steht. In Eurem Fall würde ich mal sagen: Gute Erziehung.
In manchen Fällen läßt sich natürlich schon ein wenig, sagen wir mal, „positiv manipulieren“. Unsere Kleine (wie gesagt nicht meine, sondern meines Freundes Tochter, an Wochenenden bei uns) hat sich von Anfang an entschlossen, sowohl Teletubbies als auch Pokémons blöd zu finden. Auch Klassenkameraden können sie da nicht vom Gegenteil überzeugen. *dreikreuzemach*
Ansonsten: Eine Freundin von mir nimmt die Geschenke immer vor der Bescherung in Empfang. Wenn es zu viel ist, hebt sie sie auf, und sie Kids bekommen erst mal nichts davon. Damit müssen die uneinsichtigen Verwandten dann eben leben.
ein kind freut sich immer über ein geschenk, weil es dann instinktiv mitbekommt, dass du es lieb hast und dir gedanken machst.
mein tipp : mach eher regelmäßig kleine geschenke, aufmerksamkeiten, wenn du von dienstreise kommst zb. klein und nicht sagenhaft teuer. echt nicht. aber jedes kind freut sich darüber. es ist dann immer ein kleines abenteuer für das kind, die neuerliche sache auszupacken und zu entdecken. und etwas zu verbinden , mit dir als vater. das ist geil und cool , auch für dich. hat weder was mit den „KOSTEN“ oder der größe des geschenkes zu tun. dein kind weiss, wenn du wieder da bist, gibt es was zu entdecken. …und was es entdeckt, kannst du dann auch steuern. muss kein sack voll geschenke sein…
die schilderungen von deinen erfahrungen nehme ich da nur kopfschüttelnd zur kenntnis. da pervertiert nur alles, die armen kinder werden demnächst rumschreien, wenn sie nur 9 statt der gewohnten 10 geschenke im sack haben…
keine selbstgemachten
Mein Süßer, mit dem ich jetzt seit 5 jahren zusammen bin, hat eine Tochter, die ist 8. Und nach diesen fünf Jahren muß ich schon sagen: Auch, wenn wir sie nur Wochenends haben, ist sie mir doch so wichtig wie eine „eigene“. Ich liebe dieses Kind.