Hallo,
kurz gesagt und ich will es auch nicht weiter als unnötig ausführen.
Mir wurde eine Beziehung vorgegaukelt, die Dame ist schwanger geworden und ist zu ihrem zeugungsunfähigen Mann zurückgegangen. Ich wurde hier einfach stehengelassen, wenn ich Glück habe, komme ich um eine Zahlungsklage drumherum. Aber Geld ist bei dem Problem, was ich habe unwichtig.
Ich komme nicht drauf klar, dass in einem halben Jahr ein Stück von mir irgendwo hier in Deutschland aufwachsen wird und ich es nie sehen werde. Wenn ich mir vorstelle, wie das Kind zu dem Ehemann „Papa“ sagt, wird mir echt wirklich schlecht. Es war mein erstes Kind, ich befürchte dass wenn ich noch mal Kinder zeugen sollte, es nie wieder so sein würde, wie beim ersten, über das ich mich wirklich sehr gefreut habe.
Ich sitze hier oft herum und fühle mich so leer und ausgelaugt und ausgebrannt. Meine Freunde versuchen mich aufzumuntern, es wird viel geredet - das geht mir alles so auf den Senkel. Ablenkung habe ich bei der Arbeit. Komme ich nach Hause weiss ich mit mir selber nichts mehr anzufangen, versuche diese Leere auszufüllen.
Bevor das alles passiert ist, war ich ein lebenslustiger und -bejahender Mann gewesen. Und nun nur noch ein Haufen Scheisse.
Natürlich komme ich darüber hinweg, natürlich gibt es was weitaus schlimmeres, aber ich bin so müde und kraftlos, dass ich mich nicht alleine aus diesem Loch ziehen kann.
Aus dem Grund habe ich mir überlegt einen Fachmann hinzu zu ziehen. Ich habe allerdings null Ahnung an wen oder was ich mich wenden soll. Für einen Hinweis wäre ich sehr dankbar.
Gruss levi
Sehr lobenswert, daß Du Dir Hilfe suchen willst, ist auch richtig und dann wird es Dir auch bald wieder besser gehen. Sprich mal Deinen Hausarzt an, meist wissen die gute Therapeuten, mit den sie zusammenarbeiten. Oder auch im Bekanntenkreis mal fragen, wer einen guten Therapeuten kennt. Wenn Du dann einen gefunden hast,sollte er Dir auch „liegen“, sonst hilft es Dir nicht richtig. Ich wünsche Dir viel Erfolg!
Mahlzeit,
es ist doch immer wieder bedauerlich, was Menschen sich gegenseitig so - bewusst? - antun. Ätzend.
Wie Mondstaub schon schrieb, such Dir einen Psychotherapeuten. Entweder kann Dir Dein Hausarzt jemanden empfehlen und Du lässt Dich überweisen oder Du suchst Dir selber einen, vereinbarst einen Probetermin (wenn ich mich richtig erinnere, hast Du pro Therapeut 5 Probesitzungen danach musst Du Dich für oder gegen ihn entscheiden), in dem Du Dir erst einmal für Dein Problem die aus seiner Sicht empfehlenswerten Therapieformen erläutern lässt, nimmst 10,00 Euro und Deine Chipkarte mit.
Aber anderes Thema: An Deiner Stelle würde ich mich informieren, ob Du Rechte das Kind betreffend geltend machen kannst. Soweit ich weiß, muss der Ehemann wohl einem DNA-Test zustimmen, wenn Du den möchtest - aber im Detail kenne ich mich da nicht aus…
Alles Gute -
Demenzia
Hallo,
danke für den Tipp mit dem Hausarzt. Wäre ja auch das naheliegendste erstmal zu dem hinzugehen. Im Normalfall wäre das auch das erste was mir eingefallen wäre, aber momentan ist alles irgendwie im Nebel.
Aber anderes Thema: An Deiner Stelle würde ich mich
informieren, ob Du Rechte das Kind betreffend geltend machen
kannst. Soweit ich weiß, muss der Ehemann wohl einem DNA-Test
zustimmen, wenn Du den möchtest - aber im Detail kenne ich
mich da nicht aus…
Ich war da bereits beim Anwalt gewesen.
Als biologischer Vater hast du da Null Rechte und darfst nur zahlen und bekommst als Gegenleistung dafür ein schlappes Besuchsrecht.
Da die Dame aber zu ihrem über 400km weit wegwohnenden Ehemann zurückgekehrt ist, wird er automatisch der gesetzliche Vater, weil die zwei Eheleute sind. Bedeutet, dass das Kind bei der Geburt sofort seinen Namen tragen wird, ich kann da garnichts machen und alle 2 Wochen sehen ist bei der Entfernung auch nicht drin. Ich kann da auch kein Sorgerecht einklagen. Mein Anwalt sagte, ich soll erstmal garnichts machen. Das ist die nüchterne Seite. Und die emotionale versuche ich soweit es geht zu verdrängen, sonst werd ich echt wahnsinnig.
Wenn der Ehemann jedoch die Vaterschaft nicht anerkennt, kann er wie du schon sagtest einen DNA Test einfordern. Und das innerhalb von 2 Jahren. Stellt sich heraus, dass er nicht der Vater ist, kann er die Vaterschaft ablehnen und ich darf bis zum Ende des Studiums für deren Kind zahlen. Macht er nichts, so ist er der Versorger.
Von den desolaten finanziellen Problemen, die die zwei schon ohne Kind und mit zwei Jobs hatten, will ich garnicht anfangen.
Schönen Gruss, levi
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Lieber Levi!
Mein
Anwalt sagte, ich soll erstmal garnichts machen. Das ist die
nüchterne Seite. Und die emotionale versuche ich soweit es
geht zu verdrängen, sonst werd ich echt wahnsinnig.
Unabhängig von der Frage nach dem Fachmann, die ja schon beantwortet ist:
Was, wenn du nicht länger im stummen Kampf gegen dich selbst „verdrängst“, sondern dich offensiv und mit dem gebührenden Hass dem Emanzipationskampf anderer Väter gegen ihre Unterdrückung durch die staatlichen Gesetzgebung anschließt? Selbsthilfegruppen, Demos, Petitionen, politische Lobbyarbeit. Das Internet ist von entsprechenen Organisation voll davon: Väternotruf, Manndat usw.
Vielleicht würde es dir zumindest langfristig helfen, deinen (absolut berechtigten!) Hass zusammen mit anderen verarschten Vätern auf solche „politische“ Arbeit zu kanalisieren anstatt dich ganz privat von ihm auffressen zu lassen?
Nur ein unerbetener Gedankenanstoss, vielleicht ein völlig unfruchtbarer, ich weiß es nicht.
_ ℂ Λ ℕ Ð I Ð € _
In gewisser Weise ist das, was Du da berichtest eine Verlust- und Trauerthematik. Auch wenn es sich hier um ein noch ungeborenes Kind handelt, haben wir es hier mit einer Trennungsproblematik zu tun. Ich habe nicht den Eindruck, dass Deine emotionale Reaktion darauf unbedingt übersteigert oder irgendwie „nicht normal“ ist (aber das ist letztlich auch eine Frage der Dauer dieses Zustandes und des damit verbundenen Leidensdrucks). Wo aber keine „Störung“ vorliegt, bietet sich der Gang zu einem Psychotherapeuten auch nicht unbedingt an.
Eine Idee: Gibt es bei Dir in der Gegend (Selbsthilfe-) Gruppen von Menschen nach/in Trennung/Scheidung? Auch wenn Du mit der Trauer um die Trennung von Deinem noch ungeborenen Kind ein eher ungewöhnlicher Fall in einer solchen Gruppe sein könntest, wäre der Austausch mit Menschen, die auch eine Neuorientierung nach einem vergleichbaren Verlust in Angriff nehmen müssen, vielleicht ganz hilfreich.
Gruß
Arbeyterson
N’Abend,
Von den desolaten finanziellen Problemen, die die zwei schon
ohne Kind und mit zwei Jobs hatten, will ich garnicht
anfangen.
irgendwie klingt das für mich nach einer geplanten Sache… zeugungsunfähig und desolate finanzielle Zustände… eiskalt berechnet alles?
Oh Mann- ich wünsch Dir, dass Du dadurch nicht verbittert wirst.
Gruß
Demenzia
Hi,
Was, wenn du nicht länger im stummen Kampf gegen dich selbst
„verdrängst“, sondern dich offensiv und mit dem gebührenden
Hass dem Emanzipationskampf anderer Väter gegen ihre
Unterdrückung durch die staatlichen Gesetzgebung anschließt?
Selbsthilfegruppen, Demos, Petitionen, politische Lobbyarbeit.
Das Internet ist von entsprechenen Organisation voll davon:
Väternotruf, Manndat usw.
weiss du, ich hasse sie oder ihren Mann ja nicht. Ich weiss auch, dass sie sich schon immer Kinder gewünscht hat. Zudem hat sie aus anatomischer Sicht auch kaum Chancen gehabt schwanger zu werden (Vernarbungen im Uterusgewebe, nur einen funktionierenden Eierstock…). Und ich finde die Gesetzeslage jetzt auch nicht unbedingt prickeln, weil ich da schon sehr im Nachteil bin, aber ich denke nicht, dass ich jetzt versuchen werde, die Welt andersherum bewegen zu wollen.
Aber das mit der Selbsthilfegruppe ist eine gute Idee, ich werde mich mal schlau machen, was es hier in der Gegend so gibt…
Es herscht in mir nur eine so unendliches Enttäuschtsein Gefühl, dass ich in der Tat verbittert bin. Man versuchte nur Leuten zu helfen und ist dafür ins Gesicht getreten worden. Das ist das, was am meisten schmerzt. Und ich weiss, dass in der kommenden Zeit man noch vorsichter sein wird, als man es ohnehin schon ist. Ständig das Visir unten - die Mauern die man immer dicker gebaut hat - die Rüstung die dann keine Emotionen raus- oder reinlassen… das ist das Schlimmste für mich.
Es ist so ein wahnsinnig langer Prozess wieder Vertrauen in die Menschheit zu fassen, aber das wird schon, da bin ich zuversichtlich.
Gruss levi
Hi,
ich verdränge folgende Dinge, die ich hier mal kurz nennen möchte:
- Ich werde Vater.
- Ich kann das Bild der Ultraschallaufnahme des Kindes nicht vergessen oder verdrängen.
- Es wird einen Vornamen tragen, den ich nicht mitentschieden habe.
- Ich werde mein Kind niemals zu Gesicht kriegen, ich werde keine Fotos zu sehen kriegen, ich werde es nicht im Arm halten können, ich werde es nicht riechen und nicht von ihm angesabbert werden können.
- Das Kind wird zu einem fremden „Papa“ sagen, es wird seinen Freunden sagen, dass das der Papa ist.
- Bei Geburtstagen werden sich alle - bis auf einen - freuen.
- Ich werde keine Einschulungsfeier miterleben können.
- Ich kann auf mein Kind nicht stolz sein können.
- Ich werde irgendwann einen Teenager zu Gesicht kriegen, was im Zuge seiner Identifikationsfindung auf der Suche nach der Wahrheit und nach dem richtigen Papa sein wird.
- Ich werde diesen Teenager als fremd empfinden.
- Und irgendwo da draußen wird ein Teil von mir in fremden Händen aufwachsen.
Das alles, was für andere Väter selbstverständlich ist, wird für mich nicht sein und das macht mich verrückt. Bevor ich erfahren habe, dass ich Vater werde, habe ich mir darüber keine Gedanken gemacht. Erst als es konkreter wurde, kamen bei mir diese Gefühle dafür auf. Ein Entwicklungsprozess wurde dabei losgetreten, den ich vorher nicht kannte und erstmal zuordnen musste. Aber dafür wurde mir keine Zeit gegeben, weil ich aufgrund diess Lügengerüstes bereits abserviert wurde.
Aber ich denke, ich werde mich nach einer Selbsthilfegruppe umschauen. Danke für den Tipp
Gruss levi