Zuckerfrei!

Hi…

Ich hab mal eine (vielleicht dumme?) Frage:
Kleinkinder sollen ja am besten erstmal keinen Zucker essen. Und bei Bekannten hab ich immer mitbekommen, dass sie zuckerfreie Knabbereien für ihre Kinder dabei haben.
Jetzt hab ich mir mal die Sachen angeschaut. Es gibt Kekse, die sind zuckerfrei, dann ist aber Honig und irgendein Sirup drin. Fällt das nicht unter Zucker oder habe ich mir die falschen Sachen angeschaut?
Wer kann mich mal aufklären, was man den Kleinen zum Knabbern geben kann…

Danke, Ute

Hi Ute,

Ich hab mal eine (vielleicht dumme?) Frage:
Kleinkinder sollen ja am besten erstmal keinen Zucker essen.

weia, da wird mal wieder was übertrieben.
Was vermieden werden soll sind große Mengen Zucker, aber die sind auch für Erwachsene nicht so doll.
Kohlenhydrate, komplexe wie einfache, sind für Kinder sogar absolut notwendig.

dann ist aber Honig und irgendein Sirup
drin. Fällt das nicht unter Zucker oder habe ich mir die
falschen Sachen angeschaut?

Klar ist Honig Zucker und Sirup auch. Aber das ist ‚Bio‘ und somit ‚gut‘
Honig ist ein von Bienen hergestellter Invertzucker.
Schreib mal Invertzucker auf irgend ein Produkt und Honig auf dasselbe. Wetten daß das mit Honig ‚gesünder‘ ist!!!
Sirup dito.

Versteh mich bitte nicht falsch, ich möchte den Auszugprodukten der Industrie nicht das Wort reden, nichts liegt mir ferner, aber das, wsa mir einige Eltern in Bezug auf Nahrung erzählen, läßt mir immer weider die Haare senkrecht stehen.

Gandalf

Hi,

also viele raten zu Salzstangen (natürlich immer mit ausreichend Flüssigkeit nebenbei) und ich persönlich habe auch nichts gegen Vollkornkekse von DeBeukela.

Viele Grüsse
Me

Hallo

wenn nicht der gesellschaftliche Zwang wäre, könnte man Kleinkinder (oder auch Kinder jeden Alters sowie Erwachsene), die keinen Zucker kennen, ohne weiteres ohne diesen ernähren. Sie brauchen keinen Zucker.

Sie können anstattdessen Äpfel, Birnen oder Bananen essen, die sind auch süß, enthalten jedoch Fruchtzucker, der grundsätzlich anders vom Körper verarbeitet wird als z. B. Honig und Fabrikzucker. Zum Knabbern tun es genauso gut Nüsse oder Sonnenblumenkerne oder auch Möhren und Kohlrabischeiben.

Ich finde es wesentlich leichter, komplett auf Zucker zu verzichten, als ständig darauf zu achten, dass es nicht zu viel wird. Wenn man nicht darauf achtet, pendelt sich nämlich ganz leicht eine tägliche Süßigkeitenration ein, die die Tendenz dazu hat, immer mehr Raum in der Ernährung einzunehmen.

Honig ist für die Zähne noch schlimmer als Zucker, deshalb würde ich den überhaupt nicht geben. Dass Honig soo gesund ist, halte ich für eine reine Glaubenssache. Honig ist bestimmt extrem gesund, wenn man eine Bienenlarve ist, aber das trifft in dem in Frage stehenden Fall ja nicht zu.

Viele Grüße Thea

Hallo Ute,
selbstverständlich sind auch Honig und Sirup - wie schon im vorigen Artikel beschrieben - unter den Begriff Zucker zu zählen.
Süße Sachen essen ist ja ansich auch nichts Schädliches oder Schlimmes.
Allerdings macht es wie bei so vielen Dingen die Menge und die
Ausgewogenheit. Ab und an eine Süßigkeit ( und davon gibt es ja
zigtausend Variationen ) ist einfach ein Genuss. Man fühlt sich auch als
erwachsener Mensch einfach gut, wenn man Schokolade o.Ä. knabbert.
Solange die Süßigkeiten nicht zum Nahrungsersatz werden, sondern wirklich
die kleine Wohltat zwischendurch bleiben, sollte sich niemand Sorgen um
irgendwelche Gesundheitsschäden machen ( von krankheitsbedingten
Faktoren wie Allergien, Diabetis etc. einmal abgesehen ).
Achte nur darauf, dass sich die lieben Kleinen gründlich die
Zähne putzen.
Meine Jungs haben Süßigkeiten genascht - für meinen Geschmack sogar
viel zu viel - und haben trotzdem kein Übergewicht.
Zucker ist ja schließlich auch im Obst enthalten - da macht sich
auch niemand Sorgen.
Kinder und Süßigkeiten gehören einfach zusammen.
Und wenn ich zwischen einem Stück Marzipan und einem Vollkornkeks
wählen soll, hat der Keks einfach keine Chance.
Viele Grüße, Thomas ( auf einem MARS kauend )

Hallo

wenn nicht der gesellschaftliche Zwang wäre, könnte man
Kleinkinder (oder auch Kinder jeden Alters sowie Erwachsene),
die keinen Zucker kennen, ohne weiteres ohne diesen ernähren.
Sie brauchen keinen Zucker.

Klar, was man nicht hat, kann man auch nicht essen. Das Menschen keinen Zucker brauchen ist aber nicht ganz richtig, denn auch die meisten „natürlich“ süßen Lebensmittel enthalten Zucker, auch Früchte. Wir Menschen sind sogar darauf fixiert, süße Sachen zu essen, denn das sind Lebensmittel, die viel Energie liefern. Schon Babys haben eine natürliche Vorliebe für Süßes, auch die Muttermiclh enthält Zucker. Das war für unsere an Mangel leidenden Vorfahren sicher eine sehr sinnvolle Sache, in unserer Überflußgesellschaft ist es eher üngünstig.

Sie können anstattdessen Äpfel, Birnen oder Bananen essen, die
sind auch süß, enthalten jedoch Fruchtzucker, der
grundsätzlich anders vom Körper verarbeitet wird als z. B.
Honig und Fabrikzucker. Zum Knabbern tun es genauso gut Nüsse
oder Sonnenblumenkerne oder auch Möhren und Kohlrabischeiben.

Warum sollte Fruchtzucker grundsätzlich anders vom Körper verarbeitet werden als „Fabrikzucker“?. Bei unserem Haushaltszucker handelt es sich um Sacharose, das ist ein Doppelzucker, der aus Glucose (Traubenzucker) und Fructose (Fruchtzucker) besteht. Haben wir also neben dem Fruchtzucker, der auch in Früchten enthalten ist, noch die Glucose. Das ist nun sowas wie der biologische Energieträger schlechthin, ein zentraler Bestandteil des Stoffwechsels jeder einzelnen Körperzelle und letztlich das, was als Energieträger vom Blut im Körper verteilt wird. Daher ist dieser Stoff auch sehr schnell verwertbar, prinzipiell schädlich aber ganz bestimmt nicht. Schädlich ist eine zu hohe Energiezufuhr.

Fabrikzucker, hmm, das klingt so chemisch. Dabei wird der Zucker ja auch aus Zuckerrohr oder Zuckerrüben gewonnen, also auch aus einem Naturprodukt.
Außerdem möchte ich das Kind sehen, dem es egal ist, ob es einen Keks oder eine Kohlrabischeibe bekommt. Sind wir ganz ehrlich, dann beurteilen wir Lebensmittel doch eher nach dem Geschmack als nach dem Gesundheitswert.

Ich finde es wesentlich leichter, komplett auf Zucker zu
verzichten, als ständig darauf zu achten, dass es nicht zu
viel wird. Wenn man nicht darauf achtet, pendelt sich nämlich
ganz leicht eine tägliche Süßigkeitenration ein, die die
Tendenz dazu hat, immer mehr Raum in der Ernährung
einzunehmen.

Naja, meine Mutter hat das genau umgekehrt gemacht. Bei uns stand immer ein frei zugänglicher Naschkorb, nur kurz vor dem Essen war das Naschen verboten. Wir sind beide keine Zuckerjunkies geworden. Andere Kinder haben sich auf diese Süßigkeiten gestürzt, wir nicht. Wir haben auch nie unseren Weihnachtsteller an einem Tag aufgegessen, eher wurde er irgendwann schlecht.
Das ist für ein Kleinkind nicht unbedingt anwendbar und funktioniert vielleicht auch nicht bei jedem Kind, aber ich habe schon von ähnlichen Methoden gehört, die auch funktioniert haben.

Viele Grüße

Bianca

Honig ist für die Zähne noch schlimmer als Zucker, deshalb
würde ich den überhaupt nicht geben. Dass Honig soo gesund
ist, halte ich für eine reine Glaubenssache. Honig ist
bestimmt extrem gesund, wenn man eine Bienenlarve ist, aber
das trifft in dem in Frage stehenden Fall ja nicht zu.

Viele Grüße Thea

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Hallo

Sie können anstattdessen Äpfel, Birnen oder Bananen essen, die
sind auch süß, enthalten jedoch Fruchtzucker, der
grundsätzlich anders vom Körper verarbeitet wird als z. B.
Honig und Fabrikzucker.

kurze Frage:
Was ist Honig?
Ein Invertzucker, der zur Hälfte aus Glucose und zur Hälfte aus Fructose besteht.

So und nun erläutere mir bitte, warum Fructose anders verarbeitet wird.
Der einzige Unterschied zwischen Glucose und Fructose besteht in den ersten beiden Schritten der Glycolyse.
Fructose wird auch ohne Insulin phosphatiert Glucose nicht.

Allerdings ist der 3. Schritt der Glycolyse, daß Glucosediphosphat in Fructosediphosphat umgewandelt wird und von da an gibt es keinerlei Unterschied mehr.

Zudem ist Glucose und Sacharose auch in fast allen Früchten enthalten bzw. wird aus Polysachariden daraus frei. ALle Stärke wird im Körper zu Glucose verwandelt!

Aber so was ist zu wissenschaftlich unesoterisch und interessiert nicht!

Gandalf

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Hallo,

Wer kann mich mal aufklären, was man den Kleinen zum Knabbern
geben kann…

Irgendjemand hat mal festgestellt (oder „korreliert“),
dass aus den USA sehr viel mehr Nobelpreisträger als
aus Japan kommen, weil die „üblichen“ Ernährungsge-
wohnheiten zu einer deutlich fett- und zuckerreicheren
Ernährung führen. Ich glaube, das stand sogar in Science
oder Nature, war aber schon eine Weile her.

Das ist vielleicht wie mit dem „Auto“ oder dem „Fernseher“.
Es kann ein Fluch oder ein Segen sein, je nach dem, ob man
es nutzt oder ihm ausgeliefert ist :wink:

Grüße

CMБ

Hi Thea,

daß das mit dem Fruchtzucker und der verarbeitung im Körper nicht stimmte, haben meine Vorredner bereits wiederlegt.

Eines noch: Weißt Du, warum alle Menschen den Geschmack von Süßem lieben?

Fruchtwasser ist süß. Das erste, was ein Embryo schmeckt, ist süß.

Und Muttermilch ist süß. Also auch die ersten 3, 4, 5 oder mehr Monate schmeckt ein Säugling ausschließlich Süße. Süßen Geschmack zu bevorzugen, ist also nicht nur in die Wiege, sondern schon vor der Wiege unseren Geschmacksnerven antrainiert.

Süß an sich ist nicht böse! Süß mach Menschen ausgeglichen und froh.

Schlecht ist nur das zu viel an Süßem und Fetten, das sich in unserer Gesellschaft leider immer mehr durchsetzt. Aber die andere Seite zu vertreten und nun inquisitorisch alles Süße zu verteufeln, das ist auch Quatsch.

Liebe grüße,
Nike

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Hallo Gandalf,

uii, der Chemiker spricht.
Nein, nein. Ich bin echt beeindruckt und glaub
dir auch. Verstehen tu ich es aber wirklich nicht.
Fand’s nur lustig, dass du so berufsspezifisch mit
Fakten um dich wirfst.

Gruesse
Elke

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Hallo Gandalf,

uii, der Chemiker spricht.

Desoxyribonukleinsäure, 1,4-Dihydroxypentan, Furanose, Pyranose

Nein, nein. Ich bin echt beeindruckt

So ists recht

und glaub
dir auch.

Wäre ja noch schöner!

Verstehen tu ich es aber wirklich nicht.

Das ist wiederum Dein Problem :wink:

Fand’s nur lustig, dass du so berufsspezifisch mit
Fakten um dich wirfst.

Nun ja, ich wollte der Dame nur klarmachen, daß sie knapp daneben lag :wink:

Gandalf

Hallo Gandalf

Aber so was ist zu wissenschaftlich unesoterisch und
interessiert nicht!

Erstens ist es nicht wissenschaftlich bewiesen, dass alle Nicht-Chemiker automatisch desinteressierte Esoteriker sind.

Zweitens haben wir hier den Unterschied, den ich meinte:

Fructose wird auch ohne Insulin phosphatiert, Glucose nicht.

Trotzdem kann ich nicht von mir behaupten, von der Materie wirklich viel Ahnung zu haben.

Mir hat mal vor längerer Zeit jemand von der Verbraucherberatung erzählt, dass es bei der einen Zuckersorte (wohl bei der Glukose) zu Insulinausschüttungen käme, was dann auch zu Suchtverhalten führen kann (Tendenz zu immer höherem Konsum), was bei Fruchtzucker nicht in der Form passiert. Darüber hinaus würde der Konsum von Fruchtzucker keine Diabetes auslösen.

Leider habe ich bisher niemanden gefunden, der mir das etwas genauer erläutern kann. Da ich aber bei mir selbst und auch bei vielen anderen Menschen beobachten kann, dass da irgendwas dran sein muss, gehe ich davon aus, dass das stimmt, was mir da erzählt worden ist.

Eine wissenschaftliche Erläuterung dieser Vorgänge - insbesondere der Bedeutung des Insulins - hier an dieser Stelle würde ich sehr begrüßen.

Viele Grüße Thea

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Hallo Thea,

ich stimme dir zu, dass die menschliche Ernährung keines Haushaltszuckers bedarf. Und ich kann auch bestätigen, dass man, selbst wenn man dies möchte, aufgrund gesellschaftlicher Gepflogenheiten kaum auf Zucker verzichten kann.

Ob dabei nun Fruchtzucker auf die eine oder andere Art im Körper verstoffwechselt wird, finde ich in diesem Fall nicht so entscheidend, dass nun dein ganzer Beitrag inhaltlich nicht ernst genommen wird.

Ob das Verlangen nach Süßem gut oder schlecht, natürlich oder antrainiert ist, wurde von dir nicht bewertet, wohl aber von vielen anderen. Ich hab fast das Gefühl, hier soll der Zuckerkonsum in gewisser Weise gerechtfertigt werden.

Es geht doch gar nicht darum, Zucker zu verteufeln. Aber es ist schon interessant darüber nachzudenken, ob der enorme pro-Kopf-Zuckerverbrauch in den westlichen Industrieländern nebst allen damit in Verbindung stehenden Krankheiten allein auf die natürliche Lust auf Süßes zurückzuführen ist, oder ob da nicht auch ein gutes Stück Gewohnheit/Erziehung/Werbung etc. eine wichtige Rolle spielt.

Insofern halte ich es auch für letztlich konsequenter, ganz auf Zucker zu verzichten, um sich genau dieser von dir beschriebenen Spirale zu entziehen. Weil das aber für uns in der Praxis nicht durchführbar ist, bleibt der Zuckerkonsum nach wie vor Thema in der Erziehung unserer Kinder. Wir lassen unsere Kinder naschen, achten aber auf ein verträgliches Maß (das deutlich unter den Naschgewohnheiten vieler anderer Kinder liegt), damit die normalen Mahlzeiten nicht zu kurz kommen. Außerdem setzen wir Naschwerk nicht zu Belohnungszwecken, zur Überbrückung von Langeweile oder zum Trost ein, um hier einer Gewohnheit oder Erwartungshaltung vorzubeugen.

Viele Grüße
Ulla

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Hallo,

Ich hab mal eine (vielleicht dumme?) Frage:
Kleinkinder sollen ja am besten erstmal keinen Zucker essen.

Ja, Jugendliche und Erwachsene sollten nicht rauchen, keinen Alkohol trinken, Mc Doff ist ungesund und Autofahren ist nicht gut für die Umwelt. Du kannst deine Kinder nicht vor allen „Gefahren“ beschützen. Es gibt weitaus wichtigere Dinge, als eine 100% zuckerfreie Ernährung.

KEINEN Zucker finde ich übertrieben. Es kommt allgemein auf die Essgewohnheiten an. Ein Kind, welches sich ausgewogen ernährt, regelmäßig die Zähne putzt und sich viel an der frischen Luft austobt kann doch ruhig mal etwas Naschen…
Ich habe als Kind regelmäßig Süßigkeiten gegessen. Allerdings wurde darauf geachtet, dass sie keine Farbstoffe enthalten. Zu den Mahlzeiten habe ich aber alles gegessen, was gekocht wurde. Ich habe keine gedellten Erbsen verschmäht, mag Fisch und Spinat und hatte im Kindergarten KEINE Milchschnitte-Chips-Nutellaweißbrot-Kombination dabei.

Wie gesagt, wenn du Zucker verbietest, musst du auch andere Sachen aus dem Leben des Kindes (und somit auch aus deinem Leben) verbannen.
Fernsehen? fettiges Essen? Passiv-rauchen? Elektrosmog? Feinstaub? künstliche Saucen? aromatisierte Joghurts? Computerspiele?

Es ist nicht alles schädlich - es kommt auf das Ausmaß, auf den Umgang und auf den Ausgleich an.

Gruß
Tato

Hallo Ute,

vorweg: meine Kinder (knapp 1 und knapp 3) dürfen durchaus auch zuckerhaltige Speisen zu sich nehmen - in Maßen, versteht sich. Allerdings lieben sie Obst und Gemüse und knabbern auch gern mal eine Reiswaffel. Übrigens kannst du meiner Großen eine Erdbeere und einen Keks hinhalten - und musst die Erdbeere abgeben. Den Keks darfst du behalten (zumindest bis die Erdbeere gegessen ist *g*).
Beide Kinder sind weder dick noch dünn, sondern „genau richtig“.
Vertraue auf dein Gefühl und verbiete nichts komplett, sondern lenke durch Angebot und eigenes Vorbild.

Viele Grüße, Heike

Hallo Ulla,

Ob dabei nun Fruchtzucker auf die eine oder andere Art im
Körper verstoffwechselt wird, …

Da war irgendwas mit Insulinausschüttungen, die in dem einen Fall stattfinden, im anderen nicht o. ä… Leider weiß ich es in Wirklichkeit nicht wirklich, und konnte es bisher auch nicht in Erfahrung bringen, was da genau vor sich geht, obwohl ich mich schon oft und bei vielen Stellen danach erkundigt habe.

Ich hab fast das Gefühl, hier soll der
Zuckerkonsum in gewisser Weise gerechtfertigt werden.

Das habe ich schon öfter bemerkt, dass es ziemlich starke Aggressionen auslöst, wenn man auf Haushaltszucker verzichten will.

Meine Kinder haben in den ersten beiden Lebensjahren keinen Haushaltszucker bekommen. Es gab wirklich keinerlei Probleme, wenn man von den Mitmenschen absieht, die z. T. wirklich Wutanfälle gekriegt und so getan haben, als würde ich den Kindern etwas sehr sehr Schlimmes damit antun.

Es ist aber nicht so. Wer keinen Haushaltszucker zu sich nimmt, empfindet einen sehr hohen Genuss beim Verzehr von Obst und anderen Dingen. Das Geschmacksempfinden dafür wird durch Süßigkeitenkonsum stark eingeschränkt.

Natürlich wollten sie auch Kekse essen, wenn sie andere Leute Kekse essen gesehen haben. Sie wollten aber auch Schnaps trinken, wenn sie das bei anderen gesehen haben, oder Chilischoten.

Es gibt ja Kinder, die dürfen aus gesundheitlichen Gründen keine Süßigkeiten zu sich nehmen. Die kriegen das ja auch hin, ohne seelischen Schaden zu nehmen, obwohl sie teilweise von manchen Gemeinschaftsnaschereien ausgeschlossen sind.

Es geht doch gar nicht darum, Zucker zu verteufeln. Aber es
ist schon interessant darüber nachzudenken, ob der enorme
pro-Kopf-Zuckerverbrauch in den westlichen Industrieländern
nebst allen damit in Verbindung stehenden Krankheiten allein
auf die natürliche Lust auf Süßes zurückzuführen ist, oder ob
da nicht auch ein gutes Stück Gewohnheit/Erziehung/Werbung
etc. eine wichtige Rolle spielt.

Bestimmt die Werbung. Ich glaube, die Wirkung der Werbung auf sich selbst (und damit auch auf andere) unterschätzt man immer maßlos. Ich denke, dass die besten Psychologen in der Werbung beschäftigt sind, und dass die einige Tricks auf Lager haben, uns zu beeinflussen, ohne dass wir das merken.

Wir lassen
unsere Kinder naschen, achten aber auf ein verträgliches Maß
(das deutlich unter den Naschgewohnheiten vieler anderer
Kinder liegt), …

Bei uns am Ort ernähren sich sehr viele morgens von Schokolade (Nutella und Kakao), in der Schule einen Müsliriegel (soll ja gesund sein), nach einem geringfügigen Mittagessen irgendeine opulente Nachspeise, nachmittags Kuchen und die ganze Zeit dazu gesüßte Getränke.

Das führe ich schon auf die Werbung zurück. Vielen Leute ist es ja offensichtlich nicht klar, dass Nutella und Kakao eigentlich fast das gleiche wie Schokolade ist, obwohl man es ja eigentlich sieht.

Als jemand in der Grundschule meiner Kinder mal Leitungswasser trinken wollte, wurde ihm von Mitschülern gesagt, das sei giftig.

Das mit dem „giftig“ hat sich wohl die Mutter ausgedacht, weil sie das Kind dringend davon abhalten wollte, Leitungswasser zu trinken. Aber warum wollte sie das? Es ist irgendwie peinlich. Und wieso? Es sind ziemlich viele Dinge irgendwie peinlich, die umsonst oder sehr billig, aber sinnvoll sind. Ich denke doch, dass da die Werbung dahinter steckt, dass man es so empfindet.

Meine Tochter, die nichts anderes mochte als Leitungswasser (welches hier bei uns eine sehr gute Qualität hat), hat es immer heimlich getrunken (aus einer Trinkflasche, so getan, als sei es irgendwas Gekauftes), weil sie nicht „unnormal“ sein wollte.

Außerdem setzen wir Naschwerk nicht zu
Belohnungszwecken, zur Überbrückung von Langeweile oder zum
Trost ein, um hier einer Gewohnheit oder Erwartungshaltung
vorzubeugen.

Das mache ich auch so. Mir war auch klar, dass die Kinder spätestens im Kindergartenalter nicht mehr von Süßigkeiten fern gehalten werden können. Es hat sich bei uns aber wohl doch eine Gewohnheit eingeschlichen. Am Nachmittag, zu dem Zeitpunkt, als sie als Kleinkinder immer einen Apfel gegessen hatten, waren dann anstattdessen Süßigkeiten angesagt. Es ist wirklich sehr schwierig, das hinzukriegen, finde ich.

Viele Grüße Thea

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Hallo Thea,

ich stimme dir in allen Punkten zu. :smile:)

Ich finde es auch zum Teil erschreckend, was Kinder im Kindergarten oder Schule als Frühstück mitbringen. Es scheint auch einfach normal zu sein, in allen sogenannten Kinderlebensmitteln einen Zuckeranteil von mindestens 15 % zu haben.

Wenn man dann aber z.B. den Fruchtjoghurt mit einfachem, weißen verdünnt oder die Sprite mit Mineralwasser, wird man schon schief angeguckt. Dann darf man nämlich überhaupt nichts mehr. auch nicht Computerspielen, Fernsehen, Autofahren usw.

Ich finde, jeder muss selbst entscheiden, was man „darf“ und was nicht, d.h. was man seinen Kindern zumutet (denn darum geht’s dabei ja, gesundheitlich gesehen). Es gibt Kinder, die sehr viel „dürfen“, also reichlich Naschen, alle möglichen Glotzkästen benutzen, als Baby mit Saftflasche ins Bett, im Kinderwagen möglichst früh sitzen (es will ja unbedingt was sehen)… Ach, mir würde noch so viel einfallen. Zur Belohnung haben die Eltern, zumindest für den Zeitraum des Konsums der o.g. Dinge, ruhige, friedliche Kinder und das Gefühl, ihnen einen Gefallen getan zu haben. Dass gegenwärtig immer mehr Kinder übergewichtig sind, Haltungsschäden haben, sich nicht ausdrücken können, kaputte Zähne haben usw. könnte zumindest in Zusammenhang mit solchen Gewohnheiten stehen.

Es geht hier, imho gar nicht nur um die Frage, Zucker ja oder nein, sondern ganz allgemein um den Umgang mit den „Verlockungen“ unserer Konsumgesellschaft.

Wie einfach und angenehm kann ich es mir machen vs. wie einfach und angenehm darf ich es mir (meinen Kindern) machen?

Ich finde, das ist eine Gradwanderung, die durchaus eine schwierige Aufgabe ist. Und was für den einen einfach oder angenehm ist, ist es für den anderen ganz und gar nicht. Wer will da also ein objektives Maß festlegen?

Was mich nervt, ist wirklich dieses unreflektierte bis aggressive Verhalten, dass einem entgegenschlägt, sobald man für sich einen etwas anderen Weg gefunden hat (hast du schonmal auf einer Grillparty versucht, eine Grillschale benutzen zu dürfen?).

Das Übelste ist, erst gar nicht nachzudenken und alles einfach irgendwie zu machen. Dann landet man nämlich genau da, wo einen die Werbung haben will…

Herzliche Grüße
Ulla

Hi!

Darüber hinaus würde der Konsum von Fruchtzucker keine
Diabetes auslösen.

Nimm meiner Frau die Tomaten (!!) weg, und ihr Zuckerspiegel steigt nicht über 150, nimm ihr auch noch das Obst und restliche Gemüse weg, und ihr Spiegel steigt nicht über 120, gib ihr _chemischen_ Zucker bzw. Süßigkeiten (mit Zucker), und der Zuckerspiegel behält den Nüchternwert …

Es ist alles eine Frage, wie der Körper auf bestimmte Nahrungsmittel reagiert …

Grüße,
Tomh

PS: Unser Sohn kann und darf (nach dem Essen) naschen, was er will - er verschmäht Schokolade und ißt lieber kiloweise Erdbeeren, Weintrauben und - manchmal - Paprika als Nachtisch …

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