Vielleicht kennt es der ein oder andere: Kurz nach dem Einnicken zuckt das Bein, der Arm, oder alles auf einmal.
Ich konnte dieses Zucken beim Einschlafen (meistens, während man versuchte sich wach zu halten) schon mehrmals bei Freunden und mir selbst beobachten.
Momentan bereite ich eine Alternativfortbildung rund um das Thema Schlaf vor und möchte mich wappnen, falls danach gefragt wird. Außerdem interessiert es mich auch persönlich:
Was sind die Ursachen für solche Zuckungen und wozu sollen sie dienen?
Ich bin für jede Antwort dankbar, erst recht, wenn sie etwas ausführlicher ist.
Das Zucken ist nichts außergewöhnliches, denn während wir einschlafen, stellt sich der gesamte Organismus um: Atmung, Stoffwechsel und Muskulatur schalten einen Gang runter – allerdings unterschiedlich schnell. Dadurch kommt es zu „Fehlschaltungen“: Während die für das Denken und Fühlen verantwortlichen Bereiche unseres Großhirns schon auf dem Weg in den Schlaf sind, ist das für die Bewegungen zuständige motorische System noch aktiv. So kommt es zu scheinbar unkontrollierten Bewegungen, über die wir selbst erschrecken. Besonders oft tauchen diese Zuckungen nach stressigen oder körperlich anstrengenden Tagen auf.
Manchmal haben wir beim Einschlafen auch das Gefühl, zu fallen oder eine Treppe hinunterzustürzen – und richten uns erschrocken im Bett auf, um den befürchteten Sturz zu verhindern. Wenn die Zuckung uns nicht aufweckt, kann sie auch als Gefühl des Fallens Bestandteil eines Traumes werden.
Grund für das Fall-Gefühl ist das Gleichgewichtsorgan in unserem Innenohr. Seine mikroskopisch feinen Sinneshärchen reagieren auf Schwerkraft und melden uns die Körperposition im dreidimensionalen Raum. Da wir aber im Bett praktisch schwerelos sind, ist das Gleichgewichtsorgan irritiert.
Das unbewusste Zucken ist auch bei den allermeisten Säugetieren zu beobachten, denn der tierische Organismus hat beim Einschlafen die gleichen Probleme mit dem Timing wie der menschliche.