Fernsteuerimpuls mehrmals verwenden
Hallo goldi0815,
Der Empfänger handelsüblicher Funkfernsteuerungen für RC-Modelle (z.B. Rennauto, Flugzeug, Schiff) liefert pro Kanal normalerweise einen Rechteck-Impuls variabler Länge (zwischen 1ms und etwa 3ms) mit einer Frequenz von 50Hz. Die Zeitdauer des Rechteck-Impulses hängt von der Knüppelstellung ab.
Ich hoffe jetzt mal, dass Du eine ähnliche Fernsteuerung hast, bzw. der Empfänger das gleiche Signal wie einer für RC-Modelle abgibt.
Dann könntest Du eine recht einfache Elektronik aufbauen, die abhängig von der Knüppelstellung Zünd-Signale erzeugt (hab ich selbst schon mal gemacht).
Folgendermaßen würde Deine Fernzündung dann funktionieren:
Knüppelstellung ganz hinten --> kein Zündsignal
Knüppelstellung 25% nach vorn --> erste Zündung
Knüppelstellung 50% nach vorn --> zweite Zündung
Knüppelstellung 75% nach vorn --> dritte Zündung
Knüppelstellung 100% nach vorn --> vierte Zündung
Der Vorteil dieser Funktionsweise wäre, dass Du selbst entscheiden kannst, wann die nächste Zündung erfolgen soll (auch aus Sicherheitsgründen würde ich es an Deiner Stelle so machen). Markiere an der Fernsteuerung die jeweiligen Auslösepositionen. Nach jedem Auslöser kannst Du den Knüppel wieder ganz nach hinten schieben, so dass erst mal keine weitere Auslösung stattfindet.
Nun zur Elektronik:
Die Auswertung der Impulslänge des Empfänger-Ausgangssignals geschieht mit Hilfe eines RC-Gliedes mit nachgeschaltetem Schmitt-Inverter 40106 (dieser Baustein beinhaltet 6 Stück).
Dies funktoniert folgendermaßen:
Der Impuls des Empfängers liegt am Widerstand an und lädt den Kondensator auf. Der Eingang des Schmitt-Inverters ist an den Kondensator angeschlossen. Die Zeitkonstante des RC-Gliedes wird so eingestellt (mittels Trimmpoti), dass der Schmitt-Inverter erst ab einer bestimmten Impulslänge (sprich Knüppelstellung) auf LOW schaltet. Normalerweise ist der Ausgang des Schmitt-Inverters nämlich HIGH (weil der Kondensator nicht aufgeladen ist), doch wenn der Empfänger-Ausgangs-Impuls lang genug ist, schaltet der Schmitt-Inverter kurzzeitig auf LOW. Diesen LOW-Puls könntest Du verwenden, um beispielsweise ein Flipflop zu setzen. Dieses Flipflop (aus zwei NAND-Gattern mit je 2 Eingängen) hätte dann LOW-aktive Eingänge. Wenn Du aber lieber HIGH-aktive Eingänge hast (mit Hilfe zweier NOR-Gatter mit je zwei Eingängen), dann schalte nach dem Schmitt-Inverter einen weiteren Schmitt-Inverter. Somit hast Du ein LOW-Signal, welches ab einer bestimmten Knüppelstellung kurzzeitig auf HIGH schaltet.
Du baust also 4 solche RC-Glieder mit Schmitt-Inverter und stellst das Poti jeweils so ein, dass der jeweilige Schmitt-Inverter erst ab einer bestimmten Knüppelstellung auslöst.
An den Ausgang der Flipflops schließt Du einen N-Kanal MOSFET-Transistor, der dann den Zündstrom schaltet (z.B. BUZ11). Wenn Du die Gatter mit 9V versorgst, bekommt der MOSFET eine genügend hohe Gate-Spannung um gut durchzuschalten. Der Einschaltwiderstand des MOSFET dürfte dann bei maximal 0,15 Ohm liegen.
Normalerweise ist ein Gatter nicht so gut dafür geeignet, einen Leistungs-MOSFET anzusteuern (da kapazitive Last am Ausgang des Gatters), aber weil der Ansteuervorgang nur 1x stattfindet, dürfte das okay sein.
Wichtig: Wenn Du Spannung an die Schaltung anschließt, musst Du dafür sorgen, dass alle Flipflops einen RESET-Impuls bekommen, damit sie einen definierten Ausgangszustand einnehmen. Andernfalls könnte deren Schaltzustand vom Zufall abhängen und Deine Böller würden unkontrolliert hochgehen.
Einen RESET-Impuls erzeugst Du folgendermaßen, wobei ich mal davon ausgehe, dass Deine Flipflops HIGH-aktiv sind (also mit einen logischen HIGH-Pegel ihren Zustand ändern).
Beim Einschalten der Betriebsspannung muss also ein Bauteil für eine Weile (ca. 20ms) einen HIGH-Puls abgeben.
Nimm dafür wieder ein RC-Glied plus nachgeschaltetem Schmitt-Inverter.
Den Widerstand schaltest Du an die positive Betriebsspannung. Gleichzeitig schaltest Du parallel zum Widerstand eine Diode, mit der Kathode an Betriebsspannung. Diese Diode dient dazu, den Kondensator schnell zu entladen, falls die Betriebsspannung schwankt oder einen Wackelkontakt hat, dann nämlich muss sofort wieder ein RESET-Impuls erzeugt werden.
Funktionsweise: Im Einschaltaugenblick ist der Kondensator entladen, der Schmitt-Inverter gibt HIGH-Pegel ab und setzt alle Flipflops zurück. Sobald sich der Kondensator aufgeladen hat, schaltet der Schmitt-Inverter wieder auf LOW und die Flipflops sind freigegeben.
Noch etwas:
Manche Empfänger erzeugen beim Einschalten einen extra langen Ausgangsimpuls. Dies würde bei Deiner Schaltung dazu führen, dass alle Flipflops nach dem RESET-Impuls ausgelöst würden falls der RESET-Puls zu kurz ist. Um dies zu verhindern, muss der RESET-Impuls also länger sein als der längste Ausgangsimpuls des Empfängers infolge des Einschaltens.
Noch etwas:
Wenn Du den Sender ausschaltest, könnte es vorkommen, dass der Empfänger ebenfalls einen extra langen Impuls abgibt (hängt vom Empfänger ab) oder sogar auf Dauer-Impuls schaltet (habe ich schon alles erlebt). In diesem Falle würden ebenfalls alle Böller ungewollt hochgehen. Für diesen Fall kannst Du mit der oben beschriebenen Elektronik nicht vorbeugen, denn sie reagiert schon auf einen einzigen entsprechend langen Empfänger-Impuls.
Ok, ich hoffe mal Du kannst damit was anfangen.
Gruß, Hilarion
Es sollte 4 mal knallen, gezündet wird mittels einer
Funkfernsteuerung.
Arbeitsspannung für das elektronische Bauteil wäre 9 Volt
Der Empfänger wird mit 3 AAA Akkus betrieben.