Zufällige Toleranzwerte Berechnen

Hallo,
Ich hab in der letzten Woche viel über das Thema gelesen (Statistik, NormVerteilung, Glockenkurve), und hab auch mittlere VBA und Excel Kenntnisse aber mein Problem ist im Moment, dass ich nicht weiß wie ich mein Problem angehen soll.

Also: Ich habe ein großes Teil auf dem 1424 kleinere Teile nebeneinander positioniert werden sollen, die maximal zulässige Standardabweichung beträgt 0,15mm. Jetzt würde ich gerne wissen was das für die maximal zull. Toleranz pro kleinem Teil (der 1424 Stück) bedeutet.

Ich habe daran gedacht zufällige Toleranzwerte zu vergeben pro Stück der 1424 Teile.
Kann ich mit einer Glockenkurve das ganze darstellen? Ich meine ist es wahrscheinlicher, dass die Teile mit einer zufälligen Toleranz von 0 positioniert werden als mit der Max. Toleranz?

Ich habe auch relativ gute Literatur, die mir aber nicht sagt, ob ich die Glockenkurve überhaupt auf mein Problem anwenden kann.

Danke für die Aufmerksamkeit

Daniel

Hallo Daniel,

ich würde Dir bei Deinem Problem gerne helfen, denn ich darf - so glaube ich - sagen, daß ich mich sowohl mit der Tabellenkalkulation als auch mit den statistischen Methoden und somit auch mit der Normalverteilung einigermaßen auskenne. Leider verstehe ich nicht, um was es bei Deinem Problem eigentlich geht.

Deshalb meine Bitte an Dich, eine genauere Beschreibung zu versuchen. Vielleicht kann ich Dir dann weiterhelfen.

Gruß Walter

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,

Ich versuche dann mal eine genauere Beschreibung:

Also ich habe eine runde Platte, auf der sollen in Reihen insgesamt 1424 Teilchen platziert werden:
…xxxx…
…xxxxxx…
.xxxxxxxx.
xxxxxxxxxx
.xxxxxxxx.
…xxxxxx…
…xxxx…
so ungefähr sollte das aussehen nur mit 1424 Teilen und etwas runder(x für die Teile, punkte sind nur Leerzeichen).
Jetzt hab ich die vorgabe dass die Standardabweichung pro Reihe höchstens 0,15 mm sein darf.
Nun soll ich herausfinden, was das für die positioniergenauigkeit für jedes einzelne Teil bedeutet.
Ich habe mir gedacht das ich eine Glockenkurve gut dafür geeignet wäre, da diese doch etwas über die wahrscheinlichkeit aussagt wie oft ein ein bestimmter (in diesem Fall) Toleranzwert erreicht wird und wie selten ein anderer, oder liege ich da falsch?

Danke für die Hilfe,

Daniel

Hallo Daniel,

nach Deiner genaueren Beschreibung sehe ich die 1.424 Teile als Stichprobe aus einer großen Grundgesamtheit mit der Standardabweichung von 0,15 mm. Um die Standardabweichung der Stichprobe zu ermitteln, wären die 0,15 mm durch die Wurzel aus 1.424 zu teilen. Ob das Ergebnis 0,0039749 mm dann die Positioniergenauigkeit ist, kann ich jedoch nicht beurteilen.

Habe ich dennoch helfen können? Es würde mich freuen.

Gruß Walter

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

nach Deiner genaueren Beschreibung sehe ich die 1.424 Teile
als Stichprobe aus einer großen Grundgesamtheit mit der
Standardabweichung von 0,15 mm. Um die Standardabweichung der
Stichprobe zu ermitteln, wären die 0,15 mm durch die Wurzel
aus 1.424 zu teilen. Ob das Ergebnis 0,0039749 mm dann die
Positioniergenauigkeit ist, kann ich jedoch nicht beurteilen.

Hallo

Mein Problem ist das ich von Statistik keine Ahnung habe und das als Aufgabe in meiner Firma gestellt bekommen habe.
Heute hab ich eine email bekommen mit den Toleranzwerten :\
Aber ansonsten hast du recht. Tut mir leid für deine Mühen, ich werde dieses Projekt hoffentlich bald los sein.

Vielleicht kannst du mir dennoch eine Frage beantworten:
Wenn ich jetzt jedem der 1424 Teile einen Zufallswert im Toleranzbereich vergebe, kann ich da eine Glockenkurve daraus machen?
Oder ist das eine völlig falsche Anwendung der Kurve?

Nochmal danke für deine Hilfe, Statistik ist hart :smile:

Gruß
Daniel

Hallo Daniel,

ich gehe gerne auf Deine Frage hinsichtlich der Normalverteilung (Glockenkurve) ein, muß Dir aber sagen, daß die Sache nach meinem Verständnis jedenfalls nicht so funktioniert wie Du Dir das vorstellst. Deshalb möchte ich Dir die Normalverteilung und ihre Anwendung in der Hoffnung näherbringen, daß Dir die folgenden Ausführungen helfen werden, das Ganze etwas besser zu verstehen.

Die Normalverteilung ist eine von mehreren Wahrscheinlichkeitsverteilungen, die die Frage beantworten, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine bestimmte Anzahl von Elementen mit einer bestimmten Eigenschaft in einer Stichprobe vorkommt. Bei der Auswahl der Verteilung ist im Interesse verläßlicher Ergebnisse wichtig, daß man die Anwendungsvoraussetzungen beachtet.

Wenn hingegen die Frage interessiert, welches Ergebnis eine Stichprobe bei vorgegebener Wahrscheinlichkeit wohl bringen wird, kann man ausschließlich mit der Standardnormalverteilung arbeiten. Diese Verteilung hat den Erwartungswert 0 und die Standardabweichung 1 und umschließt eine Fläche von 1 oder 100 %, und auf diese Fläche beziehen sich die Begriffe Aussagesicherheit bzw. Sicherheitsniveau als vorgegebene Wahrscheinlichkeit und Irrtumswahrscheinlichkeit. Die Grenzen, die eine als Aussagesicherheit bezeichnete Fläche einschließen, werden in Sigma-Einheiten ausgedrückt, d. h. als Vielfaches der Standardabweichung. Die Fläche, die außerhalb dieser Grenzen liegt, bezeichnet man als Irrtumswahrscheinlichkeit oder auch als Signifikanzniveau.

Hier nun einige markante Werte für die Aussagesicherheit und die zugehörige Sigma-Einheit:
ca. 68,3 % der Fläche unter der Standardnormalverteilung liegen im 1-Sigma-Bereich,
ca. 90,0 % im 1,65-Sigma-Bereich,
ca. 95,0 % im 1,96-Sigma-Bereich,
ca. 95,5 % im 2-Sigma-Bereich und
ca. 99,7 % im 3-Sigma-Bereich.

Jede Normalverteilung mit beliebigem Erwartungswert und beliebiger Standardabweichung kann recht einfach in die Standardnormalverteilung transformiert werden. Da diese Verteilung tabelliert ist, kann man die Werte, die interessieren, einfach aus der Tabelle ablesen. Man kann aber auch mit der Tabellenkalkulation arbeiten, denn die Standardnormalverteilung steht dort als Funktion zur Verfügung.

Damit wäre der Grundstein für weitergehende Berechnungen gelegt (z. B. Konfidenzintervall bzw. Vertrauensbereich oder auch Hypothesentests). Darauf will ich aber nicht näher eingehen, weil ich nicht weiß, inwieweit das für Dich im Moment von Bedeutung ist.

Doch nun zurück zu Deiner Frage:
In meinen Ausführungen tauchen nicht ohne Grund die Begriffe Erwartungswert und Standardabweichung wiederholt auf, denn diese beiden Begriffe sind die Parameter der Normalverteilung. Es stellt sich allerdings die Frage, welches Merkmal eigentlich normalverteilt ist. Ich könnte mir vorstellen, daß es sich bei den 1424 Teilen aus Deiner Aufgabe um Scheiben oder Kugeln handelt und sich die Normalverteilungsannahme auf den Durchmesser bezieht.

Wenn es nun zu Deiner Aufgabe gehört, auf der Basis dieser 1424 Teile eine Glockenkurve zu konstruieren und meine Vermutung richtig ist, müßtest Du aus den Daten dieser Teile sowohl den Erwartungswert als auch die Standardabweichung berechnen. Der Erwartungswert wäre das arithmetische Mittel aus dem Durchmesser eines jeden dieser 1424 Teile. Diese umfangreichen Berechnungen wären dann ein Fall für die Tabellenkalkulation, denn auch das arithmetische Mittel und die Standardabweichung stehen dort als Funktion zur Verfügung. Bei der Standardabweichung wird unterschieden, ob sie für die Grundgesamtheit oder für die Stichprobe berechnet werden soll, denn diese Unterscheidung ist nicht ganz unwichtig.

Die Funktionsgleichung der Normalverteilung, die Du dann noch bräuchtest, findest Du sicherlich in Deiner Literatur.

Ich wünsche Dir nun viel Erfolg für Dein Projekt und würde mich freuen, wenn ich helfen konnte.

Gruß Walter

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]