Zufall?

Nun habe ich hier schon SO viele nette und aufgeschlossene leute kennen gelernt…
und da laeuft mir doch -die Geschichte waere hier zu lang, nur so viel: gibts Zufaelle? Glaub ich nicht- Rolf Schroth ueber den Weg. Wie gesagt, fragt besser nicht nach den Umstaenden, sie koennen nicht einfach banal sein.

Mein bester amerikanischer Freund war immer sehr hoeflich und zuvorkommend und hilfreich. Beim Abschied habe ich erfahren warum. Er ware jahrelang in Israel,
und was er jetzt ist, das mag ich hier nicht sagen. ER LEBT.
wir haben immer noch Kontakt seit 15 Jahren, und der wird nicht von uns beendet.

Viel sagen kann ich hier zu dem Thema des Brettes nicht; denn ich ‚gehoere nicht dazu‘, aber ich bin interessiert. Und ich denke, dass ich mich reell gehalten habe in meinen bisher 65 Jahren, obwohl ich SEHR viel Dresche eingesteckt habe.

Noch eines muss ich sagen:
Ich habe das Privileg, VIELE VIELE Leute (etwa 2500) weltweit persoenölich kennen gelernt zu haben. Wer dabei hoeflich, zuvorkommend, hilfreich, zuverlaessig war - da gab es nur zwei Religionen. Und beide wurden/werden von der Mehrheit der Leute laecherlich abgelehnt.
Aber so ist das Leben.
Wir koennen es nicht aendern, aber wir koennen uns danach richten
(dieser mein ‚spruch‘ darf weiterverwendet werden).

Ich werde Rolf mit Sicherheit im Frankfurter Raum treffen.
Darum muss ich mich nicht sorgen.

aloha - digi
speziell an Kuddel und Rolf

Hi Digi
Ich kenne zwar Rolf Schroth nicht, aber neulich ist mir was Ähnliches passiert. Ich erzähle einem jungen Gitarristen (über 30 Jahre jünger als ich) aus der Zeit, wo ich 1968-1970 im GO-IN Musik gemacht habe, und dass sdamals auch Ingo Insterburg da gespielt hat usw usf.
Nachdem ich mich von dem Gitarristen verabschiedete und mit dem Fahrrad eine Straße weiter fahre, läuft mir auf den nächsten Kreuzung Ingo Insterburg direkt über den Weg. „Mensch, Ingo! Das kann doch ncht wahr sein!“ Wir haben ungefähr eine halbe Stunde dort auf der Straße gelabert und ich hab ihm erzählt, dass ich gerade von damals und von ihm sprach. Eer nahm es fast so selbstverständlich wie in einem Traum. Es war aber Realität - vor etwa 4 Wochen passiert!
Gruss, Branden

Nachfrage

immer sehr hoeflich … zuvorkommend … hilfreich … Israel …
zuvorkommend, hilfreich, zuverlaessig … da gab es nur zwei Religionen.

Hallo Digi,

jetzt hast du mein Interesse geweckt! Du sprichst von ZWEI Religionen. Die eine Religion, die ein auserwähltes Volk anderen Menschen überlegen macht, ist mir natürlich bekannt. Aber welche zum Kuckuck ist die andere Religion, die so edle Menschen hervorbringt?

fragend,
Klaus

die tuerme

die tuerme

Früher sagte man zu Menschen, die sich besser (im Sinne von Religion) hielten: Pharisäer.
grüße
Raimund

Früher sagte man zu Menschen, die sich besser (im Sinne von
Religion) hielten: Pharisäer.

pharisäer war nichts anderes als die bezeichnung der priester im alten judentum.
durch die art wie sie mit jesus umgegangen sind und ihrer sogenannten
in die mundart übergegangene scheinheiligkeit und doppelzüngigkeit ist dem begriff eine negative schwingung erwachsen.
vielleicht war das der grund warum sich die späteren jüdischen priester
rabbiner nannten.

Moin, moin,
ich bedaure unendlich, Dich wieder mal korrigieren zu müssen, weil das zu endlosen Diskussionen führt, die erstens nichts bringen, zweitens meinen Blutdruck in die Höhe treiben und drittens die wenigen Jahre, sie ich noch auf der Erde zubringen darf, vergällen werden. Aber dennoch: wenn es Dir nichts hilft (weil Du ja schon alles weißt), mag es doch diesem oder jener hilfreich sein.
Die Priester im alten Judentum waren Priester, und sonst nichts.
Pharisäer waren eine religiöse Gruppierung im Judentum zur Zeit Jesu. Daneben gab es noch die Sadduzäer, die Essener, die Zeloten und möglicherweise noch andere, von denen wir nichts mehr wissen. Die Pharisäer nun hatten ein ganz bestimmtes Anliegen: Sie wollten die Vorschriften, die in der Thora für die Priester niedergelegt waren, für das ganze Volk verbindlich machen, und dies, obwohl sie keine Priester waren. Das bedeutete natürlich eine überaus strenge Beachtung und Observanz der Thora.
Rabbiner sind auch keine Priester. Priester kann es nämlich nur bei einem bestehenden Tempel und „funktionierenden“ Opferkult geben. Dies gehört zur Definition des Priesters. Nachdem der Tempel an 70 n. Chr. zerstört worden war, konnten auch keine Opfer mehr gebracht werden, also gab es auch keine Priester mehr.
Da nun das geistliche Zentrum des Judentums zerstört war, mußte ein anderes Zentrum gefunden werden, und das waren das Gesetz, die Propheten und die Schriften. Babylonischer und Jerusalemer Talmud - also die Auslegung der Heiligen Schriften - waren in Ansätzen schon vorhanden und wurden in der Folgezeit erweitert. Aufgabe der Rabbiner war, diese Auslegung der Schriften weiterzugeben und weiterzutreiben. Man mag also die Rabbiner als die Nachfolger der Schriftgelehrten betrachten, die fast immer mit den Pharisäern zusammen genannt werden.
Im übrigen muß einmal - und zwar ein für allemal! - mit dem Vorurteil aufgeräumt werden, Jesus habe die Pharisäer und diese hätten ihn gehaßt. Nach allem, was wir wissen, kam Jesus selbst aus der pharisäischen Tradition, und die Streitgespräche, die in der üblichen kirchlichen Exegese als haßerfüllte Streitereien zwischen Jesus und den Pharisäern dargestellt werden, waren nichts anderes als Lehrgespräche um die richtige Auslegung der Thora. Auffällig ist weiterhin, daß im Prozeß Jesu die Pharisäer plötzlich nicht mehr erwähnt werden: sie waren also an dem Todesurteil gegen Jesus nicht beteiligt.
Laß es Dich nicht verdrießen, daß ich wieder mal was besser weiß.
Trotzdem: Grüße - Rolf

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pharisäer war nichts anderes als die bezeichnung der priester
im alten judentum.

Das ist nun völlig falsch. Pharisäer war eine religiöse Richtung innerhalb des Judentums, welche sich durchgesetzt hat und damit das heutige Judentum bestimmt.

Priester kamen zu allen Zeiten aus dem Stamm Levi, wobei es natürlich Kohanim gab, welche auch den Pharisäer zugeordnet werden können.

durch die art wie sie mit jesus umgegangen sind und ihrer
sogenannten in die mundart übergegangene scheinheiligkeit und
doppelzüngigkeit ist dem begriff eine negative schwingung
erwachsen.

Diese negative Sicht ergibt sich nur, wenn man schon vorher eine negative Sicht auf das Judentum hat. Wer sich davon löst, findet auch im sogenannten NT nur unter Schriftgelehrten übliche Dialoge.

vielleicht war das der grund warum sich die späteren jüdischen
priester rabbiner nannten.

Rabbiner sind keine Priester, sie sind Schriftgelehrte.

Scholem,
Eli

Hallo Rolf.

Die Pharisäer nun hatten ein ganz bestimmtes
Anliegen: Sie wollten die Vorschriften, die in der Thora für
die Priester niedergelegt waren, für das ganze Volk
verbindlich machen, und dies, obwohl sie keine Priester waren.

Diese Vorstellung habe ich schon einmal gelesen, ist aber nicht ganz richtig. Das Anliegen der Pharisäer war es, den normalen Alltag wieder mehr in den Mittelpunkt des Judentums zu stellen. Bezogen auf den Tempeldienst haben sie keine Änderungen vorgenommen, noch wollten sie selbigen abschaffen.

Das bedeutete natürlich eine überaus strenge Beachtung und
Observanz der Thora.

Die Pharisäer waren eigentlich bezogen auf die anderen Gruppen recht liberal.

also gab es auch keine Priester mehr.

Das ist auch nicht ganz richtig, da es seit dem sehr wohl noch Priester gibt, für welche auch immer noch einige besondere Mitzwot gelten, z. B. im Umgang mit Toten.

Da nun das geistliche Zentrum des Judentums zerstört war,
mußte ein anderes Zentrum gefunden werden, und das waren das
Gesetz, die Propheten und die Schriften.

Diese andere Zentrum bestand schon immer und die heutige Sicht auf den Tempeldienst erscheint mir hier etwas überhöht, da für die meisten Juden dieses nur wenige Auswirkungen hatte und es schon immer neben dem Tempeldienst Synagogen etc. gab.

Scholem,
Eli

PS. Lass dich nicht ärgern :smile:

Da jede/r die Chance haben soll seine/ihre Fehlwahrnehmungen - auch die, die aus traditionellen Denkmustern des christlichen Antijudaismus gespeist werden - zu korrigieren, hier ein Hinweis auf einen mittel-langen Text:

Jesus, der Talmud und die Pharisäer
eine Gwschichte von Mißverständnissen

http://juden.judentum.org/judenmission/bibel.htm

schönen Tag noch

Iris

Shalom, Elimelech,

danke für deine Korrekturen!
Ich habe meine Kenntnisse des Judentums zur Zeit Jesu natürlich aus meinen theologischen Vorlesungen und Büchern, die ich während meines Studiums gelesen habe, aber auf die Sache mit den Synagogen hätte ich natürlich auch selbst kommen sollen, zumal Jesus ja in die Snagoge ging.
Du hast mir gezeigt, daß es wichtig ist, zu den Quellen zurückzugehen, und zwar immer!

Shalom leolam - Rolf