So, nabend ihr WWW-ler!
Als ich gesern meine Schwester von der Bahn abholte, las ich:
Der Zug hält auf allen Bahnhöfen.
Bin doch echt in Schleudern gekommen, ob er, der Zug, nicht AN allen Bahnhöfen halten müsste. Oder hält er an und oder auf…??
Was meint ihr??
Fragt Allu
Hallo,
man sagt ja auch net: „Der Zug hält jetzt auf“. Vielleicht liegt des an der allgemeinen Artikel-Verwirrung durch die Anglikanisierung.
Gruß Heinrich
Hallo,
man sagt ja auch net: „Der Zug hält jetzt auf“. Vielleicht
liegt des an der allgemeinen Artikel-Verwirrung durch die
Anglikanisierung.
Gruß Heinrich
Müsste es denn nicht auch im Englischen heißten „in every station/stop“ oder vielleicht auch noch „at everey station/stop“ und nicht „on“??
Hi Allu,
ich beziehe mich hier mal auf die Endung -hof, und diesbezüglich halte ich „auf“ für korrekt. Manch einer lebt ja auch auf einem Bauern-hof. Manche Kinder spielen sogar im Innenhof.
Meiner Meinung nach hält der Zug auf dem Hof am Bahnsteig.
Grübel…
Susanne
Hallo,
man sagt ja auch net: „Der Zug hält jetzt auf“. Vielleicht
liegt des an der allgemeinen Artikel-Verwirrung durch die
Anglikanisierung.
Gruß Heinrich
Nein, Herr Heinrich. 
Der Zug hält in diesem Satz an einem Bahnhof, das Verb ist also nur „halten“, nicht „anhalten“. Also Präposition, nicht zweiteiliges Verb.
Gruß,
- André
Servus Heinrich,
die Verwirrung der Artikel Präpositionen kommt von Deinem Beispiel und nicht vom treulosen Albion, in diesem Fall.
In „der Zug hält an“ ist „an“ ein Teil des Verbs, das ist eine völlig andere Geschichte. Gegenprobe: Lass das „an“ schlicht weg, und der Satz bedeutet genau das selbe. Das kann nicht passieren, wenn man eine Präposition entfernt.
Schöne Grüße
MM
Servus,
diese Argumentation verstehe ich nicht. Müsste es im Deutschen Deiner Meinung nach genauso richtig sein, zu sagen „der Zug ruft an jeder Station“, bloß weil das im Englischen richtig ist?
Schöne Grüße
MM
Hallo Allu!
Der Zug hält auf allen Bahnhöfen.
Bin doch echt in Schleudern gekommen, ob er, der Zug, nicht AN
allen Bahnhöfen halten müsste. Oder hält er an und oder
auf…??
Es gibt zwei Bedeutungen der Präpositionen „auf“ oder „an“, jeweils eine in konkreter lokaler und eine in übertragener Bedeutung.
Ich kann z.B. an/auf einer Universität studieren, obwohl ich heute vielleicht gerade mal krank bin und nicht in der Universität studiere.
Wenn man z.B. in Madrid ist, sollte man aus architektonischem Interesse auch einmal in die dortige Hauptpost gehen. Es lohnt sich! Dazu braucht man dann auch keinen institutionellen Anlass, zu dem man sonst „auf“ die Post geht, wie etwa „Briefmarken-Kaufen“ oder „Ein-Paket-Abholen“.
„Auf“ den Bahnhof geht man ebenso, wenn man dort etwas für die Institution Typisches vorhat, wie etwa „Verreisen-Wollen“ oder „Freunde-Verabschieden/Abholen“ oder als Reisender einfach „Ankommen“. Wenn der Zug eine Bahnhofshalle hat, kann man als Fahrgast, selbst wenn man nicht aussteigt und nur mitsamt seinem Zug Zwischenstopp" macht, auch „in“ einem Bahnhof halten.
Der Sprachgebrauch der Deutschen Bahn ist hier also nicht zu beanstanden.
Gruß Gernot
PS: Als Reinigungskraft geht man häufig „in“ die Toilette. Dabei sollte man auch nicht vergessen, „in“ die Ecken zu gehen. Noch häufiger kommt es allerdings bei mir vor, dass ich „auf“ die Toilette gehe, auch wenn ich nur „an“ ein Standurinal trete oder mir „die Nase pudere“.
Hallo nochmal,
was ich bei den ganzen Beispielen noch vergessen habe, ist dasjenige, das vermutlich erklärt, wie es zur übertragenen Bedeutung von „auf“ und „an“ kam, wenn man sie in Bezug auf eine Institution und nicht in erster Linie in Bezug auf eine Lokalität benutzt.
Die „Bank“ als Institution gab es ja schon lange, bevor daraus auch ein Gebäude wurde. Die ersten institutionalisierten Geldgeschäfte fanden wahrscheinlich „auf/an“ Sitzbänken „auf“ Wochenmärkten statt.
http://www.wissen.swr.de/sf/wissenspool/bg0083/mona_…
Der zweite „RealVideo“-Film auf obiger Seite erklärt das anschaulich.
In ähnlicher Weise dürfte der Begriff „Post“ ursprünglich nichts anderes als „festgelegte Stelle – ‚Posten‘ zur Verpflegung der Kuriere und ihrer Pferde“ bedeutet haben und nicht viel mehr als eine Tränke mit angeschlossenem Heuschober gewesen sein.
Gruß Gernot
nix
Hallo, Allu,
das mit dem „auf“ und „an“ ist schon so eine Sache.
Dein Bus hält an der Haltestelle auf dem Busbahnhof.
Der Zug hat Einfahrt auf Gleis 8 und hält am Bahnsteig 4a.
Genausogut kann er aber auch in Gleis 7 einfahren.
Einsteigen solltest Du dann im Abschnitt C/D dieses Bahnsteiges.
In Bamberg pflegt man übrigens auf den Keller zu gehen. Weil der (Bier)Keller dort eben oben ist, am Berg nämlich.
Gruß
Eckard
Und auf Arbeit! owT
nix
So heißt es im Ruhrgebiet!
Gruß - Rolf
Servus Allu,
angesichts der meteorologischen Verhältnisse der letzten Tage im besonderen, und um Bahnhöfe im allgemeinen würde ich es vorziehen, wenn die Züge weder an- noch auf-, sondern IN Bahnhöfen halten würden.
Schönes Wetter für die nächste Woche wünscht
Kai
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Servus Eckard,
In Bamberg pflegt man übrigens auf den Keller zu gehen.
während man sich in der Umgebung meines Epizentrums gleichzeitig aufwärts und abwärts bewegen kann: Wenn man in eine Stadt oder einen Ort fährt, fährt man „uff“ Bembara, Laupa etc. Und wenn diese in einem Tal liegt, fährt man z.B. „uff Egna naa“. Dieses physikalische Paradox - man führe sich die dabei im Spiel befindlichen Beschleunigungskräfte mit entgegengesetzten Vorzeichen vor Augen - hat vermutlich einen wichtigen Einfluss auf A. Einstein in dessen Jugend ausgeübt.
Aber jetzt werden wir gleich ins Nachbarbrett geschasst.
Schöne Grüße
MM
Und wenn diese in einem Tal liegt, fährt man z.B.
„uff Egna naa“. Dieses physikalische Paradox - man führe sich
die dabei im Spiel befindlichen Beschleunigungskräfte mit
entgegengesetzten Vorzeichen vor Augen - hat vermutlich einen
wichtigen Einfluss auf A. Einstein in dessen Jugend ausgeübt.
Deesch is guat!
Gruß - Rolf
„nach” und „uf…zue”
Hallo Martin,
Aber jetzt werden wir gleich ins Nachbarbrett geschasst.
Gewissermaßen „Vo Luzärn uf Wäggis zue”
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Volksliedern#V
Gruß Gernot
Hallo
Nein das war einfach nur, um zu sagen, dass es - selbst mit Zwang - nicht aus dem Englischen abzuleiten wäre, wenn man auf „der Zug hält auf…“ kommen möchte.
Und „to call at“ ist da wieder ein ganz anderes Wort… (mal abgesehen davon, dass ich es im Zusammenhang mit Zügen noch nie gehört habe… **klugscheißermodus off**
Grüße
Laralinda
Servus,
um dem jetzt wieder eine Klammer zurück zu den Themen der Frage und des Brettes anzulegen, habe ich mal den Grammatikduden (dort in der siebten Auflage § 905) befragt und die überraschende, aber dann doch einleuchtende Bemerkung gefunden, dass die Richtungspräpositionen „zu“ und „auf“ sich tendenziell (im Original: „nicht selten“) auf Institutionen bezieht. D.h. das Analog zum „Hof“ ist ganz angemessen, weil dieser ursprünglich eine Villikation, Meierei, Freiherrensitz oder dergleichen ist und damit auch eine „Institution“, während der Bahnhof zu Zeiten der hoheitlich organisierten Staatsbahn ebenfalls eine solche war, wenngleich zutiefst bürgerlich.
Schöne Grüße aus Monnem, dessen Bahnhof ein Stück späte Feudalgeschichte repräsentiert: Der Großherzog wollte den Mannheimer Handelsleuten, die ihm zu liberal gesinnt waren, keine Eisenbahn gönnen und ließ die Hauptlinie aus Hessen deswegen an der Stadt vorbei über Friedrichsfeld - Schwetzingen führen. Was die Monnemer nicht daran hinderte, einige Zeit später gleich neben der Lanz’schen Fabrik eine der großen „Verkehrskathedralen“ des 19. Jahrhunderts zu errichten. Hier halten die Züge ganz sicher „auf“ dem Bahnhof, der mindestens so erhaben ist wie ein kurfürstlicher Sitz.
MM
Hallo Laralinda,
Müsste es denn nicht auch im Englischen heißten „in every
station/stop“ oder vielleicht auch noch „at everey
station/stop“ und nicht „on“??
Es heißt ja auch nicht „on every station“. Google liefert ganze vier Resultate bei „on“ auf Seiten aus Polen, Finnland und Portugal.
http://www.google.com/search?q=%22stops+on+every+sta…
Bei den Varianten auf „in“ und „at“ sind es ca. 400 bzw. 700, meist auf Seiten aus Ländern, in denen man Englisch kann.
Gruß Gernot