Zugriff auf anderen PC im Netz?

Tach Leute,

meine Familie hat mich beauftragt, Spion zu werden…

Nein. Konkret: wir haben mehrere PCs im Haus, davon einen in meinem Büro und einen im Zimmer meiner kleinen Tochter (11). Alle Rechner hängen an einem Router (mit Switch). Da meine Tochter noch ungeübt mit dem Internet ist, haben sie mich verdonnert, ein Auge auf sie zu haben, wenn sie im Netz ist. Ich arbeite ohnehin ständig am Rechner, also kein zeitliches Problem.

Den Rechner meiner Tochter habe ich so konfiguriert, dass ich Zugriff auf das „Administrator“-Konto (mit Passwort) habe; sie hat ein eigenes Benutzerkonto mit eingeschränkten Rechten - allerdings leider mit Chatsoftware [ICQ] und sie hat sich auch gleich bei 2 Teenie-Chats angemeldet (was meine Frau und meine Söhne sehr beunruhigt).

Jetzt will ich eine Verbindung zu ihrem Rechner (konkret: zu meinem Admin-Zugang) herstellen, so dass ich in einem Fenster auf meinem PC sehen kann, was sie gerade tut, aber ohne dass sie weiss, ob ich gerade im Moment zusehe (sie weiss aber, dass ich das installieren will). Auch wenn sie chattet oder Mails schreibt, will ich zusehen können, was sie da macht. Falls dann etwas Schräges passiert, will ich das Fenster maximieren und genau sehen können, wie sie chattet, wem sie antwortet und so weiter, damit wir eingreifen können, falls nötig.

Weiß jemand, wie man das macht? Gibt es unter WIN XP eine Systemsoftware oder eine Freeware oder Open Source, die sowas kann? Mehr als das oben beschriebene muss die Software nicht können.

Ich freu mich auf Antworten. Falls etwas unklar ist, einfach nachfragen.

Danke!

Blintfisch

Eine Antwort, die so von Dir wahrscheinlich nicht gewünscht wurde: Wie wär’s mit Aufklärung statt Überwachung?

Ansonsten kenne ich nur Programme, die sich bemerkbar machen, wenn sie aktiv werden, damit der Beobachtete das mitbekommt.

Eine Antwort, die so von Dir wahrscheinlich nicht gewünscht
wurde: Wie wär’s mit Aufklärung statt Überwachung?

Nein, nicht unerwünscht, Deine Antwort wurde ja schon erwartet. Meine Frau war sicher, dass sich ein Schlaumeier wichtig tun würde und eine Antwort wie Deine schreiben würde.
Du hast vermutlich keine Kinder, sonst wüsstest Du wohl, dass es kaum möglich ist, ein elfjähriges Kind so weit „aufzuklären“, dass es fit fürs Netz ist. Davon mal abgesehen ist das ja auch eine Art Aufklärung, die wir hier beabsichtigen - nur halt in praxi; also wesentlich effektiver, als einem Kind alles theoretisch vorzubeten.

Ansonsten kenne ich nur Programme, die sich bemerkbar machen,
wenn sie aktiv werden, damit der Beobachtete das mitbekommt.

Dann also die Frage nochmal gestellt: kennt sich jemand besser aus?

Schönen Tag noch.

Blindfisch

Tach Leute,

meine Familie hat mich beauftragt, Spion zu werden…

Willkommen Mr. Bond :smile:

VNC erlaubt das völlig unbemerkte Aufschalten auf einen PC, sofern Du dort vorher das Programm einrichtest und mit einem Passwort für den Zugang versiehst. VNC ist im Vergleich zu kommerziellen Paketen etwas spartanisch und langsam (im LAN schnell genug …), aber gratis.

Die Originalversion solltest Du im Internet noch finden können, oder Du lädst Dir TightVNC herunter, das ist eines der vielen Nachfolger die noch gratis sind.

Du musst VNC auf dem Zielrechner unter dem Account Deiner Tochter installieren und mit einem Passwort versehen. Schalte die Übertragung von Tastatur- und Mausbewegungen ab, sonst merkt sie dass Du da bist. Allerdings kannst Du dann auf die Schnelle nicht einfach eingreifen.

Alternativ drehst Du das Szenario einfach um: der PC läuft bei Dir im Büro, und sie bedient ihn von ihrem Zimmer aus per Fernsteuerung. Du kannst dann in aller Ruhe mitschauen und blitzschnell eingreifen, und sie weiß nicht ob Du gerade hinschaust oder nicht :smile:

…Armin

Eine Antwort, die so von Dir wahrscheinlich nicht gewünscht
wurde: Wie wär’s mit Aufklärung statt Überwachung?

Nein, nicht unerwünscht, Deine Antwort wurde ja schon
erwartet. Meine Frau war sicher, dass sich ein Schlaumeier
wichtig tun würde und eine Antwort wie Deine schreiben würde.
Du hast vermutlich keine Kinder, sonst wüsstest Du wohl, dass
es kaum möglich ist, ein elfjähriges Kind so weit
„aufzuklären“, dass es fit fürs Netz ist.

Zweimal unterstreichen. Es liegt im Wesen von Kindern, dass sie alles ausprobieren müssen was geht, dass sie dabei fahrlässig sind, und dass oft die „Aufklärung“, die natürlich in Verboten enden muss, die Sache erst wirklich interessant macht. So sind Kinder eben. Neugierig, naiv, mit einem Ego gesegnet das ihren IQ weit übersteigt, und dem gegenüber tummelt sich im Internet allerlei skupelloses Gesindel.

Ob daran allerdings die Fernüberwachung was ändert wird sich zeigen müssen. Es wäre nett hier in einer Weile über die Erfahrungen zu lesen, meine beiden Racker sind noch etwas kleiner, aber das Problem kommt in 2-3 Jahren unweigerlich auf mich zu :smile:

…Armin

Zweimal unterstreichen. Es liegt im Wesen von Kindern, dass
sie alles ausprobieren müssen was geht, dass sie dabei
fahrlässig sind, und dass oft die „Aufklärung“, die natürlich
in Verboten enden muss, die Sache erst wirklich interessant
macht. So sind Kinder eben. Neugierig, naiv, mit einem Ego
gesegnet das ihren IQ weit übersteigt, und dem gegenüber
tummelt sich im Internet allerlei skupelloses Gesindel.

Sehe ich genau so. Kinder verlieren sich ja auch oft völlig im Spiel und bringen sich in Situationen, die sie nicht überblicken, und bei denen sie hinterher gar nicht begreifen können, warum sie sich darauf eingelassen haben.

Ob daran allerdings die Fernüberwachung was ändert wird sich
zeigen müssen.

Die Fernüberwachung brauche ich nur als Alarm-Auslöser. Ich werde jedenfalls nicht untätig zusehen, wenn sie sich auf Chats mit meinetwegen „Tanja13“ einlässt, die von der Wortwahl und der Gesprächsführung eher „Fritz48“ heißen müsste. Dann werde ich sie chatten lassen, aber neben ihr sitzen und sie fit machen, solche Psychopathen selbst zu erkennen und zu entlarven. Das ist sicherlich effektiver, als ihr stundenlange „Aufklärungsreden“ an den Kopf zu werfen, wenn sie nach 20 oder 30 Minuten ohnehin nicht mehr aufnahmefähig ist.

Mit Theorie kommst Du da nicht weiter. Ich hab auch mit ihr richtig praktisch geübt, wie sie sich verhalten kann, wenn irgend so ein Drecksack sie anquatschen und mitnehmen will (sie ist furchtbar niedlich und sehr freundlich zu Fremden) - das Ergebnis hatten wir 2 oder 3 Monate später, als einer sie „eingeladen“ hat, in seinem roten Cabrio mitzufahren. Sie hat sich nicht darauf eingelassen und wollte weitergehen, da hat er sie an ihrer Jacke festgehalten und wollte sie vermutlich ins Auto zerren. Sie hat ausgeholt und ihm ihren Turnbeutel mit der Glasflasche, in der sie Saft mit in die Schule nimmt, mitten ins Gesicht geschlagen und ist dann abgezischt. Da war sie 8 und wusste sehr genau, was sie zu tun hatte.

Sie sieht eine Überwachungssoftware auf ihrem PC auch durchaus nicht als Bespitzelung an. Als wir beim „Familienrat“ das Ganze besprochen haben, hat sie mich umarmt und gesagt: der Papa passt auf mich auf, weil, ich bin ja noch ein Kind!

Es wäre nett hier in einer Weile über die
Erfahrungen zu lesen, meine beiden Racker sind noch etwas
kleiner, aber das Problem kommt in 2-3 Jahren unweigerlich auf
mich zu :smile:

Kein Problem, Armin, das mache ich, und zwar gern.

Danke, Armin, mit Deiner Antwort kann ich was anfangen. So eine Antwort hatte ich mir gewünscht. Schönen Gruß auch von meiner Frau.
In der Antwort auf Deinen Beitrag weiter unten bin ich ausführlicher.