Zugriff Grafikkarte auf defekten Speicherbereich

Hallo Forum,

ich komme direkt zum Thema:
Seit ca. 2 Monaten stürzt mir in unregelmäßigen Abständen mein XP Pro mit Bluescreen ab. Als „angebliche“ Absturzursache wird in 90% der Fälle, eine Datei namens “nv4.dll“ angegeben, und ich möchte mich doch bitte an den Administrator wenden! Hahaha, würde ich ja wenn ich einen hätte !! :wink:
Ok, ich habe schnell herausgefunden, das es sich hier wohl um den Treiber der Grafikkarte handelt (ELSA ERAZOR III LT), und mir den aktuellsten aus dem Netz gesaugt, installiert und siehe da, es läuft! …DACHTE ich zumindest, denn am nächsten Tag trat das Problem (Bluescreen) erneut auf, diesmal eine neue Ursache, irgendwas mit NON PAGED AREA,… oder so!?
Ich also, nach Neustart mal das BIOS auf Default gesetzt, hochgefahren, paar Stunden gearbeitet, KEINE Abstürze. Ich wieder ins BIOS (keine Sorge, kenne mich da bisserl aus!)
Ein paar Einstellungen geändert und siehe da, sobald ich den RAM von Normal auf FAST umstelle, fangen die Bluescreens wieder an.
Ich also mit 2 verschiedenen Diagnose-Tools (AMI DIAG, TOOLSTAR) die Hardware überprüft und siehe da, beim Speichertest zeigen BEIDE Tools defekte Bereiche im Arbeitsspeicher an.
(Da mein Budget bei der Zusammenstellung der Komponenten gering war, ich aber einen großen RAM haben wollte (virtuelles Netzwerk unter VMWare!!!), hatte ich (leider) mir NONAME RAM zugelegt, und zwar zuerst 2 x 256MB PC133 vom selben Hersteller, und paar Wochen später noch mal einen 256MB PC133 Riegel von einem anderen Hersteller nachgerüstet)

Ich „vermute“ (!) das der/die defekten Speicherbereiche von der Grafikkarte genutzt werden, und sobald ein Zugriff auf/in einen defekten Bereich erfolgt, schmiert die Kiste ab.

NUN MEINE EIGENTLICHE FRAGE:
Gibt es die Möglichkeit, den/die defekten Bereich(e) zu markieren/zu umgehen, sodass kein Zugriff mehr erfolgt!?!?!?!?!

Vielen Dank für alle Antworten und Tipps!

LG aus Köln

Markus Schulz

P.S. meine HW: AMD Thunderbird 900MHz auf EPOX KTA8 (oder so!?), RAM s.o., MAXTOR 30 GB, ELSA ERAZOR III LT, D-Link DFE 530
BS: Windoof XP Professional

BIN FROH, WENN ICH ENDLICH LINUX/UNIX INSTALLIERT HABE!!!

Hallo Markus,

du willst wahrscheinlich Bereiche des Arbeitsspeichers ähnlich sperren wie defekte Sektoren auf einer Festplatte - das geht leider nicht. Dazu müsste eine Art Speicherzuweisungstabelle(bei HDs die FAT) dauerhaft abgespeichert werden, was wie du weisst beim RAM nicht geht.

Mit deiner Vermutung liegst du meines Erachtens ziemlich richtig, es ist aber wahrscheinlich der Grafikkartentreiber der diesen Speicherbereich nutzt und nicht die Karte selbst.

Es sieht so aus als ob dein RAM die schnellen Speichertimings des BIOS nicht mehr verkraftet, das kann im Laufe der Zeit durchaus vorkommen - besonders bei Noname-Speicher, der ist nicht umsonst billiger als Markenware. Auch ein IC kann „altern“, das drückt sich in Form von Mikrorissen (meist verursacht durch die eigene Hitzeentwicklung) auf den Leiterbahnen aus, die dann bei höheren Taktraten zu Problemen führen.

Du hast also die Wahl zwischen dem Zurückstellen der Timings auf normal oder Austausch des RAMs. Eines kannst du noch probieren: Im BIOS hast du normalerweise die Möglichkeit die Spannungen für die einzelnen Komponenten - auch die des RAMs - einzustellen. Hier kannst du versuchen minimal mehr Spannung auf den Speicher zu geben, das behebt in vielen Fällen auch das Problem, es muss dir aber bewusst sein dass sich diese Maßnahme auch nicht gerade positiv auf die Lebensdauer deines Speichers auswirkt. Ich habe aber schon oft erlebt, dass die Spannung des RAMs standardmäßig(!) seitens des Mainboardherstellers auf +0,1V gestellt ist.

Gruß
Martin