Zukunft von Hapag-Lloyd

Hallo zusammen,

keine Ahnung, ob das hier die richtige Rubrik ist für meine Frage ist, aber ich vermute/ hoffe mal, dass sich hier einige Wirtschaftsexperten tummeln …
Mag jemand mal Orakel spielen und einen Tipp abgeben, ob der Standort Hamburg für Hapag-Lloyd gehalten werden kann (aktuell versucht sich ja grade eine Investorengruppe zusammenzufinden), oder ob doch ans Ausland verkauft wird?

Hintergrund ist, dass ich ein seehr interessantes Jobangebot von HL (Headquater) habe, mir jedoch die aktuelle Entwicklung ein wenig Bauchschmerzen bereitet.

Wäre für eure Meinungen echt dankbar!
Viele Grüße,
N.

Hallo Nadine,

keine Ahnung, ob das hier die richtige Rubrik ist für meine
Frage ist, aber ich vermute/ hoffe mal, dass sich hier einige
Wirtschaftsexperten tummeln …

Ist man das denn nicht irgendwie selber, wenn man Betriebswirtin ist !? :wink:

Mag jemand mal Orakel spielen und einen Tipp abgeben, ob der
Standort Hamburg für Hapag-Lloyd gehalten werden kann (aktuell
versucht sich ja grade eine Investorengruppe
zusammenzufinden), oder ob doch ans Ausland verkauft wird?

In dem besagten Fall der HapagLloyd handelt es sich ja um einen Spin-Off. Die TUI wollte schon seit geraumer Zeit das Unternehmen aus dem Konzern ausgliedern, da die hervorragenden Ergebnisse der Seeschifffahrt und insb. im Containerbereich eine nur unzureichende Würdigung im KOnzernergebnis erfuhren.
Meines Wissens ist jedoch nicht geplant, sich dergestalt zu trennen, dass man am Ende womöglich nur noch Minderheitsgesellschafter ist. Schließlich wird in dieser Branche großes Geld verdient.

Hintergrund ist, dass ich ein seehr interessantes Jobangebot
von HL (Headquater) habe, mir jedoch die aktuelle Entwicklung
ein wenig Bauchschmerzen bereitet.

Sollte es aber nicht. Die Eingliederung von CP-Ships ist sehr gut verlaufen und die HL steht im internationalen Markt sehr gut dar.
Was den Standort Hamburg angeht so kann man wohl kaum davon ausgehen, dass ein Abzug angepeilt wird. Schließlich muss man sehen, dass Hamburg für Finanzierungen im Bereich der Schifffahrtsbranche die erste Adresse weltweit ist. Nirgends sind mehr Fonds angesiedelt als dort.

Ich denke daher, dass Deine Sorgen unbegründet sind. Auch nach dem Spin-Off werden die wesentlichen Entscheidungen die HL betreffend in Hannover getroffen.

VG
Sebastian

Hallo Sebastian,

danke für deine schnelle Antwort. Dein Tenor ist ja sehr positiv. Hoffentlich bekommst du Recht :wink: Ein paar Fragen habe ich noch…

In dem besagten Fall der HapagLloyd handelt es sich ja um
einen Spin-Off. Die TUI wollte schon seit geraumer Zeit das
Unternehmen aus dem Konzern ausgliedern, da die hervorragenden
Ergebnisse der Seeschifffahrt und insb. im Containerbereich
eine nur unzureichende Würdigung im KOnzernergebnis erfuhren.

So wie ich das verstanden habe, konnte von „Wollen“ keine Rede sein. Frenzel musste letztendlich dem Druck der Aktionäre (insbes. Großaktionär Fredriksen) nachgeben.

Neben dem Spin-Off stehen auch noch Fusion mit einer anderen Reederei oder Verkauf als Ganzes zur Debatte.

Hintergrund ist, dass ich ein seehr interessantes Jobangebot
von HL (Headquater) habe, mir jedoch die aktuelle Entwicklung
ein wenig Bauchschmerzen bereitet.

Sollte es aber nicht. Die Eingliederung von CP-Ships ist sehr
gut verlaufen und die HL steht im internationalen Markt sehr
gut dar.
Was den Standort Hamburg angeht so kann man wohl kaum davon
ausgehen, dass ein Abzug angepeilt wird.

Was aber, wenn ausländische Interessenten mehr Geld bieten, als besagte Investorengruppe? Würde man nicht an den Meistbietenden verkaufen um möglichst viele Schulden abzubauen oder eine Sonderdividende zu zahlen? Inwieweit kann die Arbeitnehmerseite eine solche Entscheidung beeinflussen?

Schließlich muss man sehen, dass Hamburg für Finanzierungen im
Bereich der Schifffahrtsbranche die erste Adresse weltweit ist.
Nirgends sind mehr Fonds angesiedelt als dort.

Spielt das für diesen Fall eine Rolle?

Viele Grüße,
N.

Guten Morgen,

So wie ich das verstanden habe, konnte von „Wollen“ keine Rede
sein. Frenzel musste letztendlich dem Druck der Aktionäre
(insbes. Großaktionär Fredriksen) nachgeben.

Sicherlich gibt bzw. gab es auch von der Kapitalmarktseite einen gewissen Druck.
Letztlich hat jedoch der Vorstand strategische Entscheidungen zu treffen und ggü. dem Aufsichtsrat zu vertreten. Hier gab es aber, soweit mir bekannt, nie größere Unstimmigkeiten.

Auch hier gilt die Volksweisheit, dass man "die Hand die einen füttert " nicht beißen sollte. Die HL ist ein wesentlicher Umsatzgenerator und es kann nicht im Interesse und schon gar nicht in demjenigen von langfristig orientierten Großanlegern liegeen, diesen zu verkaufen.

In 2006 stand die HL an vierter Stelle der weltweit größten Container-Reedereien. Durch CP-Ships wird es sich aber keinesfalls verschlechtert haben. Auf einem Symposium hat Frenzl mal gesagt, dass „es fahrlässig wäre“ diesen Markt nicht auszubauen und professionell zu bewirtschaften. Ich denke, dass solche Aussagen gegen eine völlig Abspaltung sprechen, zumal der TUI Konzern momentan ja auch nicht in einer Schieflage steckt, die eine solche Transaktion erforderlich werden ließe.

Was aber, wenn ausländische Interessenten mehr Geld bieten,
als besagte Investorengruppe? Würde man nicht an den
Meistbietenden verkaufen um möglichst viele Schulden abzubauen
oder eine Sonderdividende zu zahlen? Inwieweit kann die
Arbeitnehmerseite eine solche Entscheidung beeinflussen?

Also zunächst muss man sehen, dass selbst bei einer Übernahme durch ausländische Investoren nicht sofort gemutmaßt werden muss, dass der Firmensitz ins Ausland verlegt wird.
Hier habe ich ja bereits das Argument gebracht, dass Hamburg für die Seeschifffahrt so ziemlich das ist, was Newy York für die int. Finanzmärkte darstellt.

Zu den ausländischen Investoren. Wenn es zu einem größen Einstieg kommt, dann wird dieser wohl eher strategischer Natur sein. Sprich, dann wird ein direkter Konkurrent einsteigen. Warum ?
Ausländische Investoren, wie etwa Hedge-Funds oder Private Equity Gesellschaften werden zur Zeit nur schwer die finanziellen Mittel zusammenbekommn, die sie einsetzen müssten, um die HL zu übernehmen. Fremdkapital ist momentan kaum in dieser Größenordnung kaum verfügbar.

Was die Fusion mit direkten Wettbewerbern angeht, so müsste man mal sehen. Moeller Maersk dürfte an de Kartellbehörden scheitern. Der andere Wettbewerber ist ich MSC (auch noch vor HL) könnte rein theoretisch ein Angebot abgeben. Allerdings kann das gleiche auch für HL gesagt werden, weil beide nicht so weit auseinander liegen.

Die Arbeitnehmerseite könnte hier nur bedingt eingreifen. Es spielt sich dann alles im Aufsichtsrat ab, wobei die Machtverhältnisse hier wohl durch die Kapitalgeberseite determiniert sein sollten. Bei einem strategischen Zusammenschluss sollten allerdings mehr Jobs in Gefahr sein als bei einer reinen Beteiligung/ÜBernahme durch Finanzinvestoren. Letztere schließe ich aber eher aus wie gesagt.

Schließlich muss man sehen, dass Hamburg für Finanzierungen im
Bereich der Schifffahrtsbranche die erste Adresse weltweit ist.
Nirgends sind mehr Fonds angesiedelt als dort.

Spielt das für diesen Fall eine Rolle?

Wie gesagt, es geht das ums Prestige und Präsenz. Wenn die anderen Wettbewerber auch in HH vertreten sind und den Kontakt zu ihren Schiffsfinanzierern (Leasingsgesellschaften) suchen, dann ist das schon ein gewichtiger Punkt. Man muss ja auch sehen, dass steuerlich die Situation auf Grund der Tonnagesteuer für Unternehmen in Deutschland sehr günstig ist.

VG
Sebastian