Zum Lachen in den Keller

Hallo!

Mir scheint es, dass die meisten Leute in meinem unmittelbaren Umfeld (kennen sich nicht untereinander) leiden wie Hund. Wenn ich frage, wie es ihnen geht, bekomme ich praktisch nur Gejammer zu hören. Nicht ab und an mal, nein, fast jeden Tag.

Ich muss oft an den Spot „du bist Deutschland“ denken. Klar, es liegt natürlich an jedem selbst, sich nicht hängen zu lassen, das ist ja bis dahin erst mal nicht mein persönliches Problem, aber ich weiß echt nicht, wie ich mit diesen Leuten auf Dauer umgehen soll. Die kommen oft noch so rüber, als müsse ich mich nun dafür entschuldigen, dass es mir gut geht. Und so gut ich auch vorher noch drauf bin, wenn es meinem Gegenüber total besch… geht, zieht mich das schnell mit runter. Scheint eine Epidemie zu sein.

Ich versuche schon, ihr Jammern möglichst nicht ganz ernst zu nehmen - bei wirklichen Problemen natürlich schon, aber meistens sind’s wirklich nur Lappalien oder aber ewig anhaltende Probleme, weil die Leute offenbar lieber drüber stöhnen, als etwas zu unternehmen - habe aber auch Bedenken, ob es gut ist, wenn ich ihre Sorgen quasi ins Lächerliche ziehe, denn offenbar leiden sie ja tatsächlich darunter.

Was kann ich also tun, um mit ihnen besser klar zu kommen?

Liebe Grüße vom
Finchen

Was kann ich also tun, um mit ihnen besser klar zu kommen?

Hallo Finchen,

vielleicht interpretierst du deren „Gejammer“ falsch. Manchmal ist das Ding, was bejammert wird, kein Problem, sondern lediglich ein Highlight im negativem Sinne in einem sonst ereignisarmen Tagesablauf. Klar, man könnte daraus ein Problem machen, wenn man sonst nichts als Grundlage für einen Meinungsaustausch parat hat.

habe aber auch Bedenken,
ob es gut ist, wenn ich ihre Sorgen quasi ins Lächerliche
ziehe, denn offenbar leiden sie ja tatsächlich darunter.

Deine Bedenken sind berechtigt. Wer möchte schon so behandelt werden. Doch was spricht dagegen, wenn du deine Anteilnahme auf Kopfnicken oder auf bestätigende Laute beschränkst, um dem anderen lediglich ein Zuhören zu signalsieren. Helfen kannst du wahrscheinlich nicht und dein Urteil darüber, ob deren Probleme groß oder klein sind, ist unerheblich.
Wenn du dich neutral verhältst, und dann die Unterhaltung auf Belanglosigkeiten lenkst, dann wird den Problemthemen die Eigendynamik genommen, und sie sozusagen entschärft. Vielleicht bist du ja ein Mensch, dem man gerne Vertrauliches erzählt. Fairerweise solltest du dich eindeutig verhalten, wenn du keinen Nerv für anderer Leute Problemchen hast, und nicht so tun, als hättest du Interesse an dem Gesprächsthema, während in Dir gleichzeitig Fluchtgedanken hoch kommen.

Grüße
Ricarda

Mir scheint es, dass die meisten Leute in meinem unmittelbaren
Umfeld (kennen sich nicht untereinander) leiden wie Hund. Wenn
ich frage, wie es ihnen geht, bekomme ich praktisch nur
Gejammer zu hören. Nicht ab und an mal, nein, fast jeden Tag.

Vielleicht geht es manchen unter ihnen eh ganz ähnlich wie Dir…
Um potentielle Sauertöpfe in der Umgebung nicht vollends vor den Kopf zu stoßen, MUSS man einfach in das allgemeine Jammern miteinstimmen. Wer nicht mindestens EIN schwerwiegendes Problem vorweisen kann, wird für oberflächlich gehalten oder nicht ganz ernstgenommen, weil ja das allgemeine Credo unserer Gesellschaft lautet, daß alles immer schlechter werde.

Ich habe den Effekt selbst bei mir beobachtet: Es gab Zeiten, da antwortete ich auf die Frage wie es mir gehe - meist wahrheitsgemäß - mit „gut“. Wenn nun der andere regelmäßig zu sudern begann, wurde mir des irgendwie peinlich und ich änderte meine Standardantwort (kaum jemand will auf die Frage „wie geht’s“ die Wahrheit oder gar eine Lebensgeschichte hören) auf ein neutrales „es geht“. Irgendwann wurde mir das zu blöd und ich hatte außerdem das Gefühl, daß soetwas auf die eigene Stimmung abfärbt, also heißt es jetzt wieder „gut“.

Das bedeutet nicht, daß alles eitel Sonnenschein ist, oder ich gerade den Solosechser im Lotto geknackt habe, sondern schlicht und einfach, daß ich im Großen und Ganzen zufrieden bin.

Mein Rat: Steh dazu, daß es Dir gut geht und erkläre dies, falls es Verwirrkung auslöst. Es besteht die Chance, daß manche der Miesepeter nach einiger Zeit „überlaufen“.

LG
Stuffi

huhu,

Wenn
ich frage, wie es ihnen geht, bekomme ich praktisch nur
Gejammer zu hören.

vielleicht fragst du nur die falschen leute.

frag mich mal!

oder du fragst falsch…:wink:

mfg:smile:
rene

Hi Finchen,

freu’ Dich, wenn die Leute jammern - dann geht es ihnen (noch) gut.

Erst wenn sie anfangen zu schweigen - dann solltest Du Dir Gedanken darüber machen.

Gruß,

Anja

Hallo Fina,

du kennst die falschen Leute. :wink:
Ich habe da eine Vermutung:

  • Die Jammerer sind mehrheitlich weiblich
  • Die Jammerer haben zu viel Zeit
  • Die Jammerer haben keine persönlichen Projekte

Nur so als Vermutung.

Gruß
Carlos

wie wahr!!
hi anja,

wie wahr!!

gruss
coco

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Entweder es sind wirklich ernste Probleme, die weder von dir noch von deinen Bekannten zu lösen sind oder sie jammern über irgendwelche kleinigkeiten.

Solche Leute gibt es immer. Alles ist schlecht und es wird auch über alles und jeden gemeckert. Solche „Dauernörgler“ werden immer was finden, was ungerecht (und besonders zu ihnen) ist…! Da kann man dann nix machen ausser zu sagen, dass man auf dieses Gejammer, welches keinen ersnthaften Hintergrund hat, gerne verzichten kann…!

Hallo Finchen,
warum fragst du die Leute überhaupt, wie´s ihnen geht, wenn du es nicht hören willst?
Scheinbar hast du einen bestimmten Tonfall in deiner Stimme, so dass sich die Leute wirklich von dir angesprochen fühlen, dir wirklich aufs Auge zu drücken, wie´s ihnen geht…

Sag einfach „Hallo, grüß dich“ mehr nicht, dann musst du dir das auch nicht anhören oder fange einfach sofort mit einer positiven Geschichte oder einer bestimmten Frage an.

Wenn ich meine „Kundschaft“ (die jetzt seit Montag zu Unterschicht gehört…) jedesmal fragen müsste, „Na, wie geht´s ihnen?“ Wäre ich schon längst in der Klappse… Die haben wirklich Probleme, die ich mir aber nicht anhören will und kann (allein schon aus Zeitgründen)

grüsse
dragonkidd

Ergänzung
Hallo noch mal,

und schon mal ein herzliches Dankeschön für Eure Ratschläge!

Meine Frage nach dem Wohlbfinden ist keine Floskel, ich bin wirklich daran interessiert, wie es diesen Menschen geht, da sie mir teilweise auch sehr nah stehen - mein Freund, eine gute Freundin, mein Bruder, eine enge Arbeitskollegin. Ich halte mit diesen Menschen keinen oberflächlichen Smalltalk sondern wir führen oft auch sehr tiefsinnige Gespräche und ich mag daher auch nicht einfach über ihre Äußerungen hinweggehen. Wie gesagt, bei echten Problemen versuche ich für sie da zu sein, ihnen zu helfen… Aber sie scheinen keinen einzigen Tag wirklich froh zu sein und einfach mal genießen zu können. Selbst wenn sich größere Probleme gelöst haben, es insgesamt für sie bergauf geht, finden sie wieder andere Sachen, die nicht stimmen. Das Wetter z.B., das ist eh immer falsch - zu warm, zu kalt oder sie haben doch zumindest die falsche Kleidung an… Und das wird dann derart hochgespielt, als wäre deswegen der ganze Tag für die Tonne. Das Thema zu wechseln funktioniert nicht, denn kurz darauf kommen entweder die gleichen Klagen erneut wie eine Gebetsmühle und ansonsten gibt es ja noch mindestens 20 andere Gründe, warum sie sich so elend fühlen. Mir geht’s überwiegend gut, obwohl ich auch nie im Lotto gewinne. :wink: Aber auch nicht immer. Ich hab auch schon mal einen Tag, an dem ich gerne etwas Zuwendung hätte, aber die fordere ich nicht ein, weil es den anderen ja immer noch schlimmer geht als mir.

Ich fühle mich ihnen gegenüber so ausgeliefert, hab manchmal auch das Gefühl, als würden sie sämtlichen Frust bei mir abladen und jeder Aufmunterungsversuch wird geblockt… Ich kann doch jetzt nicht all diesen Leuten aus dem Weg gehen.

Liebe Grüße vom
Finchen

Hallo Fina,

Was kann ich also tun, um mit ihnen besser klar zu kommen?

Hör auf zu fragen! Es gibt Menschen, die brauchen die Jammerei wie die Luft zum Atmen. Die ganze Welt ist ja sooooo schlecht! Es ist ja überhaupt und ohnehin und na ja: alles schlecht halt… :wink: Wenn Du jenseits des Small talks fragen willst: frag gezielt (also keine offenen Fragen wie ‚wie geht es Dir denn?‘).

Grüße
Renee

Hi,

warum sagst Du das uns und nicht den Jammerlappen?

Gruss,

Herb

Die deutsche Methode, in Kontakt zu kommen
Hallo Fina,

ich finde das auch schrecklich. Leute, die immer nur jammern, könnte ich immer schütteln!
Nur, leider ist das tatsächlich eine Sache, die unsere Nation betrifft.
Ich habe mich mal mit einem Ami unterhalten, der eine Zeitlang in Deutschland lebte, und er meinte, dass er sich nur sehr schwer daran gewöhnen konnte, dass hier in Deutschland das jammern und sich beklagen offenbar DIE Art und Weise ist, wie man in persönlichen (Gesprächs-)Kontakt kommt. Er stellte fest, dass es ihn ausschloss, dass er sich anders verhielt und überlegte daher, worüber er sich beklagen könnte, um sich integrieren zu können. Er meinte, er habe sich das Wetter ausgesucht! Seitdem klage er in Gesprächen immer über das Wetter, und nun käme er viel leichter mit Leuten in Kontakt.
Traurig, oder??

Liebe Grüße,

Matilda