Zum Nachdenken

Hallo Anna,
ich kenne die Hintergründe nicht:

Die eine lebte als Straßenhund in Istanbul und war gerade
dabei, an Demodexmilben einzugehen, als sie in eine deutsche
Tierklinik geflogen wurde

Geflogen? Für den finanziellen Aufwand könnte ein Kind, das am verhungern ist, ein paar Jahre lang ernährt werden.

Gruß
Didi

Hallo,

abgesehen davon, dass solche polemischen Bemerkungen in den wenigsten Fällen irgendwie zielführend sind:

Geflogen? Für den finanziellen Aufwand könnte ein Kind, das am
verhungern ist, ein paar Jahre lang ernährt werden.

Der Transport eines Hundes bzw. einer Katze als Sondergepäck bei einerm Charterflug kostet zwischen 0 und 60 EUR. OK, in Nordkorea käme man damit eine Weile hin (wenn auch nicht mehrere Jahre), aber ich bin relativ sicher, dass das Hungerproblem dort andere Ursachen hat als Verschwendung von Geld für Auslandstierschutz.

Dein Argument entspricht ungefähr diesem „Wenn wir alle fas Geld, das wir an Silvester verballern, für hungernde Kinder spenden würden, dann müsste kein Kind mehr verhungern“ und hat ungefähr genau so viel Substanz.

Gruß,

Myriam

1 „Gefällt mir“

Hi Fingersmith,

das Fliegen für Tiere so billig ist, wusste ich nicht. Letzte Woche habe ich einen Bericht gesehen, da hat jemand 3.000 € dafür bezahlt(allerdings aus Südafrika), dazu jede Menge Papierkram, ärztliche Untersuchungen. Ein Straßenhund hat gar keine Papiere, also müsste der am Zoll schon mal für ein paar Tage in Quarantäne kommen.

Und das Ganze für 0-60,-€?

Aber Du hast Recht, polemisch war das schon. Mir ging es eigentlich auch darum, dass ich finde, das viele Menschen Ihre Haustiere besser behandeln als Ihre Mitmenschen. (Siehe auch das Posting 8qm für eine Ratte…)
Das finde ich schade.

Gruß
Didi

Ein Straßenhund hat gar
keine Papiere, also müsste der am Zoll schon mal für ein paar
Tage in Quarantäne kommen.

An „Papieren“ benötigt man eine gültige Tollwutimpfung und einen EU-Heimtierausweis. Das kostet nur einige wenige Euronen. Wenn man natürlich irgendwo ein Viech auf der Straße aufgreift und damit am Flughafen aufkreuzt und es ohne eigenes Flugticket verschicken will, kann es natürlich teuer werden. Das machen aber vernünftige Tierschutzorgas nicht, sondern nur blöde Touristen, bei denen das Mitleid mit dem armen Hundchen das Gehirn vernebelt.

Mir ging es
eigentlich auch darum, dass ich finde, das viele Menschen Ihre
Haustiere besser behandeln als Ihre Mitmenschen.

Du verwechselst Ursache und Wirkung. Wenn man seine Haustiere weniger gut behandelt bedeutet das nicht, dass irgendwer seine Mitmenschen besser behandelt. Da besteht einfach kein Zusammenhang.

Gruß,

Myriam

Hi

Ich redete von der Masse.
Die Leute die frei denkend sich ein Tier anschaffen ohne viel Ahnung und Gedanken an die Konsequenzen, Bereitschaft einiges an Zeit zu opfern um sich intensiv mit der Materie und dem Tier zu beschäftigen und auszubilden/zu erziehen.
Denke damit treff ich die Masse der Haustierbesitzer.

In meinem Bekanntenkreis seh ich das auch.

Versteh wer will warum sich ne Oma n Jack Russel Welpen anschaffen muss und sich auch 2 Jahre später noch wundert warum der Hund so hyperaktiv is.

Oder die Katze die wie ein Baby behandelt wird, mit am Tisch essen darf (ihren Käse und ihre Wurst) und schon n ganz atypisches Verhalten an den Tag legt von der ganzen Vermenschlichung.
Die Leute mal drauf aufmerksam gemacht werd ich gar nicht für voll genommen („is ja nich so schlimm“).
Da müssen echt tief psychische Aspekte im Spiel sein ein Tier so untierisch zu behandeln.

Oder die Freundin von mir die sich ne Babykatze anschaffte und ihr Freund fütterte se immer mit Dönerresten und dann wundern warum se krank wird… dann abschieben.

Andere Bekannte die sich n rohes Pferd kauften für die Enkelin, das ganz allein halten und das Pferd ist mittlerweile auch leicht verhaltensgestört und die Enkelin ihm entwachsen. Gammelt allein auf seiner Koppel rum. Richtig ausgebildet ist es auch nicht das jemand anderes was mit anfangen könnte (durch das teils unberechenbare Verhalten auch nicht ganz ungefährlich für Fremde). Halt so’n Wald und Wiesenpony.

Und soll ich mal von meinen Gestüts- und Reiterhoferfahrungen und Beobachtungen berichten? :wink:
Ware Pferd :confused:

Klar keiner von denen meinte es schlecht.
Aber bei keinen musste das wirklich sein, es war nicht nötig.
Kein Hund, keine Katze, kein Pferd.

Aber so sind wir Menschen =)
Was nicht passt wird passend gemacht und wenn’s zu unserem
seelischen Wohl ist, dann einfach Augen schließen und
genießen.

Und es steht uns glücklicherweise frei, eigene Ansichten,
Wertvorstellungen und Handlungen immer wieder neu zu
überdenken und gegebenenfalls zu ändern. Auch so sind wir
Menschen :smile:

Was einem frei steht und was dann getan/gemacht wird sind zwei völlig verschiedene Aspekte. Ein guter Vorsatz, oder der gute Gedanke allein tut nichts.

Frei steht jedem ziemlich viel, gesagt wird auch einiges aber gemacht nur wenig.

Tiere sind entweder eine Ware (Nutztier) oder werden
vermenschlicht (Haustier). Die dritte Möglichkeit sind
Schauobjekte in Zoos

Die vierte Möglichkeit sehe ich in einem schlichtweg
respektvollen Umgang mit dem Lebewesen, das schließt in meinen
Augen in manchen Fällen Haustierhaltung aus, in anderen halte
ich beides sehr wohl für vereinbar.

Ja wie gesagt redete ich nicht von der Minderheit =)

MfG
Lilly