Hallo Ralf,
Deinen Beruf und Deine Erfahrung in allen Ehren - aber warum
Du gezielt die engl. LV in den Himmel hebst bzw. die deutschen
in den Schmutz trittst (und wenn es sein muß unter
Zuhilfenahme falscher Schlussfolgerungen, Zitate, etc…) -
bleibt mir ein Rätsel.
Ganz einfach: die englischen sind sicherer (nach dem Debakel 2002, 2003), bieten nachweislich mehr Rendite und haben wesentlich mehr Erfahrung als jede einzelne deutsche. Als 1824 die CM gegründet wurde, sprangen die Deutschen (versicherungstechnisch) noch von Baum zu Baum. Doch gibt es in England noch ältere.
nachdem hier behauptet wurde, dass die englischen
Versicherungen schlechter als deutsche wären:
Ich sehe niemanden, der das behauptet hat.
Weiter unten.
Leider fehlt die Tabelle der Renditen, die an den Kunden
ausbezahlt wurden.
Yep, eigentlich wäre das die für den End-Kunden entscheidende
Information. Da halten sich LV aber wohl nicht umsonst
bedeckt, zumindest die deutschen Versicherungen lassen sich
hier ja nicht von außen in die Karten schauen.
Welchen Anteil nehmen sich die Versicherer (egal ob engl. oder
deutsch) dann noch mal von der Bruttorendite (Abschlusskosten
und -provision, Vertrieb, Verwaltung), usw.
diese Tabelle steht im Zeitungsartikel. Von 1993 bis 2003. Alle Werte über 11 %. Bis auf eine Gesellschaft, die Scottish Mutual, die 2003 9,6 % hatte. Die meisten liegen bei 13 %. Alles Kundenrenditen, nicht Performance, wie es so gerne z.B. von der Aspecta gemacht wird (oder mamax): 50 %. das haben die einmal erreicht und dann wird das in der Werbung als Dauerbrenner verkauft.
Übrigens gibt es eine deutsche LV, die ähnliche Renditen für den Kunden eingefahren hat, wie die englischen: Osbach (AXA)Aber eigentlich ist das keine „echte“ LV. Hier wird eine Kapitalanlage mit einer AXA Risikoversicherung verbunden und schon heißt das Ding LV.
Doch im text steht auch schon genügend
(durchschnittlich 11,2 % im Gegensatz zu den deutschen, die
weit unter 5 % liegen.
Jetzt kann man natürlich behaupten: alles erstunken und
erlogen.
Fragt sich, wer hier falsch zitiert:
„Über eine Laufzeit von 30 Jahren erwirtschafteten
angelsächsische Policen jährlich rund 11,2 Prozent Rendite.
Deutsche Kapitallebensversicherungen haben durchschnittlich
nur um 6,02 Prozent zulegt.“
Ganz klar: die gibt´s ja auch noch keine 30 Jahre, oder? Dazu kommt, dass die sich an den deutschen Markt anpassen müssen.
Da die Englischen LV die Boni erst am Ende der Laufzeit bezahlen, ist eine Renditeberechnung nach Art der englischen Policen halt noch nicht machbar.
Zu den Zukunftsaussichten sagt der Artikel:
„Mittlerweile backen aber auch die britischen Gesellschaften
kleinere Brötchen. „Selbstredend sind auch an ihnen die
Börsenentwicklungen der vergangenen Jahre nicht spurlos
vorbeigegangen“, relativiert Ortmann.
Da an den weltweiten Aktienmärkten eine lang anhaltende Hausse
derzeit nicht in Sicht ist, dürften nach einhelliger Ansicht
von Branchenexperten die Gewinnspannen auf der Insel künftig
längst nicht mehr so üppig ausfallen. „Die teilweise
zweistelligen Renditen der Vergangenheit resultierten vor
allem aus den guten Jahren an den Börsen während der 80er und
90er Jahre“, schränkt Norbert Ras, Geschäftsführer Deutschland
beim britischen Versicherer Legal & General, ein.“
Ganz klar! Nur werden die nie so weit absinken, wie die deutschen. das haben auch so einige deutsche begriffen: sie haben sich englische Fondsanlagen als Grundlage zugelegt.
und
„Da Aktien auf lange Sicht tendenziell besser rentieren als
festverzinsliche Wertpapiere, werden britische Portfolios*
auch künftig einen Renditevorsprung haben“, sagt Ras voraus.
Er rechnet mit Renditen, die in Zukunft rund zwei Prozent über
denen deutscher Policen liegen."
Also, was sagte ich? die Deutschen sind froh, wenn sie 5 % erreichen (die Besten). 2 % dazu ergibt die 7% von denen ich sprach.
Klar, der Unterschied macht einen schon betroffen, aber einige
Antworten, woher der Rendite-Unterschied kommt, gibt der von
Dir zitierte Artikel selbst:
-
"Renditebremse für die KLV ist nach Ansicht von
Branchenexperten insbesondere das deutsche
Versicherungsaufsichtsrecht. „Hohe Garantien zwischen 2,75 und
vier Prozent sowie eine Begrenzung der Aktienanlage auf
maximal 35 Prozent bieten nur wenig Spielraum nach oben.“
Warum das so ist, ist eigentlich nebensächlich. Es ist! Den VN interessiert am Schluss bei der Auszahlung nicht warum er nur 4 % bekommt, sonder warum er nur 4 % bekommt, während der Nachbar sich an 7 oder gar 8 % erfreut.
und
-
„Das Markenzeichen der Briten ist ein hohes Aktieninvestment:
Bis zu 100 Prozent des Anlagevermögens können die Assekuranzen
in Aktien investieren. Aufs Ganze gehen die Gesellschaften
aber dann doch nicht: Aktienquoten von rund 60 Prozent sind
die Regel.“
Denen ist dies nicht negativ zu Buche geschlagen. Die haben für schlechte Zeiten vorgesorgt. Was aber machten die deutschen? Sie kauften noch lange danach, als schon jeder Fachmann sagte, jetzt geht´s abwärts, wie die blöden Aktien.
Ergebnis war der Zusammenbruch der Mannheimer und der beinahe von 3/4 der deutschen Versicherungen. Nur durch massive staatliche Unterstützung (Sonderabschreibungen) konnten die gerettet werden.
Sprich:
Die niedrige Aktienquote UND die Garantieverzinsung (Garantie
kostet IMMER Geld!) nagen an der deutschen Rendite-Erwartung.
Allerdings erkaufen sich die engl. LV diese höhere
Rendite-Erwartung durch ein höheres Risiko: Höhere Aktienquote
bedingt einfach größere Schwankungen/Varianz der Ergebnisse -
mit dem Risiko, zum Ende des Versicherungsablaufs eben doch
weitab von der prognostizierten Auszahlung zu landen - positiv
wie negativ.
Bei langen Laufzeiten sind höhere Risiken kein Problem. Doch wer hohe Renditen und Absicherung will, der soll hat die Canadalife nehmen. Die haben sich den deutschen Verhältnissen angepasst. Doch von einem Risiko bei den anderen will ich eigentlich nicht sprechen. Klar, selbst Bundesschätzchen haben Risiken. es gibt halt keine Geldanlage ohne. man muss halt abwägen, wie weit man gehen kann.
Also:
Ob engl. oder deutsche LV - sollte auch eine Frage der
persönlichen Risiko-Toleranz sein. Eierlegende Wollmilchsäue
sind die Engländer nämlich auch nicht.
Das nicht… doch besser sind sie allemal - leider!
Grüße
Raimund