Zum Thema Ruhestrom und leere Batterie

…habe ich heute diese interessante Information gefunden:

„Je nach Fahrzeugausstattung kann der Ruhestrom die Batterieanlage belasten. Bei längerer Standpause als 10 Tage ist der Hauptbatterieschalter zu betätigen um ein entladen der Batterien zu verhindern“

Diesen Hinweis fand ich heute beim Stöbern hinter den Wartungsklappen unseres neuesten Citaro. Der Aufkleber mit o.g. Text befindet sich an der Innenseite am Batteriefachdeckel.

Was sagt uns das ?? Alle neumodische VComputerunterstützten Fahrzeuge die lange Ruhepausen haben (EXC:Chris, hallo ??) ruinieren sich über kurz oder lang die Batterie.

Oder: Der Chef von BMW (Hr. Panke) sagte im Spiegel-Interview: „In einem Siebener ist schließlich so viel Rechnerkapazität installiert wie in einem Tornado.“

Zwangsläufig wird man sich daran gewöhnen müssen, bei selten bewegten Fahrzeugen die Batterie abzuklemmen.

Wir haben es da leichter bei unseren Bussen: Deckel auf und den roten Knochen umgelegt. Wobei wird das in den Ferien bei unserem Citaro G immer machen, da er hauptsächlich Schülerverkehr fährt.

gruß

dennis

Ich schätze daß ein Bus für andere Betriebsprofile ausgelegt ist, als ein PKW.
Während ersterer aus Kostengründen meist dauernd in Betrieb ist, kommt es bei letzterem auf den Fahrer an - darauf nimmt man auch bei der Konstruktion Rücksicht.
Wäre doch unangenehm, wenn nach 2 Wochen Stehen (Urlaub) erst der Pannendienst kommen müßte.
Die aufwendige Elektronik läuft größtenteils nur bei eingeschalteter Zündung.

LG
Stuffi

Hi,

nicht nur das, ohne Batteriestrom ist das Radio erst neu freizuschalten, eventuelle Steuerelektronik des Motors „lernt“ neu, gespeicherte Werte von diversen Komfortmerkmalen sind weg (Memoryfunktionen) und so weiter. Das Auto komplett abzuklemmen, zumindest bei neueren Wagen, ist absoluter Blödsinn. Außerdem, wenn man den Wagen eh nicht nutzt, wozu hat man dann diesen gekauft?

Gruß
André

Hallo Stuffi,

Ich schätze daß ein Bus für andere Betriebsprofile ausgelegt
ist, als ein PKW.

Das stimmt.

Während ersterer aus Kostengründen meist dauernd in Betrieb
ist, kommt es bei letzterem auf den Fahrer an - darauf nimmt
man auch bei der Konstruktion Rücksicht.

So wie bei VW ?? http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,231339,00.html

Wäre doch unangenehm, wenn nach 2 Wochen Stehen (Urlaub) erst
der Pannendienst kommen müßte.

Ist meinem Vater nach 3 Wochen passiert, so lange ließ er seinen 635CSi Baujahr 1986 am Flughafen stehen.

Die aufwendige Elektronik läuft größtenteils nur bei
eingeschalteter Zündung.

Schon aber hier geht es um die Ruheströme zum Datenerhalt.

gruß

dennis

Hi,

Außerdem, wenn man den Wagen eh nicht nutzt, wozu
hat man dann diesen gekauft?

Solange das passiert, geht uns noch gut in Deutschland. Egal ob T€ruo oder Steuern. Aber die Frage ist berechtigt.

Du vergißt aber die Rentnerfahrzeuge wie bei unserem Herrn im Erdgeschoß: Alle 2 Wochen 10km…

gruß

dennis

Moin Jungs,
interessanter thread, - aber…
es geht bei den heute zu entwickelnden Autos nicht darum irgendwelche Werte durch Dauerspannung und -strom zu erhalten. Das kann man wesentlich eleganter über nichtflüchtige Speicher (Flash, EEPROM als Beispiel) lösen. Nein. Es geht bei ständig an Spannung liegender Elektronik darum, bestimmte Komfort- und Sicherheitsfunktionen zu gewährleisten, z.B. die Elektronik für die Fernbedienung im Fahrzeug, die Sensoren für die Airbagsteuerung (Beschleunigung, Sitzbelegungserkennung) und nicht zuletzt die Aufrechterhaltung eines (wenigstens minimalem) Bus-datentransfers. Jedes dieser Dinge braucht etwas Strom. Wenn man sich dann noch ein Autoradio oder Navi mit einem erhöhtem Ruhestrombedarf einbaut, dazu noch 'ne Alarmanlage ist der leere Akku nach 1 Monat vorprogrammiert. Zumal die meisten Akkus im Alltagleben statistisch nur ca. 2/3 voll sind. Nicht zuletzt haben die Bleiakkus einen nicht zu unterschätzenden Selbstentladungseffekt von einigen mA, sodass selbst ein ausgebauter Akku nach dem Winter leer ist! Merke: Akku ab und zu nachladen! Sonst früher Tod. Und wenn man dann noch ein älteres Fahrzeug hat, in dem sich schon eine schöne „Patina“ aus Öl, Wasser, Staub, Gummiabrieb, Salz usw. im Motorraum gebildet hat, sollte man damit rechnen, dass sich ordentliche Kriechströme bemerkbar und der Batterie zusätzlich zu schaffen machen.
Denkanstoßender
Tino

N’Abend Tino,

ich hatte mal original Lehrgangsbücher von BOSCH zu Akkumulatoren.

Dort stand drin, daß eine Akkumulator bei 1/3 schon als leer gilt, weil die Spannung zusammenbricht und nicht mehr in der Lage ist den Strom zu liefern.

Man darf also bei der ganzen „Ruhestrom-wie-lange-hält-die-Batterie-Berechnung“ nur 2/3 der angegeben Kapazität zum rechnen nehmen.

gruß

dennis

ganz so ist es nicht
Hallo,

Dort stand drin, daß eine Akkumulator bei 1/3 schon als leer
gilt, weil die Spannung zusammenbricht und nicht mehr in der
Lage ist den Strom zu liefern.

Das betrifft sicher die effektiv nutzbare Kapazität bei hoher
Belastung, also Startvorgang! Da ist es wohl normal, daß ein
Akku mit eingen Prozent Restladung keine Leistung mehr bringt.

Man darf also bei der ganzen
„Ruhestrom-wie-lange-hält-die-Batterie-Berechnung“ nur 2/3 der
angegeben Kapazität zum rechnen nehmen.

Die Ruheströme sind nur eine sehr geringe Belastung des Akkus
und deshalb kann doch die gesamte chemisch gespeicherte
Kapazität genutzt werden. Da die Nennkapazität unter Kennlast
angegeben wird (eher großer Strom, einige A), ist bei Ruhestrom
von einigen mA effektiv mehr Kapazität nutzbar.

Allerdings hölt auch hier steter Tropfen den Stein.
Ein ständiger Entladestrom von 20mA (damit kann man eine LED
so einigermaßen hell zum leuchten bringen) macht am Tag
immerhin knapp 0,5Ah.
Nach 30 Tagen also ca. 15 Ah. Das sind bei einem 35Ah-Akku
immerhin schon ca. 40% der Nennkapazität.
Den Rest machen Selbstentladung und Kriechströme nieder.
Gruß Uwi