Zum Thema 'Schreiende Babies'

Ein Baby spricht:

"Also, was ich gar nicht möchte, alleine in meinem Bettchen liegen und schreien und keiner kommt. Ich schreie doch so laut, damit einer kommt und nach mir sieht. Ich kann auch noch nicht lange warten, bis mir jemand hilft, wieder ruhiger zu werden. Ich schreie auch noch nicht grundlos oder weil ich jemanden ärgern will. Ich weiß noch gar nicht was das ist, jemanden ärgern. Irgendeinen Grund gibt es immer, auch wenn der nicht gleich zu erkennen ist und ich ihn selbst nicht so genau kenne. Ich muss auch manchmal einfach schreien und will dann aber nicht alleine sein. Wenn jemand gleich kommen kann, zumindest in den ersten drei bis vier Monaten, dann werde ich Vertrauen zu meinen Eltern bekommen. Ich weiß dann auch, dass ich stark genug bin, auf mich aufmerksam zu machen und dass es ihnen nicht egal ist, wie es mir geht.

Das ist natürlich ganz schön viel verlangt, dass immer gleich jemand kommen soll. Es wäre also gut, wenn mehrere Personen diese Aufgabe am Anfang übernehmen könnten. Es muss nicht immer meine Mama sein. Mein Papa kann das ebenso gut. Ich bin auch zufrieden, wenn andere sich freundlich um mich kümmern, wenn meine Eltern mal keine Zeit oder Kraft haben und ich noch nicht warten kann.

Was ich dabei lerne, wenn man mich schreien lässt ist nicht, dass ich ruhig zu sein habe sondern, dass ich mich auf niemanden verlassen kann und das tut ganz schön weh."

Eine friedvolle und gesegnete Vorweihnachtszeit wünscht
Irene

Hallo Irene,

ein schön drolliger Text, den Du da zitierst. Für Eltern, die ein Schreibaby haben ist der Text nicht so drollig, sondern eher eine ungerechte Anklage. Aber für Eltern, deren Babies gerne mal eine Zeitlang frohgemut für sich sind, für die ist der Text nett, vor allem dann, wenn es ein Einzelkind ist.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger