Ich will eine Überschrift zu einem Text fassen und brauche eine Entscheidung zwischen
„Die Natur zum Vorbild“ und „Die Natur als Vorbild“.
Da mein Favorit sich von dem meines Vorgesetzten unterscheidet, brauche ich auch ein gutes Argument oder einen seriösen Quellenverweis.
Danke!!!
Martin
„Die Natur zum Vorbild“ und „Die Natur als Vorbild“.
Hallo, Martin,
wie immer in Stilfragen ist der weitere Zusammenhang (Kontext) entscheidend. Und den lieferst Du uns hier leider nicht.
So bleibt also wieder nur das Stochern im Nebel.
„Wenn wir uns die Natur zum Vorbild nehmen, …“
„Bei unserer Lösung diente uns die Natur als Vorbild.“
Es ist also je nach Zusammenhang beides durchaus richtig.
Gruß
Eckard
Nun gut, hier der Kontext:
Ein Poster, dass auf einer Veranstaltung für ein breites Publikum die Arbeit eines wissenschaftlichen Institutes erklären soll.
Im Abschnitt wird erklärt, dass die Natur in vielen Fällen bessere Materialien hervorbringt als es bisher Ingenieure geschaftft haben. Wir wollen die Natur nun verstehen lernen, um mit diesen Kenntnissen neue Materialien zu schaffen.
Hilft das bei der Entscheidung für eines?
Martin
Hallo Martin,
im cannoo.net habe ich folgenden Link gefunden, dann Suchwort „Vorbild“, als wird in allen Artikeln, die ich mir angesehen habe „als“ verwendet.
http://www.lehrerfreund.de/in/suche/suchergebnis-goo…
Gruß aus Kiel
Volker
Hallo, Martin,
aha, es geht also um Bionik.
Ihr wollt also die Natur als Vorbild verwenden.
Natürlich kann man sich auch die Natur zum Vorbild nehmen.
(ich bevorzuge „zum“ in Verbindung mit dem Verb „nehmen“. Ansonsten erscheint mit „als“ als gebräuchlicher.)
Gruß
Hallo Eckard,
aha, es geht also um Bionik.
Ihr wollt also die Natur als Vorbild verwenden.
…exakt, und diese Aussage ist wertneutral: In der Bionik geht es ja eben meist nicht darum, Techniken aus der Natur 1:1 zu übernehmen, sondern sich nur daran zu orientieren, wie die Natur ähnliche Probleme gelöst hat.
Dabei kommen dann z.B. Flugzeuge in Haifischform heraus.
Natürlich kann man sich auch die Natur zum Vorbild
nehmen.
Das würde eine Wertung beinhalten, denn es würde bedeuten, dass die Natur vorbildlich ist und sie bereits eine zu 100% passende Lösung für ein Problem bereithält, so gut, dass man daran gar nichts verbessern kann und es unsinnig wäre, das Rad ein zweites Mal erfinden zu wollen.
Die Natur kann man sich meines Erachtens weniger aus technischen denn aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus _ zum Vorbild nehmen_, wenn es etwa um Ressourcenschonung geht.
Das hat mit Bionik eher weniger zu tun: Eine Photosynthese betreibende Maschine hätte auf der Erde gegenüber Land- und Forstwirtschaft wohl auch keine Vorteile und wäre wahrscheinlich ineffizienter.
Gruß Gernot
The winner is: ‚zum Vorbild nehmen‘
Hallo Volker,
an anderer Stelle wärest du in Verbindung mit dem Verb „nehmen” aber zu ganz anderen Erkenntnissen gekommen:
http://www.googlefight.com/index.php?lang=en_GB&word…
Gruß Gernot
Muster der Natur
Hallo nochmal,
aha, es geht also um Bionik.
Ihr wollt also die Natur als Vorbild verwenden.
Ich habe weiter gegoogelt und bin dabei auf diese interessante Seite gestoßen:
http://www.textlog.de/synonyme-muster-beispiel-vorbi…
Inzwischen bin ich der Meinung, dass es bei der Bionik weniger um Vorbilder aus der Natur, sondern viel eher um Abstraktionen , also um die analoge Übertragung von aus der Natur bekannten Mustern in ganz andere, technische Kontexte geht.
Nur so kommt es auch zu etwas wirklich Neuem!
Gruß Gernot
Servus,
in der Ausgangsfrage ging es um die Überschrift für ein Poster in einer Ausstellung. Von ‚nehmen‘ war in der Überschrift keine Rede.
IMHO kann die Überschrift dann nur
Die Natur als Vorbild
heißen. Die ‚zum‘-Alternative braucht das ‚nehmen‘ auf jeden Fall.
Gruß
Kai
Hallo und danke an alle!
Das Problem ist wohl, dass die Überschrift auf das Verb verzichtet.
Der Gewinner war nun tatsächlich „zum Vorbild“, da das durch das implizierte „nehmen“ eher einen aktiven Vorgang ausdrückt.
Ihr könnt euch auf dem Wissenschaftssommer im Juni in Saarbrücken anschauen, was man für tolle Klebebänder entwickeln kann, wenn man dem Gecko genau genug auf die Füße schaut.
Martin