Zumutung für's Kind?

Hallo liebe Eltern! Was denkt Ihr über folgenden „Fall“. Luis ist das 7jährige Kind einer Scheidungsfamilie. Der Vater ist vor einem Jahr 380 km entfernt umgezogen. Seit der Scheidung wurde der Umgang neu geregelt, indem das Kind jedes zweite Wochenende zu Papa „darf-muß-soll“. Papa kommt Freitag mittag holt Kind von der Schule ab, fährt mit ihm 4-5 Stunden im Zug nach Rheinland-Pfalz, bringt Kind Sonntags auf gleichem Weg zurück (immer mit dabei der 2jährige Filius aus zweiter Ehe). Kind hängt die Zugfahrerei aus dem Hals und möchte das nicht mehr, Papa soll wieder jeden zweiten Sonntag kommen. Aber: das Gericht beschloß anders. Die Mutter war durch die Regelung ebenfalls gut entlastet, zumal der Umang ca. 4 Jahre lang gar nie übers Woende war. Nun die Frage: Ist die Reise am Wochenende für ein Kind in dem Alter nicht eher eine Strapaze? Wie denkt Ihr darüber? Echt schwierig!
Danke für die Antworten

Hallo,

aus der rechtlichen Sicht braucht das Kind den Vater nicht besuchen, wenn es das nicht will.
Aus der menschlich-pädagogischen Sicht würde ich immer dafür plädieren, was das Kind möchte. Ich kann es sehr gut nachvollziehen, dass es ihm zu stressig ist und finde es auch eine Zumutung.
Besteht der Vater so stark auf das Recht, so dass er seinen Sohn sogar gegen seinen Willen (bzw. seinen Wünschen, den Kontakt aufgrund der Strecke zu reduzieren) zu sich holt?

Gruß
Tato

Hallo Tato! Da täuschst Du Dich! Die Richterin hat am Verhandlungstag mitgeteilt: ein 7jähriges Kind kann selber noch gar nicht entscheiden, was wichtig ist für sich selber. Selbst wenn es nicht will, m u ß die Mutter dafür sorgen, dass ES mitwill mit dem Vater, da eine Kinderseele auch den Vater braucht! Und wenn die Mutter das nicht gebacken kriegt, ist sie nicht fit fürs Sorgerecht… sorry, das ist eine Tatsache

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Hallo Marion, hallo Tato!

Hallo Tato! Da täuschst Du Dich! Die Richterin hat am
Verhandlungstag mitgeteilt: ein 7jähriges Kind kann selber
noch gar nicht entscheiden, was wichtig ist für sich selber.
Selbst wenn es nicht will, m u ß die Mutter dafür sorgen,
dass ES mitwill mit dem Vater, da eine Kinderseele auch den
Vater braucht! Und wenn die Mutter das nicht gebacken kriegt,
ist sie nicht fit fürs Sorgerecht… sorry, das ist eine
Tatsache

Das glaube ich sofort, dass die rechtliche Lage so ist! Leider kommt
es nämlich oft vor, dass die Mutter oder der Vater das Kind
(besonders, wenn es so klein ist) manipuliert, so dass es nicht mehr
zum anderen Elternteil will … oft auch unbewußt, aber das Kind
merkt eben doch, dass die Mama traurig und wütend reagiert, wenn das
Kind zum Papa geht … wenn man darauf immer „Rücksicht“ nimmt, kann
sich ein Kind schnell von einem Elternteil entfremden, und das tut
auch nicht gut! Aber, wie gesagt, es gibt auch andere Fälle, in denen
das Kind tatsächlich nicht will, aber trotzdem muss. Ein weiteres
Beispiel dafür, dass das deutsche Rechtssystem nicht wirklich nach
Einzelfall entscheiden kann, sondern ganz enge Spielräume hat.

Zu Deiner Frage, Marion: es wundert mich schon, dass das Kind nicht
zu seinem Papa will. Eigentlich sollte er sich doch freuen, wenn er
den Papa nur alle zwei Wochen sehen darf! Und der Vater ist doch wohl
auch froh, dass er mehr Zeit mit seinem Kind verbringen kann und mehr
unternehmen kann, als wenn er ihn nur einen Sonntag nachmittag lang
hätte! Ich persönlich vermute, dass es weniger die Zugfahrt, als
vielmehr das neue Geschwisterchen ist, dass ihm das Zusammensein mit
dem Papa verleidet. Vielleicht fühlt er sich zurückgesetzt, weil er
„nicht richtig“ in die Zweitfamilie gehört, noch dazu, wenn das
Geschwisterchen kleiner ist (und er darauf Rücksicht nehmen soll
usw.). Wenn er den Papa für sich hätte, mit ihm reden und spielen
könnte, wäre ihm die Zugfahrt sicher nicht zu lang. Sooooo klein ist
er doch nicht mehr! Er kann ja auch in der Schule 3-4 Stunden
stillsitzen (oder geht er noch nicht?). Vielleicht spielt auch das
eine Rolle: wenn er schon den ganzen Vormittag auf seinen vier
Buchstaben gehockt ist, will er nicht auch noch den Nachmittag damit
zubringen … da wüßte ich dann allerdings auch keinen Rat …

Warum ist denn der Vater so weit weg gezogen, ließ sich das gar nicht
vermeiden oder wie? Mich beschäftigt da eher die Frage: wie
finanziert Papa das, das muss doch ins Geld gehen, zweimal im Monat
… und er selbst muss ja nicht nur zwei mal fahren jedes Wochenende,
sondern vier mal …

Grüße von
Sibylle aus M

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Hallo Sibylle aus M,

manchmal kann es durchaus schlicht die Zugfahrt sein, warum das Kind nicht mag.

Unser Fall war: ich bin weggezogen - die Gründe dafür waren gut.
Der Kindesvater kam alle drei Wochen um die Größere zu holen, die Kleine blieb bei mir (auch lt. Gericht zu klein um in regelmäßigen Abständen über 280 km „befördert“ zu werden). Meine Große wollte bald auch nicht mehr Zugfahren (fährt noch heute - sie ist jetzt 11 - Zug nur wenn es sich nicht vermeiden läßt) Besuche per Auto waren leidlich o.k… Sie besucht ihn (mit langen Pausen aus diversen Gründen) nach wie vor - aber nur per Auto. Meine Kleine fährt (ohne große Schwester) immer noch gerne Bahn.

Und es kommt tatsächlich vor, daß die lieben Kleinen den Vater nicht sehen wollen (sie haben ihn schon wieder weggeschickt). Oder auch mal einfach nicht zurück zu Mama wollen (war halt grad gar so schön!). Mich wundert da nix mehr. Umgehen muß man damit lernen.

Und ob der Kindesvater die Strecke 2 x (er könnte das Kind ja auch in gewohnter Umgebung besuchen) oder 4 x (weil er hin und her fährt) hinter sich bringt, ist letztlich für das Kind nicht wichtig!

Schade finde ich, daß, wenn Kinder deutlich sagen: „ich will nicht“ - sie trotzdem müssen - und das über Zwänge wie Schule und Sonstiges hinaus. Möglichkeiten den Kontakt anders zu gestalten bestehen doch sehr oft.

Besteht die Möglichkeit des „Autofahrens“ nicht, könnte man ja vielleicht, statt des doppelten „Zuggeldes“ ein nettes Hotelzimmer nehmen und das Kleine mal daheim besuchen. Vielleicht abwechselnd. Nur mal so als Option. Hat auch den Vorteil, daß das Kind bei Schulpflichtigkeit auch nicht am nächsten Montag immer früh wieder raus muß nach 4 Stunden stillsitzen am Sonntag.
(Auch wenn man sich nicht wirklich um näheren Kontakt mit seinem Ex reißt…(-:wink:

Liebe Grüße

Uschi auch aus M

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[OT] Wie macht der Vater das?
Hallo Marion,

sorry, zur Sache kann ich nix beitragen, aber eines wundert mich doch: wie macht der Vater das? Er ist jede zweite Woche um - sagen wir - 14 Uhr parat, das Kind abzuholen. Das heisst, er startet so gegen 9 Uhr. Das lässt sich jedoch mit den meisten üblichen Arbeitszeiten nicht verbingen. Gut, dann kommen Vater und Kind(er) um 15 Uhr wieder weiter und sind um 20 Uhr daheim. Das sollte dann schon in der Nähe von der Schlafenszeit (zumindest vom kleinen Geschwister) liegen. Und am Sonntag starten die beiden dann auch schon um die Mittagszeit, dass das Kind noch „runterkommen“ kann und Vater (plus kleines Geschwisterkind) wieder pünktlich daheim sind, um am Montag ausgeschlafen zu sein.

zurück (immer mit dabei der 2jährige Filius aus zweiter Ehe).

Gibt’s denn beim Papa daheim niemanden, der wenigstens dem kleinen Wurm die Reise ersparen kann?

Kind hängt die Zugfahrerei aus dem Hals und möchte das nicht

Na, das würde’s mir aber ehrlich gesagt auch (und zwar an der Stelle aller Beteiligten *fg*)

mehr, Papa soll wieder jeden zweiten Sonntag kommen.

Vielleicht kann er sogar schon am Samstag Mitta kommen, so dass das ein voller Tag wird?

Gericht beschloß anders. Die Mutter war durch die Regelung
ebenfalls gut entlastet, zumal der Umang ca. 4 Jahre lang gar
nie übers Woende war. Nun die Frage: Ist die Reise am
Wochenende für ein Kind in dem Alter nicht eher eine Strapaze?

Hmmm, was meint denn die Mutter dazu? Vielleicht wäre sie einer weniger Zugintensiven Lösung gegenüber auch aufgeschlossen?
Allerdings muss ich - wie bereits oben erwähnt - gestehen, dass ich von der rechtlichen Sache her keinen blassen Schimmer habe. Aber wenn sich beide Eltern (plus das Kind, das mit seinen 7 Jahren ja auch schon klar sagen kann, was es möchte) einig sind kann ich mir nicht vorstellen, dass da die entscheidungstragenden Instanzen (Gericht???) Probleme machen. Insbesondere dann nicht, wenn die Regelung sinnvoll und vertretbar sind (also sowas wie „an normalen Wochenenden kommt der Papa, und an verlängerten Wochenenden und (Teilen der) Ferien geht Sohnemann zu Papa“).

*wink*

Petzi

Vielen Dank für Euer Interesse und Ratschläge! Hier noch zu Eurer Info. Der Vater hat mittlerweile 3 Kinder (2Jahre, und Zwillinge mit 1 Jahr). Den 2jährigen nimmt er mit, damit dem 7jährigen die Zugfahrt nicht langweilig wird und damit die Mutter daheim mit den Babies entlastet ist. Der Vater arbeitet nix, hat damals als das Ehepaar sich getrennt hat, gleich aufgehört und Offenbarungseid abgegeben, damit er nicht zahlen muß. Die Zugfahrten zahlt ihm der Staat. Der Vater hat zwar die Einstellung, dass alle Kinder selber bestimmen können, was gut für sie ist, sie brauchen weder Grenzen noch Erziehung, sie erziehen sich selber, auf die Wochenenden besteht er, was für die Mutter aber letztlendlich auch vertretbar war, weil sie endlich mal Zeit für sich hatte und ihr Sohn anfangs ganz gerne mitfuhr. All die Jahre war es ein Kampf mit Gericht und Jugendamt, wegen Umgang (begleiteter) und Sorgerecht. (Sorry, ich hätte das vielleicht vorneweg dazuschreiben sollen, aber wer liest schon gerne diese langen Artikel??)Beim letzten Papabesucht hat sein Papa getreikt und den Sohnemann einfach nicht zurückgebracht, nach der abgemachten Woche Ferien. Der Sohn hat die Mama daraufhin mehrmals auf dem Handy angerufen und geweint er möchte unbedingt nach Hause. Daraufhin ist Muttern abends um 5 mit dem Auto losgedüst, war um 20.15 da aber es hat keiner aufgemacht. Die Lebensgefährtin hat die Glocke abgestellt und der Vater war mit dem Bub bis 21.15 auf dem Sportplatz. Somit wartete die Mutter 1 Stunde. Zuhause waren sie dann um 1.45. Die ganze Lage ist verzwickt. Das Jugendamt, der Rechtspfleger fürs Kind sprachen sich gegen diesen Umgang aus, das Gericht nicht, die Mutter teils auch nicht. Umgang o.k. aber nicht in dieser form. Der Mutter wurde von der Richterin gedroht (mit den Worten:„ich bin selber Stiefmutter, ich kenne diese Mütter, die wollen nur nie die Kinder rausrücken, bei uns klappt das jetzt auch besser“) ihr das Sorgerecht zu nehmen, falls der Umgang nicht klappt, also was soll sie tun? Und zur der Annahme, das Luis mit 7 alt genug ist seine Meinung vor Gericht zu sagen: er wurde am Tag der Scheidung mitgenommen und hat der Richterin gesagt, wie er das sieht wie er sich das vorstellt. NEIN, das hat dir die Mama auswendig gelernt und mit 7 hat er kein Recht zu sagen was er möchte! Vielleicht sollte ich nochmal bei den allgemeinen Rechtsfragen posten? Danke für Eure Hilfe, Gruß aus freising

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Hallo

Der Vater hat mittlerweile 3 Kinder (2Jahre, und
Zwillinge mit 1 Jahr). Den 2jährigen nimmt er mit, damit dem
7jährigen die Zugfahrt nicht langweilig wird …

Und der 2jährige langweilt sich nicht? Der sitzt ja dann immerhin 20 Stunden im Zug innerhalb von drei Tagen!

Ich kann mir auch gar nicht vorstellen, dass ein 2jähriger für einen 7jährigen so interessant sein kann, jedenfalls nicht 5 Stunden lang. Auf mich wirkt das so, als hätte der Papa selbst keine Lust, sich etwas einfallen zu lassen, was er in den 5 Stunden mit seinem Sohn machen könnte. Oder als würde er die Mitarbeit und Entlastung, die seine neue Frau verlangt, an seine beiden Kinder delegieren.

Helfen kann ich leider nicht. Es ist schon schlimm, solche (Ent-)Scheidungen mit und von Richtern, die ohne Sachverstand nur von ihren eigenen Erfahrungen ausgehen oder gar ihre eigenen Probleme projezieren. Dem ist man wohl ausgeliefert, leider.

Ich hätte nur die Idee, dass vielleicht ein vorurteilsfreies Gespräch mit der neuen Frau helfen könnte, vielleicht indirekt durch eine(n) Vertreter(in) z. B. eine Freundin der Ex-Frau. Die neue Frau hat ja bestimmt mittlerweile die gleichen Probleme mit dem Mann wie die Ex-Frau damals und lässt sich vielleicht auf eine Zusammenarbeit ein.

Viele Grüße
Thea

Hallo Marion,
ich würde den Eltern raten, das der Vater ab und zu mal zum Kind hinfährt und auch dort mit ihm Zeit verbringt!
Die stundenlange und immerwiederkehrende Zugfahrt ist eine Quälerei und wird ihm über kurz oder lang sein Kind verlieren lassen!

Er könnte mit ihm in der Wohngegend seines Kindes herumstöbern, alle Orte sich anschauen und sich vom Kind erzählen lassen, was er so macht und an seinem Leben teilhaben! Er könnte mit ihm in der näheren Umgebung Ausflüge machen und Tierparks, Burgen oder weiß der Pitt was es dort zu entdecken gibt, erkunden.

Ein paar Stunden reichen manchmal schon und sind für beide kostbarer als die ganze trödelige und nervige Zugfahrt - die das Leben nur erschweren! Interesse haben und zeigen, einfach da sein, Zeit HABEN - das ist wichtig!
Wenn sie es einrichten könnten, könnte auch ab und zu die Stiefmutter mit und sie nehmen sich mal nen Ferienapartment? Die Zwillinge werden größer…

Abwechseln zwischen Ausflügen in näherer Wohngegend des Kindes, Besuchen direkt beim Kind und Wochenenden beim Vater - gut abgesprochen und nicht erzwungen!

Das Kindeswohl und sein Glücklichsein sollten den Eltern wichtiger sein - auch über die eigenen Bedürfnisse hinweg.
Sein Kind zu lieben heißt manchmal auch loslassen können (müssen)… Bei mir gibts die Geschichte nämlich mal andersherum - also ich war die Mutter, die das Besuchsrecht hatte.

Gutes Gelingen und den Blick für das Wesentliche wünscht
Trine

Hallo Marion,

(Sorry, ich hätte das vielleicht vorneweg dazuschreiben sollen, aber
wer liest schon gerne diese langen Artikel??)

sind deutlich lesbarer, wenn man sie sinnvoll mit Absatzschaltungen untergliedert.

Gruß, Karin

Nochmal hallo Marion,

danke schön für Deine Erklärung (die sogar noch besser verständlich würde, wenn Du an kluger Stelle Absätze einfügen würdest *fg*)

Den 2jährigen nimmt er mit, damit dem
7jährigen die Zugfahrt nicht langweilig wird

Waow, ich hab ja nun keine eigenen Kinder, aber ich könnte mir vorstellen, dass es für mich wesentlich weniger stressig wäre einen siebenjährigen zu beschäftigen als einen Sieben- und einen Zweijährigen, die ja doch nicht viel miteinander anfangen können. Das wäre deutlich was anderes, wenn das andere Kind vom Vater auch 6-8 Jahre alt wäre und die beiden wirklich eng befreundet :wink:

und damit die
Mutter daheim mit den Babies entlastet ist.

Hmmm - schön und gut, aber so wie Du schreibst ist der Vater sonst „immer“ zu hause und für zweimal 5 Stunden wird doch die Mutter auch mit 3 Kindern „fertig“ werden. Ich meine, sie kann sich ihre Zeit doch so einteilen, dass sie vorher alles fertig hat und sich in dieser Zeit nicht mit Haushalt rumschlagen muss sondern sich wirklich nur den Kleinen widmen kann…

All die Jahre war es ein Kampf mit Gericht und
Jugendamt, wegen Umgang (begleiteter) und Sorgerecht.

Okay, das macht die Sache natürlich ärgerlich und aufwendig *tröst*

Muttern abends um 5 mit dem Auto losgedüst, war um 20.15 da

Eben rechne ich nochmal nach: Mit dem Auto fährt man also so um die 3 Stunden - mit der Bahn 4-5. Wie wäre es denn, wenn die Mutter den Sohn eine Strecke mit dem Auto fährt? Sei es nun freitags hin oder (fände ich besser) Sonntags abholt? Sollte doch den Stress für alle Beteiligten etwas entzerren, allerdings ahne ich natürlich nicht, ob und wie das finanziell zu regeln ist.

Mama auswendig gelernt und mit 7 hat er kein Recht zu sagen
was er möchte!

Das ist natürlich doof, vor allem weil man bei solchen Aussagen echt kaum „Kompromisse“ erreichen kann…

*wink*

Petzi

Sorgenrecht
Hallo Marion,

Sorgenrechtentzug… Wirksame Drohung. Habe mich auch anfangs erschreckt (ich bin in der gleichen Situation). Jetzt regen wir uns aber ab und überlegen uns Folgendes:

  • Um über Sorgenrecht zu entscheiden, braucht die nette Richterin ein neues Verfahren, Stellungsnahme vom Jugendamt etc. Und es steht auf einem ganz anderen Blatt, wie das Verfahren ausgeht. Es gibt auch etwas, was sich Revision nennt und Antrag auf Befangenheit der Richterin (sie ist doch selber Stiefmutter, also nicht unbeteiligt).

  • Der Vater verdient nichts und zahlt auch nichts und hat mittlerweile drei Kleinkinder. Ob man in dieser Situation das Sorgenrecht auf ihn überträgt? Das bezweifle ich jetzt nun mal.

Allgemein:

die Zugfahrten sind einem 7-jährigen schulpflichtigen Kind in diesem Umfang nicht zuzumuten. Das Kind muss ja schließlich am Montag zur Schule. Seine schulische Leistungen und somit auch „das Wohl des Kindes“ (ach, wie Gerichte und Jugendämter dieses Wort lieben!) sind gefährdert.

das Kind wehrt sich gegen diese Besuche.

der Vater verhält sich äußerst merkwürdig, indem er die Zugfahrten auch seinem 2-jährigen Sohn zumutet. Ist also sehr fraglich, ob er sich seiner Verantwortung (ebenfalls das Lieblingswort der Beamten)als Elternteil bewusst ist und fähig ist, die Verantwortung zu übernehmen.

Mit all diesen Argumenten zum Jugenamt gehen und offen sagen, dass die Mutter mit dem Umgang nicht zufrieden ist (solange sie das Sorgenrecht hat, darf sie entscheiden). Die ganze Geschichte neu ausrollen lassen - also betreuter Umgang usw. - und gucken, was passiert.

Viel Glück

Hallo Uschi,

manchmal kann es durchaus schlicht die Zugfahrt sein, warum
das Kind nicht mag.

Ja, da hast Du sicher recht. Aber da ich das Kind nicht kenne, kann
ich das nicht mit Gewißheit sagen - genausowenig, wie ich’s mit
Gewißheit widerlegen kann! Ich wollte nur eine alternative
Erklärung anbieten.
Ich habe in meinem Posting auch versucht durchklingen zu lassen, dass
es durchaus Fälle gibt, in denen es schlicht und einfach ungerecht
und quälerisch ist, das Kind dazu zu zwingen, den „anderen“
Elternteil zu besuchen, obwohl es nicht will - nur: für die Richter
ist die Entscheidung, was das Beste für’s Kind ist, nicht gerade
einfach, und die betroffenen Eltern sind als Auskunftsquelle in den
seltensten Fällen objektiv. That sucks. Ist aber eben die Realität.

Unser Fall war: ich bin weggezogen - die Gründe dafür waren
gut.
Der Kindesvater kam alle drei Wochen um die Größere zu holen,
die Kleine blieb bei mir (auch lt. Gericht zu klein um in
regelmäßigen Abständen über 280 km „befördert“ zu werden).
Meine Große wollte bald auch nicht mehr Zugfahren (fährt noch
heute - sie ist jetzt 11 - Zug nur wenn es sich nicht
vermeiden läßt) Besuche per Auto waren leidlich o.k… Sie
besucht ihn (mit langen Pausen aus diversen Gründen) nach wie
vor - aber nur per Auto. Meine Kleine fährt (ohne große
Schwester) immer noch gerne Bahn.

Ist ja super, dass der Kontakt trotzdem nicht abgerissen ist! Ich
finde, das ist echt ein gutes Beispiel dafür, wie man (frau) es
richtig macht, und die Kinder möglichst wenig darunter leiden.

Und ob der Kindesvater die Strecke 2 x (er könnte das Kind ja
auch in gewohnter Umgebung besuchen) oder 4 x (weil er hin und
her fährt) hinter sich bringt, ist letztlich für das Kind
nicht wichtig!

Da hast Du recht. Als ich das Posting geschrieben habe, habe ich mich
halt (vielleicht etwas naiv) gewundert, warum der Vater ÜBERHAUPT so
weit weg zieht … mir schien, dass er ziemlich an seinem Kind hängt,
sonst würde er doch selbst diese Hin- und Herfahrerei nicht auf sich
nehmen?

Schade finde ich, daß, wenn Kinder deutlich sagen: „ich will
nicht“ - sie trotzdem müssen - und das über Zwänge wie Schule
und Sonstiges hinaus. Möglichkeiten den Kontakt anders zu
gestalten bestehen doch sehr oft.

Da weißt Du sicher besser Bescheid als ich … aber ich kenne auch
einen Vater, der sein Kind alle 14 Tage ca. von Hamburg nach München
holen muss, um ihn zu sehen … wohlgemerkt, SIE hat sich von IHM
getrennt und ist (freiwillig) so weit weg gezogen, wohl auch, um den
Vater zu bestrafen (der beruflich hier gebunden ist - und sie lebt
ganz gut von dem Geld, das er HIER verdient!!). Und der hat eben das
Problem: wenn er sein Kind in Hamburg besuchen wollte, wo sollte er
dann übernachten? Wegen ein paar Stunden so weit zu fahren, wäre ja
irgendwie auch blöd … Also holt er den Kleinen (mittlerweile 9) zu
sich. Ich weiß nicht, ob das Kind unter den Zugfahrten leidet, so
öffentlich ist das noch nie diskutiert worden. Aber er ist immer
gerne beim Papa. Vielleicht machen ihm auch deswegen die Fahrten
nicht so viel aus.

Es gibt halt immer solche und solche Fälle.

Viele Grüße,
Sibylle aus M

Hallo Sibylle,

klar kennt keiner von uns das Kind… und bei Richtern muß man ehrlich sagen, sie sind ja auch nur Menschen und entscheiden auch aus ihrer persönlichen Erfahrung heraus. Zu meinem „Glück“ hat sich mein Ex-Mann ausgerechnet vor Gericht immer durch „Daneben-Benehmen“ ausgezeichnet.
Das kommt, egal bei welchem Richter - grundsätzlich nicht gut.

Wie gesagt - ich bin auch 280 km weit weg gezogen. Wir hatten auch 1 1 /2 Jahre Pause, in der wir nichts von ihm gehört haben. Ich habe mich immer bemüht, den Kindern mitzugeben, daß das ihr Vater ist und nicht irgendwer. Das ist zugegebenermaßen nicht wirklich einfach. Gerade der Punkt, daß die Kinder nicht zu ihm wollten, sondern ihn auch in IHREM Umfeld haben wollen, ihm zeigen wollen wo SIE leben - war ein massiver Diskussionspunkt. Ich habe ihm vergünstigt Hotelzimmer besorgt - somit ging das dann.

Meine Kleine habe ich von zwei längeren Besuchen bei ihm zweimal abgeholt, weil sie weinend bei mir anrief. (Das waren dann auch bislang alle Besuche - zu weiteren konnte sie sich nicht aufraffen)

Aber wie gesagt - manchmal hängt das Hin- und Herfahren nicht an der innigen Liebe, die der Besuchende zum Kind hat, sondern auch schlicht am: das ist mein Recht. Leider traurig - leider wahr!

Liebe Grüße

Uschi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Marion,

da geht mir ja direkt der Hut hoch, wenn ich lese, dass für so einen bürokratischen Unsinn unsere Steuergelder verwendet werden, wo doch offenbar weder dem Kind - das für mich die erste Instanz wäre und nicht irgendein Gerichtsbeschluß - etwas Gutes getan wird damit, noch der Mutter, und dass der Vater - so sehr ich ihn in diesem Falle auch in Frage stelle - die Regelung gut findet bezweifle ich auch. Wenn auch der Staat die Bahnfahrten bezahlt, hat er doch einen riesigen Zeitaufwand für ein nur kurzes Zusammensein mit seinem Sohn, und in der langen Abwesenheit leidet seine neue Familie sicher auch mehr als nötig.

Michael

Hallo Jarolep,

super formuliert. Stern!

Bei der ganzen Geschichte frage ich mich mal wieder, wozu wir in Deutschland so viele Gesetze und so viele entscheidungsbefugte Stellen haben, wenn so ein Unsinn rauskommt.

Michael