Hallo!
Willst Du wirklich allen Ernstes behaupten, dass es ohne ein
halbwegs funktionstüchtiges Gesundheitssystem deutlich weniger
an Depressionen Erkrankte gäbe?!? Dass eine depressive Störung
erst dadurch entsteht, dass es eine Möglichkeit zur Behandlung
gibt?!?!?
Die Diagnose „Depression“ wird u.U. häufiger gestellt, als sie vorliegt. Es kommt u.U. in solchen Fällen zu einer anderen Genehmigung von Therapiemaßnahmen, als es bei abweichender Diagnose möglich wäre.
Diagnostik erfolgt heute nicht danach, was ein Patient hat, sondern sie richtet sich nach der Notwendigkeit in seiner Behandlung. Dieser Betrug an den Kassen kann meiner Meinung nach ethisch durch den hippokratischen Eid bestens rechtfertigt werden und ich würde jedem Arzt, der so handelt, mein Verständnis und meine Anerkennung aussprechen.
Erkenntnisse sind so aber nicht zu gewinnen über die Verbreitung von Krankheiten.
Und in der Folge kommt es häufiger zu Fehldiagnosen, da diese Fachrichtung (Diagnostik) weniger ernst genommen wird - da Diagnosen unverlässlich sind. Es sind auch in der Folge bei Arzt oder Klinikwechsel Fehlbehandlungen denkbar - u.U. steht in einem Arztbrief etwas, was der Patient gar nicht hat aber wegen seiner Behandlung haben musste.
Unter dem Strich wäre es schön, wenn wir ein halbwegs vernünftiges Gesundheitssystem hätten.
Es ist aber von Politikern und Kaufleuten entwickelt, und wie sollte es da vernünftig sein - was es ja auch nicht ist?
Auf jeden Fall gibt es 100%tig eine Divergenz zwischen Diagnoseanzahl und tatsächlich vorliegender Depression in den bekanntgewordenen Fällen. Das hat natürlich zur Folge, dass wir mit unserem Erkenntnisgewinn im Dunkeln tappen.
So hat unser Kassensystem sich selber ausgetrickst, und steht dringend notwendigen Forschungen zum Thema im Weg.
Folge: Mehrkosten für ein korruptes System.
Ein Witz insgesamt.
Aber es stimmt: durch unser „soziales“ Gesundheitssystem haben wir wahrscheinlich wesentlich mehr Diagnosen „Depression“, als es in Wirklichkeit gibt.
Lieben Gruß
Patrick