Zur Aussagekraft von Lerntheorien

Wer kann mir helfen:
Wo liegt die Aussagekraft von Lerntheorien

  • zunächst ganz allgemein gesprochen?

Was erklären sie?
Was erklären sie nicht?
Woran erkennt man, wann man sie anwendet?

Nehmen wir die behavioristischen Lerntheorien und die kognitivistischen - Kl. und Op. Konditionierung und Modelllernen bspw.: Wo liegen in der Kombination ihrer Anwendung ihre direkt aufeinander bezogenen Möglichkeiten und Grenzen?

Hallo Bob,

könntest Du Deine Fragen präzisieren? Auf welche Anwendungsbereiche beziehst Du Dich? Was meinst Du mit „Aussagekraft“? Und von welchen Lerntheorien sprichst Du? Klassische und Operante Konditionierung sowie Modellernen sind eigentlich keine Lerntheorien, sondern Beschreibungen von Phänomenen. Ich habe den Eindruck, Dir schwebt eine Liste von Bedingungen vor, unter denen man sagen kann, daß behavioristische/kognitivistische/konstruktivistische Lerntheorien zutreffen oder nicht zutreffen. Solche Listen, wenn man sie denn aufstellen könnte, hängen vom Standpunkt dessen ab, der die Listen aufstellt. Ein Behaviorist würde eine andere Liste erstellen als ein Konstruktivist oder ein Kognitivist. Das fängt schon bei der Klassischen Konditionierung an. Bereits Ansätze für diese scheinbar so einfache Lernart unterscheiden sich in wichtigen Punkten voneinander. Ja, selbst der gleiche Forscher hat zum gleichen Phänomen unterschiedliche Auffassungen, je nachdem wie der Stand seiner Forschung ist. So hat z.B. Rescorla ein ziemlich gutes behavioristisches Modell für die Klassische Konditionierung entwickelt, aber trotzdem später die kognitivistische Ansicht zur Klassischen Konditionierung vertreten.

Gruß,

Oliver Walter

Danke, Walter, für die Ausführungen. Sehr konkret war ich in der Tat noch nicht, aber kurz gesagt: Ich will im Unterricht (EW) an „komplexeren“ (nicht zu komplexen!) Fallbeispielen die Lerntheorien (oder Phänomenbeschreibungen, wie du sagst) des

  • Operanten Konditionierens (als Vertreter des Behaviorismus)

  • und des Modelllernens (als Kognitivismusvertreter)
    „anwenden“ lassen: Ziel des ganzen ist die Beantwortung folgender Fragen:

  • Welche Erkenntnisse können wir über die Vorgänge/Lernphänomene in diesem Beispiel gewinnen, wenn wir Theorie a) oder b) als Erklärungsansatz heranziehen?

  • Was wird durch die beiden Theorien (zuerst im Einzelnen, dann zusammen genommen) eben nicht erklärt: Welche Fragen bleiben offen?

Ich will zeigen, dass beide „Theorien“ (wie Theorien im Grunde immer) nur Erklärungs-Ansätze darstellen, die Wirklichkeit aber viel komplexer ist und der Sinn und Zweck der Theorien eben in einem besseren Verstehen derselben steht: Komplexe Wirklichkeit als ein großes Puzzle, in dem wir ein paar wenige Puzzlesteine kennen (uns erklären) und in Relation zueinander stellen können, in dem uns aber immer die meisten Puzzle fehlen.

Bildlich gesprochen, natürlich :o)
Könnt ihr mir in diesem Gedankengang helfen?
Schönen Gruß
Bob

Hallo Bob,

Hilfe bei Deiner Unterrichtsplanung zu den genannten Fragen kannst Du in jedem guten Lehrbuch, das Fragen des Lernens behandelt, finden. Versuch´s doch ´mal mit Walter (dieses Mal der Vorname *g*) Edelmanns Buch „Lernpsychologie“ ISBN: 3621274650 Buch anschauen. Dabei handelt es sich um ein Einsteigerwerk, in dem die wichtigsten Lernformen vorgestellt werden. Ich bin sicher, daß Du anhand dieser Lektüre und der darin gegebenen Beispiele etwas für Deinen Unterricht Sinnvolles auf die Beine stellen kannst.

Gruß,

Oliver Walter

PS:

Danke, Walter, für die Ausführungen.

Walter ist mein Nachname!

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Dank Dir, Oliver, und entschuldige die Verwechslung von Vor- und Zunamen! :o) Mit Lehrbüchern bin ich bereits ausgestattet, die Konstruktion von Beispielen macht mir nur noch etwas Schwierigkeiten, (was aber hoffentlich nur noch eine Frage der Zeit ist): Ich suche ein komplexes Fallbeispiel, in dem sowohl das (Operante) Konditionieren und als auch das Modelllernen Erkenntnisse liefert.
Schönen Gruß
Bob