Hallo!
In Arbeitszeugnissen hat sich die Formulierung „zur vollsten Zufriedenheit“ eingebürgert. Nach meinem Verständnis läßt sich „voll“ nicht steigern. Wie sehen die Sprachgelehrten dieses Brettes den Sachverhalt?
Gruß
Wolfgang
Hallo!
In Arbeitszeugnissen hat sich die Formulierung „zur vollsten Zufriedenheit“ eingebürgert. Nach meinem Verständnis läßt sich „voll“ nicht steigern. Wie sehen die Sprachgelehrten dieses Brettes den Sachverhalt?
Gruß
Wolfgang
Ich arbeite zwar freiberuflich, aber stünde mir ein Arbeitszeugnis zu, würde ich darin nicht gerade gerne ‚zu unserer vollen Zufriedenheit‘ sehen, nur weil dies die korrekte Grammatik so erfordert…
Es HAT sich halt leider eingebürgert.
Gruss, Isabel
Isabel hat recht, und Du Wolfgang, hast auch recht: Voller als voll geht nun mal nicht. Antal
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Hallo Wolfgang,
grundsätzlich hast Du Recht. Grammatikalisch betrachtet handelt es sich um den Elativ (vergleichsloser Superlativ). Er kommt auch bei anderen Wörtern vor. Zum Beispiel: „modernste Maschinen“, „herzlichst“, „in keinster Weise“, „höflichst“. Ob möglichst auch dazu gehört, weiß ich jetzt nicht genau, aber ich glaube ja.
lg michael
Hallo Wolfgang,
das ist meiner Meinung nach die falsche Herangehensweise. Es handelt sich bei Arbeitszeugnissen um einen Code. „Echtes“ Deutsch hat damit nichts zu tun.
Andreas
Du hast Recht. „voll“ lässt sich nicht steigern. Mehr als 100 Prozent geht nunmal in kein Glas.
Das wissen auch die Leute, die Arbeitszeugnisse verfassen.
Aber es hat durchaus seinen Sinn.
Beispiel:
„Er hat die ihm übertragenen Aufgaben zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt“
oder
„Er hat die ihm übertragenen Aufgaben zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt“
Was klingt besser?
Arbeitgeber wissen wie der Hase läuft, wenn sie lesen, dass der Mitarbeiter die Aufgaben nur zur „vollen“ Zufriedenheit erledigt hat…
Das ist also nichts anderes als eine blumige Umschreibung für: „Der Typ hat zwar einiges auf’m Kasten, aber hin und wieder baut er Mist“
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