Es wäre mal wirklich interessant zu erfahren, was hier der
tatsächliche Antrieb der Sender ist.
Hallo Rob,
soweit ich das verstanden habe, will man die Zuschauer von der Fernbedienung fernhalten. Diese zwei-, dreiminütigen Abspänne verlocken zum Umschalten, und sicherlich werden die Sender ihre entsprechenden Studien dazu haben. Mich hingegen verlockt eher der schnelle Abspann oder das Drübersprechen zum Umschalten.
Was ich allerdings nicht verstehe: Einerseits erfolgen ständig solche Kürzungen und man erfährt statt dessen, was man jetzt, gleich, sofort, morgen sehen wird, will also keine Langeweile aufkommen lassen und die Zuschauer möglichst lange im Programm halten, während man andererseits keine Probleme damit hat, Sendungen so sehr in die Länge zu ziehen, daß man statt weg- lieber ausschalten möchte. Ich denke hierbei an die Sportschau der ARD mit ihren langen, sinnleeren Anmoderationen, Interviews, Einspielungen oder die vergangenen Samstag auf RTL gezeigte Sendung Der große Deutsch-Test, bei der es eine knappe halbe Stunde dauerte, bis die erste Aufgabe begann. (Von dem ganzen anderen Zeug à la Big Brother will ich gar nicht reden.)
Das führt zu der Frage, ob der Zuschauer tatsächlich, wie Du meinst: „unbeeindruckt bleibt“, oder ob es völlig gleichgültig ist, inwieweit er sich beeindruckt zeigt. Denn der einzige Maßstab ist die Quote. Wer schon einmal kritische Briefe an die Fernsehsender geschrieben und darauf Antwort erhalten hat, der spürt diese Gleichgültigkeit. Es könnten hunderttausend kritische Briefe bei irgendwelchen Institutionen eintreffen, doch sie müssen nicht berücksichtigt werden, weil sie keine Öffentlichkeit haben oder darstellen und damit hunderttausend Einzelmeinungen bleiben, selbst wenn sie sich alle über das gleiche beklagten. Jeder Briefeschreiber muß denken, daß er anscheinend recht allein mit seiner kritischen Meinung ist - und dabei ist es häufig nur scheinbar so.
Daß die öffentlich-rechtlichen Sender nicht besser sind, stimmt leider. Ausgerechnet sie, die Gebührenbezieher, kupfern beinahe hemmungslos die Programmschemata der Privaten ab. Deshalb haben wir ja auch hier, so wie bei den Parteienwahlen, keine Auswahlmöglichkeiten mehr. Die Sender sind kaum noch zu unterscheiden: jeder sendet eine Daily irgendwas, jeder kürzt an Filmen herum, jeder läßt Sendungen von Unternehmen „unterstützen“. Selbst das, was beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen einen Unterschied darstellte, nämlich Bildung, Information, Dokumentation, trägt zwar noch den Namen, ist jedoch häufig längst zu „Infotainment“ geworden. Bestes Beispiel für mich sind solche Sendungen wie ARD exklusiv oder ZDF.reporter. Hier finden sich auf einmal die drögen 08/15-Reportagen der Privaten wieder: mal ist man mit der Autobahnpolizei unterwegs, dann sogenannten Sozialbetrügern auf der Spur etc. pp.
Wahrscheinlich wird es nicht mehr lange dauern, bis wir auch den „Confrontainment“-Mist bei ARD und ZDF in der ersten Reihe erleben. Und dabei hat der Satiriker Max Goldt bereits in Der Krapfen auf dem Sims so wunderbar festgestellt, daß die ersten Plätze eigentlich nicht die besten sind.
Der dümmste aller Schnitte wird regelmäßig bei "Indiana Jones
- Temple of Doom" vollzogen
Genau! ;o)
Marco