'Zurück in die Zukunft' nur Teil I und III

Hallo Wissende,

vor etwa einem Jahr liefen schon einmal Zurück in die Zukunft Teil 1 und 3. Ohne irgendeine Begründung wurde Teil 2 ausgelassen.

Mich interessiert nun:
1.
…warum der zweite Teil nicht gezeigt wurde und diesmal wieder nicht wird?

(und besonders) 2.
…warum der Grund für 1. nicht nirgends genannt wird?

Merci und ein neiß Uiegännt
-R o b.

…warum der zweite Teil nicht gezeigt wurde und diesmal
wieder nicht wird?

weil die deutschen Verleihrechte im Besitz verschiedener Firmen sind
(Teil 1+3 Bertelsmann AG, Teil 2 Kirch-Media)
TV-Sender erwerben die Ausstrahlungsrechte in Form von sog. Film-„Paketen“, nur selten für einzelne Filme.
weil Bertelsmann und RTL unter einem Dach sind, werden dort vorrangig die Filme „aus dem eigenen Fundus“ gesendet.
(wegen der Kirch-Insolvenz sind die Rechte für Teil 2 derzeit blockiert, mit einer Ausstrahlung ist vorläufig nicht zu rechnen)

Grüße, Michl

…warum der zweite Teil nicht gezeigt wurde und diesmal
wieder nicht wird?

weil die deutschen Verleihrechte im Besitz verschiedener
Firmen sind
(Teil 1+3 Bertelsmann AG, Teil 2 Kirch-Media)
TV-Sender erwerben die Ausstrahlungsrechte in Form von sog.
Film-„Paketen“, nur selten für einzelne Filme.
weil Bertelsmann und RTL unter einem Dach sind, werden dort
vorrangig die Filme „aus dem eigenen Fundus“ gesendet.
(wegen der Kirch-Insolvenz sind die Rechte für Teil 2 derzeit
blockiert, mit einer Ausstrahlung ist vorläufig nicht zu
rechnen)

Hallo Michi,

vielen Dank, das ist ja schon mal was (dafür ein * von mir :o).

Bleiben die Fragen: Der Insolvenzverwalter ist doch per Gesetz dazu verpflichtet im Interesse der Gläubiger zu handeln, was bedeuten müßte, daß der Betrieb bzw. Umsätze durch Handel mit Senderechten aufrechterhalten werden müßte. Warum tut man das nicht?

Und zweitens (siehe mein Ursprungsposting:
Warum wird der Grund für das Fehlen des zweiten Teils nicht dem Zuschauer kommuniziert?

Grüßken
-R o b.

P. S.:
Äh… (*hüstel*) da war noch die frei ausfüllbare Betreffzeile.
Ich mein ja bloß…

Bleiben die Fragen: Der Insolvenzverwalter ist doch per Gesetz
dazu verpflichtet im Interesse der Gläubiger zu handeln, was
bedeuten müßte, daß der Betrieb bzw. Umsätze durch Handel mit
Senderechten aufrechterhalten werden müßte.
Warum tut man das nicht?

… bin in der Sache kein Fachmann, bitte daher die Antwort nur als Vermutung zu bewerten:

Leo Kirchs marktbeherrschende Quasi-Monopolstellung im Handel mit amerikanischen Film-Lizenzen entstand durch seine rigorose Einkaufspolitik, indem er den amerikanischen Markt praktisch leerkaufte. Amerikanische Verleiher verkaufen Top-Hit-Filme in den meisten Fällen in „Package“-Form zusammen mit einer zusätzlichen Anzahl kommerziell weniger erfolgreicher (de facto: unverkäuflicher) Filme. Der Zuschlag für einen Blockbuster ist für den Käufer also mit der Auflage verbunden, dem Verleih zusätzlich auch eine Reihe Ladenhüter/Flops abzunehmen. Somit musste Kirch mit je einem Super-Film gleichzeitig neun Schrottfilme einkaufen, und dieses Package-System seinerseits wiederum den deutschen Sendern aufzwingen.
Die Masseverwalter stehen nun vor dem Problem, dass mit dem sicher lukrativen Verkauf der Einzelrechte für die 10% Highlights aus den Kirch-Beständen zwar die Rosinen aus dem Kuchen gepickt würden, die restlichen 90% Viertel-, Halb- und Totalmüll den er in seinem Hochregal-Lager gebunkert hat auf diese Weise aber vollends entwertet würden.

Warum wird der Grund für das Fehlen des zweiten Teils nicht
dem Zuschauer kommuniziert?

Bin ich überfragt, branchenintern waren die Knebelverträge mit den Package-Lizenzen, welche die Sender unter Druck setzten, jedenfalls vor und nach der Kirch-Pleite stets ein lebhaftes Thema.

P. S.:
Äh… (*hüstel*) da war noch die frei ausfüllbare Betreffzeile.
Ich mein ja bloß…

Äh… was genau --? ; )

Grüße, Michl

Warum kann InsoVerw. nicht branchenüblich handeln?
Salu Michl,

die Sachlage mit dem Paketverkauf war mir bekannt. Das von Dir vermutete Verhältnis von 1:9 allerdings ist allerdings recht gewagt, denn zwischen „Blockbuster“ (kommerzielles Kriterium) und „Schrott-Film“ (künstlerisch-filmisches Kriterium) tummeln sich - meine Vermutung - ca. 40 % aller Filme, darunter die besten überhaupt.

Bleiben die Fragen: Der Insolvenzverwalter ist doch per Gesetz
dazu verpflichtet im Interesse der Gläubiger zu handeln, was
bedeuten müßte, daß der Betrieb bzw. Umsätze durch Handel mit
Senderechten aufrechterhalten werden müßte.
Warum tut man das nicht?

Die Masseverwalter stehen nun vor dem Problem, dass mit dem
sicher lukrativen Verkauf der Einzelrechte für die 10%
Highlights aus den Kirch-Beständen zwar die Rosinen aus dem
Kuchen gepickt würden, die restlichen 90% Viertel-, Halb- und
Totalmüll den er in seinem Hochregal-Lager gebunkert hat auf
diese Weise aber vollends entwertet würden.

Mit Deiner Vermutung distanzierst Du Dich ja von Deiner vorigen Erklärung, denn das hier geschilderte Problem (Entwertung der 90% Müll) bestand doch auch für die Kirch-Media, nicht erst für den Insolvenzverwalter. Anders gesagt: Wenn die Kirch-Media wie andere Rechteinhaber auch diese zu verkaufen verstand, warum kann das ein Insolvenzverwalter nicht? (*wunder*)

Abgesehen davon: Gäbe es denn nicht die Möglichkeit, daß man die Sende rechte für einen einmaligen Termin veräu8ert?

Warum wird der Grund für das Fehlen des zweiten Teils nicht
dem Zuschauer kommuniziert?

Bin ich überfragt […]

Schade, da bin ich nämlich wirklich neugierig. Diese nur als dümmlich zu bezeichnende Informationsrückhaltung der Sender (z. B. der fehlende Hinweis, wenn ein Film geschnitten/gekürzt gesendet wird) entmündigt den Zuschauer vollends.

P. S.:
Äh… (*hüstel*) da war noch die frei ausfüllbare Betreffzeile.
Ich mein ja bloß…

Äh… was genau --? ; )

Naja, es ist mir ja schon etwas peinlich, wenn ich hier immer die Betreffzeilen-Polizei spiele, aber es ist so lästig, wenn man beim kurzen Überfliegen der w-w-w-Bretter nicht sehen kann, inwiefern das Thema sich weiterentwickelt hat. Im Musikrecherchebrett nervt das am meisten, wenn nicht erkennbar ist, ob der Titel gefunden wurde bzw. was es war.

Schöhns Wochenende :o)
-R o b.

‚Zurück in die Zukunft‘ war geschnitten

vor etwa einem Jahr liefen schon einmal Zurück in die
Zukunft
Teil 1 und 3. Ohne irgendeine Begründung wurde
Teil 2 ausgelassen.

Hallo Rob,

es hat zwar nichts mit Deiner Frage zu tun, aber weil ich zufällig Deine Zeilen las, möchte ich kurz anfügen, daß aus einem mir unerfindlichem Grund zmindest an einer Stelle der erste Teil geschnitten worden war: nachdem Marty gegen Filmende „Johnny Be Goode“ gespielt hat und die Schülerschaft ihn entgeistert anschaut, fehlt der Schnitt auf ihn zurück und die Bemerkung „Ihr seid noch nicht so weit…“; statt dessen folgt gleich die Szene, in der er eine Treppenhaustür öffnet und auf seine Eltern trifft. (Wer käme auf die Idee, ein Bild von Rubens zu beschneiden, weil es zu groß für den Galerieraum ist?) Vielleicht ist das auch noch jemandem anderen aufgefallen.
   Ich habe aufs Weitergucken verzichtet und mir den dritten Teil erst gar nicht angetan. Entweder sollte es bei solch seltsamer Herumschneiderei einen Hinweis darauf vor dem Film geben, damit man selbst entscheiden kann, ob man sich so etwas überhaupt ansehen will, oder man sollte vielleicht darauf verzichten, bei den Privaten Spielfilme anzuschauen. (Wohlgemerkt, ich spreche nicht von Schnitten aufgrund des Jugendschutzes.)

Marco

Unangekündigt gekürzte Sendungen sind die Regel

es hat zwar nichts mit Deiner Frage zu tun, aber weil ich
zufällig Deine Zeilen las, möchte ich kurz anfügen, daß aus
einem mir unerfindlichem Grund zmindest an einer Stelle der
erste Teil geschnitten worden war: nachdem Marty gegen
Filmende „Johnny Be Goode“ gespielt hat und die Schülerschaft
ihn entgeistert anschaut, fehlt der Schnitt auf ihn zurück und
die Bemerkung „Ihr seid noch nicht so weit…“; statt dessen
folgt gleich die Szene, in der er eine Treppenhaustür öffnet
und auf seine Eltern trifft. (Wer käme auf die Idee, ein Bild
von Rubens zu beschneiden, weil es zu groß für den Galerieraum
ist?) Vielleicht ist das auch noch jemandem anderen
aufgefallen.

Hallo Marco,

dem pflichte ich bei. Wie ich schon weiter unten in diesem Thread schrob:
„Diese nur als dümmlich zu bezeichnende Informationsrückhaltung der Sender (z. B. der fehlende Hinweis, wenn ein Film geschnitten/gekürzt gesendet wird) entmündigt den Zuschauer vollends.“

Es hängt vielleicht damit zusammen, daß die von Werbung beeinflußbare Zuschauergruppe (geringere Bildung etc.) von solchen Maßnahmen unbeeindruckt bleibt und Sendelängenanpassungen für optimale Werbeinseln mit Schulterzucken quittiert und trotzdem anschaltet. Anders kann ich mir nicht erklären, weshalb so viele Sender einen Teil ihrer Zuschauer vergrault.

Die öffentlich Rechtlichen sind in dieser Hinsicht nicht besser. Dort wird ebenfalls geschnitten und gestutzt ohne daß dies angekündigt wird. Abspänne laufen selbst bei arte beschleunigt oder übersprochen.

Es wäre mal wirklich interessant zu erfahren, was hier der tatsächliche Antrieb der Sender ist.

Grüßken
-R o b.

P. S.:
Der dümmste aller Schnitte wird regelmäßig bei „Indiana Jones - Temple of Doom“ vollzogen: Der Hohepriester geht auf das lebendige Menschenopfer zu, grinst hämisch Indiana Jones guckt aus seinem Versteck zu Der Hohepriester steht ganz anders und hält etwas brennendes in der Hand Indiana Jones: „Unglaublich! Der Junge lebt noch!“

Es wäre mal wirklich interessant zu erfahren, was hier der
tatsächliche Antrieb der Sender ist.

Hallo Rob,

soweit ich das verstanden habe, will man die Zuschauer von der Fernbedienung fernhalten. Diese zwei-, dreiminütigen Abspänne verlocken zum Umschalten, und sicherlich werden die Sender ihre entsprechenden Studien dazu haben. Mich hingegen verlockt eher der schnelle Abspann oder das Drübersprechen zum Umschalten.
   Was ich allerdings nicht verstehe: Einerseits erfolgen ständig solche Kürzungen und man erfährt statt dessen, was man jetzt, gleich, sofort, morgen sehen wird, will also keine Langeweile aufkommen lassen und die Zuschauer möglichst lange im Programm halten, während man andererseits keine Probleme damit hat, Sendungen so sehr in die Länge zu ziehen, daß man statt weg- lieber ausschalten möchte. Ich denke hierbei an die Sportschau der ARD mit ihren langen, sinnleeren Anmoderationen, Interviews, Einspielungen oder die vergangenen Samstag auf RTL gezeigte Sendung Der große Deutsch-Test, bei der es eine knappe halbe Stunde dauerte, bis die erste Aufgabe begann. (Von dem ganzen anderen Zeug à la Big Brother will ich gar nicht reden.)

Das führt zu der Frage, ob der Zuschauer tatsächlich, wie Du meinst: „unbeeindruckt bleibt“, oder ob es völlig gleichgültig ist, inwieweit er sich beeindruckt zeigt. Denn der einzige Maßstab ist die Quote. Wer schon einmal kritische Briefe an die Fernsehsender geschrieben und darauf Antwort erhalten hat, der spürt diese Gleichgültigkeit. Es könnten hunderttausend kritische Briefe bei irgendwelchen Institutionen eintreffen, doch sie müssen nicht berücksichtigt werden, weil sie keine Öffentlichkeit haben oder darstellen und damit hunderttausend Einzelmeinungen bleiben, selbst wenn sie sich alle über das gleiche beklagten. Jeder Briefeschreiber muß denken, daß er anscheinend recht allein mit seiner kritischen Meinung ist - und dabei ist es häufig nur scheinbar so.

Daß die öffentlich-rechtlichen Sender nicht besser sind, stimmt leider. Ausgerechnet sie, die Gebührenbezieher, kupfern beinahe hemmungslos die Programmschemata der Privaten ab. Deshalb haben wir ja auch hier, so wie bei den Parteienwahlen, keine Auswahlmöglichkeiten mehr. Die Sender sind kaum noch zu unterscheiden: jeder sendet eine Daily irgendwas, jeder kürzt an Filmen herum, jeder läßt Sendungen von Unternehmen „unterstützen“. Selbst das, was beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen einen Unterschied darstellte, nämlich Bildung, Information, Dokumentation, trägt zwar noch den Namen, ist jedoch häufig längst zu „Infotainment“ geworden. Bestes Beispiel für mich sind solche Sendungen wie ARD exklusiv oder ZDF.reporter. Hier finden sich auf einmal die drögen 08/15-Reportagen der Privaten wieder: mal ist man mit der Autobahnpolizei unterwegs, dann sogenannten Sozialbetrügern auf der Spur etc. pp.
   Wahrscheinlich wird es nicht mehr lange dauern, bis wir auch den „Confrontainment“-Mist bei ARD und ZDF in der ersten Reihe erleben. Und dabei hat der Satiriker Max Goldt bereits in Der Krapfen auf dem Sims so wunderbar festgestellt, daß die ersten Plätze eigentlich nicht die besten sind.

Der dümmste aller Schnitte wird regelmäßig bei "Indiana Jones

  • Temple of Doom" vollzogen

Genau! ;o)

Marco

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