Zurückgekehrte Auswanderer

Hallo Ihr Lieben,

wahrscheinlich bin hier im falschen Brett - vielleicht könnt ihr mir Tips gebe und/oder Links nennen, wo ich mit meiner Frage weiter komme.

Uns interessiert, aus welchen Gründen Menschen, die ausgewandert waren, nach Deutschland zurückgekommen sind. Wir erhoffen uns dadurch, unsere Motive von anderen Seiten her zu beleuchten und unser Vorhaben nochmals zu überdenken.

LG
Sarah

Hallo Sarah,

ganz fallen wir nicht in dein Profil. Wir sind
nie aus Deutschland ‚ausgewandert‘, haben aber im
Endeffet 25 bzw. 30 Jahre im Ausland gelebt (in
Suedafrika, Zimbabwe, Saudi Arabien). Es war eigentlich
nicht geplant, nach Deutschland zurueckzukehren,
warum es trotzdem geschehen ist, hat mit der Firma
und den Jobangeboten zu tun.

Ich kenne allerdings einige Aus- und Rueckwanderer,
nicht nur Deutsche, sondern auch Amerikaner, Englaender
und Suedafrikaner.

Viele Menschen unterschaetzen, was es heisst in einem
neuen Land anzufangen, mit der total anderen Kultur
(und glaub mir: weisse Suedafrikaner z.B. tun sich
relativ leicht in kanadischem und australischem Umfeld,
oberflaechlich gibt es viele Gemeinsamkeiten, und
trotzdem geht es oft nicht gut).
Was im Urlaub reizt, kann im Alltag in groessere Probleme
oder Isolierung umschlagen.

Da Suedafrika Ende in der Zeit, in der wir dort lebten,
immer wieder Wellen von Auswanderern hatte, gab es oefter
Zeitungsartikel und Berichte, die das Auswandern an sich
beleuchteten. WEnn ich mich recht erinnere, war ein
wichtiges Kriterium das Alter. Je juenger man beim
Auswandern ist, desto groesser sind die Chancen, dass man
sich einlebt. Das gleiche gilt, wenn es sich um junge
Familien mit ganz jungen Kindern handelt - also dass die
Kinder dann bereits in der Fremdkultur grossswerden.

Ganz generell wuerde ich sagen, dass ‚auswandern‘ heutzutage
nicht unbedingt das Alles-oder-Nichts-Szenario sein muss.
Man muss nicht alle Bruecken hinter sich verbrennen und
kann sich langsam vortasten und sehen, ob man es wirklich
‚fuer immer‘ machen will.

Gruesse
Elke

Hallo Elke,

obwohl ich „in jungen Jahren“ schon mal ein Jahr im Ausland gelebt habe, weiß ich, dass es einen Unterschied macht, wenn man weiß man kehrt bald zurück, oder aber man bleibt für (sehr) lange (ich denke auch, dass man immer wieder zurückkommen kann).

Unsere älteste ist 12 Jahre alt, die Kleinste 2. Mit Kindern muß man doppelt überlegen.

Danke erst mal,
LG
Sarah

Hi,

naja, wenigstens fiel in deinem Artikel nicht das gr**-Wort :smile:

ganz fallen wir nicht in dein Profil. Wir sind
nie aus Deutschland ‚ausgewandert‘,

das hört sich auch nicht so an, als ob ihr „von D nach X“ gezogen seid sondern eher „in der Welt rum“. Hört sich für mich ein bißchen so an wie Botschaftsmitarbeiter die nie irgendwo heimisch werden sollen und deswegen laufend umziehen müssen.
Warum bist du damals weg? Und warum bist du dort hin wo du warst und nicht wo anders hin? Job, das Land, die Leute, das Klima? Was war entscheidend?

Was im Urlaub reizt, kann im Alltag in groessere Probleme
oder Isolierung umschlagen.

Was meinst du denn hier konkret? Klar darf man „Leben“ nicht mit Urlaub verwechseln. Grade wenn Urlaub Pauschalreise bedeutet, man im Hotel lebt, nur Freizeit hat und viel Geld ausgibt (zumindest mehr als in D). In einem deutschen Hotel leben ist auch nicht deutscher Alltag.

Man muss nicht alle Bruecken hinter sich verbrennen

Aber geschieht das nicht von selbst? Wer bleibt denn noch übrig als Verbindungsperson? Nach 6Monaten vielleicht alle, nach 12 kennt man die Ex-Kollegen nicht mehr und die flüchtigen Bekannten, nach 2 Jahren bleiben noch gute Freunde und nach 5-10 Jahren vielleicht noch ein guter Freund und die Familie wenn man eine hat. Oder stimmt das so nicht?

und
kann sich langsam vortasten und sehen, ob man es wirklich
‚fuer immer‘ machen will.

Aber birgt das nicht die Gefahr sich vor lauter Rückzugsschutz dem Weg nach vorne nicht richtig zu widmen?

gespannte Grüße,
J~

Hallo !

Ich war sehr oft in Australien und habe mich dort in den deutschen Clubs mit deutschen Auswanderern unterhalten.
In diesen Clubs verkehren alle deutschsprachigen Einwanderer, also Deutsche, Österreicher und auch Deutschschweizer.
Eingewandert waren sie in den 50er-Jahren, als es wenig Hoffnung für Europa und vor allem Deutschland und Österreich gab.

Diese Leute sind besser über das politische Leben in ihren Herkunftsländern interessiert, als wir dort Lebenden.

Fast alle, die in den Clubs verkehren, haben Heimweh. Sie sind nicht in der Lage, sich in Australien zu integrieren.
Ihre Kinder und Enkel schon.
Die es sich leisten können, fliegen jedes Jahr mindestens einmal nach Deutschland/Österreich.

Die meisten dieser Einwanderer aus den 50er, 60er wollen zurück nach Deutschland/österreich. Aus Heimweh und der Erkenntnis, dass Australien nicht das gelobte Land ist.

Dann, in den 80/90er Jahren erlebten wir die neue Generation der Einwanderer. Arbeiten, die von den Australiern nicht besonders beliebt sind, wie Schiffsreparaturen oder Arbeiten direkt an den Motoren der Schiffe, wurden teilweise von jungen deutschen Einwanderern ausgeführt. Das sind Arbeiten, für die man in Deutschland kaum noch Personal bekommt.
Auch diese neuen Einwanderer wollten, wenn sich an dieser Situation nichts ändert, zurück nach Deutschland.
Also aus Enttäuschung über die Arbeitssituation und auch, das darf man nie vergessen, über die Kulturlosigkeit des Landes. Das Operngebäude in Sydney reißt nicht alles raus.

mfgConrad

Zurückgekehrte Auswanderer (Achtung: ellenlang!)
Hi Jame~,

grü…
(extra fuer dich!)

das hört sich auch nicht so an, als ob ihr „von D nach X“
gezogen seid sondern eher „in der Welt rum“. Hört sich für
mich ein bißchen so an wie Botschaftsmitarbeiter die nie
irgendwo heimisch werden sollen und deswegen laufend umziehen
müssen.

Nein. Ganz anders.

Warum bist du damals weg?

3 Gruende.
Einer, der nur mit mir zu tun hatte. Ich wollte etwas
anderes erleben als Deutschland. Meine Schwester hatte
in Amerika und Suedafrika gelebt und ich fand das toll
(ich war uebrigens 20).
Der andere war mein Studienfach. Ich habe Theaterwissen-
schaft studiert. Ein trockenes Theoriefach. Das Parallelfach
in angelsaechsischen Laendern beinhaltet neben Film- und TV-
Theorie, auch Praktisches wie Schauspielunterricht, Regie-
unterricht, Buehnenbildnerei, Kostuembildnerei, Tanz&Bewegung,
Sprachunterricht usw. Bevor der dritte Grund eintrat, hatte
ich schon die Fuehler ausgestreckt, um eventuell in England
oder Amerika studieren zu koennen, oder wenigstens dort ein
paar Semester einzulegen.
Der dritte Grund war - ganz pathetisch ausgedrueckt - die
Liebe. Ich lernte diesen Typ kennen, der in Suedafrika
lebte und arbeitete. Keine zwei Monate spaeter war ich
in Suedafrika und wir waren verheiratet (nur probeweise,
weil ich sonst nur schwer ein Aufenthaltsvisum gekriegt haette;
das ist fast 26 Jahre her).
Und warum bist du dort hin wo du

warst und nicht wo anders hin?

Wie gesagt, konkret fuer DIESES Land war in dem Fall der
Mann ausschlaggebend. Aber dadurch, dass meine Schwester
einige Jahre vorher in Suedafrika gelebt hatte, wollte ich
schon immer mal hin. Ich kann heute nicht mehr sagen, ob
ich mich erst dort in Afrika und die Menschen verliebt
habe, oder ob das schon vorher der Fall war. Interesse
fuer die suedafrikanische (Un-)Politik hatte ich vorher
schon grosses.

Was im Urlaub reizt, kann im Alltag in groessere Probleme
oder Isolierung umschlagen.

Was meinst du denn hier konkret? Klar darf man „Leben“ nicht
mit Urlaub verwechseln. Grade wenn Urlaub Pauschalreise
bedeutet, man im Hotel lebt, nur Freizeit hat und viel Geld
ausgibt (zumindest mehr als in D). In einem deutschen Hotel
leben ist auch nicht deutscher Alltag.

Damit meine ich ganz konkret: das Andersartige (schoen
wischi-waschi, gell?)
Aber was Conrad oben beschreibt: die Deutschen hocken im
Ausland immer in deutschen Clubs und deutschen Cliquen
zusammen (*wuerg*). Auch in Dschiddah bin ich in diese
FAlle geraten, schon allein deshalb, weil die Kinder dort
in die deutsche Schule gingen und man lernt dann ganz
schnell deutsche Leute kennen und rutscht in diese Ecke.
Zum Glueck sprechen wir alle gut genug Englisch, so dass
wir nicht nur dort waren (die deutschen Cliquen sind, gerade
in Saudi, besonders von Neuen-Bundeslaender-Deutschen besucht,
weil die oft keinen oder wenig Englischunterricht hatten,
das isoliert dann noch mehr). In diesen Gruppen wird versucht
„deutsches Kulturgut ins Ausland“ zu retten. Meistens fand
ich das aetzend. Aber nach 18 Jahren Afrika (das nur zu
deinem „in der Welt rumgereist“, es war schon konkret: in
Afrika bleiben, es lag an der Arbeitsmarktsituation, dass
es anders wurde) und sehr wenig deutschen Bekannten dort
(die letzten Jahre in Harare gar keine - nicht mangels Masse),
war es schon auch interessant in Saudi in deutsche Gruppen
zu kommen und sich dort ueber Dinge selbstverstaendlich
unterhalten zu koennen, die eben mit Menschen anderer Nationalitaeten
nicht selbstverstaendlich sind (das mag Politikverstaednis
[nicht unbedingt Tagespolitik], oder Kindheitserinnerungen sein,
oder Ansprueche an Schule und Erziehung usw.). Mir wurde erst
dann bewusst, dass das eben auch anders sein kann, wie ich das
erlebt habe. Dann die „Kulturlosigkeit“ die Conrad anspricht.
Ich haette es anders ausgedrueckt, es fehlt eher die euro-
zentrische Kultur. Und wenn sie da ist, oft als Abklatsch.
Privatleben laeuft in Suedafrika (und soweit ich von Freunden
weiss auch in Australien) ganz anders. Es gibt kaum die
Moeglichkeit der ‚netten Kneipe‘, wo man mal hingeht. Das
ist entweder eine CLub/Disco oder eine Bar. Man geht ins
Restaurant oder man geht zu jemand nach Hause. Theater usw.
findet man fast nur in den Grossstaedten, das gleiche gilt
fuer Musikveranstaltungen usw.
Mein Urlaubsvergleich war eher so gedacht: das Andere lebt sich
fuer ein paar Wochen schoen (auch wenn es nicht tourismus-
maessig anders ist , sondern wirklich), aber was einem wirklich
fehlt, merkt man erst nach einiger Zeit. Auf ganz banaler Ebene:
nie haette ich gedacht, dass mir Schaumkuesse fehlen wuerden.
Aber das war immer das erste, was ich mir im Urlaub in Deutschland
reingeschoben habe.

Man muss nicht alle Bruecken hinter sich verbrennen

Aber geschieht das nicht von selbst? Wer bleibt denn noch
übrig als Verbindungsperson? Nach 6Monaten vielleicht alle,
nach 12 kennt man die Ex-Kollegen nicht mehr und die
flüchtigen Bekannten, nach 2 Jahren bleiben noch gute Freunde
und nach 5-10 Jahren vielleicht noch ein guter Freund und die
Familie wenn man eine hat. Oder stimmt das so nicht?

Komisch, nein. Aber ich war schon immer gut im Briefe schreiben
und hab mir meine Kontakte erhalten.
Die Familie, logo, die bleibt.
Mit zwei Schulfreunden und einem Komilitonen hatte ich immer
regen Brief (eMail)-Kontakt. Wobei ich ja mit 20 zu einer
Zeit wegging, wo man sich sowieso neu orientiert.
Die guten Freunde, die ich in Deutschland habe, sind
zwei Ehepaare ,die wir in Suedafrika kennengelernt haben,
die aber lange vor uns nach D zurueckgekehrt sind, bzw.
zwei ehemaligen Klassenkameradinnen (noch aus der Grund-
schule), die mir mal im Urlaub ueber den Weg liefen und
wo dann aus einer Einladung eben Freundschaft wurde, die
auch ueber Distanz funktioniert (und hoffentlich jetzt auch
die Naehe aushaelt!).

und
kann sich langsam vortasten und sehen, ob man es wirklich
‚fuer immer‘ machen will.

Aber birgt das nicht die Gefahr sich vor lauter Rückzugsschutz
dem Weg nach vorne nicht richtig zu widmen?

Kommt drauf an, wie man es macht. Natuerlich ist die Gefahr
vorhanden, stimmt schon, aber meine Erfahrung ist, dass die
anderen (die es ‚mit allem‘ machen) viel eher die Beute
von deutschen Klubs werden, dort in einer Nostalgie rum-
haengen, die wenig mit Deutschland wie es heute ist, zu tun
hat, aber wegen der Kinder (die 100%ig Suedafrikaner oder
was auch immer sind) nicht nach D zurueckkehren).

gespannte Grüße,

Und - ist die Spannung jetzt weg?

Schoene Gruesse
Elke

1 „Gefällt mir“

Hi Elke,

danke für die Erklärungen! Werde deine Antwort mal speichern.
Mich reizt es auch mal weg zu gehen aber bis jetzt hat sich noch kein Weg finden lassen. Das Problem nach der Studienzeit ist und bleibt logischerweise der Job.

Aber was Conrad oben beschreibt: die Deutschen hocken im
Ausland immer in deutschen Clubs und deutschen Cliquen
zusammen (*wuerg*).

*grins*
Als ich in Spanien war habe ich gerne die CostaBlancaNachrichten gelesen. Das ist so eine Art Klatschblatt/Ärzte-/Handwerkerliste für dort lebende Deutsche. Ich 'glaub einige Leute kommen nie dort an wo sie wohnen… Fand die Zeitung trotzdem lustig…

Dann die „Kulturlosigkeit“ die Conrad anspricht.
Ich haette es anders ausgedrueckt, es fehlt eher die euro-
zentrische Kultur.

Was ist denn eurozentrische Kultur?

Und wenn sie da ist, oft als Abklatsch.
Privatleben laeuft in Suedafrika (und soweit ich von Freunden
weiss auch in Australien) ganz anders.

Ja, sowas hörte ich auch von Skandinavien. Die Menschen treffen sich mehr privat, gehen weniger „los“. Das ist aber ein Gedanke der mir gefällt, nicht abschreckt.

Theater usw.
findet man fast nur in den Grossstaedten, das gleiche gilt
fuer Musikveranstaltungen usw.

Hmm, was mich am meisten reizt sind andere Menschen. Oben genanntes finde ich eigentlich nicht soo erstrebenswert.

nie haette ich gedacht, dass mir Schaumkuesse fehlen wuerden.

Das heißt in D immer noch Negerkuss :wink:))

Die Familie, logo, die bleibt.
Mit zwei Schulfreunden

…das klingt schon nach relativ vielen Leuten. Kann mir nicht vorstellen, dass das repräsentativ ist *grübel*

Und - ist die Spannung jetzt weg?

Nein, eher gestiegen :smile:

Viele Grüße,
J~

Alle sind verschieden
Hallo Sarah,

dem thread entnehme ich, Daß Du Kinder von 12 und 2 Jahren hast und untenstehender Text legt nahe, daß Du und Deine Familie überlegen, aus Deutschland auszuwandern.

aus welchen Gründen Menschen,
die ausgewandert waren, nach
Deutschland zurückgekommen sind.
Wir erhoffen uns dadurch, unsere
Motive von anderen Seiten her zu
beleuchten und unser Vorhaben
nochmals zu überdenken.

Ich bin 1969 nach Südafrika ausgewandert. Wahrscheinlich war ich dort etwa zur gleichen Zeit als Elke. Auch Elke hat sich bereits negativ über die von Jame~ angesprochenen „Deutschen“ Clubs geäußert. Die Leute, die dort verkehren haben alle Heimweh, es stimmt.

Ein Sprichwort: „Hüte Dich vor Sturm und Wind und den Deutschen, die im Ausland sind!“

Wenn Du Dich von den „Deutschsprachigen“ fern hältst, kann es Dir so wie mir passieren, daß Du Dich gut integrierst.

Die Beschwerde wegen der mangelnden „Kultur“ kann ich nicht beurteilen, weil ich darauf keinen Wert lege.

Auf alle Fälle habe ich meinen Gesichtskreis (und meine Denkungsweise) sehr erweitert und glaube auch, daß es Deinen Kindern gut tun würde, ein paar Jahre außerhalb der eingefahrenen Geleise in Deutschland aufzuhalten.

Bei der Gelegenheit habe ich noch eine Frage an Elke: „Wie hältst Du es so lange bei den Arabern aus?“ Mir hat ein Jahr in Kairo mehr als gereicht, und dort ist das „Arabertum“ noch gemäßigt.

Grüße, Rudolf
PS: Deine Frage, warum ich von SA weggefahren bin: Aus beruflichen Gründen, weil ich Geld verdienen wollte.

Arabien
Hallo Rudolf,

Bei der Gelegenheit habe ich noch eine Frage an Elke: „Wie
hältst Du es so lange bei den Arabern aus?“ Mir hat ein Jahr
in Kairo mehr als gereicht, und dort ist das „Arabertum“ noch
gemäßigt.

Ich bin doch gar nicht mehr dort :wink:
Und sieben Jahre hab ich’s ausgehalten.
Aber in Saudi herrscht vor allem ‚ex-pat‘-Kultur,
die Saudis selber bleiben eher unter sich.

Gruesse
Elke

PS: mit Aegyptern kann ich im Allgemeinen auch nicht,
Ausnahmen bestaetigen die Regel.

Hi Jame~.

Dann die „Kulturlosigkeit“ die Conrad anspricht.
Ich haette es anders ausgedrueckt, es fehlt eher die euro-
zentrische Kultur.

Was ist denn eurozentrische Kultur?

Shakespeare. Und der ganze Kanon.
(wobei es eine wunderbare afrikanische Adaption des schottischen
Stuecks gibt und John Kani als Othello einfach umwerfend war).
Opern und Operetten. Die gibt es schon auch.
Aber immer seltener. Es gibt afrikanische Schriftsteller,
Regisseure, Schauspieler, Saenger usw. und die muessen sich
nicht immer nur europaeischer Themen annehmen.

Hmm, was mich am meisten reizt sind andere Menschen. Oben
genanntes finde ich eigentlich nicht soo erstrebenswert.

Menschen treffen sich auch im Theater.

nie haette ich gedacht, dass mir Schaumkuesse fehlen wuerden.

Das heißt in D immer noch

So hat es bei uns noch nie geheissen. Aber auch diesen
NAmen benutze ich nicht mehr. Meine Soehne beschweren
sich, und wie ich glaube, zu recht.
(ich will die alte Diskussion nicht wieder anzetteln,
wen meine Meinung dazu interessiert, der suche im Archiv)

…das klingt schon nach relativ vielen Leuten. Kann mir nicht
vorstellen, dass das repräsentativ ist *grübel*

Dann kommt’s doch auf die Leute an, oder?

Ich glaube, Freunde muss man sich erarbeiten und mit „Arbeit“
erhalten. Das klappt mit manchen auch auf die Ferne, mit
anderen nicht.
Mein Mann hat z.B. noch mit einem Schulkameraden Kontakt.
Der sieht aber so aus, dass wir alle zwei Jahre mal dort
vorbeischneien. Wir verleben dann einen schoenen Tag und
dann hoeren wir nichts voneinander (ausser vielleicht
Jahres-End-Post). Trotzdem koennten wir dort hinkommen,
die Kinder abladen und sagen: kuemmert euch mal fuer ein
paar Tage, wir brauchen das und im Moment wissen wir
niemand anders zum Fragen. Wenn wir da aber nicht
immer mal wieder hinfahren wuerden, waer das eingeschlafen.

Schoene Gruesse
Elke

Hallo Sarah,

Uns interessiert, aus welchen Gründen Menschen, die
ausgewandert waren, nach Deutschland zurückgekommen sind. Wir
erhoffen uns dadurch, unsere Motive von anderen Seiten her zu
beleuchten und unser Vorhaben nochmals zu überdenken.

So ganz trifft es auf mich nicht zu denn ich lebe NICHT in Deutschland…

Das erste Mal „ausgewandert“ bin ich mit 23, der Grund war die Liebe. 2 Jahre Kreta ohne einen „richtigen“ Job, wir hatten Schafe, Ziegen, Hunde, eine Brutmaschine und einiges mehr. Immer wenig Geld aber ich moechte die Zeit nicht missen.

Damals bin ich zurueck nach Deutschland weil die Beziehung kaputt und ich schlicht pleite war. Ich spreche zwar die Sprache habe aber arge Schwierigkeiten selbige zu lesen oder schreiben von daher war es fast unmoeglich einen Job zu bekommen.

Ich bin dann zwar eine ganze Weile in Deutschland gewesen aber gefallen hat es mir nicht sonderlich. Vor etwas ueber 8 Jahren hat’s mich dann wieder gepackt, ich war arbeitslos & wollte schon immer 'mal nach Irland. Als ich dann einen Zeitvertrag fuer ein halbes Jahr bekam bin ich los - und ich bin immer noch hier, habe derzeit auch keinerlei Plaene nach Deutschland zurueckzukehren.

Irland ist sicher weniger ein „Kulturschock“ als Griechenland oder Afrika, das gebe ich zu. Aber ich haette in Deutschland arge Schwierigkeiten, glaube ich, das faellt mir bei jedem Besuch auf, die Mentalitaet der meisten Leute ist einfach nix fuer mich. Abgesehen davon bin ich vermutlich fuer den deutschen Arbeitsmarkt „zu alt“, es waere sicher schwierig einen Job zu finden.

Kontakte habe ich natuerlich zu meiner Familie aber auch noch zu einer handvoll Freunden. Das sind aber schon groesstenteils welche mit denen ich schon in der Grundschule war bzw wir kennen uns halt seit ueber 25 Jahren.

Ergaenzend vielleicht noch, dass ich nur aus sehr persoenlichen Gruenden zurueck nach Deutschland gehen (Familie, Krankheit) wuerde.

liebe Gruesse von der gruenen Insel (auf der man auch mit ueber 40 noch relativ easy einen Job finden kann),
Astrid