Hi Snej,
ich für meinen Teil halte gar nichts vom Durchjubeln der Gänge nach unten, wenn Du an eine rote Ampel ranfährst. Dafür haben moderne Autos Bremsen. Diese Unsitte kann man bei manchen Leute sehen, die offensichtlich zu viel Geld haben.
Jeder Schaltvorgang belastet die Kupplung. Zugegebenermaen ist die Kupplung ja dafür gebaut, unterschiedliche Drehzahlen der Kurbelwelle und der Getriebeantriebswelle auszugleichen. Sie tut dies durch Reibung zweier kriesförmiger Platten aneinander. Die Zeit, bis beide Wellen snychron laufen ist je nach Schaltart mehr oder minder kurz. Die Kupplung ist mit einem Belag versehen, der sich nach einer gewissen Nutzungsdauer - natürlich abhängig von der Anzahl der Schaltvorgänge - soweit abnutzt, daß die Kupplung ausgetauscht werden muß.
Nun ist es so, daß ein austausch der Kupplung in einer Werkstatt wesentlich teurer ist als ein simples Austauschen der Bremsbeläge. Zum Tauschen der Kupplung muß nämlich das Getriebe vom Motor vollständig gelöst werden und den nötigen Bauraum für die Kupplung freigeben. Unter Umständen muß sogar das Getriebe entfernt werden, um an die Kupplung heranzukommen.
Da diese Prozedur je nach Fahrzeug mehr oder weniger zeitaufwendig ist, kommt man schnell auf Kosten jenseits von €500. Im Vergleich dazu ist das Wechseln der Bremsbeläge mit etwa €200 vergleichsweise billig.
Wenn Du also an eine Ampel heranfährst, die gerade eben auf rot umgesprungen ist, solltest Du den Wagen mit dem eingelegtem Gang, in dem Du eben noch gefahren bist (meist 4. oder 5. Gang in der Stadt), herunterbremsen und kurz vor Leerlaufdrehzahl die Kupplung treten. An der Ampel solltest Du dann den Leerlauf einlegen und die Kupplung wieder kommen lassen. Springt die Ampel auf Gelb um, kannst Du bequem den ersten oder zweiten Gang einlegen und normal losfahren.
Das ist von den Kosten her allemal günstiger, als alle Gänge bis runter zum ersten Gang durchzuprügeln, nur um die Bremsen zu schonen.
Im Übrigen tut es den Bremsen auch sehr gut, wenn man häufiger mal richtig in die Eisen geht. Ich mache das regelmäßig, wenn ich von einer Landschaft in eine Ortschaft hineinfahre. Ich bremse relativ spät und hart von 100 auf 50 km/h herunter. Das schafft Dir lästige Beläge auf den Bremsscheiben vom Hals und man hat einfach ein besseres Gefühl, wie hart man die Bremse treten muß, um eine bestimmte Verzögerung zu erreichen.
Bis denn dann,
Felix
250 TD, 210 TKM