Zusammenhang nervenleitgeschwindigkeit/dopamin

ich habe mb.parkinson seit langem zweiel ich daran daß meine ausgeprägte muskelschwäche allein durch den parkinson bedingt ist,sondern -bei taubheit der zehen 2-4 beiderseits-eine nervenkomprssion mitwirken kann.für mich stellt sich jetzt die frage,ob bei kompressionsbedingter minderung der nervenleitgeschwindigkeit eine kompensatorische erhöung der impulsfrequenz erfolgt und damit ein größerer dopaminbedarf entsteht.die frage entstand weil inwischen 4 bandscheibenvorfälle im lws.bereich festgestellt wurden

Hallo Rolf,

ich kenne keinen Zusammenhang zwischen MORBUS Parkinson und Störung der Nervenleitung: denn mit M. Parkinson ist der Mangel an Dopamin in bestimmten Hirnzentren aus unbekannter Ursache gemeint.

Anders beim Parkinson-SYNDOM. Hier können bestimmte Vergiftungen zu beiden Störungen führen: zum Beispiel kann eine chronische Bleivergiftung sowohl zu einem Parkinson-Syndrom führen (Symptome die gleichen wie beim M. Parkinson) als auch zu einer Nervenstörung.

Diese zwei Bereiche sind darum so genau auseinanderzuhalten, weil jede Art Parkinson eine Erkrankung des ZENTRALEN Nervensystems ist (= Gehirn und Rückenmark; i.Fall des Parkinson: einiger Hirnbereiche), eine Nervenstörung aber eine des PERIPHEREN Nervensystems (Nervenwurzeln und Nerven). Aber, wie gesagt, Blei und einige andere Vergiftungen können beide schädigen, diese speziellen Hirnareale UND die peripheren Nerven.

Was Du schilderst, könnte also (auch) auf vielleicht nur eine Ursache zurückzuführen sein, aber auch zweierlei verschiedene Gründe haben. Dein Lendenwirbelsäulenbefund könnte dafür sprechen.
Denn was schützt einen Menschen, der einen MORBUS Parkinson hat, vor Lendenwirbelsäulenverschleiß (wie ihn jeder haben bzw. bekommen könnte) und Bandscheibenvorfällen? Die Taubheitsgefühle an den Füßen könnten sowohl in etwa der Nervenwurzelversorgung L5 (= Bandscheibenschadens - bedingt)als auch der des peripheren N. peroneus entsprechen, der sich z.T. aus L5 speist.

Ich fände, Du wärest am besten in den Händen eines soliden Neurologen aufgehoben mit dieser Symptomkombination. Der auch die Weichen für Deine weiteren Untersuchungs- und Therapiestrategien stellen sollte.
Daß es für einige der unerfreulichsten Parkinson-Symptome Hirnstimulations-OPs gibt, weißt Du sicher? Auch ist es oft hilfreich, einer Parkinson-Selbsthilfegruppe beizutreten. Wegen der zahlreichen Begleitsymptome dieser Erkrankung und damit Du Dich jederzeit über aktuelle Therapiefortschritte unterrichten kannst, möchte ich das wirklich empfehlen.

Gute Besserung, S.I.

hallo s.i. danke für deine stellungname,die ich für kompetent halte(mann freut sich immer besonders über das lob eines laien)ich glaube schon ,daß es sich um zwei eigenständige krankheitsbilder handelt.der entschluß zur op der prolapse wüde mir leichter fallen wenn auch nur eine geringe aussicht auf minderung des dopaminbedarfes bestände.
vielen dank rolf emeis

Hallo Rolf,

Du hast sicher verstanden, daß ein solcher Zusammenhang nicht in einer Weise besteht, daß eine Änderung eines wie-auch-immer-verursachten peripheren Nervenschadens zu einer Änderung des Dopaminbedarfs des Gehirn führen könnte.
Wichtig bleibt ein kompetenter Neurologe als Behandler, der den Dopaminbedarf über passende Begleitmedikation evtl.senken und Dich ggfls. wegen OP beraten könnte.

Früher wäre auch Dr.Gisela Uhlen in der Paracelsus-Helena-Klinik Kassel in Frage gekommen, die aber inzwischen pensioniert ist. Evtl. aber wird in jener Klinik die Tradition einer sehr differenzierten Einstellung von auch komplizierteren Parkinson-Erkrankungen fortgeführt (kurmäßig)- das könntest Du vielleicht einmal erkunden? Ansonsten wissen auch Selbsthilfegruppen meist Bescheid über die mit dieser oft komplizierten Therapie erfahrenen Spezialkliniken.