Düngung im Garten
Servus,
N, P und K sind die Bezeichnungen der chemischen Elemente, die die hauptsächlichen Nährstoffe für Pflanzen bilden: Stickstoff (N), Phosphor (P - in Dünger und Bodenlösung als Phosphat), Kalium (K). Auf allen handelsüblichen Düngemitteln und Pflanzsubstraten (einschließlich „Bio“-Produkten) ist der Gehalt an diesen Hauptnährstoffen angegeben.
Wenn bei Gemüsepflanzen von „Starkzehrern“ und „Schwachzehrern“ die Rede ist, bezieht sich das immer auf den Stickstoffbedarf.
Seit im Gemüsegarten nicht mehr mit Mist und gottlob auch nicht mehr aus der Abortgrube gedüngt wird, ist es wichtig, eine geeignete Stickstoffversorgung sicherzustellen. Kalium ist in normalen Gartenböden immer mehr als genug vorhanden, Phosphat meistens auch - das macht übrigens den Unsinn von „Blaukorn“ aus, in dem Stickstoff, Phosphat und Kalium in einem festen Verhältnis enthalten sind; meistens würde allein ein Ammoniumstickstoffdünger wie Kalkammonsalpeter genau die gleiche Wirkung ausmachen, allerdings den Geldbeutel dabei ein wenig schonen.
Es gibt Pflanzen, die mit Wurzelbakterien zusammen leben, die Stickstoff aus der Luft binden. Im Garten sind das hauptsächlich Erbsen, Bohnen und Weißklee. Eine minimale N-Versorgung lässt sich sicherstellen, indem man genug Bohnen (Busch-, Stangenbohnen, vor allem Ackerbohnen) mit jährlich wechselndem Standort in der Fruchtfolge hält, außerdem Wege zwischen den Beeten im Frühjahr mit Weißklee einsät und im ein- bis zweijährigen Turnus verschiebt.
Wichtige N-Quellen sind sonst Hornspäne (günstiger als Hornmehl, weil sie langsamer umgesetzt werden), getrockneter pelletierte Rinder- und Hühnergülle und pelletierte Mälzereiabfälle („Maltaflor“). Alle genannten sind auf die lange Sicht im Gartenbau günstiger als mineralische Stickstoffdünger (z.B. Kalkammonsalpeter), weil sie langsamer in die Bodenlösung übergehen, daher (wenn bis spätestens Juni ausgebracht) weniger ins Grundwasser ausgewaschen werden und wegen ihres Gehaltes an organischer Substanz auch zur Bildung von Dauerhumus beitragen. Je mehr Stickstoff gegeben wird (auch aus organischen Quellen wie Hornspänen), desto mehr muss man auf Humusbildung (Mulchen, Flächenkompostierung, Mischkultur mit Spinat-Düngereihen) achten, weil eine hohe Konzentration von verfügbarem Stickstoff in der Bodenlösung nicht bloß das Pflanzenwachstum, sondern auch den „Verzehr“ von Humus fördert.
Hier übrigens eine wichtige Rolle von Kalk: Regenwürmer mögen keine kalkarmen Böden, und die Arbeit von Regenwürmern ist nicht nur zur Lockerung und Durchlüftung des Bodens und zum Einarbeiten von Pflanzenresten notwendig, sondern vor allem auch zum Aufbau von relativ stabilen Ton-Humus-Komplexen („Dauerhumus“), die den Wasser- und Lufthaushalt des Bodens enorm verbessern. Mit einem ausreichenden Regenwurmbesatz kann man außer auf extrem schweren Böden ganz ohne Umgraben arbeiten, das verbessert die Bodenstruktur wesentlich. In einem Gartenboden in idealem Zustand braucht Kompost nur ganz oberflächlich oder überhaupt nicht eingearbeitet zu werden, das besorgen alles die Regenwürmer.
Mangelhafte Kalkversorgung eines Gartenbodens lässt sich leicht an Tomaten erkennen: Bei Kalkmangel bilden sich an der Spitze der Früchte noch vor der Abreife kreisrunde, dunkle Faulstellen. Übermäßige Kalkgaben sind für viele Gemüsepflanzen kritisch, weil Kalk das Milieu im Boden von leicht sauer zu leicht basisch verschiebt, das mögen die meisten Gemüsepflanzen nicht so gerne - hat auch mit der Verfügbarkeit einiger Nährstoffe in der Bodenlösung zu tun. Weißklee ist übrigens auch ein Kalkliebhaber - ich lege die Kleewege immer mit abgelagertem Rindenmulch und einer ganz leichten Kalkgabe an, auch damit der Rindenmulch nicht gar so sauer herauskommt.
Über Gesteinsmehl wird viel philosophiert, erzählt und geschrieben. Mir persönlich ist nur eine einzige Kultur bekannt, für die es nachweisbar wichtig ist: Rotkohl ist in dem Punkt hoch spezialisiert, dass er eine ausreichende Versorgung mit Selen benötigt. Dieses nicht so sehr häufige Element ist in Urgesteinsmehl relativ leicht verfügbar enthalten. Ferner dürfte es die Pufferkapazität des Bodens (dessen Fähigkeit, Schwankungen im pH-Wert = „Säuregrad“ auszugleichen) erhöhen und leicht oxidierend wirken (= Humusbildung statt Fäulnis fördern). Mir ist die Anwendung von Gesteinsmehl vor allem von mehr oder weniger esoterischen Schulen bekannt, von denen a priori keine konkreten Auskünfte über Sinn und Wirkung dieses Substrates zu bekommen sind. Ich will es aber nicht von vornherein abtun und bin offen für konkrete Beschreibungen der Wirkung.
Schöne Grüße
Dä Blumepeder