Hallo ihrs, ich habe ein Verdacht, mein Freund hat einen Zwang - und zwar ist mir aufgefallen, wiederholt er bei jedem Gespräch oder Diskussion immer wieder den Satz: ‚Man muss doch immer Kompromisse finden können!‘. Selbst wenn wir nur verschiedene Meinungen über eine und dieselbe Sache haben, und ich möchte gern bei meiner Meinung bleiben, dann ist ihm das auch nicht recht - ‚Man kann doch immer und überall Kompromisse finden‘.
Mich nervt es dermassen, ich will keine finden, ich will nur in Ruhe gelassen werden mit meiner Meinung, genauso wie er bei seiner bleiben soll und gut ist, aber dann ist mein Freund todunglücklich und verzieht schon das Gesicht.
Was ist das? Muss man denn immer und überall Kompromisse suchen? Lebe ich falsch, wenn ich nicht überall ein Kompromiss suchen will?? *
(
Hi Xana,
wenn es um Entscheidungen geht, die eure Zukunft betreffen ist es sicherlich nötig Kompromisse zu finden. Ansonsten ist es schwer eine Beziehung aufrecht zu erhalten.
Handelt es sich lediglich um eine unterschiedliche Meinung zB. zu einem Kinofilm etc., kann wirklich jeder seine eigene Meinung haben. Es wäre ja langweilig, wenn man immer der gleichen Meinung ist.
Gruß
Phoebe
Hi Phoebe, das ist klar, wenn es um lebensnotwendige Entscheidungen geht. Aber es geht so weit, daß ich nicht beleidigt sein darf so lange ich es brauche, wenn wir uns zerstritten haben - es sollten kompromissweise statt 3 Tage nur 3 Stunden sein. Und dann versucht er mir schon wieder beizubringen, daß ‚Kompromisse überall im Leben notwendig sind‘ *arrrgh*. Oder wenn ich ein Buch in Ruhe lesen möchte:‚Warum kannst du es nicht auf der Couch lesen, während ich mein Fernsehen gucke?‘
Das ist doch schon übertrieben oder? Muss man denn bei jedem Pfurz ein Kompromiss suchen?
LG, xana
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Hi
wen´n es um Pfurze geht, wär ich auch zu keinen Kompromissen bereit… was wäre das, halbe Pfürze? egal… der Typ würde mir auch auf den sack gehn, ehrlich.
HH
Ich denke nicht. Miteinander auskommen zu können hat meines Erachtens in erster Linie mit dem Zulassenkönnen von Andersartigkeit zu tun. Zu fusionieren schnürt die Luft beider ab. Wer lieben will, muss sich behaupten.
Die Kunst besteht darin sich einander die Stärken des anderen zu Nutze zu machen, ohne das Gegenüber verändern. Manche können rechnen, manche können schreiben. Beides sind nützliche Qualitäten, von denen keine zweitrangig ist oder modifizierung bedarf.
Das MUSS man aber nicht so sehen.
Hört sich irgendwie so an, als wenn er selbst mit sich nicht im reinen ist. Wahrscheinlich denkt er in solchen Situationen immer, dass du ihm nicht nah genug bist (gedanklich und/oder körperlich).
Kann es sein, dass er ein recht geringes Selbstbewusstsein/Selbstwertgefühl hat?
Gruß
Phoebe
hallo Xana,
vielleicht muß Dein Freund eine Therapie machen, ehe es zu spät ist für Euch zwei? Mir scheint er extrem harmoniesüchtig/ konfliktscheu, was nicht nur Eurer Beziehung nicht bekommt. Hat vielleicht seine tieferen Gründe, muß ja aber nicht so bleiben. Gruß, I.
Du hast in allem Recht, Phoebe, daß er hat tatsächlich nicht viel Selbstbewusstsein hat und daß er mit sich selbst nicht im Reinen ist.
Die Frage bleibt, was soll ich denn machen?
Ich mag ihn, wir wollen zusammenziehen, weil ich mir keinen besseren Partner vorstellen kann, er ist sonst ein wunderbarer Mensch! aber ich kann mich nicht anders wehren gegen seine nervigen Predigten, daß ich entweder auflege oder mich umdrehe und gehe, was ihn zum Ausrasten bringt und als Folge wieder zum Streit. Er bleibt stur bei seinem Gesichtspunkt!
LG,
Xana
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Hi Lotus,
Ich denke nicht. Miteinander auskommen zu können hat meines
Erachtens in erster Linie mit dem Zulassenkönnen von
Andersartigkeit zu tun. Zu fusionieren schnürt die Luft beider
ab. Wer lieben will, muss sich behaupten.
der Meinung bin ich auch. Meine Linie ist es, meinen Freund und zukünft. Lebenspartner so zu akzeptieren wie er ist, ohne sich ihm anpassen zu müssen. Das heißt, wenn er in meiner Anwesenheit laut pfeiffen will und mich es stört, dann soll er pfeiffen, aber ich sage es ihm ehrlich, daß es mich stört und gehe in einen anderen Raum, worauf er beleidigt ist und meint (wortwörtlich) ‚Er muss mit mir seine Spontaneität aufgeben‘. Aber warum ums Verrecken muss ich im Raum bleiben und leiden??
Die Kunst besteht darin sich einander die Stärken des anderen
zu Nutze zu machen, ohne das Gegenüber verändern. Manche
können rechnen, manche können schreiben. Beides sind nützliche
Qualitäten, von denen keine zweitrangig ist oder modifizierung
bedarf.Das MUSS man aber nicht so sehen.
diese Aussage von dir ist genau meine Meinung und darüber haben wir mit ihm gesprochen, das findet er auch richtig: ich darf z.B. das Haus schön und gemütlich einrichten, weil ich es so gut kann, und er kann so gut mit Kind umgehen.
Nur mit dem ersten teil deiner Aussage - das sehen wir zu verschieden… 
Hallo,
ich kann die Situation natürlich nicht völlig beurteilen. Aber ich würde sagen, dass deinem Freund vermutlich eine Therapie gut tun würde. Es ist wahrscheinlich schwer ihn dazu zu bewegen. Das Bedürfnis müsste er selber haben. Er macht sich das Leben durch sein Verhalten eigentlich selbst nur schwer - und dir natürlich damit auch.
Ist er sich denn darüber bewusst, dass er an sich arbeiten müsste?
Gruß
Phoebe
hi Irmtraut,
bingo - ‚extrem harmoniesüchtig und konfliktscheu‘ - er weiß es bzw. ich habe ihm das gleiche gesagt.
Nur ich bin der Meinung, ohne Konflikte gibt es keine Entwicklung, was er dann auch nicht unbedingt so sieht…
Der war mal kurz bei einem Therapeuten und war mit ihm ziemlich unzufrieden ‚Ich soll immer erzählen, immer nur ich, was soll ich denn erzählen, ich weiß nicht‘ und am Ende ‚Ich bin mit ihm kein Stück weitergekommen‘.
Ich habe es ihm auch geraten, einen neuen zu suchen, darauf meint er ‚Du siehst alle Probleme nur in mir!‘ :o(((
Er erzählt mir gern stundenlang über seine Launenschwankungen (warum es ihm mal seelisch nicht gut geht und so), und ich versuche ihm zu helfen, aber mir wird es einfach zu viel, weil es ist für mich immer dasselbe ist. Wenn ich es ihm aber sage, dann meint er : ‚Wir müssen beide an uns arbeiten‘.
Ich merke nur, mir geht es nicht mehr gut und ich kann ihm gar nicht mehr helfen, aber so eine Therapie dauert doch jahrelang und manchmal ein halbes Leben lang :o(
So lange will ich aber nicht warten, was soll ich denn nun tun?
LG,
xana.
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Hi
wen´n es um Pfurze geht, wär ich auch zu keinen Kompromissen
bereit… was wäre das, halbe Pfürze?
)*lach*
egal… der Typ würde
mir auch auf den sack gehn, ehrlich.
HH
danke für deine ehrliche Meinung und für die Unterstützung, er nervt mich ja auch. Aber ich kann das einem Menschen, den ich mag, so nicht sagen.
Hallo Xana,
ich kann Dir nur beipflichten, ich empfinde Kompromisse sehr oft als die schlechteste aller Lösungen. Dann machen zwei Leute, etwas was keiner wollte. Da bleibe ich doch lieber bei meiner Vorstellung, dann ist zumindest einer froh
))
Oder ich mach etwas dem anderen zuliebe und hab ein gutes Gefühl, weil ich ihm was „gutes“ tue. Aber immer Kompromisse finden zu müssen, erscheint mir als verschwendete Zeit.
P
Hi Pat,
Hallo Xana,
ich kann Dir nur beipflichten, ich empfinde Kompromisse sehr
oft als die schlechteste aller Lösungen. Dann machen zwei
Leute, etwas was keiner wollte.Da bleibe ich doch lieber bei
meiner Vorstellung, dann ist zumindest einer froh))
besser könnte ich es nicht ausdrücken. Es mag ein wenig egoistisch klingen, aber das ist ja ein jeder Mensch in sich. Als wir im Urlaub waren, war die erste Woche für mich ein Horror, da mein Freudn unbedingt großartig planen wollte, was wir jetzt, später, in einer Stunde und am Abend machen. Mir war es einfach egal, was wir machen - ob wir wohin fahren, oder einfach da bleiben - weil ich einfach die Sonne und meinen lang ersehnten Urlaub geniessen wollte, - weit verfehlt: wenn ich ihm sagte, wir machen einfach das, was er will, dann wollte er es nicht, da er mich ja auch zufriedenstellen möge, und wenn ich darauf sagte, ich wäre ja damit zufrieden, dann hat er es mir doch nicht geglaubt :-//
Irgendwann waren mir die Diskussionen zu blöd, ich habe mich genüßlich in der Sonne hingelegt, während mein Freund meinte, er muss raus, in der Gegend herumfahren. Und als wir uns dann wieder trafen, war mein Freund noch gereizter als vorhin, aber zumindest ich wieder gut aufgelegt, was ihn glaub ich noch rasender machte.
Nachdem ich ihn davon überzeugen konnte, daß Urlaub auch ohne tagtäglicher großer Planung genießbar ist, und er sich schwermütig und ohne jeder Hoffnung auf Gutes auf mein Vorschlag einfach loszulassen und geniessen testhalber eingelassen hat, war die zweite Urlaubswoche doch noch wunderschön.
Oder ich mach etwas dem anderen zuliebe und hab ein gutes
Gefühl, weil ich ihm was „gutes“ tue. Aber immer Kompromisse
finden zu müssen, erscheint mir als verschwendete Zeit.
P
LG, Xana
Hi
danke für deine ehrliche Meinung und für die Unterstützung, er
nervt mich ja auch. Aber ich kann das einem Menschen, den ich
mag, so nicht sagen.
nun, wenn du es ihm nicht klar machst… was glaubst du was passieren wird?
Alleine die Vorstellung andauernd diskutieren zu müssen um über Banalitäten Kompromisse zu erzielen würde in mir Aggressionen wecken. man kann ja nahezu keine Äusserung egal zu was mehr machen ohne in so eine Diskussion zu geraten… oder man fängt an nur noch seine Meinung zu äussern um stress zu vermeiden… das wird aber be so einem nix bringen, dem gehts UM die Diskussion, und so wird er IMMER das Gegenteil vertreten UM zu in diese Diskussion zur Kompromissfindung zu kommen… mich gruselts
hh
Hi Lotus,
Ich heiße Hilmar
der Meinung bin ich auch. Meine Linie ist es, meinen Freund
und zukünft. Lebenspartner so zu akzeptieren wie er ist, ohne
sich ihm anpassen zu müssen. Das heißt, wenn er in meiner
Anwesenheit laut pfeiffen will und mich es stört, dann soll er
pfeiffen, aber ich sage es ihm ehrlich, daß es mich stört und
gehe in einen anderen Raum, worauf er beleidigt ist und meint
(wortwörtlich) ‚Er muss mit mir seine Spontaneität aufgeben‘.
Aber warum ums Verrecken muss ich im Raum bleiben und leiden??
Ich muss schmunzenln, weil ich ein ähnliches Problem habe. Es ist deshalb schwer für micht dir Rat zu geben, der dir auch nützt. Sprich, ich kann nichts beibringen, dass ich selbst nicht wirklich beherrsche. Das Motto: „Practice what you preach!“ ist außer Kraft gesetzt.
Grundsätzlich ist es aber nicht richtig unentwegt auf jemenden zuzugehen, jedeoch keine Forderungen zu stellen. Wenn du es dir bewusst machst, hast du schon etwas erreicht. Es ist wichtig sich selbst als wichtig zu empfinden.
Es gibt renomierte Therapeuten, die sich fragen, ob Toleranz und Hilfsbereitschaft „verrückt ist“, oder ob es „verrückt ist“ einfach nur zuzugreifen, wenn sich eine Gelegenheit bietet.
Ich halte es aber für richtig, wenn du zu verstehen gibst, wenn es ein Problem für dich darstellt. Die Ehe ist dabei sekundärer Natur. Sie hat zu oft romantischen Charakter; Tatsächlich hat sie wirtschaftlichen, ist deshalb aber kein Unternehmen(!).
Kurz um: Wenn du nicht daran glaubst, dann heirate nicht. Liebe bedarf keiner religiösen Manifestierung um „wirklich“ zu sein.
Hallo Xana!
Nachdem ich ihn davon überzeugen konnte, daß Urlaub auch ohne
tagtäglicher großer Planung genießbar ist, und er sich
schwermütig und ohne jeder Hoffnung auf Gutes auf mein
Vorschlag einfach loszulassen und geniessen testhalber
eingelassen hat, war die zweite Urlaubswoche doch noch
wunderschön.
Dann steckt ja das Potential zur Veränderung und zum Wachstum grudsätzlich in ihm, und auch die Bereitschaft.
Die mit dieser Erfahrung sicherlich ein wenig gewachsen sein dürfte (mit Rückfällen wahrscheinlich).
Das ist doch eine Erfahrung, auf der sich aufbauen lässt.
Es klingt so, wie wenn Du es da mit einer recht verbogenen Stelle in ihm zu tun hast, da scheint mir Deine Wahrnehmung schon stimmig.
Vergiss das nicht und sei gerade an dieser Stelle besonders freundlich und sanft mit ihm, wann immer es möglich ist.
Du wirst Geduld brauchen und Kraft. Aber brauchen wir die nicht alle mit unseren Männern…?
Alles Gute Euch!
Anja
Hallo Namensvetterin 
Vergiss das nicht und sei gerade an dieser Stelle besonders
freundlich und sanft mit ihm, wann immer es möglich ist.
Du wirst Geduld brauchen und Kraft. Aber brauchen wir die
nicht alle mit unseren Männern…?
es erscheint mir gefährlich, davon auszugehen, dass Xana ihren Freund verändern kann. Das geht nicht. Entweder muss sie ihn so akzeptieren, oder sich von ihm trennen, oder er will von sich aus etwas verändern. Eine lang währende Hoffnung auf Änderung ist trügerisch und wird doch zu keinem Ergebnis führen, solange er sich nicht selbst ändern will. Deshalb sollte sich Xana meiner Meinung nach überlegen, ob sie sich ein Leben mit diesem Mann - so, wie er jetzt ist - vorstellen kann, ohne den klaren Blick durch eine äußerst vage Hoffnung zu verschleiern.
Liebe Grüße,
Anja
Hallo Anja!
Ich habe deine Nachricht mit Erleichterung gelesen.
Es ist tatsächlich so, daß mein Freund im letzten Jahr sehr viele Veränderungen durchgemacht hat, von ihm selber aus, weil er erkannt hat, manche Sachen an ihm steht ihm selber ständig im Weg.
Das fand ich erstaunlich an ihm, weil ich weiß, wie schwer es ist, sich innerlich zu verändern. Aus einem unzufriedenen, ständig unsicheren Mann, der eigene Stärken nicht mal kennt, der alles immer veplanen muss, weil er sich ohne Plan unsicher fühlt, wird mit der Zeit ein ausgeglichener Mensch, der das Leben viel lockerer nimmt und es zu genießen versucht.
Und das mit der verbogenen Stelle hast du richtig erfasst. Ich denke über mich selbst, ich war nie ein besonders geduldiger Mensch, und jetzt geht mir die Geduld auch wieder aus, weil ich einfach nicht weiter weiß in dieser Sache, und da stellt sich mein Freund auch noch total stur 
Du hast Recht, Anja, ich brauche Kraft und Geduld, deine Antwort gibt mir Kraft, und in Geduld muss ich mich ja sowieso üben 
Danke für deine Antwort!
LG,
Xana
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Vielen herzlichen Dank @ALLE…
…für die zahlreichen Antworten, ich habe alle eure Meinungen berücksichtigt und werde das Beste für mich daraus machen.
Ich wünsche euch allen einen wunderschönen *****3. Advent!*****
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