Guten Tag,
also ich schreibe hier weil ich nicht mehr weiter weiss. Es geht nicht um mich sondern um eine Freundin von der ich stark vermute dass sie mich anlügt, und zwar im großen Stile nicht nur Kleinigkeiten. Leider habe ich nur Indizien, keine Beweise, und da wir etwa 800 km auseinander wohnen und uns jahrelang nicht gesehen haben habe ich auch keine Möglichkeit sie mal zu „ertappen“ oder Beweise zu finden. Mich belastet diese Situation weil ich nie weiß woran ich bin oder was ich noch glauben kann. Ich habe alles Vertrauen in Sie verloren, kann sie aber irgendwie nicht damit konfrontieren weil ja immerhin noch die (wenn auch klitzekleine) Möglichkeit besteht dass ihr all dies TATSÄCHLICH passiert ist. Ich wäre eine wahnsinnig schlechte Freundin, ihr in dieser Situation nicht beizustehen. Ich wäre ein Monster, und würde mich auch so fühlen, fände ich heraus dass ich dich zu Unrecht beschuldigt habe.
Ich zähle mal kurz die Ereignisse auf die mich so misstrauisch machen, und dies ist auch nur ein kleiner Ausschnitt, es gibt so viele kleine Ungereimtheiten, Absurditäten, Verstrickungen, das könnte ich gar nicht alles aufzählen. Aber hier mal die wichtigsten:
Sie hat angeblich Krebs, erst war es Lymphdrüsenkrebs, dann hatte sie Metastasen im Darm bzw. Darmkrebs, ist daraufhin mehrere Male (mindestens zweimal soweit ich weiß) operiert worden und hat zweiwöchentlich Chemotherapie bekommen. Dann sollte sie aufgrund des nun zu kurzen Darmes ein Stoma gelegt bekommen. Während all dieser Strapazen ist sie angeblich NIE jemand im Krankenhaus besuchen gekommen, NIE hat jemand sie von der Chemo abgeholt oder sie dorthin begleitet, NIE hat jemand mitbekommen dass diese Dinge wirklich stattgefunden haben. Dass sagte sie mir aber auch erst ganz spät als ich schon zweifelte.
Auf dem Weg zur (bereits zum zweiten Mal verschobenen) Stoma-OP wurdest sie dann überfallen und laut eigener Aussage beinahe vergewaltigt. Auch hier ist wieder angeblich keiner zum Polizeirevier gekommen, weder ihr Freund und Vater ihres Kindes noch ihre Eltern haben ihr das geglaubt und ihr unterstellt, den Vorfall als Vorwand zu nutzen, nicht operiert werden zu müssen. Es gab keine Spuren, und es wurde auch niemand gefasst – über den Vorfall hast sie dann auch kaum noch geredet und wenn hat sie sich manchmal dann auch widersprochen (erst war es eine versuchte Vergewaltigung, etwas später dann wollte er dich „nur“ noch zum Oralverkehr zwingen, sie hat sein Gesicht nicht sehen können obwohl er den Erzählungen nach direkt vor dir stand als er sein Glied raúsgeholt hat. Ich weiss ja nicht wie es als Opfer ist und ich will keinem Opfer hier mit wehtun, ich weiss nicht wie es ist in solchen Situationen und wieviel man mitbekommt oder nicht). Sie hat daraufhin eine Psychologin zugewiesen bekommen, ebenso wie eine Betreuung vom Weißen Ring, der Betreuer hat sie sogar zuhause besucht als mann, das finde ich komisch denn jemand der grad sowas traumatisches gewalttätiges mit nem Mann mitgemacht hat würde sich doch evtl. unwohl fühlen mit nem fremden Mann allein in der Wohnung? Die Psychologin hat ihr dann angeblich von der Stoma OP abgeraten, weil sie in ihrem schlechten psychischen Zustand „unter der Narkose sterben könnte“. Die OP wurde dann wieder verschoben, doch diesen Termin hat sie dann auch nicht wahrgenommen weil sie sich vor den schlimmen und misstrauischen Zuständen bei ihr zuhause (denn ihr Freund und ihre Eltern hätten ihr nachspioniert und unterstellt dass sie mit allem lügt, ihre Krankheit sowie auch die Vergewaltigung angezweifelt) in ein „Frauenhaus-Sozialstation-psychische Betreuung“ geflüchtet hast. Sie hat mir trotz mehrmaligem Nachfragen nie gesagt wie diese Einrichtung hieß oder was dort gemacht wurde. In dieser mysteriösen Einrichtung hatte sie dann einen Nervenzusammenbruch, bei dem sie auch Selbstmordgedanken äußerte, woraufhin diese Einrichtung sie dann in die Psychiatrie eingewiesen hat. Dort allerdings konntest sie dann ein- und ausgehen wie sie wollte und wurde sogar gefragt ob sie denn medikamentös behandelt werden will (was sie heldenhaft verneinte) bevor sie dann nur eine Woche später schon wieder zuhause war.
Das ist alles nur die halbe Geschichte. Es gibt so viele kleine Ungereimtheiten, so viele Widersprüche, Verstrickungen, so viele abstruse Ereignisse. Wer ihr wo hinterherspioniert, ihr nicht glaubt, ihr falsches unterstellt. Wer nicht alles gegen sie ist, ihr keine Unterstützung gibt und sie in größter Not fallenlässt. Nach all diesen schlimmen dingen und Streits mit ihrem Freund, der ihr ja immerhin unterstellt hat Geld zu hinterziehen, gar nicht krebskrank zu sein, diese Vergewaltigungssache vorgetäuscht zu haben und sogar als Beweis ihre Krankenakte angefordert hat ist sie dann trotzzdem wieder normal bei sich zuhause und wohnt mit ihm zusammen. Ich das alles nicht glaubwürdig!
Schon lange nicht mehr… Wenn ihr jemand so etwas wirklich angetan hätte (und es ist ja nicht nur ihr Freund der sich so angeblich so verhältihre Eltern sind ja angeblich genauso und stehen auf der Seite vom Freund) wie kann sie dann dort bleiben? Demjenigen vertrauen, auch nur ein einziges normales Wort mit dieser Person wechseln? Ihr Argument ist der gemeinsame Sohn, doch auch mit Sohn und ohne Arbeit kann es gelingen von so jemandem wegzukommen - Doch ich glaube eben gar nicht erst dass all dies erst vorgefallen ist. die Ausreden, warum sie bei ihm und seiner angeblich so hinterhältigen Familie bleibt sind so was von fadenscheinig (die einzige Freundin bei der du unterkommen könntest wohnt ihr zu weit, also 20 km, von der Stadt entfernt). Egal wie ich das alles drehe und wende – ich komme immer nur zu dem Punkt dass da irgendwo etwas nicht stimmt, nicht stimmen kann.
Das Problem ist für mich, dass ich all dies niemals werde herausfinden können. Den Kontakt zu ihren Eltern und zum Freund hat sie mir nun schon mehrmals (tausendfach möchte ich sagen) untersagt – strengstens untersagt, wiederum mit sehr sehr fadenscheinigen Argumenten (das würde die Ruhe stören). Ich habe in vielen Telefonaten zögerlich und vorsichtig die Möglichkeit des Münchhausen-Syndroms und des Zwanghaften Lügens vorgestellt, worauf sie dann auch irgendwie eingegangen ist – anstatt empört zu reagieren und diese Möglichkeit weit von sich zu weisen. Wenn ich mir vorstelle, mir wäre all dies passiert, ich befände mich in ihrer Lage – ich würde weder meinen Partner und den Vater meines Kindes, noch meine Eltern, mit einem solchen Verhalten davonkommen lassen noch könnte ich es weiter in ihrer Nähe aushalten. Für mich kann das alles einfach nicht stimmen.
Ich stelle mir vor ich hätte Krebs – und mein Partner würde nicht mal dafür sorgen dass zur Zeit meines Krankenhausaufenthaltes oder für das Wochenende nach meiner Chemo (die sie übrigens immer bewundernswert ohne größere Nebenwirkungen durchgestanden hat) eine Betreuung für mein Kind da ist und mich noch nicht einmal besuchen kommen oder mal anholen würde. Ich stelle mir vor ich rufe meinen Partner vom Polizeirevier aus an und sage: ich bin eben überfallen und belästigt worden – und er käme nicht mal vorbei um nach mir zu schauen. Ich stelle mir vor mein Partner würde von mir Beweise für eine tödliche Krankheit verlangen, dafür dass ich operiert werden soll / wurde, und Beweise dafür dass ich überfallen worden bin.Ich stelle mir vor ihr wäre dies alles wirklich passiert und es behandelt sie jemand tatsächlich so aufs niedrigste – dann kann ich nur sagen: wie dumm wenn sie in dieser Situation verharrt.
Ich stelle mir vor meine eigenen Eltern würden mich nicht besuchen oder unterstützen nach oder während einer Krebsbehandlung, würden mich NIE besuchen kommen wenn ich, von der Chemo schwerst gebeutelt kotzend über der Kloschüssel hänge, denn so stelle ich es mir vor (und so berichten ja auch andere Betroffene unter anderem davon). Ich stelle mir vor meine eigenen Eltern würden mir ins Gesicht sagen sie würden Beweise wollen dafür, dass ich überfallen worden wäre oder dafür, dass ich nun endlich operiert werde. Wenn dies WIRKLICH ihr Leben ist dann tut sie mir unendlich leid – aber es ist so schwer vorstellbar. Und so unwahrscheinlich.
Ständig, viel zu oft sogar, denke ich über diese vermutlichen Lügengeschichten nach und darüber, wie ICH aus diesem Teufelskreis wieder heraus kommen kann. Es gibt so viele Indizien dafür dass sie lügt – aber eben keine Beweise. In den Argumentationen mit ihrem Freund oder den Eltern weigert sie sich (angeblich aus Gründen von Stolz und Ehre) Beweise für die Krankheit oder den Überfall zu liefern (dabei wäre es doch so leicht: die Krankenakte anfordern, jemandem mit zum Arzt nehmen, Briefverkehr zeigen). Einmal fragte sie mich ob ich sie nicht ins Krankenhaus bringen könnte zu ihrer Stoma-OP (weniger als 48 Std vorher übrigens, und ich wohne ja immerhin 800 Kilometer von ihr entfernt) hat sie mein nein dann schweren Herzens akzeptiert, meinen Vorschlag sie dann eine Woche später aber nach der OP im Krankenhaus zu besuchen hat sie schnell, wieder mit fadenscheiniger Begründung (sie könnte dann nichts mit mir anfangen?) abgelehnt. Vielleicht wusste sie einfach dass die erste Bitte nicht oder kaum zu erfüllen war und ein Nein meinerseits sehr wahrscheinlich gewesen ist? In jedem Telefonat betont sie dass sie sich momentan nur noch auf mich verlassen kann. Ist das nur eine Strategie, mich bei Laune zu halten? Damit ich ja nicht anfange zu zweifeln? Zu spät. Erfolglos.
Es gibt so vieles was ich jetzt weiterhin als Indizien für meinen Verdacht dass ansprechen könnte. Doch wenn ich ihren Schilderungen Glauben schenken darf (und trauriger Weise weiß ich mittlerweile ÜBERHAUPT nicht mehr was von ihr ich noch glauben kann) trauen ihr andere enge Freunde und Bekannte und sogar die unmittelbare Familie ja auch schon lange nicht mehr. Für mich steht fest das in ihrem Leben schon immer die unglaublichsten Dinge passiert sind (ein exfreund hat sie angeblich erst schwer verprügelt – sogar noch auf sie eingetreten hat sie du am Boden lag – und Jahre später hieß es plötzlich er hätte nur heftig geschubst, oder aber die an GZSZ erinnernde Schilderung der Auseinandersetzung ihrer Eltern mit dem ex: der Vater will den Typ verprügeln für das was er ihr angetan hat, der Typ steht weinend im Regen, erleuchtet von dem Autoscheinwerfer des Vaters und fleht sie an zu ihm zurückzukommen…). Jetzt hat auch noch nach dem kurzen Aufenthalt in der Psychiatrie angeblich ein anderer Arzt bestätigt dass ein Stoma gar nicht nötig ist – hä? Kein Arzt der Welt möchte doch einer jungen Frau von erst 30 Jahren ein unnötiges Stoma legen, kein Stoma wird doch verordnet wenn es irgendeinen Weg darum herum gibt, schließlich kostet das ja auch – oder?
Es tut mir leid dass dies hier so lang wird …
Nur, wie soll ich dahinterkommen? Wie? Niemals werde ich eindeutige Beweise bekommen fürchte ich. Also ist es an mir, ihr ins Gesicht zu sagen dass ich mehr als zweifle an allem, was sie so erzählt? Ich lüge ja gewissermaßen jetzt auch. Und ich fühle mich gemein dabei, hilflos, egoistisch, doch ich kann ihr eben nicht mehr vertrauen. Also was würde mir verloren gehen wenn ich sie mit meinem Verdacht konfrontiere? Wenn ich sie als Freundin verlieren würde, was wäre so schlimm daran? Sie spielt keine so große Rolle in meinem Leben, außer dass ich mich um sie sorge, mich ständig wundere und frage was da nun schon wieder los ist. Das einzige was mir verloren gehen würde wäre wohl mein Gesicht – ich habe einfach Angst ihr unrecht zu tun, ich habe Angst egoistisch und gemein zu sein wenn mich jemand eventuell doch brauchen könnte. Und selbst wenn sie tatsächlich krankhaft lügt, also psychisch krank ist – für mich ist so ein Verhalten unentschuldbar, und selbst mit der Entschuldigung einer Krankheit könnte ich sie nicht mehr unterstützen. Ich könnte es nicht – hier sind wohl meine persönlichen Grenzen. Ich frage mich oft was sie wohl allen anderen Menschen in ihrem Leben so erzählt – sind es die gleichen Lügen, oder aber ganz andere? Sind ihre Eltern ganz ahnungslos und würden einen Herzinfarkt bekommen wenn ich ihnen gegenüber etwas von Krebs oder versuchter Vergewaltigung erwähnen würde? Erzählt sie anderen über MICH dass ich sie nicht unterstütze, fallenlasse, so wie sie es mir gegenüber von anderen behauptet? es ist einfach so: Ich kann ihr NICHTS mehr glauben im Moment. Nichts. Und ich weiß nicht wie ich da rauskommen soll.
Wenn ihr Tipps habt, eigene Erfahrungen, oder auch nur eine Einschätzung ob ihr das alles auch für Unwahrscheinlich, Unglaubwürdig haltet oder ich total spinne – ich wäre sehr sehr dankbar für Antworten. Auf der einen Seite mache ich mir Sorgen um sie, auf der anderen Seite will ich da nur noch raus weile s mich auch echt belastet. Danke, viele Grüße, marie
