Zwanghaftes Lügen

Hallo,

mit folgendem Problem habe habe ich micht vor ca 3 Monaten schon einmal hierher gewandt.

Mein Freund, ich bin 2 Jahre mit ihm zusammen, lügt zwanghaft. Das geht bei Kleinigkeiten los, die überhaupt keiner Lüge bedürfen, steigert sich manchmal derart, so hat er zum Beispiel in einer Trennungsphase schon mal behauptet, Krebs zu haben. Diese Lüge hielt er beinahe zwei Monate lang aufrecht, erst als ich darauf bestand, mit ihm zu seinem Arzt zu fahren, er wohnte 60 km von mir entfernt, flog alles auf, was ich vorher schon vermutet habe, mir jedoch unvorstellbar vorkam. Dachte nicht, dass jemand so weit geht. Das alles hat dazu geführt, dass ich natürlich extrem misstrauisch bin. Momentan habe ich mir eine Auszeit von ihm genommen. Er ist im Grunde ein lieber Mensch, aber er scheint seine eigenen Lügen nicht zu realisieren. Streitet sie vehement ab, geht sogar so weit, mich als die hinzustellen, die sich alles einbildet.

Trotzdem bedeutet er mir noch sehr viel und ich frage mich einfach, wo soll ich da noch ansetzen, wenn er überhaupt nicht einsieht, ein Problem zu haben. Zwar gibt er die Lügen seiner Vergangenheit zu, behauptet steif und fest, jetzt nicht mehr zu lügen. Ich weiß jedoch, dass es nicht so ist.

Es wäre schön, wenn mir jemand dazu einen Tipp geben könnte.

Carmen

Lie to me
Hi Carmen!

Mein nicht-fachlicher Rat ist ganz simpel: Ich denke, Du solltest Dich von ihm fernhalten, solange er kein Problembewusstsein zeigt. Die einzige, die sonst darunter leiden wird, bist Du. Wenn Du Dich dafür stark genug fühlst, kannst Du ihm ja erneuten Kontakt anbieten, sobald er begonnen hat, sich ernsthaft, dauerhaft und nachweislich mit dem Problem auseinanderzusetzen, um es aus der Welt zu schaffen. Alles andere geht meines Erachtens höchstens auf Dein Konto, von dem Du ihm in den letzten zwei Jahren schon genug vorgestreckt hast. Dass eine Beziehung unter diesen Umständen funktioniert, halte ich angesichts des entstandenen Vertrauensdefizites für sehr zweifelhaft.

Beste Grüße!
Christopher

Hallo,Carmen

ich finde was christopher schreibt ist ein sehr guter rat–

auf lügen baut sich keine beziehung auf nur du gehst daran zugrunde
denk auch etwas an dein leben
gruß stefan

wichten
Hallo,

Mein Freund, ich bin 2 Jahre mit ihm zusammen, lügt zwanghaft.
Das geht bei Kleinigkeiten los, die überhaupt keiner Lüge
bedürfen, steigert sich manchmal derart, so hat er zum
Beispiel in einer Trennungsphase schon mal behauptet, Krebs zu
haben. Diese Lüge hielt er beinahe zwei Monate lang aufrecht,
erst als ich darauf bestand, mit ihm zu seinem Arzt zu fahren,
er wohnte 60 km von mir entfernt, flog alles auf, was ich
vorher schon vermutet habe, mir jedoch unvorstellbar vorkam.

meinst du mit lügen, dass er ein und denselben sachverhalt in unterschiedlichen stimmungen reflektiert, wenn er dir vertraut?

Dachte nicht, dass jemand so weit geht. Das alles hat dazu
geführt, dass ich natürlich extrem misstrauisch bin.

liebst du ihn?

Momentan habe ich mir eine Auszeit von ihm genommen. Er ist im Grunde
ein lieber Mensch, aber er scheint seine eigenen Lügen nicht
zu realisieren. Streitet sie vehement ab, geht sogar so weit,
mich als die hinzustellen, die sich alles einbildet.

ihr lebt intensiv :smile: da wechseln auch die erinnerungen ihre farbe. mal sind sie bunt, mal schal. manchmal erinnert ihr euch sogar an das selbe. das nennt sich dann liebe. gleiches mit gleichen augen zu sehen.

Trotzdem bedeutet er mir noch sehr viel und ich frage mich
einfach, wo soll ich da noch ansetzen, wenn er überhaupt nicht
einsieht, ein Problem zu haben.

den krebs?

Zwar gibt er die Lügen seiner
Vergangenheit zu, behauptet steif und fest, jetzt nicht mehr
zu lügen. Ich weiß jedoch, dass es nicht so ist.

vielleicht mailt ihr euch lieber. da kannst du dann die lüge schrittweise zerpflücken, bis sie genauso glasklar wie deine eigene wahrheit ist.

Es wäre schön, wenn mir jemand dazu einen Tipp geben könnte.

zeitlupe. immer wieder zeitlupe. bis dein blitzlicht mo(nu)mental ist.

herzlich,

Das ganze ist glaub ich eine Frage der Bewertung, du könntest die Krebsgeschichte ja auch als ‚Wenn du mich verlässt werde ich leiden‘ oder platt ‚ich will nicht das du mich verlässt‘ werten. Wie das nun ausgedrückt ist wird egal, wenn du selber an deinem Realitätsbegriff festhältst und ihm eine gewisse Schwammigkeit zugestehst. Somit könntest du jedenfalls eine Beziehung erhalten. Ich glaube kaum das du ihn von seinem Konzept der Realitätsbehandlung abbringen kannst, das wird aus frühester Kindheit kommen und da legst du dich mit Monstern an, die ich lieber schlafen lassen würde, oder wenn überhaupt sehr sachte erstmal versuchen würde an die Leine zu legen. Das Absolutum ‚Trennung weil Lüge‘ hilft euch beiden nicht, ist in dieser Gesellschaft allerdings legitim, und wenn du es als Absprungspunkt aus der Beziehung benutzen willst, nur zu. Niemand wird dich schelten außer deiner eigen Empathie (mal abgesehen davon das es ihm (noch) schlecht(er) gehen wird)…

Stefan