Zwanghaftigkeit

Hallo!

Ich hab’ eine wahrscheinlich total blöde Frage, aber nun gut…
Also ich wollte mal fragen, ob irgendjemand etwas Erfahrung mit sowas wie Zwanghaftigkeit hat… Hab zum Beispiel den Zwang, jeden morgen 2-3 Stunden Sport zu machen.
Aber auch, von da an, bis zum Abend nur noch „Sinnvolles“ zu tun, also für die chule zu lernen, oder aufzuräumen, oder Balkonpflanzen umzutopfen oder was-weiss-ich…! Halt, was mir „sinnvoll“ erscheint.
Und Entspannen ist da einfach nicht drin, obwohl ich sehr gerne auch einfach mal eine „nutzlose“ Zeitung wie Brigitte, oder Freundin usw. lesen würde.
Habt ihr da vielleicht einige Tips?!?
Das wäre ganz, ganz toll, weil ich so nicht mehr leben mag und es endlich gerne ändern würde!

Lieben Gruß und danke, Cleo.

Hallo Cleo,

leidest Du unter diesen „Zwängen“. Das mit dem Sport würde ich von
dem anderen von Dir genannten Dingen trennen. Der Sport in diesem
Ausmaße ist bedenklich, wenn Du Dich nicht entsprechend der
körperlichen Anstrengung ernährst - sprich unterernährt bist, bzw.
ein gestörtes Bewusstein gegenüber Deinem Körper hast. Welche
Sportart übst Du denn aus? Zudem stellt sich die Frage wo Du die Zeit
für Arbeit und Sozialkontakte herholst.

Bei den „sinnvollen“ Beschäftigungen fällt mir auf, dass es alles
sehr ergebnisorientierte Arbeiten sind - gerade Saubermachen,
pflanzen und lernen zielen direkt auf ein Ergebnis ab.
Du scheinst dieses Erfolgserlebnis zu brauchen und ist doch auch ok-
was machst du beruflich? Vielleicht musst Du etwas ausgleichen. Wenn
Du z.B. als Sachbearbeiter tätig bist und nur etwas bearbeitest, was
dann wieder auf einem anderen Schreibtisch landet, erfährt man nie
das Gefühl etwas wirklich erfolgreich beendet zu haben - wie z.B. im
handwerklichen Beruf.

Viele Grüße

Hallo Cleo,

na, so ganz spotan würde ich Dich gern fragen, worüber Du nicht nachdenken möchtest. Was wäre denn, wenn Du mal einen abend mit Dir allein verbringen würdest?

KÖnntest Du Dich aushalten?

Liebe Grüße
usch

Hi Cleo,

Ich hab’ eine wahrscheinlich total blöde Frage, aber nun
gut…

Nö,warum.

Also ich wollte mal fragen, ob irgendjemand etwas Erfahrung
mit sowas wie Zwanghaftigkeit hat… Hab zum Beispiel den
Zwang, jeden morgen 2-3 Stunden Sport zu machen.

Solange Du Dich dabei nicht total verausgabst,ist das okay.

Aber auch, von da an, bis zum Abend nur noch „Sinnvolles“ zu
tun, also für die chule zu lernen, oder aufzuräumen, oder
Balkonpflanzen umzutopfen oder was-weiss-ich…! Halt, was mir
„sinnvoll“ erscheint.

Ich bin auch ein Mensch der selten ruhig sitzt.Bin aber schon ruhiger geworden.

Auch ich hatte den zwanghaften Drang,alles muss perfekt sein.Putzen,Arbeiten,Garten,Kinder…bis ich mit 34 Jahren einen Bandscheibenvorfall hatte,nun ja wo von das kam?

Auf jedenfall lernte ich in diesen Wochen ,wo ich mich kaum bewegen konnte,das "Faulenzen"auch mal ganz schön ist,einfach nur da liegen,lesen,Fernseh gucken.;o)Wenn bloß die blöden schmerzen nicht gewesen wären.

Und Entspannen ist da einfach nicht drin, obwohl ich sehr
gerne auch einfach mal eine „nutzlose“ Zeitung wie Brigitte,
oder Freundin usw. lesen würde.
Habt ihr da vielleicht einige Tips?!?

Mach es einfach,setz Dich hin und lese,male…?Sonst machst Du Dich körperlich fertig.

Ich war damals beim Psyhologen,weil ich dazu noch das Problem hatte,nie „NEIN“ sagen zu können.Der Seelendoktor fragte mich"Was denn passieren würde,wenn ich nein sage"???

Erst schweigen von mir,dann die Antwort eigentlich gar nichts.;o)Diese Erkenntnis hatte ich vorher nicht.

Nun ich habe gelernt „Nein“ zu sagen,außer bei der Arbeit.;o(

Das wäre ganz, ganz toll, weil ich so nicht mehr leben mag und
es endlich gerne ändern würde!

Ändere es und fang gleich heute an.;o)

LG Biene

Hallo!

Leidest Du unter diesen „Zwängen“. Das mit dem Sport würde ich
von
dem anderen von Dir genannten Dingen trennen. Der Sport in
diesem
Ausmaße ist bedenklich, wenn Du Dich nicht entsprechend der
körperlichen Anstrengung ernährst - sprich unterernährt bist,
bzw.
ein gestörtes Bewusstein gegenüber Deinem Körper hast. Welche
Sportart übst Du denn aus? Zudem stellt sich die Frage wo Du
die Zeit
für Arbeit und Sozialkontakte herholst.

Ich bin zwar absolut nicht unterernährt - 59 Kilo auf 1,70 - aber mache je nachdem, wie mir ist, oder wie das wetter ist, joggen oder radfahren. Hauptsache eben, ganz stark Ausdauer.
Da ich noch für ein Jahr zur Schule gehe, hab ich auch massig Zeit für Arbeit, und, weil ich den Sport immer davor mache, auch noch für Sozialkontakte…

Bei den „sinnvollen“ Beschäftigungen fällt mir auf, dass es
alles
sehr ergebnisorientierte Arbeiten sind - gerade Saubermachen,
pflanzen und lernen zielen direkt auf ein Ergebnis ab.
Du scheinst dieses Erfolgserlebnis zu brauchen und ist doch
auch ok-
was machst du beruflich? Vielleicht musst Du etwas
ausgleichen. Wenn
Du z.B. als Sachbearbeiter tätig bist und nur etwas
bearbeitest, was
dann wieder auf einem anderen Schreibtisch landet, erfährt man
nie
das Gefühl etwas wirklich erfolgreich beendet zu haben - wie
z.B. im
handwerklichen Beruf.

Ja, genau dieses Erfolgserlebnis fehlt schulmäßig!! Ich meine klar, wenn man eine gute Note erhält, ist das auch ein schönes Erfolgserlebnis, aber irgendwie fehlt halt die Arbeit dafür… Weißt du, wie ich’s meine oder war’s zu blöd ausgedrückt? :wink:

Lieben Gruß, Cleo.

Nein, könnt ich nicht. :smile:
Ich find schon baden furchtbar, weil ich da ja echt fast gar nichts tun kann. Deshalb lieber duschen! :wink:
Und nicht nachdenken…? Naja, fällt mir zumindest nichts ein (aber es würde ja eh im unbewussten sein, oder? :wink:), hatte eigentlich eine richtig tolle Kindheit, ohne furchtbare Erlebnisse…!

Lieben Gruß, Cleo.

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Hallo Cleo!

Bei deiner Beschreibung drängt sich mir die Frage auf: Was würde passieren, wenn du den Sport nicht machst? Würdest du dich unwohl fühlen? Wäre der Tag für dich gelaufen?
Wenn das so wäre, dann würde ich deine Verhaltensweise tatsächlich als eine Art Zwangshandlung sehen - denn nicht DU bestimmst dann dein Verhalten, sondern ES bestimmt dich…

Der Zwang zum Sport könnte darin begründet liegen, dass du dich auf diese Art richtig „spürst“, d.h. deinen Körper und damit dich selbst als etwas Lebendiges wahrnimmst.
Aber natürlich könnte das auch damit zusammenhängen, was ich als eine Art Perfektionismus ansehen würde. Dabei muss jede Sekunde des Tages „sinnvoll“ verbracht sein. Nichts ist schlimmer als „vertane“ Zeit. Alles muss einen „Zweck“ haben.
Nun kann man spekulieren, woher diese innere Einstellung kommt - ob sie dir vorgelebt oder durch ein Ereignis ausgelöst wurde. Dies ist jetzt und hier aber nicht zu erörtern. Du kannst dich selbst danach fragen - wann hat dieses Verhalten angefangen, war das immer so, etc.

Offensichtlich leidest du aber unter diesen Zwängen, daraus schließe ich, dass du dich selbst hinterfragst und feststellst, dass da irgendwas nicht stimmt. Das ist auch verständlich, denn du setzt dich durch dein Verhalten permanent unter Stress und Druck. Kein Entspannen, Ausruhen ist möglich. Das hält niemand auf Dauer durch und du merkst ja auch, dass dein Leidensdruck gewachsen ist.

Ich will dich nicht nervös machen, aber m.M. nach solltest du dich um professionelle Hilfe bemühen, denn ich halte es für extrem schwierig, sich aus diesen Zwängen selbständig zu lösen. Meist verschieben oder verlagern sich die Zwänge dabei nur, ohne dass einem dies bewusst ist.

Die Grundvoraussetzung stimmt ja schon mal: du willst etwas ändern und damit ist der erste Schritt schon gemacht. Leider kann ich dir sonst keine Tips geben.
Trotzdem lieben Gruß,
Cat

Hallo Cleo,

ich bin mir nicht ganz sicher ob ich Dich richtig verstanden habe:
brauchst Du eine Bestätigung von Außen (so wie bei Noten) oder ist es
eher eine Behauptung an Dir selbst?

Viele Grüße

hi,

deine frage zielt auf tips im umgang mit zwanghaftigkeit ab. du willst etwas verändern. wie also?

sinnvoll ist eine veränderung, die deinen dauer-vernuft-aktions-betrieb mal kurz aussetzt. es wird sehr bald zu äußerst unangenehmen gefühlen kommen. wahrscheinlich bekommst du schon herzklopfen, wenn du einen morgen, statt zu sporten, die füße auf den tisch legst und zeitung liest. stimmt´s?

das hast du dir im laufe der zeit ausgedacht, um diese unangenehmen gefühle zu vermeiden und das hat super funktioniert. nur: ausnahmen oder abweichungen von diesem notplan sind übel, weil sie angst machen.

diese angst ist in der kindheit entstanden, als du durch eigenes handeln eine eher beängstigende umwelt weniger ängstlich machen konntest, du hast erkannt: ich kann was tun, dann geht es mir besser. daraus wurde im laufe der jahre: ich muß was tun, sonst tritt der damalige angstzustand wieder ein. das ist tiefenpsychologisch erklärter zwang.

muß man aber nicht vertiefen. du solltest lernen, kurze nixtun-minuten oder stunden ganz bewußt einzubauen und das unbehagen auszuhalten. es geht nämlich weg nach einiger zeit. solang solltest du warten, dann bist du echt therapeutisch mit dir selbst.

zwang kann zur hölle werden, wenn man den weg der vermeidung immer weitergeht. deine idee, etwas zu verändern, ist optimal, sie kann dich vor riesen einschränkungen bewahren, die dir blühen können.

denke an hilfe von einem thrapeuten, wenn du es alleine nicht schaffst.

Hallo!

Nein, eine an mir selbst!! Ich meinte nämlich genau das- dass mir eine gute Note eben nichts bringt, weil sie von außen kommt.
Außerdem muss ich mich dafür ja auch nicht so anstrengen, wie mich morgens auf’s Farrad zu setzten oder die Laufschuhe anzuziehen.
Ich hab das Gefühl, ich brauche dieses „Halb-AUsgepowert-Sein“.
War das jetzt besser? :smile:

Lieben Gruß, Cleo

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