ich kenne eine Frau, die der „fixen Idee“ unterliegt, sie habe nichts anzuziehen (nicht lachen, das ist ernst gemeint).
Sie hat wirkliche Panik und ist überzeugt, ihr Schrank sei leer (was definitv nicht so ist) und sie müsse nackt rausgehen. Dieser Gedanke verfolgt sie so sehr, dass sie sich nicht mehr konzentrieren kann, nicht arbeiten kann (ist tätig in einer Werkstatt für Behinderte) und auch an Selbstmord denkt. Durch Argumente lässt sie sich nicht vom Gegenteil überzeugen, auch der Blick in ihren Schrank verschafft ihr nur für wenige Sekunden Erleichterung.
Sie selber hat kein Krankheitsempfinden, für sie ist das Realität, und sie ist verzweifelt, weil sie meint, niemand nehme sie ernst und niemand glaube ihr.
(In psychiatrischer Behandlung ist sie bereits).
Wie kann man eurer Ansicht nach so eine Störung nennen?
Zwangsgedanken? (Sie versucht aber nicht, diese Gedanken zu bekämpfen, sie hält sie ja für real). Gibt es eine Behandlung, außer Psychopharmaka?
Wie kann man eurer Ansicht nach so eine Störung nennen?
Ich zweifle, daß das Gefühl der Nacktheit sich auf Kleider bezieht. Es scheint mir es ist eine innere Nacktheit, die sie vor ihrer Umwelt empfindet.
Mit was ‚bedeckt‘ sich der Mensch vor anderen? Im Allgemeinen mit dem Gefühl der Selbstsicherheit und einem Selbstwertgefühl. Nimmt man ihm das, so ist er ‚nackt‘.
Ich würde das Problem mal von dieser Seite betrachten.
Die Psychologischen bzw. psychoanalytischen Interpretationsmöglichkeiten dieser Angst sind interessant und mir auch bewusst. Meine Frage war die einem Fachbegriff für eine solche Störung und Therapiemöglichkeiten. Weißt du da was?
Die Psychologischen bzw. psychoanalytischen
Interpretationsmöglichkeiten dieser Angst sind interessant
und mir auch bewusst. Meine Frage war die einem Fachbegriff
für eine solche Störung und Therapiemöglichkeiten. Weißt du da
was?
Leider, da bin ich Laie.
Ich wollte dir nur einen Weg zeigen, um sich der Problematik zu nähern.
Hallo Martina
Rein diagnostisch kann es sich aus deiner Kurtzen Beschreibung heraus sowohl um eine Wahnwahrnehmung, eine illusionäre Verkennung als auch das von dir genannte Zwangssymptom handeln.
Man müsste die Zusammenhänge und die Person selbst kennen lernen.
Gruß,
Branden
Hallo Ina,
Es handelt sich bei deiner Bekannten mit grosser Wahrscheinlichkeit um eine Krankheit, die in der Psychatrie „Schizophrene Psychose“ genannt wird. Hierbei handelt es sich um den Zustand der Bewusstseinsspaltung. Der Patient nimmt die wirkliche Realität als auch eine zweite Realität war. Er erlebt sich selbst und seine Umwelt nicht mehr als ein Ganzes. Sinnestäuschungen, Denkstörungen und Wahnvostellungen gewinnen die Oberhand. Durch den Wahrnehmungsstress und der damit verbundenen Überforderung des Gehirns, all diese Wahrnehmungen zu verarbeiten, entsteht der Zustand, den man „schizophren“ nennt. Deine Bekannte wird zu Mittelpunkt ihrer eigenen Umwelt, die von der Wirklichkeit stark abweicht. Sie wird von ihren fehlinterpretierten Wahrnehmungen gesteuert. Das sie darüber verzeweifelt ist, dass sie von niemanden ernst genommen wird, ist für sie ein „normalles“ Verhalten. Auch das sie kein Krankheitsempfinden hat, ist für sie „tatsächliche Realität“. denn sie glaubt an die unumstößliche Richtigkeit ihrer Wahrnehmungen und findet daher immer Gründe für ihr Verhalten. Sie folgt dabei jedoch uneingeschränkt den Fehlinterpretationen ihres Wahns.
Eine Heilung dieser Krankheit ist wirklich nur mit Medikamenten und in einer Fachklinik möglich. Die Erfolgsaussichten sind sehr hoch.
Weitere Informationen zu deinem Anliegen findest du unter: www.bayervital.de (eine sehr gute Seite). Erläuterungen zu den Fachbegriffen unter: www.sign-lang.uni-hamburg.de. Ich hoffe, es hilft die weiter und verbleibe mit freundlichen Grüßen Dietrich