hallo experten,
gibt es so was offiziell in deutschland? ich dachte eigentlich nein, aber mir wurde kuerzlich berichtet, dass so etwas stillscheigend - z.b. bei kindern mit dow-syndrom - passiert.
gruss
khs
hallo experten,
gibt es so was offiziell in deutschland? ich dachte eigentlich nein, aber mir wurde kuerzlich berichtet, dass so etwas stillscheigend - z.b. bei kindern mit dow-syndrom - passiert.
gruss
khs
Also ich hab mal ein paar Jahre in einem Behindertenheim gearbeitet, und dort wusste von Zwangssterilisationen keiner zu berichten. Allerdings wurden dort alle weiblichen Bewohner im gebärfähigen Alter mehr oder weniger „zwangsweise“ mit der Pille versorgt. Und das schien mir auch ganz sinnvoll…
Gruß,
Doc.
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hallo kh,
auf folgender seite sind ein paar wenige traurige infos.
http://www.behindertefrauen.org/archiv/berathan/bera…
ich hoffe dir damir etwas geholfen zu haben.
gruss, ines
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hallo kh,
auf folgender seite sind ein paar wenige traurige infos.
http://www.behindertefrauen.org/archiv/berathan/bera…
ich hoffe dir damir etwas geholfen zu haben.gruss, ines
Hallo Ines,
ich hab mir die Seite mal angesehen, tatsächlich sind eine Menge Infos dort zu finden, allerdings, wie ich meine, sehr verwoben mit recht einseitigen Meinungen. Das ist ja grundsätzlich völlig legitim und in Ordnung, nur wird beides sehr durcheinandergewürfelt und nicht klar von einander getrennt, und das finde ich ein wenig schade.
Aber davon ab dürfte die Seite die Ursprungsfrage wohl beantworten.
Gruß,
Doc.
hi doc,
nee, das ist mir schon klar, dass diese seite nicht sehr objektiv ist, aber es ist garnicht so einfach infos über das thema im netz zu finden, die sich nicht ausschliesslich auf das 3. reich beziehen.
zudem habe ich die seite auch nur überflogen und den teil entdeckt, der hierfür relevant war. aber ich denke es wird auch schwierig bei diesem thema die objektivität zu wahren.
gruss, ines
Hallo Ines,
ich hab mir die Seite mal angesehen, tatsächlich sind eine
Menge Infos dort zu finden, allerdings, wie ich meine, sehr
verwoben mit recht einseitigen Meinungen. Das ist ja
grundsätzlich völlig legitim und in Ordnung, nur wird beides
sehr durcheinandergewürfelt und nicht klar von einander
getrennt, und das finde ich ein wenig schade.Aber davon ab dürfte die Seite die Ursprungsfrage wohl
beantworten.Gruß,
Doc.
Für die Aufnahme einer Frau in eine Behinderten-Wohngruppe kann eine Sterilisation Bedingung sein. Das kann man bei den zuständigen Stellen erfahren.
Hallo Karl-Heinz,
es handelt sich hier um eine Grauzone, die rechtlich extrem problematisch ist. Bis in die 70er Jahre hinein wurden Behinderte (insbesondere Frauen, durchaus aber auch Männer) recht häufig sterilisiert. Dabei ging es längst nicht nur um geistige, sondern auch um rein körperliche Behinderungen. Allerings stand dahinter kein „Zwang“ in Form eines Gesetzes, sondern eine Überzeugung von vielen Vormündern (Eltern wie Amtsvormündern), dass auf der einen Seite nur so genetisch bedingte Behinderungen für die Nachkommen verhindert werden könnten, auf der anderen Seite aber auch, dass Schwangerschaft und Elternsein für Behinderte nicht zumutbar wäre. Mit hinein in diese Überlegungen spielten auch immer Ängste, dass behinderte Frauen ein leichtes Opfer von erzwungenem oder unüberlegtem ungeschützten Geschlechtsverkehr wären und man ihnen durch die Sterilisation wenigstens die Folgen ersparen wollte.
Dies ist in vielen Fällen sicherlich deutlich zu weit gegangen. Z.B. bei vielen blinden Mädchen, die man damals sterilisieren ließ, wenn sie z.B. in spezielle Internate aufgenommen werden sollten. Hierbei wurde auch oft Druck von Jugend- und Versorgungsämtern, Heimleitungen, etc. auf die Eltern ausgeübt, wobei ich allerdings die Motive nicht grundsätzlich verurteilen will. Fakt ist aber, dass es gerade zu Beginn der 70er Jahre zu einer regelrechten Sterilisationswelle gekommen ist, die dann eben die oben geschilderten Auswüchse hatte. Seit dem geht man erheblich sensibler mit der Thematik um, kommt aber in vielen Fällen immer noch dazu, Sterilisationen vornehmen zu lassen. Dies z.B. dann, wenn bei geistigen Behinderungen ein erhöhter Sexualtrieb festzustellen und medikamentös nicht zu behandeln ist. Gerade bei Trisomie-Patienten ist dies recht häufig zu beobachten, und ich hatte in meiner Zivi-Zeit mit drei solcher Fälle zu tun, wobei in zwei Fällen die Eltern nach unliebsamen Erfahrungen den Weg der Sterilisation gegangen sind. Ich finde dies bei Erkrankungen, die eine eigenverantwortliche Elternschaft ausschließen, ein hohes Risioko genetisch bedingter Erkrankungen des Nachwuchses in sich tragen und bei denen klar ist, dass es auch keine Heilung gibt, in begründeten Eizelfällen auch vertretbar. Man kann z.B. hinter einem Mädchen, das jede Gelegenheit nutzt, sich einen x-beliebigen Kerl zu angeln nun mal leider nicht städnig hinterher sein, ohne es gleich einzusperren, und da ist die Sterilisation dann angesichts des bestehenden Schwangerschaftsrisioks dann ein kleineres Übel, vergleichen mit dem lebensbedrohlichen Risiko (zusätzlich litt das Mädchen an weiteren Erkrankungen) einer andernfalls höchst wahrscheinlichen Schwangerschaft. Und auch bei dem Jungen, der gerne mal nächtens an der Fassade entlang kletterte und die Mädels im Heim besuchte, sehe ich dies nicht anders. Er hatte einen übersteigerten Sexualtrieb, der sich nicht behandeln ließ, und auch wenn man dies nicht unbedingt als Vergewaltigungen klassifizieren kann, so hätten seine Überredungskünste das Heim sicher ständig mit Nachwuchs bevölkert, wäre man nicht den Weg der Sterilisation gegangen.
Alles in allem ein wirklich höchst komplexes und nur im Einzelfall zu bewertendes Thema, bei dem es nicht nur schwarz und weiß gibt.
Gruß vom Wiz
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