Liebe/-r Experte/-in,
HAllo,
Ich habe eine grundsaetzliche Frage zum Thema Zwangsversteigerung einer Wohnimmobilie.
ich wuerde gerne wissen, ob fuer eine gute Immobilie in der Regel anstaendige Preise erreicht werden, oder ob damit zu rechnen ist; das eine anstaendige Immobilie zum Spotpreis versteigert wird?
Vielen Dank.
MFG Gerry
y
Beides ist möglich .Kommt auch auf die Immobilie und die Lage an.
das ist eine sehr allgemeine frage, die man nicht einfach mit ja oder nein beantworten kann. im allgemeinen können immobilien in einer zwangsversteigerung wesentlich günstiger erworben werden als am freien markt. es gibt beim 1. termin die 75 - 70 % grenze. wenn die immobilie hier nicht veräußert wird kommt es ein paar monate später zum 2. termin, bei dem die immobilie bereits für 50% des verkehrswerts erworben werden kann. generell ist angebot und nachfrage die richtlinie. die lage der immobilie ist das allerwichtigste für die meisten leute. wenn eine großfamilie ein haus sucht, spielt die lage keine große rolle. die meisten zv-immos sind nach meiner erfahrung aber fast immer in einem sanierungs- oder renovierungsbedürftigen zustand ganz zu schweigen von dem wärmedämmstatus. und ist man wirklich interessiert, hat aber vom handwerlichen keine ahnung, so muss man mit einem handwerker das objekt ansehen. das gelingt meist nur von aussen. meistens kauft man die „katze im sack“.man sollte genauestens auch die eigentumsverhältnisse eines objekts herausfinden, ob es z. b. ein eingetragenes altenteil gibt oder, oder, oder…z.b. jemand will eine immobilie ersteigern, um in ihr zu wohnen und auch zu arbeiten. d.h. vorher raus finden ob die anderen eigentümer etwas dagegen haben, ob die nutzungsänderung beim bauordnungsamt durch geht,
man kann immos günstiger bekommen durch eine zv, aber fast immer ist der vermeintliche spottpreis eine milchmädchenrechnung, seltene fälle bilden die ausnahme.
Hallo gerrype,
leider kann man das nicht so pauschalieren. Es kommt sicherlich darauf an, wo vor allen Dingen eine Immobilie liegt. Wenn sie im Einzugsbereich einer größeren Stadt liegt, ist sie interessanter, als würde sie weit weg vom Schuß auf dem Lande liegen. Es ist ja so, dass der Gutachter das Haus bewertet, in die Bewertung fließt natürlich auch die Infrastruktur ein. Es wird also ein Verkehrswert festgelegt. Dieser Preis soll den tatsächlichen Wert einer Immobilie am Markt darstellen. Darin wird natürlich nicht berücksichzigt, dass Sie selber vielleicht hunderte oder gar tausende von Arbeitsstunden an dem Haus gewerkelt haben. Wenn es zum Versteigerungstermin kommt, wird beginnend mit dem Verkehrswert gesteigert. Wenn keiner bietet, wird ein neuer Termin festgesetzt mit 70 % des Verkehrswertes. Wenn wieder nicht geboten wird, dann der nächste Termin mit 50 % und danach ohne Limit. Voraussetzung für die Annahme des Gebotes ist aber immer, dass der oder die Gläubiger mit der erzielten Summe einverstanden sind. Fazit: theoretisch kann eine gute Immobilie durchaus zu einem sehr niedrigen Preis versteigert werden.
Ich hoffe für Sie, dass Sie eine Zwangsverasteigerung noch abwenden können. Notwendig hierfür ist das Gespräch mit (meistens der finanzierenden Bank) dem Gläubiger, der die Zwangsvollstreckung betreibt. Bieten Sie ihm einen halbwegs akzeptablen Vorschlag an, wie Sie Ihren Verpflichtungen nachkommen wollen. Versuchen Sie es mit Bürgschaft aus der Familie, oder wenn Sie arbeitslos sein sollten, nehmen Sie jeden noch so niedrig bezahlten Job oder auch zwei an, um dem Gläubiger zu zeigen, dass Sie wollen. Denn eines sollten Sie wissen, im Allgemeinen mögen die Banken keine Versteigerung, denn oft bleiben sie trotzdem auf einem Teil des Geldes hängen.
In der Hoffnung, dass Sie Ihre Immobilie noch retten können wüsche ich Ihnen alles Gute.
Dirk W.
Hallo,
in der Regel ist damit zu rechnen, dass eine Immobilie in der Zwangsversteigerung nur zu einem Bruchteil des Verkehrswertes weg geht.
Der Ex-eigentümer ist dann nicht nur die Immobilie los sondern hat auch noch Restschulden, welche die Bank einfordern wird.
Weitere Informationen rund um die ZV gibt es hier:
http://www.schuldnerakuthilfe.com/zwangsversteigerun…
Hallo,
das ist genau wie bei Ebay. Man kann ein Schnäppchen machen, man kann aber auch eingehen. Die Gefahr, daß man wirklich kraß über den Tisch gezogen wird ist allerdings gering. Bei jeder Zwangsversteigerung wird im Auftrag des Versteigerungsgerichtes von einem vereidigten Sachverständigen ein Gutachten über den Wert der Immobilie erstellt. Dieses Gutachten darf sich jeder Interessent vor der Versteigerung ansehen. Daraus kann man, wenn man den gesunden Menschenverstand walten läßt und intensiv liest, schon recht viel sehen. Hände weg zum Beispiel, wenn da steht, daß der derzeitige Besitzer dem Gutachter den Zutritt verweigert hat. Zum einen kann die Schätzung dadurch logischerweise nicht genau sein. Darauf weist der Gutachter natürlich auch hin. Zum zweiten kann es sich um eine echte „Wundertüte“ handeln, in die man noch viel Geld stecken muß.
Also ganz wichtig: Gutachten dreimal konzentriert lesen.
Ansonsten richtet sich auch hier der Preis nach dem Angebot. Eine schöne neue Wohnung in einem noblen Vorort wird mehr Interessenten zum Versteigerungstermin locken, als eine Ruine im Rotlichtviertel.
Meistens kann man jedoch günstiger kaufen als auf dem freien Markt.
Ein Tip: Besuche ein paar Versteigerungen, ohne selbst bieten zu wollen. Schau Dir die Häuser und die Gutachten vorher an und mach Dir Gedanken, wie hoch Du gehen würdest und schau dann, wie hoch tatsächlich geboten wird. Dann bekommst Du am ehesten ein Gefühl für die Sache.
Viele Grüße
Morelle
Antworten:
Das kommt auf die Lage und den Zustand des Objekts an, vor allem auf die Lage.
Steht es in Ostdeutschland in der Prärie, kannst Du ein gutes Objekt zu einem guten Preis erstehen.
Derzeit haben wir in Großstädten einen regelrechten Run auf Liegenschaften (Inflationsängste der Bürger, Angst, dass der Euro platzt = Währungsreform, Auswirkungen der Finanzkrise = weg von Wertpapieranlagen, hin zu Immobilien = wertständige Anlage).
In München gehen derzeit Objekte wie warme Semmeln weg, die Nachfrage ist größer als das Angebot, in Zwangsversteigerungen werden sehr gute Preise erzielt, d.h. mit Schnäppchen keine Chance.
Spottpreise gibt es heute mehr oder weniger nicht mehr bei guten Liegenschaften, das war mal.
Billiger wirds bei Immobilien auf dem Land.
Objekte in mittelgroßen und großen Städten sind begehrt.
Ich hoffe, das reicht.
Grüsse
Bracco