Zwangsversteigerung-schon vor Termin alles klären?

Hallo!

Wir interessieren uns für eine Eigentumswohnung. Im Januar soll sie zwangsversteigert werden. Uns interessiert nun, ob es auch Möglickeiten gibt, die Sache mit der Gläubiger Bank schon vorab zu klären, so dass man den Termin nicht mehr abwarten muss.

Die Wohnung steht seit 2 Jahren leer und theoretisch sollten die doch froh sein, wenn sie das Objekt los werden, oder? (zumal: der Termin im Januar ist bereits der zweite Versteigerungstermin und die 5/10 bzw. 7/10 müssen nicht mehr eingehalten werden)

Grüße &Danke vorab

Markus & Nadine

Hallo,

der Versteigerungstermin kann von den betreibenden Gläubigern jederzeit wieder abgeblasen werden. Allerdings ist dies nur die halbe Wahrheit, denn Verkäufer ist dann natürlich nicht der/die Gläubiger, sondern der bisherige Eigentümer. D.h. du hat in diesem Fall mit zwei Parteien zu tun, die ggf. widerstreitende Interessen haben. So ist der bisherige Eigentümer oft nicht so einsichtig, dass er tatsächlich an einer Verwertung interessiert ist, und versucht mit Händen und Füßen so lange wie irgendmöglich im Haus zu bleiben. Auch wird er natürlich an einem deutlich höheren Kaufpreis interessiert sein, d.h. die Sache wird ggf. teurer. Der Gläubiger (üblicherweise die finanzierende Bank) will ja bloß den valutierenden Rest der Darlehensschuld plus Zinsen und Verfahrenskosten haben und wenn da zusammen nur 40% des Verkehrswertes betroffen sind, dann kann die Bank mit einem 50% Versteigerungserlös schon ganz zufrieden sein. Für den bisherigen Eigentümer sieht die Sache natürlich ganz anders aus. Er hat ja schließlich dann schon 70% oder 80% des Verkehrswertes auf den dann notleidenden Kredit abgezahlt und würde bei einem Verkauf selbstverständlich versuchen wollen so viel wie möglich hiervon wieder zu realisieren. Beim Verkauf zum Verkehrswert bekäme er dann schließlich 60% wieder heraus.

Allerdings steigt natürlich der Zins- und Verfahrenskostenanteil mit der Zeit deutlich, und so sollte der Schuldner auch ein gewisses Interesse an einer zügigen Abwicklung zu erträglichen Konditionen haben. Und wenn du dann als Kaufinteressent auftrittst und bereit bist zur Vermeidung des Risikos eines anderweitigen Zuschlags bzw. um des Vorteils eines schnelleren Bezugs willen, etwas tiefer in die Tasche zu greifen, findet man üblicherweise einen für alle Seiten tragbaren Kompromiss.

Ich habe momentan selbst im recht großen Stil mit einem solchen Fall zu tun, und die Verhandlungen sind natürlich hart und ziehen sich schon über Monate hin, wobei in diesem Fall die Bank hoffnungslos untergesichert ist und mehr als der Eigentümer herausschlagen will.

Gruß vom Wiz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]