Hallo,
Nein, das stimmt nicht. Wäre dem so, wäre das Vehikel nach IAS
27.13 ratzfatz in der Konzernbilanz. Der Geschäftszweck wird
von vorneherein festgelegt, was allein schon so sein muß,
damit die Investoren die später zu emittierenden Papiere
kaufen. In der Geschäftsleitung findet man in der Regel
ausschließlich externe Mitarbeiter.
Der Verweis auf IAS 27.13 ist natürlich richtig. Allerdings wurde mir von Praktikern berichtet, dass dies Regelung, die im Übrigen auch in vielen anderen Standards eine Rolle spielt, praktisch nicht nachzuvollziehen ist. Mittlerweile würde es immer schwieriger werden, solche Weisungsketten zu identifizieren bzw. zu verbergen. Für meine Begriffe auch nachvollziehbar.
Ja, weil die "tatsächliche Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage
der Banken dadurch nicht mehr direkt nachvollziehbar ist.
Durch diese off-balance Gestaltung wird dies gerade
umgegangen. Enron in den USA hat sich dies auch zu Nutze
gemacht und dabei auch von der -in dieser Hinsicht- laschen
Behandlung in der Rechnungslegung profitiert.
Naja, das sind ja schon zwei verschiedene Paar Schuhe: Enron
hat die Möglichkeiten der US-GAAP absichtlich genutzt, um
Schulden aus der Konzernbilanz auszulagern. Ein SPV oder eine
SPE dient nicht primär diesem Zweck.
Stimmt. Ich hatte aber auch nur sagen wollen, dass man diese SPV „so und so“ nutzen kann und Enron es eben getan hat, um fingierte Geschäftsvorfälle zu generieren bzw. Schulden nicht in der Konzernbilanz ausweisen zu müssen. Wie Du ja auch weiter unten schreibst, können SPV’s für verschiedenen Zwecke genutzt werden.
Vielmehr sollen alle
Vorgänge einer Transaktion in einer Gesellschaft gebündelt
werden, d.h. Vermögen und Schulden. Dies dient nicht primär
der Verschleierung, sondern einfach der Abkapselung der
Veranstaltung von der eigenen Bilanz bzw. den übrigen
Geschäftsvorfällen.
Richtig. Das meinte ich ja damit, dass bestimmte Vorgänge/Positionen eben nicht bei der „Mutter“ konsolidiert werden müssen. Der Verweis auf die VFE-Lage sollte auch nur betonen, dass durch diese Gestaltung, das Ziel sei dahingestellt, eine Nachprüfbarkeit der VFE-Lage erschwert wird. Nicht zuletzt im Fall Enron wird dies evident.
Die Käufer der Anleihen haben dadurch die
Gewähr, daß sie wirklich nur das kaufen, was sie kaufen wollen
und nicht irgendwelchen anderen Kram aus der Konzernbilanz.
Keine Frgae, das stimmt. Bei den ABS-Geschichten ist es ja nichts anderes. Dort muss ja genau testtiert werden, was sich in der SPV befindet. Stichwort Rating.
Daß SPEs nicht konsolidiert werden, ist vom Grundsatz her
schon ganz richtig: SPE kennen im Prinzip nur durchlaufende
Posten. Das, was vorne an Vermögen reinkommt, wird hinten
wieder durchgehandelt. Daß das ganze nun ein bißchen aus dem
Ruder gelaufen ist, weil die Einzahlungen etwas rückläufig
waren und auf der Refinanzierungsseite ein bißchen paar
Problemchen auftauchten, war ja ohne weiteres nicht absehbar.
Ja, das bringt das Ganze auf den Punkt. Der ABS-Markt war ja auch schon lange vor der Subprime-Krise untergegangen.
VG
Sebastian