Zwei Fragen

Liebe Wissende,

mir ist kein besserer Titel eingefallen… egal:

  1. Bei dem Experiment: „Ammoniak-Springbrunnen“ steht bei www.netexperimente.de dass man keine Rundkolben mit Schliff verwenden soll. Mein Physik-Lehrer (der auch Chemie unterrichtet) sagt aber, dass es ruhig mit Schliff sein darf, wenn man einen Kunststoff-Stopfen verwendet. Was nun?

  2. Wenn man einen halben Ballon mit Knallgas füllen will, kann man es so machen: Wasserstoff in einem Ballon sammeln, und Saueroff in einem anderen Ballon sammeln, dann meide öffnungen zusammenhalten, und einen zusammendrücken. Und zur Herstellung: Wasserstoff: Magnesiumband in Säure (z.B. Essig) und Sauerstoff: Wasserstoffperoxid + Kaliumiodid.
    Ist es so sinnvoll, ich weiß, wenn man einen halben Ballon füllen will, kann man da lange warten, bis der halb voll ist…

Jedenfalls, hättet ihr da sonst eine bessere Idee, oder nicht?

Danke im Voraus, Alex.

Hi Alexander!

  1. Bei dem Experiment: „Ammoniak-Springbrunnen“ steht bei
    www.netexperimente.de dass man keine Rundkolben mit Schliff
    verwenden soll. Mein Physik-Lehrer (der auch Chemie
    unterrichtet) sagt aber, dass es ruhig mit Schliff sein darf,
    wenn man einen Kunststoff-Stopfen verwendet. Was nun?

Finde ich nachvollziehbar. Kenne das Experiment aber nicht.

  1. Wenn man einen halben Ballon mit Knallgas füllen will, kann
    man es so machen: Wasserstoff in einem Ballon sammeln, und
    Saueroff in einem anderen Ballon sammeln, dann meide öffnungen
    zusammenhalten, und einen zusammendrücken.

Das stelle ich mir sehr gefährlich vor? Soweit ich weiß explodiert das an Luft spontan?!

Gruß,
Kyan

Hi Alexander!

  1. Bei dem Experiment: „Ammoniak-Springbrunnen“ steht bei
    www.netexperimente.de dass man keine Rundkolben mit Schliff
    verwenden soll. Mein Physik-Lehrer (der auch Chemie
    unterrichtet) sagt aber, dass es ruhig mit Schliff sein darf,
    wenn man einen Kunststoff-Stopfen verwendet. Was nun?

Finde ich nachvollziehbar. Kenne das Experiment aber nicht.

Was ist nachvollziehbar. Hier ist übrigens ein Link dazu: http://www.netexperimente.de/netexperimente/index.ph…

  1. Wenn man einen halben Ballon mit Knallgas füllen will, kann
    man es so machen: Wasserstoff in einem Ballon sammeln, und
    Saueroff in einem anderen Ballon sammeln, dann meide öffnungen
    zusammenhalten, und einen zusammendrücken.

Das stelle ich mir sehr gefährlich vor? Soweit ich weiß
explodiert das an Luft spontan?!

Nein, man muss es schon zünden. Aber wenn es mal gezündet ist, dann geht die Post ab… :wink:
Ne, so schlimm ist es auch wieder nicht. Es gibt nur einen lauten Knall. Naja, laut ist UNTERtrieben. Aber das ist das Lieblingsexperiment von meiner Chemie-Lehrerin. :wink:
Aber egal, jedenfalls kann man ihn sogar an die Decke steigen lassen, und dann erst zünden, da es so gut wie keine Flamme gibt. Wenn man alles richtig gemacht hat… :wink:

Wenn man einen halben Ballon mit Knallgas füllen will, kann
man es so machen: Wasserstoff in einem Ballon sammeln, und
Saueroff in einem anderen Ballon sammeln, dann meide öffnungen
zusammenhalten, und einen zusammendrücken.

Ja, so habe ich das damals auch gemacht. Man muß noch nicht einmal drücken. Der Sauerstoffballon entleert sich freiwillig in den Wasserstoff-Ballon.

Magnesiumband in Säure (z.B. Essig)

Ich habe Aluminium und Kalilauge genommen. Das geht schneller, ist aber auch gefährlicher.

  1. Wenn man einen halben Ballon mit Knallgas füllen will, kann
    man es so machen: Wasserstoff in einem Ballon sammeln, und
    Saueroff in einem anderen Ballon sammeln, dann meide öffnungen
    zusammenhalten, und einen zusammendrücken.

Das stelle ich mir sehr gefährlich vor? Soweit ich weiß
explodiert das an Luft spontan?!

Nein, das tut es nicht. Knallgas lässt sich zwar sehr leicht zünden, ganz ohne Zündung passiert aber nichts. Man sollte aber trotzdem darauf achten, dass nichts in der Nähe ist, was Splitter bildet (also beispielsweise kein Glasrohr zur verbindung der Ballons nutzen). Schutzbrille und Gehörschutz können auch nicht schaden.

Schutzbrille und Gehörschutz
können auch nicht schaden.

In der Schule machen sie das gerne, wie schon gesagt. Und da freut sich die Lehrerin schon immer wenn sie die Gasflaschen rausholen darf… :wink: lol*
Jedenfalls macht sie es immer so: ohne Gehört/Gesichtsschutz, allerdings lässt sie den Ballon an die Decke steigen, und nicht in Augenhöhe, und zündet erst dann.
Aber noch eine Frage: Stimmt es, dass da eigentlicht keine Flamme entsteht, denn sonst müsste ja die Deckt zu brennen anfangen…

Und noch eine Frage: Wie bekäme man sonst noch diese zwei Gase, denn ich mein, wenn man ein Magnesiumband in Essig wirft, und einen Ballon darüberstülpt und wartet, ist das etwa genau so interessant, als wie wenn man zusieht, wie Farbe trocknet.
Ich habe gehört, dass man Sauerstoff auch in kleinen „Spraydosen“ bekommt, denn man braucht Sauerstoff anscheinend zum Löten. Und man bekommt es im Baumarkt. Stimmt das?
Und Wasserstoff: gibt es da noch eine andere Lösung?

Und weiß noch jemand etwas zu meiner 1. Frage?

In der Schule machen sie das gerne, wie schon gesagt. Und da
freut sich die Lehrerin schon immer wenn sie die Gasflaschen
rausholen darf… :wink: lol*
Jedenfalls macht sie es immer so: ohne Gehört/Gesichtsschutz,
allerdings lässt sie den Ballon an die Decke steigen, und
nicht in Augenhöhe, und zündet erst dann.

In geschlossenen Räumen würde ich das lieber nicht machen. Da können durchaus Fenster zu Bruch gehen. Bei uns im Vorlesungssaal hat es dabei mal eine Lampe entschärft.

Aber noch eine Frage: Stimmt es, dass da eigentlicht keine
Flamme entsteht, denn sonst müsste ja die Deckt zu brennen
anfangen…

Es entsteht eine Flamme, aber die ist so schnell wieder weg, dass sie keine zeit hat, um irgend etwas zu entzünden - es sei denn, es ist irgend etwas leicht entzündliches in der Nähe.

Hallo Alexander,

Und weiß noch jemand etwas zu meiner 1. Frage?

jo. Ammoniak ist bekanntermassen basisch und Basen ätzen Glas ein wenig. Rundkolben mit Schliff und Glasstopfen bekokmt man dann nach dem Experiment u. U. nicht mehr auseinander.

Ralph

Hi Alexander.

Und weiß noch jemand etwas zu meiner 1. Frage?

Es ist so, dass Salzsäure-Gas (HCl-Gas) und Ammoniak-Gas, die Du immer hast, wenn Du mit Salzsäure bzw. Ammoniak arbeitest, leicht in etwaige Zwischenräume zwischen Schliff und Stopfen gelangen. Das läßt sich praktisch nicht vermeiden (es sei denn, Du fettest den Schliff sehr ordentlich). Die Gase mischen sich da und das Reaktionsprodukt (na, weißt Du, was da rauskommt?) bildet schöne kleine farblose Kristalle und wirkt wie Kleber, da die Kristalle zwischen den Glasflächen „verkanten“.
Bei Kunststoffstopfen ist das nicht so problematisch, da die flexibler sind als Glas… Eine weitere Möglichkeit sind Teflonhülsen, die zwischen Glasschliff und Glasstopfen gesteckt werden.

Und zu Deinen Knallgasversuchen kann ich Dir nur raten, nicht gleich einen prallen Luftballon voll davon zu zünden.
Empfehlungen in diese Richtung sind praktisch eine Anleitung zum Bombenbau…
Wenn Du das - was ich annehme - sorgfältiger machst als Deine Lehrerin und Du dann ein stöchiometrisches Gemisch in dem Ballon hast, gibt es eine heftige Detonation, nicht nur einen Knall, und sowas sollte man auf gar keinen Fall in einer Wohnung und nur mit fachkundiger Unterstützung testen!
Ich empfehle min. 2-3 m Sicherheitsabstand beim Zünden und einen Gesichtsschild. Zum Druckausgleich unbedingt den Mund öffnen, sonst war’s das mit dem Gehör :wink:

Alternativ kannst Du mit kleinen Reagenzgläsern beginnen, die Du mit Wasserstoff füllst. Ist auch schon lustig und dann tastest Du Dich langsam an größere Volumina und „bösere“ Mischungen.

Ich weiß sehr gut, dass der anfängliche Spaß an der Chemie meist übers „Bömbchenbasteln“ geht. Ich weiß aber auch, dass viele einfach Glück hatten, das dabei nichts ernsthaft Schlimmes passiert ist und ferner kenne ich Leute, die auch nicht soviel Glück hatten…
Also pass auf Dich auf.

Grüße,
Grünblatt

Hi Alexander.

Und weiß noch jemand etwas zu meiner 1. Frage?

Es ist so, dass Salzsäure-Gas (HCl-Gas) und Ammoniak-Gas, die
Du immer hast, wenn Du mit Salzsäure bzw. Ammoniak arbeitest,
leicht in etwaige Zwischenräume zwischen Schliff und Stopfen
gelangen. Das läßt sich praktisch nicht vermeiden (es sei
denn, Du fettest den Schliff sehr ordentlich). Die Gase
mischen sich da und das Reaktionsprodukt (na, weißt Du, was da
rauskommt?) bildet schöne kleine farblose Kristalle und wirkt
wie Kleber, da die Kristalle zwischen den Glasflächen
„verkanten“.
Bei Kunststoffstopfen ist das nicht so problematisch, da die
flexibler sind als Glas… Eine weitere Möglichkeit sind
Teflonhülsen, die zwischen Glasschliff und Glasstopfen
gesteckt werden.

Also kann ich es ruhig ohne Bedenken (ich meine wegen der Implosion, von den anderen Gafahren mal ganz ausgeschlossen… :wink: ) mit Schliff machen.

Und zu Deinen Knallgasversuchen kann ich Dir nur raten, nicht
gleich einen prallen Luftballon voll davon zu zünden.

Ich bin eh erst elf, einen ganzen Ballon voll macht nicht einmal die Lehrerin, die zündet auch immer nur einen nicht ganz vollen Ballon.

Empfehlungen in diese Richtung sind praktisch eine Anleitung
zum Bombenbau…
Wenn Du das - was ich annehme - sorgfältiger machst als Deine
Lehrerin und Du dann ein stöchiometrisches Gemisch in dem
Ballon hast, gibt es eine heftige Detonation, nicht nur einen
Knall, und sowas sollte man auf gar keinen Fall in einer
Wohnung und nur mit fachkundiger Unterstützung testen!
Ich empfehle min. 2-3 m Sicherheitsabstand beim Zünden und
einen Gesichtsschild. Zum Druckausgleich unbedingt den Mund
öffnen, sonst war’s das mit dem Gehör :wink:

Alternativ kannst Du mit kleinen Reagenzgläsern beginnen,

das habe ich schon gemacht.

die
Du mit Wasserstoff füllst. Ist auch schon lustig und dann
tastest Du Dich langsam an größere Volumina und „bösere“
Mischungen.

Ich weiß sehr gut, dass der anfängliche Spaß an der Chemie
meist übers „Bömbchenbasteln“ geht. Ich weiß aber auch, dass
viele einfach Glück hatten, das dabei nichts ernsthaft
Schlimmes passiert ist und ferner kenne ich Leute, die auch
nicht soviel Glück hatten…
Also pass auf Dich auf.

Grüße,
Grünblatt

Danke, tschüss.

Achso, noch ein-zwei Fragen, damit ich nicht wieder ein neues Thema öffnen muss.
Wenn man Sauerstoff benötigt, gibt es ja die möglichkeit, Kaliumpermanganat zu erhitzen. Aber was ist das Endproduckt? Braunstein, ein Kaliumpermanganat-Klumpen den man wieder zermörsern muss damit es wieder ein Pulver ist, oder was sonst?

Und wie entsorgt man die Lösung Wasserstoffperoxid 10% + Mangan(IV)-oxid? Also wenn wieder Sauerstoff entsteht…

Danke im Voraus, alex.

Und zu Deinen Knallgasversuchen kann ich Dir nur raten, nicht
gleich einen prallen Luftballon voll davon zu zünden.

Ich bin eh erst elf

Und da liegt das Problem. Heute bricht mir schon der Angstschweiß aus, wenn ich nur daran denke, was ich in diesem Alter angestellt habe. Das damalige Gefühl, alles Im Griff zu haben, war aus heutiger Sicht pure Naivität.

Nein, nein, ich werde versuche das Risiko no niedrig wie möglich zu halten. Glaub mir, ich habe mich schon genau erkundigt und weiß was da schon alles passiert ist. Aber trotzdem danke, dass du nicht so wie die anderen bist, und sagt, das ist diesen Versuch gar nicht machen darf… :wink:

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Nein, nein, ich werde versuche das Risiko no niedrig wie
möglich zu halten.

Ich muss Dir sicher nicht sagen, wann das Risiko am niedrigsten ist.

Aber
trotzdem danke, dass du nicht so wie die anderen bist, und
sagt, das ist diesen Versuch gar nicht machen darf.

Da ich aus Erfahrung weiß, dass das keinen Sinn hätte, versuche ich gar nicht erst, Dich von irgend etwas abzuhalten. Das hätte mich damals auch nicht beeindruckt. Aber ich kann Dir einen nützlichen Tipp geben: Je mehr Spass es macht, um so gefährlicher ist es und umgekehrt. Das führt dazu, dass die einen den Spass an der Sache verlieren, sobald sie das Risiko halbwegs unter Kontrolle haben und für die anderen ist irgendwann der Spass vorbei, weil sie es nicht unter Kontrolle hatten. Ich gehöre glücklicherweise zu den einen und Du willst bestimmt nicht zu den anderen gehören.

Ich passe eh imemr schön auf, andere sehen auch zu, und Sicherheitsvorkehrungen sind ein paar Meter daneben.

MOD: Überflüssiges Vollzitat entfernt.