Zwei Fragen

in einer…
Hallo liebe Wissende,

ich habe, weil mehrfach auch in öffentlichen Publikationen unterschiedlich gelesen meine Probleme damit, wie ich Anglizismen in einem deutschen Text richtig schreibe, groß oder klein? Z.B. die(!) (M)mail!
Eine weitere Frage die Groß- bzw. Kleinschreibung betreffend ist die persönlichen Anrede, weil ebenfalls unterschiedlich gelesen: …du, sie etc., oder Du, Sie etc. Habe ich denn alles falsch gelernt, und wenn nicht; warum ist jetzt wieder alles anders?
Es lebe die kontinuierliche Innovation in der Rechtschreibung! :wink:

Grüße, Rollifern

Was mir dazu spontan einfällt:
Es gibt eine Website über „Anglizismen“ des Vereins Deutsche Sprache". Die Adresse ist
http://vds-ev.de/denglisch/anglizismen/anglizismenli…

Ist das hilfreich?

Mit besten Grüßen,
Hajo Becker

hi,

ich habe, weil mehrfach auch in öffentlichen Publikationen
unterschiedlich gelesen meine Probleme damit, wie ich
Anglizismen in einem deutschen Text richtig schreibe, groß
oder klein? Z.B. die(!) (M)mail!

ich schlag dir vor (und verfahre selbst genauso): wenn ich ein wort als fremd empfinde, schreib ich es (wenns englisch ist) eher klein. wenn ichs schon als eingedeutschtes wort empfinde, schreib ichs groß, falls es ein substantiv ist. bei mir heißts z.b.: workshop, e-mail, Computer, …
(außer in e-mails und foren, wo ich fast alles objektsprachliche klein schreibe und nur metasprachliches fallweise GROSS wird.)

Eine weitere Frage die Groß- bzw. Kleinschreibung betreffend
ist die persönlichen Anrede, weil ebenfalls unterschiedlich
gelesen: …du, sie etc., oder Du, Sie etc. Habe ich denn
alles falsch gelernt, und wenn nicht; warum ist jetzt wieder
alles anders?

da ist mir ziemlich wurscht, was die rechtschreibreform sagt. großbuchstaben sind in der anrede höflicher. direkte anreden werde ich weiterhin groß schreiben.

Es lebe die kontinuierliche Innovation in der Rechtschreibung!
:wink:

überhaupt: ich bin auch für die kontinuierliche innovation, sogar ohne zwinkern. zwischen alter rechtschreibung, die in millionen büchern in bibliotheken abgedruckt ist und bleibt, und neuer rechtschreibung, die in vielem logischer und einfacher ist, tut sich ein (leider eh nur sehr schmales) feld an freiheiten auf.

um gottes willen: freiheiten?
NEIN: HURRA, FREIHEITEN!!!

bitte bitte: nehmen wir uns doch diese paar freiheiten und schreiben innerhalb dieses rahmens so, wie wir es für vernünftig halten. nützen wir spielräume, um nuancierungen auszudrücken. und gehen wir ab und zu über den eng gesteckten rahmen der rechtschreibungsregeln alt und neu hinaus, auf dass es fallweise wirkliche innovation auch noch gebe.
was ist das für ein volk, das monatelang darüber diskutiert, welchem regelwerk es sich sklavisch unterordnen will und wo man sich über dieser frage beinahe die schädel einschlägt?

michael

Hallo Namensvetter,
jetzt hab ich Dir eine Frage weiter unten widersprochen, hier muß ich Dir einen Stern geben wegen des wundervollen Absatzes (auch wenn ich die neue Rechtschreibung in den meisten Punkten für fatal falsch halte):

überhaupt: ich bin auch für die kontinuierliche innovation,
sogar ohne zwinkern. zwischen alter rechtschreibung, die in
millionen büchern in bibliotheken abgedruckt ist und bleibt,
und neuer rechtschreibung, die in vielem logischer und
einfacher ist, tut sich ein (leider eh nur sehr schmales) feld
an freiheiten auf. um gottes willen: freiheiten? NEIN: HURRA,
FREIHEITEN!!!
bitte bitte: nehmen wir uns doch diese paar freiheiten und
schreiben innerhalb dieses rahmens so, wie wir es
vernünftig halten. nützen wir spielräume, um
nuancierungen auszudrücken. und gehen wir ab und zu über den
eng gesteckten rahmen der rechtschreibungsregeln alt und neu
hinaus, auf dass es fallweise wirkliche innovation auch noch
gebe.

Und einen Oskar hättest Du verdient für diesen Satz:

was ist das für ein volk, das monatelang darüber diskutiert,
welchem regelwerk es sich sklavisch unterordnen will und wo
man über dieser frage beinahe die schädel einschlägt?

BRAVO!

Michael

hi,

Hi Michael,

ich schlag dir vor (und verfahre selbst genauso): wenn ich ein
wort als fremd empfinde, schreib ich es (wenns englisch ist)
eher klein. wenn ichs schon als eingedeutschtes wort empfinde,
schreib ichs groß, falls es ein substantiv ist. bei mir heißts
z.b.: workshop, e-mail, Computer, …
(außer in e-mails und foren, wo ich fast alles
objektsprachliche klein schreibe und nur metasprachliches
fallweise GROSS wird.)

das ist akzeptabel, damit kann ich gut leben. Allerdings ist die Groß-bzw. Kleinschreibung in Foren auch hier schon ausreichend diskutiert worden. Selbst bin ich, weil inkonsequent, kein Freund davon.

da ist mir ziemlich wurscht, was die rechtschreibreform sagt.

Das ist ein Dilemma dem auch ich ambivalent gegenüber stehe. Weil ich nicht ständig den Duden zur Hand nehmen möchte, besonders wenn ich nicht am PC sitze, vermische ich unbeabsichtigt alte und neue Rechtschreibung.

großbuchstaben sind in der anrede höflicher. direkte anreden
werde ich weiterhin groß schreiben.

Disbezüglich würde ich genau so verfahren.

Es lebe die kontinuierliche Innovation in der Rechtschreibung!
:wink:

überhaupt: ich bin auch für die kontinuierliche innovation,
sogar ohne zwinkern. zwischen alter rechtschreibung, die in
millionen büchern in bibliotheken abgedruckt ist und bleibt,
und neuer rechtschreibung, die in vielem logischer und
einfacher ist, tut sich ein (leider eh nur sehr schmales) feld
an freiheiten auf.

um gottes willen: freiheiten?
NEIN: HURRA, FREIHEITEN!!!

Mit den Freiheiten sollte man es aber auch nicht übertreiben,

bitte bitte: nehmen wir uns doch diese paar freiheiten und
schreiben innerhalb dieses rahmens so, wie wir es für
vernünftig halten. nützen wir spielräume, um
nuancierungen auszudrücken. und gehen wir ab und zu über den
eng gesteckten rahmen der rechtschreibungsregeln alt und neu
hinaus, auf dass es fallweise wirkliche innovation auch noch
gebe.

sonst kommt so etwas dabei heraus:
Erster Schritt: wegfall der großschreibung!
zweiter schritt: wegfall der denungen und schärfungen. dise masname eliminirt schon di gröste felerursache in der grundschule, den sin oder unsin der konsonantenverdopelung hat onehin nimand kapirt.
driter schrit: v und ph werden durch f, z, tz und sch durch s ersetzt, qu wird zu q und das alfabet wird um swei buchstaben redusirt, die sulseit kan sofort auf swei iare ferkürst werden, aktsig prosent rektsreibunterikt könen nüslikere fäker wi fisik, kemi oder reknen ferstärkt gelert werden.

was ist das für ein volk, das monatelang darüber diskutiert,
welchem regelwerk es sich sklavisch unterordnen will und wo
man sich über dieser frage beinahe die schädel einschlägt?

mit oben genanter konseqens blibe uns das erspart!

michael

libe grüse, rollifern

hi,

Mit den Freiheiten sollte man es aber auch nicht übertreiben,

sonst kommt so etwas dabei heraus:
Erster Schritt: wegfall der großschreibung!
zweiter schritt: wegfall der denungen und schärfungen. dise
masname eliminirt schon di gröste felerursache in der
grundschule, den sin oder unsin der konsonantenverdopelung hat
onehin nimand kapirt.
driter schrit: v und ph werden durch f, z, tz und sch durch s
ersetzt, qu wird zu q und das alfabet wird um swei buchstaben
redusirt, die sulseit kan sofort auf swei iare ferkürst
werden, aktsig prosent rektsreibunterikt könen nüslikere fäker
wi fisik, kemi oder reknen ferstärkt gelert werden.

ich kenn diese texte. sie beweisen nicht viel. allenfalls: dass sogar eine völlig andere rechtschreibung auch noch lesbar wäre. (was im übrigen auch durch hunderte von jahren vor 1900 so war.)

aber der von dir zitierte text ist kein argument gegen meines. ich hab vorgeschlagen, die freiheiten im feld zwischen alter und neuer regelung zu nützen - und ab und zu auch darüber hinaus innovativ zu sein. innovationen (auch sprachliche) müssen sich auf einem markt bewähren. alte regelung, neue regelung und der markt als regulativ werden verhindern, dass es texte wie den von dir zitierten geben wird.

aber hören wir doch auf, das thema rechtschreibung mit angst zu diskutieren. freiheiten nützen!

m.

hi,

Hi Michael,

ich kenn diese texte. sie beweisen nicht viel. allenfalls:
dass sogar eine völlig andere rechtschreibung auch noch lesbar
wäre. (was im übrigen auch durch hunderte von jahren vor 1900
so war.)

natürlich „beweisen“ sie gar nichts.

aber der von dir zitierte text ist kein argument gegen meines.

Sollte es auch nicht, sondern war nur eine Metapher dessen, was ich mit übertriebener, persönlicher Freiheit der Auslegung meinte.

ich hab vorgeschlagen, die freiheiten im feld zwischen alter
und neuer regelung zu nützen - und ab und zu auch darüber
hinaus innovativ zu sein. innovationen (auch sprachliche)
müssen sich auf einem markt bewähren. alte regelung, neue
regelung und der markt als regulativ werden verhindern, dass
es texte wie den von dir zitierten geben wird.

Hier liegt unser Konsens. Die Verquickung von alter und neuer Rechtschreibung sollte jemanden aber nicht mit „dumm“ assoziiert, stigmatiesieren. Allerdings darf es nicht wie am extremen Beispiel aufgeführt, ausufern, sondern die vermeintliche Freiheit sollte sich schon innerhalb bestimmter Regularien abspielen. Die Intension meiner Ausgangsfragen beruhten eben auf der Unsicherheit bestimmte neue, „offizielle“ Regularien nicht zu kennen. Hajo hat mir ja bezüglich der Anglizismen schon weitergeholfen. Wie ist denn nun die offizielle Schreibweise der Anrede in ebensolchen offiziellen Schreiben; Groß-oder Kleinschreibung? Und warum, wenn es denn nicht mehr so ist wie ich es gelernt habe (persönliche Anrede = Großschreibung), hat es sich geändert? Der Hinweis „es gibt keine Regeln“, würde mir auch schon weiterhelfen!

aber hören wir doch auf, das thema rechtschreibung mit angst
zu diskutieren. freiheiten nützen!

Meinst Du jetzt nutzen, oder nützen? :wink: Wenn nützen, dann: wem und warum? (Be)nutzen heißt für mich existente, akzeptierte Freiheiten bzw. etablierte Regularien im gewissen Rahmen anzuweden, nützen bedeutet für mich, solche naqch eigenem Ermessen schaffen zu können…
Ich habe keine Angst :smile:, und es sei jedem selbst überlassen zu entscheiden, ob er die Orthograpie (Groß/Kleinschreibung) wie z.B. in Foren wie diesem, nach eigenem Ermessen anwendet! Die Frage ist vielleicht: Wer darf sich anmaßen zu bestimmen was (diesbezüglich) Freiheit ist, wo fängt sie an und wo hört sie auf? Denn irgend jemand hat sich ja schließlich „die Freiheit genommen“ und Nachahmer haben es etabliert, so das es inzwischen Usus scheint (die Kleinschreibung). Aber damit kann ich gut leben, die Freiheit gönne ich Dir :wink:
Es ist alles eine Frage der -gegenseitigen- Akzeptanz!

m.

Rollifern

danke …
… für den oskar. hat mich sehr gefreut.

Und einen Oskar hättest Du verdient für diesen Satz:

was ist das für ein volk, das monatelang darüber diskutiert,
welchem regelwerk es sich sklavisch unterordnen will und wo
man über dieser frage beinahe die schädel einschlägt?

BRAVO!

m.

Hi!

was ist das für ein volk, das monatelang darüber diskutiert,
welchem regelwerk es sich sklavisch unterordnen will und wo
man sich über dieser frage beinahe die schädel einschlägt?

michael

Spaätestens dann, wenn dein Kind heulend aus der Schule nach Hause kommt, weil es eine Fünf im Deutschdiktat geschrieben hat, nur weil es Wörter benutzte, die zwar in Kinderbüchen, Tageszeitungen und dem Bertelsmann(Wahrig)-Rechtschreibwörterbuch vorkommen, aber leider nicht im Rechtschreib-Duden des Lehrers, wirst du deine oben angeührte Frage relativieren.

Grüße
Heinrich

hi,
I C
die situation hatten wir schon - jedenfalls so ähnlich.

Spaätestens dann, wenn dein Kind heulend aus der Schule nach
Hause kommt, weil es eine Fünf im Deutschdiktat geschrieben
hat, nur weil es Wörter benutzte, die zwar in Kinderbüchen,
Tageszeitungen und dem
Bertelsmann(Wahrig)-Rechtschreibwörterbuch vorkommen, aber
leider nicht im Rechtschreib-Duden des Lehrers, wirst du deine
oben angeührte Frage relativieren.

ich würde mein kind trösten und ihm den sachverhalt für es verständlich erklären. (bzw. hab ich das getan.)
beim nächsten elternsprechtag würd ich vielleicht ein kurzes sachbezogenes gespräch mit der lehrperson führen. (war nicht wirklich nötig; die lehrperson war in summe eh vernünftig.)

:wink:
m.

hi,

Hi Michael,

Hier liegt unser Konsens. Die Verquickung von alter und neuer
Rechtschreibung sollte jemanden aber nicht mit „dumm“
assoziiert, stigmatisieren.

exakt. genau meine meinung!

Allerdings darf es nicht wie am
extremen Beispiel aufgeführt, ausufern, sondern die
vermeintliche Freiheit sollte sich schon innerhalb bestimmter
Regularien abspielen.

ich meine: das tut sie eh immer. früher gab es die rechtschreibregeln und den markt. heut gibt es die rechtschreibregeln alt und neu und den markt. freiheitsgewinn.

Die Intension meiner Ausgangsfragen
beruhten eben auf der Unsicherheit bestimmte neue,
„offizielle“ Regularien nicht zu kennen. Hajo hat mir ja
bezüglich der Anglizismen schon weitergeholfen. Wie ist denn
nun die offizielle Schreibweise der Anrede in ebensolchen
offiziellen Schreiben; Groß-oder Kleinschreibung? Und warum,
wenn es denn nicht mehr so ist wie ich es gelernt habe
(persönliche Anrede = Großschreibung), hat es sich geändert?
Der Hinweis „es gibt keine Regeln“, würde mir auch schon
weiterhelfen!

die „neue“ anrede-regel weiß ich jetzt nicht, und zwar drum, weil sie mir egal ist, denn ich hab mich entschieden, aus sprachpragmatischen gründen der alten regel anzuhängen, wobei ich sonst meist „neu“ schreibe.

aber hören wir doch auf, das thema rechtschreibung mit angst
zu diskutieren. freiheiten nützen!

Meinst Du jetzt nutzen, oder nützen? :wink:

beides. ich geb zu: schlampig formuliert. hast mich erwischt.

Wenn nützen, dann:
wem und warum? (Be)nutzen heißt für mich existente,
akzeptierte Freiheiten bzw. etablierte Regularien im gewissen
Rahmen anzuweden, nützen bedeutet für mich, solche naqch
eigenem Ermessen schaffen zu können…

für mich bedeutet nützen: einen nutzen / vorteil darstellen.

Es ist alles eine Frage der -gegenseitigen- Akzeptanz!

eh. da solls bei mir nicht fehlen.
m.