Hallo zusammen,
Ich denke in diesem Brett sind meine Fragen doch noch am besten aufgehoben, obwohl sie schon wieder etwas für richtige Spezialisten sind.
Ich bin Heimatkundler aus Oberfranken, weswegen mir Leute immer einmal wieder alte Gebrauchsgegenstände zukommen lassen, die ihnen zu schade zum wegwerfen sind. Vor einiger Zeit bekam ich zwei Eisenbahner-Mützen, deren Träger auf dem Bahnhof in Münchberg unterwegs gewesen ist. Da ich in dieser Stadt Führungen anbiete hat es natürlich super gepasst! Nun frage ich mich aber, welchen Beruf er ausübte. Auf seinem Dienstausweis wird er als „BOS (Ld)“ bezeichnet. Kann mir da einer weiterhelfen?
Auch bin ich vor kurzem an eine alte Zug-Signalleuchte herangekommen, die ebenfalls in Münchberg aufbewahrt worden ist. Darauf sind die Kürzel „DB 73“ zu lesen. „DB“ ist klar, doch kann ich mir nicht vorstellen, dass die Lampe erst 1973 hergestellt worden sein soll. Immerhin funktioniert sie noch mit Petroleum! Kennt sich da jemand von euch aus?
Schon jetzt besten Dank für eure Mühen,
Adrian Roßner
Servus,
der BOS ist ein Bundesbahnobersekretär, das ist ein Rang aus dem Mittleren Dienst, besoldet mit A7.
Die Abkürzung nach dem Dienstrang bezieht sich auf die Art des Einsatzes, könnte eventuell „Ladeaufsicht“ oder „Lokrangierdienst“ sein, beides waren Einsatzgebiete von BOS. Da bin ich aber nicht sicher.
LdBf wäre Leiter des Bahnhofs, LdD Leiter der Dienststelle. Beides können bei kleineren Einheiten schon auch Obersekretäre gewesen sein.
Zu der Lampe suche ich noch.
Schöne Grüße
MM
Servus,
Zugschlusslaternen und Leuchten für Formsignale wurden bei der DB teilweise noch bis zum Ende mit Petroleum-Starklichtbrennern betrieben. In den 1970er Jahren wurden sicher noch welche gebaut. Die letzte Bauform vom Petroleum-Zugschluss sieht so aus (hier ein Beispiel von 1974):
http://cgi.ebay.at/ZUGSCHLUSSLATERNE-DB-1974-Petrole…
Schöne Grüße
MM
Hallo Martin,
Super, besten Dank für deine Antworten!
Vor allem auf den „BOS“ wäre ich nie gekommen! Da er aber laut seinem Dienstausweis die Befähigung hatte einen „Fahrersitzwagen“ und einen Gabelstapler zu bedienen, könnte „Ladeaufsicht“ durchaus zutreffen. Bis vor einigen Jahren hatten wir in Münchberg ja auch noch einen eigenen Güterbahnhof (gibt es im Maßstab 1:87 sogar für die Modellbahn). Mittlerweile herrscht bis auf wenige Regionalzüge fast nur noch Durchgangsverkehr. Insofern sind die Mützen aus dem Jahr 1947 und die Lampe (wenn sie auch nicht so alt ist, wie ich anfangs dachte) schöne Erinnerungen an die alte Zeit.
Liebe Grüße und nochmals besten Dank,
Adrian