Zwei Fragen zu Kapitalwert und Selbstkosten

Hallo,
ich schreibe am Freitag eine Klausur in BWL und komme mit einigen Aufgaben noch nicht klar.

  1. Kapitalwert
    Ermitteln Sie mit folgenden Daten den Kapitalwert (Genauigkeit: 0 Nachkommastellen) einer Investition.

Investitionsausgabe 1.500.000 €
Rückfluss 1. Jahr 200.000 €
Rückfluss 2. Jahr 400.000 €
Rückfluss 3. Jahr 600.000 €
Rückfluss 4. Jahr 400.000 €
Liquidationserlös im 4. Jahr 80.683 €
Kalkulatorischer Zinsfuß 12 %

Die Musterlösung gibt für den Kapitalwert das Ergebnis -270.000 €

Wenn ich es richtig verstanden habe (und das habe ich wohl offensichtlich nicht) addiert man diese zusammen:
(1+Zinssatz)^-Jahr * Ruckfluss
und subtrahiert die Investitionsausgaben davon.

Das wäre dann in meinem Fall:

((1+0.12)^{-1}\cdot 200000)+

((1+0.12)^{-2}\cdot 400000)+

((1+0.12)^{-3}\cdot 600000)+

((1+0.12)^{-4}\cdot 400000)-1500000=-321276

Also etwas komplett falsches…

Ich habe mir bereits den Wikipedia-Artikel durchgelesen, welcher zwar etwas recht ähnliches zeigt aber auch ein, mir unbekanntes, ‚L‘ enthält.

  1. Selbstkosten
    Mein zweites Problem beschäftigt sich mit Selbstkosten. Hier habe ich weder einen Artikel bei Wikipedia gefunden noch selber eine Idee, wie man diese Aufgabe angehen könnte.

Gehen Sie von nachfolgenden Zuschlagssätzen aus und ermitteln Sie mit den gegebenen Einzelkosten
die Selbstkosten des Produktes (Genauigkeit: 2 Nachkommastellen).

Materialgemeinkostenzuschlagssatz 90 %
Fertigungsgemeinkostenzuschlagssatz 70 %
Verwaltungsgemeinkostenzuschlagssatz 30 %
Vertriebsgemeinkostenzuschlagssatz 25 %
Materialeinzelkosten 100 €/Stück
Fertigungseinzelkosten 200 €/Stück

Musterlösung: Selbstkosten 821,50 €/Stück

Für eine einfache Antwort (für einen Nicht-BWLer) bin ich sehr Dankbar!

Mit freundlichen Grüßen

G-Fire

Hallo,

Hi,

ich schreibe am Freitag eine Klausur in BWL und komme mit
einigen Aufgaben noch nicht klar.

  1. Kapitalwert
    Ermitteln Sie mit folgenden Daten den Kapitalwert
    (Genauigkeit: 0 Nachkommastellen) einer Investition.

Investitionsausgabe 1.500.000 €
Rückfluss 1. Jahr 200.000 €
Rückfluss 2. Jahr 400.000 €
Rückfluss 3. Jahr 600.000 €
Rückfluss 4. Jahr 400.000 €
Liquidationserlös im 4. Jahr 80.683 €
Kalkulatorischer Zinsfuß 12 %

Die Musterlösung gibt für den Kapitalwert das Ergebnis
-270.000 €

Da komm ich auch drauf

Wenn ich es richtig verstanden habe (und das habe ich wohl
offensichtlich nicht) addiert man diese zusammen:
(1+Zinssatz)^-Jahr * Ruckfluss

Da man hier abzinst, lautet die Formel:
Rückfluss / (1+0,12)^Jahr

Also nicht multiplizieren sondern den Rückfluss durch den Diskontierungssatz diffidieren.

und subtrahiert die Investitionsausgaben davon.

das ist richtig

Das wäre dann in meinem Fall:

((1+0.12)^{-1}\cdot 200000)+

((1+0.12)^{-2}\cdot 400000)+

((1+0.12)^{-3}\cdot 600000)+

((1+0.12)^{-4}\cdot 400000)-1500000=-321276

Beispiel für den ersten Rückfluss von 200.000 EUR:
200.000,00 / 1,12^1 = 178.571,43 EUR

  • 400.000,00 / 1,12^2 = 318.877,55 EUR
  • usw.
    (sorry ich hab nur grad nen blöden Taschenrechner da, was zu Rundungsdifferenzen führt -> Rechne es bitte selber nochmal nach)

Also etwas komplett falsches…

Ich habe mir bereits den Wikipedia-Artikel durchgelesen,
welcher zwar etwas recht ähnliches zeigt aber auch ein, mir
unbekanntes, ‚L‘ enthält.

Hab mir den Wiki Artikel zwar grad nicht durchgelesen aber das L müsste für den Liquidationserlös stehen. Die Maschine die man hier beispielsweise für 1.500.000,00 EUR anschafft kann man nach vier Jahren ja wieder verkaufen.
In diesem Fall mit einem Wert von 80.683 EUR. Es kann jedoch auch sein, dass man für die Entsorgung der Maschine etwas bezahlen muss. Dies bedeutet, dass der Liquidationserlös auch negativ sein kann.

  1. Selbstkosten
    Mein zweites Problem beschäftigt sich mit Selbstkosten. Hier
    habe ich weder einen Artikel bei Wikipedia gefunden noch
    selber eine Idee, wie man diese Aufgabe angehen könnte.

Gehen Sie von nachfolgenden Zuschlagssätzen aus und ermitteln
Sie mit den gegebenen Einzelkosten
die Selbstkosten des Produktes (Genauigkeit: 2
Nachkommastellen).

Materialgemeinkostenzuschlagssatz 90 %
Fertigungsgemeinkostenzuschlagssatz 70 %
Verwaltungsgemeinkostenzuschlagssatz 30 %
Vertriebsgemeinkostenzuschlagssatz 25 %
Materialeinzelkosten 100 €/Stück
Fertigungseinzelkosten 200 €/Stück

Musterlösung: Selbstkosten 821,50 €/Stück

Selbstkosten (SK) eines Produktes ermitteln sich durch ein bestimmtes Rechenschema:

Materialeinzelkosten

  • Materialgemeinkostenzuschlagssatz
  • Fertigungseinzelkosten
  • Fertigungsgemeinkostenzuschlagssatz
    = Herstellkosten
  • Verwaltungsgemeinkostenzuschlagssatz
  • Vertriebsgemeinkostenzuschlagssatz
    = SK

In Deinem Beispiel:

100 EUR (angegeben, Basis für die Materialgemeinkosten)

  • 90 EUR (90% von 200 EUR)
  • 200 EUR (angegeben, Basis für die Fertigungsgemeinkosten)
  • 140 EUR (70% von 200 EUR)
    = 530 EUR (Basis für die Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten)
  • 159 EUR (30% von 530 EUR)
  • 132,50 EUR (25% von 530 EUR)
    = 821,50 EUR

Für eine einfache Antwort (für einen Nicht-BWLer) bin ich sehr
Dankbar!

Ich hoffe Du hast alles verstanden wenn nicht frag einfach nochmal nach.

Mit freundlichen Grüßen

G-Fire

Gruß

Vielen, vielen Dank für Deine Antwort(en)!

Beispiel für den ersten Rückfluss von 200.000 EUR:
200.000,00 / 1,12^1 = 178.571,43 EUR

  • 400.000,00 / 1,12^2 = 318.877,55 EUR
  • usw.

Da war ich ja gar nicht so weit entfernt von.
Da ich ^-Jahr genommen habe, sind unsere Rechnungen äquivalent.

Leider bekomme ich aber immer noch ein anderes Ergebnis:
http://www.wolframalpha.com/input/?i=-1500000%2B8068…

In Deinem Beispiel:

100 EUR (angegeben, Basis für die Materialgemeinkosten)

  • 90 EUR (90% von 200 EUR)
  • 200 EUR (angegeben, Basis für die Fertigungsgemeinkosten)
  • 140 EUR (70% von 200 EUR)
    = 530 EUR (Basis für die Verwaltungs- und
    Vertriebsgemeinkosten)
  • 159 EUR (30% von 530 EUR)
  • 132,50 EUR (25% von 530 EUR)
    = 821,50 EUR

Sofort kapiert, Danke!

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Soweit alles richtig aber im vierten (letzten Jahr) musst Du die Liquidationserlöse auch noch abzinsen

also 80.683,00 / (1+1,12)^4

Erklärung:
Nehmen wir an es handelt sich bei der Investition um eine Maschine.
Am Ende des vierten Jahres wird die Maschine verkauft für einen wert von 80.683,00 EUR diesen Wert hast Du auch noch als Rückfluss deshalb muss der Wert abgezinst und dazu addiert werden.

Angenommen die Maschine hat keine Wert mehr und muss verschrottet werden. Dann hättest Du am Ende der Laufzeit ja nochmal Kosten -> dann müsste man diesen Wert auch abzinsen aber subtrahieren.

http://www.wolframalpha.com/input/?i=-1500000%2B%282…

(Die Seite ist echt praktisch!)

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Vielen Dank nochmal,

also 80.683,00 / (1+1,12)^4

Und dort lag auch mein Fehler. Ich hatte es vorhin auf eine ähnliche Weiße probiert, hatte aber ^5 anstatt ^4 eingesetzt.

Erklärung:
Nehmen wir an es handelt sich bei der Investition um eine
Maschine.
Am Ende des vierten Jahres wird die Maschine verkauft für
einen wert von 80.683,00 EUR diesen Wert hast Du auch noch als
Rückfluss deshalb muss der Wert abgezinst und dazu addiert
werden.

So langsam sehe ich den Sinn :smile:

http://www.wolframalpha.com/input/?i=-1500000%2B%282…

(Die Seite ist echt praktisch!)

Auf jeden Fall!

Mit freundlichen Grüßen

G-Fire

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