Zwei fragen

Bin ich in Schuld?
Hi ihr Lieben,

was geht denn hier ab? Ich spare mir einmal die Ironie-Tags, und schon entbrennt hier ein Gezeter ohnegleichen! Nur gut, dass ich nicht auch noch an meine Zeit als Waldbauernbub erinnert habe, da haben wir, wenn das Beil mal ausgerutscht war, auf die Wunden gepinkelt, damit sich keine Entzündung bildet.

Gruß Ralf

antibiotische Substanzen im Honig
Hallo!

Bei diesen Honiggeschichten… Geht es da um klassische antimikrobiologische Peptide der innate Immunity? Ich meine damit Peptide, wie sie nach Aktivierung des Tollreceptorsignallings bei Drosophila freigesetzt werden können. Kann das einer beurteilen?

VG, Stefan

Quatsch mit Honig
Hi,

ich weiss ja nicht, wo du dein studium absolviert hast, aber ich habe auch gelernt, dass honig eine durchaus gerechtfertigte und belegte wundversorgungsmethode darstellt.
Ebenso benutzt man maden für chronische wunden. „IHHH“ sagt jetzt auch wieder jeder, der das allerhöchstens aus „Gladiator“ kennt. Is aber nunmal so…

Mit einem hattes du allerdings recht. Über wissen von hausärzten kann/sollte man sich nur auslassen, wenn man absolut sicher ist, und der weisheit letzten schluss für sich in anspruch nehmen kann…

Schönes WE

Alex

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Hi,

ich habe auch gelernt, dass honig eine durchaus
gerechtfertigte und belegte wundversorgungsmethode darstellt.

unter welchen Umständen und besser als welche Alternativen? Ich meine, man kann auch einen Kugelschreiber in den Hals stecken als „gerechtfertigte und belegte Methode zur Beatmung“. Unter bestimmten Umständen jedenfalls.

Ebenso benutzt man maden für chronische wunden. „IHHH“ sagt
jetzt auch wieder jeder, der das allerhöchstens aus
„Gladiator“ kennt. Is aber nunmal so…

Weiß ich. Blutegel sind ja auch ganz cool. Ich hab nix gegen „ih“ und ich hab nix gegen Naturheilkunde.

Mit einem hattes du allerdings recht. Über wissen von
hausärzten kann/sollte man sich nur auslassen, wenn man
absolut sicher ist, und der weisheit letzten schluss für sich
in anspruch nehmen kann…

Die Geschichten hab ich schon zu oft erzählt, tun hier auch nix zur Sache.

Ma „nix Defibrillator, schnell Krankenhaus!“ lte.

Bei diesen Honiggeschichten… Geht es da um klassische
antimikrobiologische Peptide der innate Immunity? Ich meine
damit Peptide, wie sie nach Aktivierung des
Tollreceptorsignallings bei Drosophila freigesetzt werden
können. Kann das einer beurteilen?

Ich bin da auch kein Experte, aber IIRC geht’s da um Wasserstoffperoxid als Abbauprodukt des Zuckers (gesichert) und um Inhibine (nicht ausgiebig erforscht). Letztere sind halt Eiweiße und gehen beim Erhitzen wohl kaputt, btw.

Gruß,

Malte

Hallo Malte,

nun suche ich extra für Dich einen Artikel aus einem medizinischen Fachblatt heraus (nicht etwa aus der Hahnemann-Postille oder den Druiden-News) und Du bist immer noch nicht zufrieden!

und? Auch das zeigt nur, dass Du keine Ahnung davon hast, was
da passiert.

Gut das es einen Experten wie Dich gibt!

Zur durchschnittlichen Fachkunde von durchschnittlichen
Hausärzten sag ich jetzt mal nix weiter.

Ach? Stehen die jetzt auch schon auf Deiner Abschussliste?
Also, mir persönlich, wenn ich denn schon einmal zum Arzt gehe,
ist ein erfahrener Hausarzt, der schon eine Menge gesehen hat, doch
wesentlich lieber als ein klugscheissendes medizinisches „Greenhorne.“
Aber die Geschmäcker sind eben verschieden.

Gruss
Esther

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Holla.

[…] „Zucker aus der Küche“ „H2O2“ (auch dasselbe […]

Das zu bezwei- bis dreifeln hiermit mich doch zu rüsten nicht umhin zu können des Glaubens teihaftig bin. Natürlich hat sich auch in der Chemie so mancherlei geändert, seit ich derselben zu lernen des Genusses anheimfiel, aber H2O2 ist nach meinem unmaßgeblichen Kenntnisstand mitnichten und ohneneffen Zucker, sondern Wasserstoffperoxid. Zucker ist bei mir (auch; Glukose) C6H12O6 nach Tatütata, oder?

Gruß Eillicht zu Vensre

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Holla.

[…] „Zucker aus der Küche“ „H2O2“ (auch dasselbe […]

Das zu bezwei- bis dreifeln hiermit mich doch zu rüsten nicht
umhin zu können des Glaubens teihaftig bin. Natürlich hat sich
auch in der Chemie so mancherlei geändert, seit ich derselben
zu lernen des Genusses anheimfiel, aber
H2O2 ist nach meinem unmaßgeblichen
Kenntnisstand mitnichten und ohneneffen Zucker, sondern
Wasserstoffperoxid. Zucker ist bei mir (auch; Glukose)
C6H12O6 nach Tatütata, oder?

Das, was wirkt, ist jeweils H2O2. Beim Honig als Produkt des Zuckerabbaus.

Gruß,

Malte

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Bei diesen Honiggeschichten… Geht es da um klassische
antimikrobiologische Peptide der innate Immunity? Ich meine
damit Peptide, wie sie nach Aktivierung des
Tollreceptorsignallings bei Drosophila freigesetzt werden
können. Kann das einer beurteilen?

Ich bin da auch kein Experte, aber IIRC geht’s da um
Wasserstoffperoxid als Abbauprodukt des Zuckers (gesichert)
und um Inhibine (nicht ausgiebig erforscht). Letztere sind
halt Eiweiße und gehen beim Erhitzen wohl kaputt, btw.

Hallo!

Hierzu ein Abstract zu denen es aus Bonn wohl keinen Zugriff gibt (oder haben die Institute noch andere IPs als das normale Uninetz???)
Außerdem finde ich mich auf den Seiten von elsevier nie zurecht. Ich finde, das ist ein ünübersichtlicher Sauhaufen.

Steinalt, dennoch vielleicht interessant:

Infection, 1998 Jan-Feb;26(1):26-31.
Food Microbiology Laboratory, Cairo, Egypt.

Causes of the antimicrobial activity of honey.

The present study was performed to clarify the possible causes of the antimicrobial activity of honey. A sugar solution resembling honey in its high sugar content was made. The antimicrobial activities of both honey and this solution towards 21 types of bacteria and two types of fungi were examined. The results achieved by both were compared. The difference between them indicated the presence of antimicrobial substance(s) in honey. The kinds of antimicrobial substances (inhibines) in honey are discussed. Hydrogen peroxide is not the only inhibine in honey. In fact, inhibines in honey include many other substances. Two important classes of these inhibines are the flavonoids and the phenolic acids. Flavonoids have often been extracted from honey previously. In this study two phenolic acids (caffeic acid and ferulic acid) were extracted from honey for the first time.

VG, Stefan

nun suche ich extra für Dich einen Artikel aus einem
medizinischen Fachblatt heraus (nicht etwa aus der
Hahnemann-Postille oder den Druiden-News) und Du bist immer
noch nicht zufrieden!

Womit denn zufrieden? Du checkst irgendwie nicht, dass ich der grundsätzlichen Heilkraft von Honig und Salzwasser nicht für fünf Pfennig widerspreche. Davon ab ist das kein Fachartikel, sondern eine Geschichte. Liest sich auf den unbedarften Blick nett, aber wie gesagt… Das geht besser.

und? Auch das zeigt nur, dass Du keine Ahnung davon hast, was da passiert.

Gut das es einen Experten wie Dich gibt!

Für die, die an Infos mit zumindest etwas Hintergrund interessiert sind - auf jeden Fall. Für Geschwurbel gibt’s andere.

Zur durchschnittlichen Fachkunde von durchschnittlichen
Hausärzten sag ich jetzt mal nix weiter.

Ach? Stehen die jetzt auch schon auf Deiner Abschussliste?
Also, mir persönlich, wenn ich denn schon einmal zum Arzt
gehe, ist ein erfahrener Hausarzt, der schon eine Menge gesehen hat,
doch wesentlich lieber als ein klugscheissendes
medizinisches „Greenhorne.“

Hm, mir ist ein _kluger_ und _umsichtiger_ Arzt am liebsten, egal wie alt oder jung.

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*staun*
Noch mal hallo.

Das, was wirkt, ist jeweils H2O2. Beim Honig als Produkt des
Zuckerabbaus.

Ich möchte wirklich nicht Ahnung vortäuschen. Die mir noch halbwegs geläufigen Bruchstücke des Zuckerabbaus führen in der Glykolyse zu NADH, ATP und Brenztraubensäure sowie einem nackerten Proton (so nannte meine Chemiedozentin immer das imaginäre H+) … es müsste doch irgendwo im Abbauprozess ein „überschüssiger“ Sauerstoff anfallen, der dann kurzzeitig H2O2 generiert. Wenn erstmal Wasserstoffperoxid da ist, ist mir der Fall klar - es kommt eine Katalase um die Ecke und setzt den Sauerstoff frei. Aber wo wird der Sauerstoff zunächst freigesetzt, der zur Bildung des Wasserstoffperoxids verwandt wird?

Gruß Eillicht zu Vensre

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Hi,

Außerdem, muss man sich bei dieser Quelle auch fragen, wer
wohl die Auftraggeber von OnVista Media GmbH waren und welche
Interessen diese vertreten.

Werbung muss als solche gekennzeichnet sein und findet sich auf dem Portal nur in Form von Anzeigen und Partnerlinks. Die Texte und auch die News auf Onmeda sind „clean“ und wurden von niemandem in Auftrag gegeben. Da das Portal sich jedoch finanzieren muss, dürfen zahlende Kunden ihre Werbung drumherum schalten oder ein „sponsored by“ einsetzen. Mehr nicht. Und zu den zahlenden Kunden können vom Pharmaunternehmen über die Apotheke bis zur Yogaschule alle gehörten.

Gruß
Cess

Mh,

http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=4…

und was sagt das jetzt aus? Nix anderes als mein Link. Es ist ja auch nichts Neues, dass natürliche Heilmittel in vielerlei Hinsicht helfen. Es ist nur absolut vom Selbstversuch abzuraten, weil der Laie an sich einfach zu wenig Ahnung hat. Auch Fingerhut ist natürlich, trotzdem sollte man es nicht händevoll in sich reinstopfen - aber in gesunder Dosis kann es gegen diverse Herzbeschwerden eingesetzt werden.

Die Medizin an sich baut sich doch aus der Natur auf. Natürlich kann heutzutage viel synthetisch hergestellt werden. Aber Ausgangspunkt sind Inhaltststoffe von Kräutern etc.

Gruß
Cess

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Wie der Honig antiseptisch wirkt…
Hi,

Aber wo wird der Sauerstoff zunächst freigesetzt, der
zur Bildung des Wasserstoffperoxids verwandt wird?

„(…) Ein bedeutendes Beispiel ist die Oxidation von Glucose mit dem Enzym Glucoseoxidase (GOD) zum Gluconsäure-5-lacton. Hierbei nimmt das Enzym zwei Wasserstoffatome auf, die in einer zweiten Oxidation mit Luftsauerstoff zu Wasserstoffperoxid reagieren.“
von http://de.encarta.msn.com/encyclopedia_761565113_2/Z…

und

„Auch wieso Honig antiseptisch wirkt, weiß man heute: Die Bienen setzen bei der Produktion ein Enzym namens Glucose-Oxidase hinzu. Dieses Enzym sorgt dafür, dass aus dem Zucker im Honig permanent in kleinen Mengen Wasserstoffperoxid entsteht, ein wirksames Antiseptikum.“
Presseschreiben der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn vom 27.07.2006

Zufrieden? Es sei nochmal darauf hingewiesen, dass Selbstversuche nicht ratsam sind, weil Honig aus dem Supermarkt kaum geeignet ist - hocherhitzter Honig enthält keine Enzyme mehr (Enzyme sind Eiweiße, Eiweiße denaturieren ab paarundvierzig Grad Celsius), und nur bestimmte Sorten ergeben genug H2O2.

Gruß,

Malte

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Hallo,

Ob das anderweitig Nachteile hat oder ob man die Methode als
Ersatz verwenden könnte, wenn kein Wasserstoff oder
Betaisodona zur Hand ist, weiß ich nicht.

„wenn kein… zur Hand“ ist tatsächlich ein wichtiger Punkt, in so ziemlich allen Dingen der Naturheilkunde und Hausmittelchen. Neben den anderen Anmerkungen im Thread zu diesem Thema gilt bei „natürlichen“ Mitteln zum einen, dass eine akkurate Dosierung nahezu unmöglich ist (bei Honig und Zucker weniger relevant, bei anderen Pflanzen mitunter Entscheider über Leben und Tod), desweiteren, dass in den meisten Fällen der große böse Chemie-Dämon schlicht von Wirkung und Nebenwirkung her unter’m Strich schlicht besser geeignet ist - viele Medikamente haben ihren Ursprung in der Natur, bloß dass erwünschtes bewahrt, extrahiert und messbar gemacht wurde und unerwünschtes entfernt wurde.

Selbstverständlich gibt es haufenweise konstruierbare Szenarien, in denen so etwas feines nicht zur Hand ist und man sich eben behelfen muss. Wenn kein klares, sauberes, lauwarmes Wasser verfügbar ist, dann kühle ich die Brandwunde auch mit kalter Cola, besser als nix. In den allermeisten Fällen sind diese Szenarien aber eben auch nur - konstruiert.

Gruß,

Malte

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Hallo,
ich weiß ja nicht ob es hier nur um Antisepsis ging, dann mag das so richtig sein, wobei noch anzmerken wäre, dass der Zucker oder auch Honig immerhin den Vorteil hätten das Peroxid über einen längeren Zeitraum freizusetzen, wohingegen bei einer Spülung damit ich immer nur kurzzeitige Keimreduzierungen habe und außerdem durch die dann extrem hohe Konzentration auch immer wieder eine Schädigung des sich regenerierenden Gewebes.
Zucker und Honig haben aber abseits davon eine heilungsfördernde Wirkung, die sich mit der Entstehung von H2O2 nicht erklären lässt.
Viele Problemwunden werden wochenlang mit wachsender Begeisterung mit Peroxid gespühlt und nix heilt.
Unter der Behandlung mit Zucker, Honig o.ä. bildet sich dann aber plötzlich doch Granulationsgewebe und es geht vorwärts.
Darum halte ich den Hinweis auf H2O2, das durch Zucker und Honig freigesetzt wird für im Grunde irreführend.

Gruß
Werner

Hallo Werner,

ich weiß ja nicht ob es hier nur um Antisepsis ging, dann mag
das so richtig sein, wobei noch anzmerken wäre, dass der
Zucker oder auch Honig immerhin den Vorteil hätten das Peroxid
über einen längeren Zeitraum freizusetzen, wohingegen bei
einer Spülung damit ich immer nur kurzzeitige
Keimreduzierungen habe und außerdem durch die dann extrem hohe
Konzentration auch immer wieder eine Schädigung des sich
regenerierenden Gewebes.
Zucker und Honig haben aber abseits davon eine
heilungsfördernde Wirkung, die sich mit der Entstehung von
H2O2 nicht erklären lässt.
Viele Problemwunden werden wochenlang mit wachsender
Begeisterung mit Peroxid gespühlt und nix heilt.
Unter der Behandlung mit Zucker, Honig o.ä. bildet sich dann
aber plötzlich doch Granulationsgewebe und es geht vorwärts.
Darum halte ich den Hinweis auf H2O2, das durch Zucker und
Honig freigesetzt wird für im Grunde irreführend.

Den Unterschied benennst Du ja selbst - medizinischer(!) Honig hat den Vorteil, eben „nach und nach“ kleinere Mengen an H2O2 zu produzieren, und hält zudem die Wunde feucht. Außerdem (Stefan hat da ein paar Infos zu geliefert) sind im Honig noch weitere „Inhibine“, die wirken, von denen man noch nicht alles weiß. Die sind im bloßen Zucker allerdings nicht drin…

Gruß,

Malte

Danke schön!
owT + *