Zwei Frauenärzte - zwei Meinungen! Was tun?

Hallo,

meine Frau wurde im September von einem FA untersucht. Der hat einen Abstrich gemacht. Das Ergebnis war = keine Zellveränderung!

Vier Wochen später, inzwischen ist sie schwanger geworden, war sie bei einem anderen FA, da der erste für einen regelmäßigen Besuch während der Schwangerschaft zu weit entfernt ist. Dieser hat auch im Rahmen der Schwangerschaftsuntersuchungen einen Abstrich gemacht. Das Ergebnis war = Zellveränderung!

Nun wissen wir nicht, was wir machen sollen!

Der zweite FA riet ihr, einen sicheren Test zu machen, ob einen Zellveränderung vorliegt oder nicht! Was ein solcher sicherer Test ist, weiß ich nicht! Ich war nicht dabei! Wie sicher ist ein solcher Test?

Der erste FA riet ihr auch nach dem sie vor zwei Jahren etwas von der Gebärmutter entfernt bekommen hat, diese zuzunähen! Der zweite FA wollte davon nichts wissen.

Auch auf Fragen, ob meine Frau evtl. eine Krankmeldung für die Arbeit bekommen könnte oder zumindest einen Attest, aus dem hervorgeht, dass zu langes Sitzen (sie ist Nageldesignerin und betreut den ganzen Tag sitzend Kundinnen!) für Schwangere nicht gut ist und für regelmäßige Bewegungen gesorgt sein muss (zumindest liest man das in sämtlichen Ratgebern für Schwangere!), reagierte er negativ. Sie solle schwimmen gehen, generell sich sportlich betätigen. Nur … ist dies als Frau, die einen Ganztagsjob hat und bereits ein Kind hat, nicht gerade einfach! Ich helfe ihr schon so gut es eben geht im Haushalt. Ich bin auch berufstätig und arbeite in Schichten und teilweise auch am Wochenende! Sie hat bei ihrer zweiten Schwangerschaft, im Gegensatz zu ihrer ersten, erhebliche Rückenschmerzen!

Auch auf andere Fragen wie z. B. wie viel Folsäure sie täglich nehmen sollte, ob 400 oder 800 mg, beantwortete er nur lapidar mit „Ja ja, genau!“ ohne aber näher auf das Thema einzugehen!

Auch sonst macht er auf meine Frau eher den Eindruck, dass er nur Geld mit ihr durch irgendwelche Zusatzuntersuchungen verdienen möchte. Da war er nämlich schnell und hat ihr gleich einen Übersicht gegeben, welche Zusatzuntersuchungen man als Schwangere gleich machen sollte!

Wir haben jetzt verständlicherweise Bedenken, ob der zweite FA kompetent ist und können uns nicht diese zwei verschiedene Testergebnisse erklären! Kann es sein, dass sich innerhalb von vier Wochen das Testergebnis umkehren kann?

Aber auf jeden Fall wird sie einen solchen sicheren Test machen lassen. Einfach aus dem Grund, damit wir genau wissen, ob ja oder nein!

Den Test müssen wir natürlich selbst zahlen! Wenn das Ergebnis = keine Zellveränderung ist und somit genau das Gegenteil von dem, was er nach dem Testergebnis des Abstrichs gesagt hat, können wir uns das Geld vom FA erstatten lassen? Oder kann er sich auf die evtl. Unzuverlässigkeit des Abstrichsergebnis berufen?

Uns gehts nicht ums Geld, aber nach dem wie er mit meiner Frau so über diese bereits angesprochenen und vom FA angepriesenen Zusatzuntersuchungen geredet hat, kommen uns da Zweifel, inwieweit solche Test konkret bei meiner Frau einen Sinn ergeben!

Was würdet ihr tun? Zurück zum ersten FA oder einen dritten aufsuchen?

Bitte um eure Antworten.

Vielen Dank im Voraus.

Schöne Grüße

Marcel

Hallo Marcel,

Du beschreibst in hervorragenden Worte die Schwierigkeiten unseres Gesundheitssystems (natürlich nicht alle, die würden eine Bibliothek füllen)
„Früher“ hatte man/frau eine Hausarzt, der eine Überweisung ausschrieb, nachdem man/frau das Problem mit ihm/ihr erörtert hatte. Der bekam einen Brief vom FA, und der/die Pat. hat das Ergebnis mir d. HA besprochen.
Du bzw. Deine Frau habt jetzt die Schwierigkeiten, die Ergebnisse einzuordnen.
Wendet Euch an den/die HA zur Befundbesprechung und Interpretation!
Ein fraglicher Abstrich könnte(!) ein sog. PAP III a/b(Klassifizierung von Muttermund-Tests) sein, danach sollte ein (von der Kasse zu bezahlender!) 2. Test gemacht werden.
Ich bin Deiner Meinung, dass ein Arzt, der in 1. Linie seine kostenpflichtigen Zusatzuntersuchungen anpreist, wenig vertrauenswürdig ist
Aber erst mal: don`t panic, ein fragwürdiger Abstrich ist erst mal nur ein Hinweis: weitere Untersuchungen sind erforderlich.
Ales Gute für Euch
wünscht synapse

Hallo Marcel,
war selber mal in der selben Lage. Nach jahrelanger Betreuung bei meinem „privaten“ Arzt )Zusatzversicherung hat alles bezahlt) zwei Geburten in einer privaten Klinik, hatte ich ab und an leichte Beschwerden, die er immer lapidar wegfegte. Innerhalb von 5 Monaten war ich 6 mal in der Ordination und mein Frauenarzt hat kräftig abgesahnt. Das letzte mal nannte er mich sogar hysterisch… Nach weiteren 2 Monaten ging ich zu einem anderen Frauenarzt (bei ihm bin ich heute noch) der bei der ersten Untersuchung bereits zu mir sagte er mache den Abstrich anders als seine Kollegen: er entnimmt nicht Schleim vom Muttermund mit einem Wattestäbchen sondern entfernt ein kleines Stückchen Gewebe - es kann zu einer kleinen Schmierblutung führen. Und mein Abstrich ein PAP IV… Also bitte lieber einen längeren Weg in Kauf nehmen und sicher sein, dass deine Frau in guten Händen ist. Ganz liebe Grüße an euch und eure kleine Familie, vertraut eurem Gefühl und alles liebe für die Zukunft. Mona

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Einen dritten konsultieren
Hallo Marcel
Abgesehen davon, dass sich innerhalb von 4 Wochen schon etwas tun kann (Zellveränderung) oder man etwas sehen kann, was vorher (noch) nicht sichtbar war, würde ich bei einem solchen Fall einfach einen dritten Frauenarzt aufsuchen.
Gruß,
Branden

Schlimm, wenn sich nur noch alles um’s Geld dreht, selbst Ärzte möglicherweise gezwungen sind, Blödsinn vorzuschlagen, um volle Kassen zu haben. Ich habe Ähnliches erlebt, mehrfach!

ICH würde raten, einen weiteren Arzt aufzusuchen und nochmal eine „normale“ Untersuchung durchführen zu lassen, die ihr NICHT selbst bezahlen müsst.

Sollte sich das ungute Ergebnis wiederholen, erst DANN würde ich weitere Untersuchungen zulassen, die bestimmt auch nicht kostenpflichtig sein müssen.

Alles wird gut! Haltet die Ohren steif!

Viel Glück!