Schönen guten Morgen zusammen,
die Idee der Mutter war ja, Tochter A das Haus zu überschreiben. Die hatte aber aus diversen Gründen dann plötzlich kein Interesse mehr daran - was nicht an Tochter B. lag, gie zu bedenken gab, ob denn nach zehn Jahren tatsächlich noch Geld da sein würde, um Tochter A. „abzufinden“. Tatsache ist: Die Mutter ist 64, wird auch wohl nicht jünger werden. Sie sieht sich mit Haus- und Gartenpflege überfordert.
Tochter A. wohnt ca. 7 km. entfernt zur Miete mit ihrer Familie, ist berufstätig, hat 5000 qm. Garten zu pflegen. Tochter B. wohnt 40 km. entfernt, mal eben zum Rasenmähen bei Muttern aufschlagen oder zum Schneeschippen ist da nicht. Also schlug die Mutter vor, dass Tochter A. nebst Familie das Haus übernimmt, sie würde dann mit 64 ins betreute Wohnen ziehen. Tochter A. hat dann vorgeschlagen, das Haus zu kaufen, um der Mutter eine Wohnung darin ausbauen zu können. Mutter wäre dann nicht mehr allein, müsste sich um nichts mehr kümmern (könnte sie aber, wenn sie Lust auf Unkrautjäten oder Blumenpflanzen hat) und fertig.
Tochter A. ist 52, ihre Lebenspartnerin 54. Die Lebenspartnerin ist Hauptverdienerin, wird aber wohl in zehn bis 13 Jahren berentet. Eine Finanzierung eines Hauses plant man aber nicht für zehn Jahre, die läuft länger. Somit ist der finanzielle Rahmen enger gesteckt als wenn jemand mit 30 einen Hausbau(-kauf)kredit aufnimmt.
Tochter A. nebst Lebenspartnerin hat sich im Frühjahr bereits nach einem Eigenheim umgesehen, zur Debatte stand ein Haus mit Kaufpreis 135.000 Euro. Zu teuer, sagt die Bank. Mit Nebenkosten wären daraus gut 155.000 geworden, nach zehn Jahren hätte die Finanzierung bzw. Tilgung nicht mehr hingehauen. Maximaler Rahmen 100.000 Euro.
Nach allen eingeholten Angeboten diverser Handwerker und Hin- und Herrechnerei kommt diese Summe genau hin mit dem, was die Bank als Kreditsumme durchwinken würde.
Gestern hat die Mutter dann mal ihre finanzielle Situation offengelegt. Auf das Haus sind noch rund 2.500 Euro Landesmittel abzutragen. Die Mutter bekommt 650 Euro Rente des verstorbenen Ehemannes. Derzeit arbeitet sie auf 450- Euro-Basis. Anfang Nov. 2015 wird sie berentet. Dann bekommt sie 266 Euro Rente. Wie weit sie damit kommt, um dieses Haus zu halten, können wir uns wohl alle denken. Vor zwei Jahren hat sich die Heizungsanlage verabschiedet. Hätte ihr Bruder nicht ins Rad gepackt finanziell, hätte die Mutter sich wohl den Allerwertesten abgefroren.
Nach einem Telefonat zwischen Schwester A. und B. war dann gestern Abend klar, was Schwester B. für ein Problem hätte mit diesem Hausverkauf: Der Vater hätte nicht gewollt, dass Schwester A. nebst Lebenspartnerin in diesem Haus lebt. Gern hat er zu Lebzeiten das Lebensmodell seiner Tochter (A) überall lächerlich gemacht und auch bei Tochter B nicht mit seinem Missfallen hinterm Berg gehalten. Leider war die in den letzten Wochen seines Lebens nicht da, um ihn zu pflegen und beim Sterben zu begleiten. Das hat dann Tochter A. übernommen. Vergessen wir mal diesen letzten Abschnitt, der ja mit der eigentlichen Fragestellung nichts zu tun hat. Und kommen zurück zum Thema:
Würde das Haus nicht von einer der Töchter übernommen und die Mutter wird pflegebedürftig, wäre die Hütte weg - weil das Sozialamt für evtl. Heimunterbringungskosten aufkommen müsste. Eine Heimunterbringung im Pflegefall ist der ausdrückliche Wunsch der Mutter („Ich möchte niemandem zur Last fallen!“). Der Wunsch, dass das mühsam abgesparte bzw. abgezahlte Haus im Familienbesitz bleibt, wäre damit passé.
Würde das Haus einer der Töchter einfach so überschrieben, wäre bei einer Pflegebedürftigkeit innerhalb der ersten zehn Jahre nach Übertragung die Hütte wohl auch weg - weil eben eine Schenkung vorläge.
Also muss das Haus von einer der Töchter gekauft werden. In diesem Fall ist es Tochter A., die einem solchen Plan bei stimmigen Bedingungen (die Bank spielt mit, die Umbaukosten sind im finanziell machbaren Rahmen) zustimmen würde. Aber die eben wie schon oben beschrieben keinen grenzenlosen finanziellen Spielraum hat.
Also - verfahrene Situation.
Micha