Hallo Nicole!
Ich möchte von uns berichten. Mein Sohn David wird im Oktober 5 Jahre alt und ist zweisprachig.
Ich werde versuchen was ich als wichtigste betrachte zu nennen bzw erklären und wenn Du (oder sonstwer) an mich Fragen habt, dann bitte nur zu! :o)))
Vorab unsere Sprachkombination: Wir leben in Nürnberg. Mein Mann ist Deutscher mit Deutsch als Muttersprache. Er kann kein Spanisch. Ich bin Spanierin und meine Muttersprache ist Spanisch. Ich rede ausschließlich Spanisch mit meinem Sohn und mein Mann ausschließlich Deutsch. Mit meinem Mann rede ich Deutsch und umgekehrt.
Seitdem ich schwanger war, habe ich mit meinem damals noch Ungeborenen Spanisch gesprochen und das hat sich bis dato in keinster Weise geändert. Für ihn ist es jetzt das selbstverständlichste auf der Welt, daß seine Mutter mit ihm spanisch redet und in derselbe Sprache zu beantworten. Er kennt es absolut nicht anders und (ich vermute) würde falls es mal anders käme, von mir diese Sprache unbedingt verlangen. Ihm ist es klar und weiß, daß ich in der Lage bin, mich auf Deutsch zu verständigen. Sollte das Kind von uns beide was wissen wollen, dann kriegt die Antwort auf die jeweilige sprache. Wenn Spanisch-unkündige d
Anwesend sind, bekommen sie dann eine extra Übersetzung… von mir oder vom Kind selbst ;o)))
* Für mich das alleroberstes Gebot heisst: Ein Mensch - eine Sprache… und das Konsequent.
D.h. Mit einem Menschen meine ich eine Person, die voll im Kindesalltag integriert ist. Daraus wird dieser Mensch eine Bezugsperson für das Kind. Und es ist unheimlich wichtig daß dieser Mensch nur eine Sprache mit dem Knirps redet. Somit verbindet er für alle Zeiten eine bestimmte Sprache mit diesem Mensch. Bei uns zB. Papa-Deutsch; Mama-Spanisch. Man darf es nicht ändern und man muß konsequent bleiben.
* Fast genauso wichtig: Wenn man sich für eine Sprache entschieden hat, dann bitteschön soll man sich auch die Mühe geben, diese auch richtig zu verwenden. Selbstverständlich sind Dialekte erlaubt, aber grammatik soll gut sein. Nichts mMn. schadet einem Kind mehr als Sätze zu hören wie: „Morgen vamos als Arzt porque wir tenemos un Termin“ (u.Ä.)
* Ich finde auch wichtig, daß diese Bezugsperson auch nur ihre eigene Muttersprache spricht. Es läuft sonst Gefahr, daß irgendwann mal das Kind die Sprache besser spricht wie diese Bezugsperson bw. Dann nur Fehlern von dieser Erwachsenen erwirbt.
• Meiner Meinung nach, eine Sprache ist nicht nur Grammatik und Wortschatz, sondern vielmehr auch das Nahebringen einer Kultur. Ich finde man soll dem Kind die Liebe, Zuneigung und Stolz beibringen, dieser Kultur zu kennen.
Bitte frage mich, wenn du etwas näher möchtest. Ich habe mich ziemlich lange damit auseinander gesetzt und mich erkündigt. Mit dem Ergebnis bei meinem Sohn sind wir alle sehr zufrieden und er drückt sich mühelos in beiden Sprachen aus. Und wenn man mit Gleichaltrigen vergleicht, die “nur” eine sprache können, fällt er nicht weiter auf.
Sorry, daß es zu lang geworden ist, aber ich hoffe ich habe Dir damit ein bißchen helfen können.
Schöne Grüße,
Helena