Hallo Pavel,
Vorab vielen Dank für Deine ausführliche Antwort!!! :o)))
die „Coolness“ der zweiten Sprache in der eigenen Familie
aufzubauen ist schwer.
Ich empfinde es nicht als schwer. Für mich persönlich wäre befremdlich und gewiß schwerer mit David Deutsch 8oder sonstwas ausser spanisch) zu reden.
Zeitweise Aufenthalte im Land der
Zweitsprache genügen nicht, es müssen stabile Beziehungen zu
Gleichaltrigen im Zielland her. In Deinem Fall ist das nicht
so schwer, weil man einfach mit dem Auto hinfahren kann.
Genauso sehe ich das auch. Das einzige (große) Problem ist, die Zeit, die wir eben nicht haben um so oft wie wir wollen, hinzufahren…
Über Gleichaltrigen Spaniern habe ich schon berichtet, daß dies, zumindest jetzt kein Hindernis bildet, denn meine Freundinnen dort haben Kinder in ca. Davids Alter. Darüber bin ich wirklich mehr als nur froh!!!
Ich bin dagegen, im jeweiligen Land jeweils in der Familie
ausschließlich die andere Sprache zu sprechen, wenn beide
Eltern beide Sprachen können. Das ist Lüge und bedingt
emotionale Kollateralschäden.
Hier, dagegen, sind wir uns nicht einig. Angenommen Davids Vater spricht Spanisch (was ja nicht ganz der fall ist), warum soll er in Spanien nicht Deutsch reden??? Irgendwie verstehe ich das nicht…
Aber wie gesagt bei uns ist es so, daß mein Freund mit David Deutsch spricht (hier und überall) und ich genauso mit Spanisch -ebenfalls hier und überall. Warum soll eine Lüge sein, daß er in spanien eine andere sprache reet als seine eigene? (er ist Deutscher)
Ich verstehe wirklich nicht was daran eine Lüge sein soll oder „Kolateralschäden“ hervor rufen könnte…
Überhaupt ist die bloße Sprachkompetenz in Deinem Fall
eigentlich ein nicht sehr hochgestecktes Zeile im Vergleich
zum z.B. Chinesischen, Arabischen usw.
Es mag schon sein, aber ich denke, mit Sprachkompetenz ist es lange nicht getan. Es gibt viele Sachen und Themen, die sehr schwer anzusprechen sind. Dies geht aber gerade noch in der Muttersprache, denn es gibt immer Nuancen und Zwischendeutungen, die eben nur in der ureigene Sprache nachvollziehbar sind. Warum soll ich das (in meinen Augen noch unnötig) erschweren, indem ich dazu eine mir fremde sprache benutze?
Aber darüber hinaus, angenommen ich rede jetzt (was leider NICHT der Fall ist) ein fast perfektes Deutsch. Wenn ich jetzt mit meinem sohn Deutsch reden würde, wird früher oder später der Tag kommen, indem er meine Sprachkenntnisse ein- und dann überholt. Was dann? Und was machen wir dann mit den Sprachfehlern, die sich aufgrund meine mangelnden Kenntnissen in den Jahre sich in unsere Beziehung eingeschliechen haben? Diese sind kaum wieder „auszubügeln“!
Und noch weiter: Warum soll ich mein Sohn die Kultur eines Landes (seiner und meiner Heimat), im Form die Sprachkenntnisse nicht zu vermitteln, vorenthalten???
Ein Deutscher kann auch
noch nach dem Abitur mit Spanisch beginnen und „perfekt“ darin
werden.
Für mich, in diesem Fall ist das wort „perfekt“ viel zu übertrieben bzw zu hoch gesteckt.
Ich kann mir unmöglich denken, daß es ein Mensch gelingen kann, im Erwachsenenalter eine ihm bis dato völlig fremde sprache von der Picke aus zu lernen und dies innerhalb von -sagen wir mal- 10 Jahre perfekt zu reden. Denn für mich „perfekt“ heisst völlig fehlerfrei (was ein Muttersprachler nicht unbedingt kann), selbstverständlich akzentfrei und ganz und gar völlig im klaren von den zwischendeutungen, die ALLE Wörter dieser neu erlernte Sprache haben kann.
Ich lasse mich eines Besseren belehren, aber wenn die o.g. Bedingungen erfüllt sind, kann ich das mir nicht vorstellen, daß so etwas gibt.
Span. Kinderlieder, Sprechspiele usw. kannst Du Deinem Buben
noch leicht als unvergeßliche, völkische Rückbindung an
Spanien mitgeben.
Ja, stimmt. Das mache ich auch (und ich muß mich oft die Frage selbst stellen, wer mehr Spaß daran hat, denn wir beide geniessen so etwas wirklich sehr!) :o)))
Vollständige Kulturkompetenz jedoch ist auf
richtigen Schulunterricht angewiesen,
Wenn du vollständig sagst, dann stimme ich mit Dir leider nicht überein. Ich finde „vollständige Kulturkompetenz“ kann nur im andern Land (in meinem Fall, Spanien) gegeben werden. Denn für mich, Kultur schließt das „Tagesgeschehen“ mit ein, was in einem anderen Land nicht gegeben ist. (Um nur ein Beispiel zu nennen)
auf eine spanische
Samstagsschule in Nürnberg! Gibt es das?
Ich glaube schon, daß es eine gibt aber ich bin mir (noch) nicht sicher. Tatsache ist, daß sollte eine geben, wird er sie auch besuchen. Aber bis dahin haben wir mindestens 1 ganzes Jahr…
Z.b. Polen und Koreaner usw. haben in meiner Stadt so etwas
organisiert. Es ist teuer, zeitraubend, und nervt. Die Kinder
haben großen Gewinn davon.
In München gibt es so etwas auch, ganz bestimmt. Hier in Nürnberg, muß ich mich genauer erkündigen. Aber wie sind uns einig, daß die Kinder viel davon haben, das ist, in meinen Augen, unumstritten.
Also Pavel, nochmals vielen Dank für Deine Gedanken und die ausführliche Antwort und schöne Grüße aus dem Lebkuchenstadt! ;o)))
Helena