Hallo,
Bis zu welchem Alter kann ein Kind - gute Förderung
vorausgesetzt - echt akzentfrei zweisprachig werden?
Wie schon andere vor mir es geschrieben haben, es gibt an sich keine ALtergrenze. Wenn man es lernen will kann man auch ab 20 oder so lernen und trotzdem könnte man wenn man sich bemüht akzentfrei sprechen.
Nur wenn wir schon über Immigrantenkinder sprechen - und die sind meistens hier geboren- dann wäre die Frage warum man nicht sofort schon im Kindergarten mit der Förderung anfängt?
Das wäre das beste.
Denn auch wenn man auch mit höherem Alter eine SPrache gut erlernen kann, eins steht doch fest: Je höher das Alter desto schweiriger wirds mit dem Erlernen der SPrache. Ein Kind im Kindergarten lernt die Sprache praktisch spielerisch ohne dass ihm dies schwer fielen würde. EIn Erwachsener oder Jugendlicher hat es da schon schwieriger.
Auch muss man beachten, dass ein Jugendlicher/Erwachsener sich an die erlernte Sprache und seine Aussprache gwöhnt hat und gewisse Aussprachen der zweitsprache nur schwer aussprechen kann. DIeses Ausspracheproblem hat man als Kind fast gar nicht.
ZB hatte ich grds keine Sprachprobleme (ich hab deutsch erst in der Grundschule gelernt) ich konnte mich sehr gut verständigen. Aber ich habe bis zur 7.Klasse nicht den Untercshied zwischen dem „ch“ in Kirche und dem „sch“ in Kirsche weder verstanden noch „raushören“ können. Und aussprechen konnte ich das ch eh nicht. Ich hab dann die Kirche als Kirsche ausgesprochen. Ich habe -auch wenn es blöd und unglaubhaft klingt- 3 Jahre gebraucht bis ich den Unterschied raushören und aussprechen konnte.
D.h. die SPrache kann man erlernen aber SChwierig wirds bei Lauten die es in der Muttersprcehe nicht gibt. Da muss man als Jugendlicher/Erwachsener sich wirklich anstrengen bis man soweit ist diesen Laut rauszukriegen. Aber diese Laute richtig auszusprechen bedeutet auch dass man „akzentfrei“ sprechen kann.
Ich weiss nicht wie dieses Problem mit den Lauten in der Fachsprache heisst.
Haben Immigrantenkinder eine Chance, die Landessprache als 2.
Muttersprache zu erwerben, wenn die Eltern diese nicht oder
nur schlecht sprechen? Geht dies z.B. durch den Besuch einer
guten einheimischen Kinderkrippe, oder muss die Förderung (bei
völlig fehlender Unterstützung aus dem Elternhaus) stärker
sein?
Also das mit dem Elternhaus würde ich nicht hoch einstufen.
Erstens können Menschen grs. zweisprachig aufwachsen d.h. es gibt keine Notwendigkeit zu einem einsprachigen Aufwachsen.
Zweitens habe ich die Erfahrung gemacht dass diejenigen die gut deutsch können auch diejenigen sind die türkisch zb gut können. Andersrum alle die kein gut deutsch konnten konnten ihre „Muttersprache“ auch nicht gut.
ALso zu Hause und auch am besten in dem Unterricht Türkisch lernen und sprechen aber auch Freiräume schaffen in denen nur deutsch gesprochen wird.
Ab welchem Alter ist es definitiv zu spät, die Landessprache
fließend und akzentfrei zu erlernen?
Wie gesagt keine ALtersgrenze nur es wird schwieriger also so früh wie möglich ansetzen.
Welche diesbezüglichen Angebote des Gastlandes wären zum
Spracherwerb bei Immigrantenkindern optimal? (Bezahlbarkeit
und politischen Willen jetzt mal außen vor gelassen).
Es sollte schon im Kindergarten anfangen. Wichtig dabei ist dass man sowohl im Elternhaus als auch in der SChule und auch nicht im Freundeskreis kein Raum für ein Kauderwelsch zulässt. Daran haperts nämlich wirklich obwohl man dieses Tatsache aussen vor lässt. Die Immigrantenkinder und auch ihre Eltern sprechen mittlerweile kauderwelsch ein Misch aus deutsch und türkisch. Das heisst sie können weder richtig deutsch noch türkisch in beiden Sprachen haben sie nicht genügend Wortschatz da werden Begriffe die einem aus der einen SPrache einfallen mit der anderen Sprache gekoppelt wieder gegeben.
Das wichtige ist dass man dies unterlässt. Und dass man den Kindern wenn sie in einem deutschen Umfeld sind wirklich guten Deutsch beibringt. D.h. weg von STraßensprache und hin zu einem vornehmen deutsch eine Sprachförderung also die darauf anlegt den Wortscahtz der Kinder zu erhöhen. Denn die Immigrantenkinder können alle ausnahmslos deutsch. An dem WOrtschatz fehlt es. Obwohl ich finde dass genau dies auch für deutsche Kinder problematisch ist und das führe ich an die fehlende sprachliche Förderung in der SChule zurück.
MfG