Hallo Florian!
der untere Artikel hat bei mir ein paar Fragen aufgeworfen,
die ich hier mal in den Ring werfen möchte:
Ich weiß jetzt nicht genau auf welchen Artikel du Dich jetzt genau beziehst, aber dieses Thema würde hier schon ein paar mal angesprochen (Falls du das im Archiv schauen/suchen möchtest)
-Ist eine zweisprachige Erziehung in der folgenden
Konstellation denkbar oder sinnvoll: beide Eltern
muttersprachlich deutsch, aber ein Elternteil mit fliessenden
Englischkenntnissen redet Englisch?
Nach meiner Perspektive: Denkbar ist es auf jeden Fall. Empfehlenswert hängt von mehreren Faktoren ab.
Für mich grundlegend wäre wie gut die englisch-sprechende Person tatsächlich diese Sprache kann und ob sie in der Lage ist, auch auf englisch zu denken.
Sollte eins davon nein sein, würde ich es lieber auf Deutsch belassen.
-Wie genau funktioniert „zweisprachige Erziehung“? So wie ich
es dem unteren Artikel entnehme, einer immer Deutsch und einer
immer Englisch? Oder beide abwechselnd beides aber nicht
gemischt in einem Satz?
Ich habe auch hier erst erfahren, daß es mehrere „mögliche Konstellationen“ gibt. Bei uns ist es aber so, daß ich ausschließlich meine Muttersprache mit meinem Sohn rede. Mittlerweile (er wird bald 6) ist es so, daß er von mir NICHT akzeptiert, wenn ich irgendeine andere Sprache mit ihm rede (denkbar wäre bei uns, zB Katalanisch, denn diese ist für mich ebenfalls Muttersprache). Ganz, ganz verpönt bei mir ist es, beide Sprache zu mischen, nach dem Motto „Ich compro Brot en la Bäckerei um die esquina“ (und jetzt ersetzt das Deutsche durch Katalanisch, zB)
Mir ist es aufgefallen, daß wenn man konsequent ist, -und das ist weder streng, noch mühevoll- die Kinder übernehmen der muttersprachlichen Akzent des Erwachsenen mit (soll im späteren Jahren, wenn man die Sprache auf den „üblichen“ weg lernt, nicht mehr machbar sein) UND verwechseln/vermischen die beide gesprochenen Sprachen nicht im geringsten.
Danke für alle Meinungen/Erfahrungen.
Wenn Du genauer fragst, kann ich auch gerne genauer eingehen.
Allerdings was ich sage bezieht sich ausschließlich auf meine ganz persönliche Meinung, meine Erfahrung und die Fachliteratur, die ich damals gelesen habe, um das richtig einzugehen.
Schöne Grüße,
Helena
PS. Ich ganz persönlich würde davon abraten, dem Kind in einer Sprache zu erziehen, die nicht meine Muttersprache ist. Und zwar aus mehreren Gründen:
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Ein Kind zu erziehen ist sicherlich nicht leicht. Man wird oft mit Umständen konfrontiert, die man selbst kaum gewachsen ist. Und trotzdem muß man das dem Kind beibringen. Wenn man dazu noch eine gelernte Sprache benutzt (und das sind alle Sprachen die ich einigermaßen kann, ausser die Muttersprache) ist es um vieles schwerer bis kaum möglich.
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Gefühle auszudrücken ist es in die Muttersprache schon schwer genug. Ich denke, man muß einen absolut spitzendichter mit ausserordentlicher Fremdsprachenbegabung sein um diese auch noch in einer gelernte Sprache richtig zu vermitteln. Und das ist ein Kind lebenswichtig. (man ersetze auch „Gefühle“ durch andere Themen, die schwer sind)
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Wenn man dem eigenen Kind in einer gelernten Fremdsprache erzieht, wird es mal kommen, daß dieses diese Sprache besser kann wie der Erziender selbst. Davon abgesehen, daß es ein großes Risiko ist, wenn man dem Kind grammatikalische Fehlern übergibt. Und mMn. ist das bei der nicht-Muttersprachen regelrecht predestiniert.
Fazit: Es gibt viele Möglichkeiten einem Kind eine Fremdsprache zu vermitteln. Wenn aber beide Erziehenden diegleiche Muttersprache haben, sollten sie auch mMn. dabei bleiben. Lieber eine Sprache beherrschen, als sich fehlerhaft zu kommunizieren.
PS2. Schau Dir diesen Link an und lies ein bißchen von dem was andere Eltern in Zweisprachige Beziehungen zu sagen haben. Ich glaube das könnte Dir helfen und siehst du auch die Meinung von anderen Menschen.
http://www.rund-ums-baby.de/mehrsprachig/
Wie auch immer Ihr Euch entscheidet, wünsche ich Euch alles Gute und viel Erfolg!
(Uuups die „PS“ sind wesentlich länger geworden wie der Artikel an sich!) ;o)) ;o)))