Hallo zusammen,
mein Schwiegervater liegt zur Zeit mit Verdacht auf Leberzellkarzinomen im Krankenhaus. Durch seinen eher schlechten Zustand konnte bisher keine Biopsie gemacht werden, die diese Diagnose endgültig bestätigt. Es wurden nur CT und Ultraschall gemacht, und hier gehen die Meinungen von „Endstadium“ bis „ist ja gar nicht so schlimm“.
Auf mich wirken die Ärzte sehr unsicher, es gibt kein Konzept für eine Behandlung. Der Patient wurde in meinen Augen bereits aufgegeben.
Nun würde ich gerne mit den Untersuchungsergebnissen eine zweite Meinung einholen. Ist das Krankenhaus verpflichtet, die Daten herauszugeben? Was muss/kann ich tun, um eine weitere Meinung zu erhalten?
Für Tipps wären wir in unserer Lage wirklich sehr dankbar!
Danke und Grüße
Stefan
Es wurden nur CT und
Ultraschall gemacht, und hier gehen die Meinungen von
„Endstadium“ bis „ist ja gar nicht so schlimm“.
Was heißt „nur“? In den Untersuchungen kann man das ganz gut einschätzen, zusätzlich sollte als Tumormarker AFP bestimmt werden. Ist sicher erfolgt. Die Kombination Tumor in der Leber, Leberzirrhose und hohes AFP schreit nach hepatozellulärem Karzinom.
Auf mich wirken die Ärzte sehr unsicher, es gibt kein Konzept
für eine Behandlung. Der Patient wurde in meinen Augen bereits
aufgegeben.
Eine prickelnde Therapie gibt es für das metastasierte HCC nicht, das wird wohl eher die Ursache für die gefühlte Unsicherheit sein. Einen einzelnen Herd kann man operieren, manchmal kann man eine Lebertransplantation in Erwägung ziehen, das klingt aber hier nicht so, als ob es in Frage käme.
Nun würde ich gerne mit den Untersuchungsergebnissen eine
zweite Meinung einholen. Ist das Krankenhaus verpflichtet, die
Daten herauszugeben? Was muss/kann ich tun, um eine weitere
Meinung zu erhalten?
Ein vernünftiges Krankenhaus wird sich diesem (sachlich vorgetragenen) Wunsch nicht verschließen. Der Patient selbst (oder eine bestellte/autorisierte Betreuungsperson) kann sich die Unterlagen (ggf gegen Gebühr) als Kopie geben lassen. Dann mußt Du nur noch jemanden finden, dem Du vertraust.
pp
Zunächst mal Danke für die schnelle Antwort. Meine Angaben muss ich wohl noch präzisieren
Es wurden nur CT und
Ultraschall gemacht, und hier gehen die Meinungen von
„Endstadium“ bis „ist ja gar nicht so schlimm“.
Was heißt „nur“? In den Untersuchungen kann man das ganz gut
einschätzen, zusätzlich sollte als Tumormarker AFP bestimmt
werden. Ist sicher erfolgt. Die Kombination Tumor in der
Leber, Leberzirrhose und hohes AFP schreit nach
hepatozellulärem Karzinom.
Mir hat man gesagt, eine sichere Diagnose kann nur eine Biopsie bringen. Diese konnte wegen der schlechten Blutgerinnungswerte nicht durchgeführt werden. Daraus schliesse ich, dass durch CT etc. keine endgültige Aussage gemacht werden kann. Mir ist auch schleierhaft weshalb NACH der CT nochmals Ultraschalluntersuchungen gemacht wurden. Die CT-Bilder sollten doch sicher aussagekräftiger sein als Ultraschall.
Was mich am Meisten irritiert ist die Tatsache, dass ein Arzt „Endstadium“ sagt, ein anderer „ist ja gar nicht so schlimm“.
Daher wirken die Ärzte auf mich nicht sehr kompetent.
Eine prickelnde Therapie gibt es für das metastasierte HCC
nicht, das wird wohl eher die Ursache für die gefühlte
Unsicherheit sein. Einen einzelnen Herd kann man operieren,
manchmal kann man eine Lebertransplantation in Erwägung
ziehen, das klingt aber hier nicht so, als ob es in Frage
käme.
Es sollen 3 Karzinome sein. Mir ist der Erst der Erkrankung durchaus bewusst, ich möchte hier nichts wegdiskutieren oder nicht wahrhaben.
Allerdings ist von dieser Diagnose und der anschliessenden Behandlung die Restlebensdauer und -qualität abhängig, daher würde ich gerne einen Spezialisten hinzuziehen.
Ein vernünftiges Krankenhaus wird sich diesem (sachlich
vorgetragenen) Wunsch nicht verschließen. Der Patient selbst
(oder eine bestellte/autorisierte Betreuungsperson) kann sich
die Unterlagen (ggf gegen Gebühr) als Kopie geben lassen. Dann
mußt Du nur noch jemanden finden, dem Du vertraust.
Das werde ich versuchen. Nochmals vielen Dank!
Zweite Meinung einholen
Mir hat man gesagt, eine sichere Diagnose kann nur eine
Biopsie bringen. Diese konnte wegen der schlechten
Blutgerinnungswerte nicht durchgeführt werden. Daraus
schliesse ich, dass durch CT etc. keine endgültige Aussage
gemacht werden kann. Mir ist auch schleierhaft weshalb NACH
der CT nochmals Ultraschalluntersuchungen gemacht wurden. Die
CT-Bilder sollten doch sicher aussagekräftiger sein als
Ultraschall.
Das ist ein Irrglaube, der aber auch aus Ärzten nicht rauszukriegen ist. Nach meiner Überzeugung und Erfahrung ist Ultraschall im Oberbauch besser, allerdings kann man darüber ewig streiten. Fakt ist, dass meist die Kompetenz des jeweiligen Untersuchers zählt. Hat tatsächlich vorm CT keiner einen Ultraschall gemacht?
Was mich am Meisten irritiert ist die Tatsache, dass ein Arzt
„Endstadium“ sagt, ein anderer „ist ja gar nicht so schlimm“.
Daher wirken die Ärzte auf mich nicht sehr kompetent.
Das glaube ich Dir. Aber das ganze klingt mir nach einer schon langen bestehenden hochgradigen Leberzirrhose, in die sich nun auch ein HCC „reingesetzt“ hat. Nun kann man sagen, das HCC macht das Kraut nicht fett (= nicht so schlimm), weil die Aussichten der Zirrhose im Endstadium wegen schlecht sind. Das allerdings ist nur meine Spekulation von der Ferne. (=Glas halb voll oder halb leer)
Allerdings ist von dieser Diagnose und der anschliessenden
Behandlung die Restlebensdauer und -qualität abhängig, daher
würde ich gerne einen Spezialisten hinzuziehen.
Wie gesagt, da sollte kein Arzt oder Krankenhaus sich auf den Schlips getreten fühlen. Habe schon Situationen gehabt, in denen eine Uni Beine abschneiden wollte, die ein vermeintlich provinzielles Haus dann gerettet hat. Und ähnliches umgekehrt.
pp
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