Hallo zusammen! Letztes Jahr im Sommer beendete ich eine Psychotherapie. Ich hatte sie angefangen, weil ich totale Ängste als Beifahrer, aber auch Selbstfahrer, auf der Autobahn hatte. Überhaupt war damals Beifahrer sein für mich eine Qual. Wochenlang ging ich zum Therapeuten. Die Gespräche waren immer ganz nett, aber ich kann nicht sagen ob der Mann es wirklich war, der mich heilte. Ich kaufte mir damals das Buch „Der kleine Taschentherapeut“, fing an mich selber etwas umzupolen. Und auf einmal ging es mit dem Auto fahren. Jetzt ist vor einigen Wochen mein Vater gestorben und das Problem ist wie gehabt wieder da. Mich nervt es total. Würde eine zweite Therapie mir nun helfen? Allerdings habe ich überhaupt keine Lust wieder mein ganzes Leben durchzukauen. Sollte es helfen, okay…Oder sollte ich einfach abwarten, daß die Ängste wieder gehen? Können 25 bewilligte Stunden überhaupt einen von einer Angst befreien?
Hi,
Wochenlang ging ich zum Therapeuten. Die Gespräche waren immer
ganz nett, aber ich kann nicht sagen ob der Mann es wirklich
war, der mich heilte.
Weil Du das Buch gelesen hast und fraglich bleibt, was gewirkt hat?
Oder weil Du den Eindruck hattest, dass er Dir eigentlich nicht so richtig weiterhelfen konnte?
Würde eine zweite Therapie mir nun helfen?
Warum nicht? Angststörungen sind durchaus gut behandelbar und ein „Abnutzungseffekt“ ist (beim 2. Mal) auch nicht zu erwarten.
Stellt sich die Frage, ob ein Therapeutenwechsel angebracht ist.
Ebenso die Frage nach dessen „Fachrichtung“.
Allerdings habe ich überhaupt keine Lust wieder mein ganzes Leben durchzukauen.
Weil? Eher ein Langeweilig/genervt sein oder ein sich-nicht-damit-beschäftigen-Wollen ?
Oder sollte ich einfach abwarten, daß die Ängste
wieder gehen?
(a) Sie gehen und kommen nicht wieder
(b) Sie gehen und kommen beim nächsten Problem / Ereignis wieder
© Sie bleiben
(d) Sie bleiben und werden schlimmer
(e) Sie bleiben und anderes kommt hinzu
Rein statistisch (!) steht es 4:1
Die logische Konsequenz wäre also sie zu behandeln.
Ob Du das Thema (nochmal) angehen möchtest, hat jedoch mit Statistik nichts zu tun. Entscheidend ist, wie sehr sie Dich beeinträchtigen.
Und ob Du sie los werden möchtest.
Und wie bei allem im Leben muss man für das, was man möchte, aktiv etwas tun, weil man mit dem, für das man nichts tut, auch nicht rechnen sollte.
Können 25 bewilligte Stunden überhaupt einen von einer Angst befreien?
Das ist unterschiedlich. Dabei handelt es sich um eine Art Mittelwert. Der „Standardpatient“ ist nach 25 std „Standardverfahren“ weitgehend angstfrei. Andere sind schneller, manche langsamer. Für jene Patienten, die nach Ablauf der bewilligten Stunden keine entsprechende Verbesserung aufweisen, lassen sich weitere Stunden beantragen.
Üblicherweise sollten bewilligte Zeiträume jedoch ausreichen.
fro
Hallo Enni,
hast Du es schon mit dem versucht, was Du hoffentlich in der Therapie an Hilfsmaßnahmen für Rückfälle erlernt hast? Oder hast Du schon Deinen Selbsthilferatgeber erneut ausprobiert? Das würde ich als erstes versuchen.
Allerdings habe ich überhaupt keine Lust wieder mein ganzes Leben
durchzukauen.
Das braucht man nicht unbedingt, um seine Ängste zu vermindern und mit ihnen besser klarzukommen.
Oder sollte ich einfach abwarten, daß die Ängste
wieder gehen?
Würde ich nicht tun. Die Chance, daß die erneut aufgetretenen Ängste von selbst verschwinden, ist nicht sehr hoch.
Können 25 bewilligte Stunden überhaupt einen von
einer Angst befreien?
Ja, durchaus. Eine auf wenige Stunden befristete Therapie ist übrigens nicht von übel, damit man sich in der Zeit auf das konzentrieren kann, was es zu therapieren gilt. Es hängt zwar alles irgendwie mit allem zusammen, aber deshalb ist nicht alles gleich wichtig. 
Grüße
ja.
hi,
wenn ich im märz eine grippe habe und im november nochmal eine, zögere ich nicht, erneut zum arzt zu gehen.
25 stunden können ausreichen, um angst zu besiegen. denke auch darüber nach, dass ein paar angehängte stunden beim alten therapeuten sinnvoll sein können, dann entfällt die phase des kennenlernens, des diagnostischen abklärens von eventualitäten usw. und man kannn direkt zur sache kommen und effektiv nachbehandeln. ich könnte mir vorstellen, dass dir 5 stunden ausreichen könnten, um zu verstehen, dass dein fahrwasser durch den tod deines vaters eher niedriger ist und du generell vielleicht verunsichert und traurig bist. auf diesem gefühlsmäßigen „boden“ kann angst ja wieder ganz gut keimen und du spürst dein problem. wenn du es aber schon mal besiegt hast, dann wiederhole deine übungen aus der therapie und aus dem buch und es wird dir erneut gelingen.
meine grippe kurieren der arzt und ich auch immer mit dem selben zeug.