Hallo zusammen,
ich stelle nachfolgend eine Frage stellvertretend für eine dritte Person. Das betroffene Bundesland ist Hessen.
Meine Freundin ist 25 Jahre jung. Sie hat einen Realschulabschluss ( Hauptschule 10b mit FOS - Vermerk ). Sie hat keine Berufsausbildung ( Anlerntätigkeiten; kurze Fachausbildung bei der Post ). Sie ist danach in den Vertrieb gewechselt.
Sie hat sich dann in den letzten 2 Jahren in einer mittelständischen Firma vom Vertrieb ins Büro vorangearbeitet, macht dort die Payroll und manch anderes. Im Lauf der Jahre kam nun die Erkenntnis, daß der Krug noch nicht „ausgetrunken“ ist und sie gerne „mehr“ möchte, konkret ein wirtschaftswissenschaftliches Studium mit Jura - Beigeschmack.
Um das umzusetzen, braucht es in einem ersten Schritt im mindesten die Fachhochschulreife. Um diese zu erlangen, wollte sie eine Kollegschule besuchen. Der Ausbildungsgang dort beginnt im 1. Semester und endet im anvisierten 4. Semester mit der Fachhochschulreife. Sie hat ( bedingt durch die Hauptschule ) keine zweite Fremdsprache, daher müßte sie den dem ersten Semester vorgeschalteten VORkurs besuchen UND vorher eine Prüfung ablegen, um für diesen zugelassen zu werden. Diese hat sie trotz großer Anstrengungen nicht bestanden.
Daher würde sie nun den dem Vorkurs vorgeschalteten Aufbaukurs besuchen müssen, dieser beginnt im JAN 2010 und dauert ein halbes Jahr. Am Ende des zweiten Semesters erwirbt sie zwangsweise NOCHMALS den Realschulabschlus; würde also ab heute ( ! ) 2,5 Jahre allein nur darauf verwenden müssen, einen Abschluss zu erwerben, den sie längst hat, um im darauffolgenden Jahr die Fachhochschulreife erwerben zu können. Den Aufbaukurs mag sie nun, verständlicherweise, verletztermaßen, enttäuschtermaßen, nicht mitmachen, das Kolleg ist keine Option mehr für sie.
Gibt es in Hessen einen anderen Weg, die Fachhochschulreife zu erwerben ? Die Abendgymnasien haben ebenfalls einen Aufbau- und Vorkurs davor. Eine klassische duale Ausbildung als [noch unklar] ist nicht das, was sie sich vorstellt, zumal sie mit 25 nicht in die Situation geraten will, sich von erheblich jüngeren, ausgelernten, „plattmachen“ zu lassen, zumal sie die Bürowelt kennt und lange schon eigenverantwortlich arbeitet. In einer Ausbildung ist das ein erheblicher Rückschritt vor dem sie Angst hat.
Ich habe vor einigen Jahren selbst in einer ähnlichen Situation gesteckt ( Hauptschule, dann Lehre, zweiter Bildungsweg mit Abiturerwerb, nochmals eine klassische duale Ausbildung als Indusriekaufmann hintendran mit 27 etc; heute seit über 10 Jahren als Quereinsteiger in der IT tätig ), aber ich muss wohl einsehen daß die Durchlässigkeit des zweiten Bildungswegs nicht mehr so wie vor +10 Jahren gegeben ist.
Vielleicht kann jemand ein wenig Licht ins dunkel bringen und einen Vorschlag machen, welche Strategie funktionieren könnte.